Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Sehnsucht«
l.m.a.a. schrieb am 4.1. 2001 um 20:16:40 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
Sucht
Ich suche nach dem rechten Weg,
Für Sinn der Werte den Beleg,
Der Wahrheit Ursprung und ihr Ende,
Der Bestimmung Schicksalswende;
Ich suche Gott und glaube nicht;
Ich such' nach Rechten und nach Pflicht,
Weltanschauung, Machtgefüge,
Eine Antwort ohne Lüge,
Meines Standpunkts Sicherheit,
Frieden und Gerechtigkeit;
Ich suche Wirkung und Ursache;
Ich frag' mich, was ich morgen mache;
Ich suche nach Geborgenheit,
Nähe, Wärme, Zärtlichkeit,
Rückhalt, Hoffnung und Vertrauen,
Des Lebens »Auf« und »Ab« zu schauen,
Glück und Leid und davon viel,
Eine Aufgabe mit Ziel;
Such nach Dingen, die berauschen,
Bunten Klängen, Farben lauschen,
Bis ich einen Ausweg seh'
Und taumelnd über Wiesen geh'
Ich suche und finde wohl kaum,
Doch eines weiß ich sicherlich,
Bleibt alles and're auch nur ein Traum,
Ich suche und ich brauche Dich.
18.04.1997
Maya schrieb am 16.10. 2001 um 09:48:48 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
Der Philosoph Platon war der erste, der sich dem Thema Sehnsucht annahm. Er sprach von der ursprünglichen Einheit von Mann und Frau, einer Androgynität, der in einer anfänglichen Kugelgestalt Ausdruck verliehen war. Doch Zeus, dem das so vereinte Menschengeschlecht zu stark wurde, hieb es entzwei. Durch die Teilung entstand eine immerwährende Sehnsucht. So wird die Liebe bei Platon als ein Verlust definiert. Liebe entsteht durch Zerreissen. Sie entsteht erst dort, wo ich den Anderen verloren habe. Frühe Phasen im Leben eines Menschen schaffen ein Zuhause. Sehnsucht entsteht, wenn dieses Zuhause verloren geht. Sehnsucht ist gerade in der Moderne ein Gefühl, das beständig zunimmt. Durch unsere Mobilität entfernen wir uns immer mehr von unserem Kiez, den wir nie hatten, unserem Bauernhof, unseren Wurzeln. Sehnsucht in der Moderne ist der Ausdruck eines unwiderbringlichen Verlustes von Heimat, von einem Zuhause, einem Angekommen sein.
maw schrieb am 21.4. 2002 um 05:48:48 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
warum sitze ich um 05.36 uhr alleine hier vor dem monitor? sechs polizisten in vier streifenwagen haben eine party aufgelöst, okay, es war schon sehr spät - oder früh - , je nachdem.
manchmal geht man ins bett, weil man müde ist. manchmal weil man muß. manchmal um fernseh zu schauen. oder um zu lesen.
nichts heute. nichts von alledem.
ich bin nicht zufrieden.
ich weiß nicht, warum diese sehnsucht da ist...
ich weiß es, verdammt noch mal, nicht...
ein abend, eine nacht, in der man denkt, man könne alles...
banküberfall, sex bis zum vergessen wer vater und mutter ist, revolution, die mondumlaufbahn.
die blonde im ringel-t-shirt, violent femmes, warmer atem, alles ist einfach schön, doch man kann es nicht festhalten... irgendwann muß man ins bett. wird müde. will nicht. will nicht mehr aufwachen. warum auch? alles andere wird - ist - unwichtig. es ist nur dieser eine, bestimmte moment. in dem alles stimmt, nichts weh tut, díe augen klar sehen, die ohren hören, was gehört werden muß, der körper zugleich angespannt und locker ist. noch 'nen tango, gib' mir deine zunge, warum ist das klo schon wieder besetzt?
diesen moment festhalten...
hoffen, daß jetzt der SONG kommt...
und dann tanzen...
morgen interessiert nicht mehr...
nur dieser augenblick...
seelöwe und pinguin; buch & kopf; verstand und herz, geld und möglichkeit.
ein abend, an dem ich alles kann, wenn ich will.
und jetzt bin ich doch allein und sitze hier vor dem monitor und hacke wörter hinein. niemand da.
und ich will NICHT ins bett gehen...
es ist da eine SEHNSUCHT...
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