Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »BigBrother«
Doc Holiday schrieb am 2.5. 2000 um 19:09:39 Uhr zu
Bewertung: 8 Punkt(e)
Die Sendung ist für mich eine Abildung der Gesellschaft. Die Gesellschaft repräsentiert sich auch über die Aktzeptanz solcher Sendungen. Das Bildunsniveau der Zuschauer läst sich aber nicht als minimal bezeichnen. Was allerdings stimmt, ist die Aktzeptanz dieser nicht minimalen Intelligenzen des Fernsehens, also des passiven Denkens. So ist die nicht ganz triviale Synthese, das alle 3.8 Millionen Menschen in Deutschland, die keine Fernsehapparate besitzten, das Fernsehen nur ein kleiner Parameter im Leben ist, und nicht ein solch dominierendes Technisches System, wie es in unserer Gesellschaft repräsentiert wird. Es wird sich weiterhin Neues ausgedacht, um entsprechendes Potenzial an Verbrauchern und Benutzern von Konsumartikeln maximal auszuschöpfen.
Somit sind drei Gruppen auszumachen. Die erste gehört zu den Konsumenten die unbewust konsummiert, und auch sehr leicht zu kontrolieren und zu manipulieren ist. Die zweite gehört zu denen, die manipulieren, aber auchj manipuliert werden. Allerdings bewußt und diese Gruppe nimmt das auch gern in Kauf. Die dritte Gruppe will nicht manipuliert werden, manipuliert selber und ist sich beider Angelegenheiten bewußt. Und bei Bigbrother treffen alle drei Gruppen zusammen.
BB schrieb am 18.9. 2000 um 15:09:11 Uhr zu
Bewertung: 5 Punkt(e)
Runterspülen. Und weg damit...
Ernst Corinth 09.06.2000 Big Brother - das Finale
Ob nun die rheinische Frohnatur oder das Potsdamer Weichei heute gegen Mitternacht gewinnen wird, wen interessiert das denn wirklich noch? Uns jedenfalls nicht, obwohl wir mehrere Wochen lang zugeschaut haben, was in Deutschlands bekanntestem Wohncontainer geschah.
Doch irgendwann war die Luft raus aus »Big Brother«: Zlatko war zu schnell weg. Manu und Kerstin, das SozPäd-Nerv-Duo, flogen ebenfalls raus. Dann ging noch der Playboy-Darsteller Alex und Sabrina, die zweite Frohnatur, uns ziemlich schnell auf die Nerven. Was übrig bliebt, hörte sich am heutigen Freitagvormittag so an:
Andrea: »ja??...was denn?....hä?«
Jürgen: »du mußt mal rauskommen, sonst kann ich dich das nicht fragen....Wer singt das?« (Musik ist zu hören)
Andrea: »Dire Straits.«
Jürgen: »Dire Straits?......oooh. das find ich so geil das Lied...«
Andrea: »Dire Straits, ja....hmhm...« (geht wieder rein und spült weiter...)
Nachzulesen sind diese Dialoge im Internet (beispielsweise: www.bigbrother.bild.de/), wo 100 Tage lang Fans der Show fast jedes Wort und jede Regung, die sie über die »Big Brother«-Netzseite hören und sehen konnten, auf- oder mitgeschrieben haben. Aber nicht nur dieser abgedrehte Irrsinn beweist, wie erfolgreich die heftig umstrittene Sendung gewesen ist. So schauten nämlich im Schnitt 2,5 Millionen meist junge Zuschauer Tag für Tag auf RTL 2 zu, und zuweilen gab's sogar Einschaltrekorde mit bis zu sieben Millionen Zuschauern, und dabei verschlug es offensichtlich selbst den anfangs aufgeregten Medien- und Sittenwächtern völlig die Sprache. Dennoch: der Spaß am Voyeurismus, auf den diese TV-Veranstaltung beruht, verging nicht nur uns zunehmend durch die unangenehmen Begleiterscheinungen. Dabei war es noch das geringste Übel, dass RTL 2 mit Percy Hoven und Sophie Rosentreter zwei Moderatoren verpflichtet hatte, deren Auftrag es offenbar war, zu zeigen, dass heutzutage wirklich jeder eine Chance im Fernsehen hat.
Unerträglicher als »Pörsi und Kermit« war dagegen das Vorgehen der zuständigen Produktionsfirma Endemol gegen Internet-Fanseiten, deren Betreiber schon wegen Kleinigkeiten teure Abmahnschreiben (siehe auch www.freedomforlinks.de) erhielten. Und das Schlimmste war dann, wie das Schicksal der hochverschuldeten Kandidatin Sabrina von RTL 2 und seinen sogenannten Medienpartnern brutal ausgeschlachtet wurde. Dabei schoss die SAT.1-Sendung »Akte 2000« den Vogel ab, die ausgerechnet von einer Firma produziert wird, an der Endemol beteiligt ist. Und als nach den auf Einschaltquoten zielenden Bildern aus Sabrinas angeblich verwahrloster Wohnung und dem Gerede über ihre Selbstmordgefährdung der Sender RTL 2 eine genauso eiskalt kalkulierte Sammelaktion für die arme Kandidatin startete, war endgültig Schuss mit lustig. Und so ist für uns Verona Feldbuschs »Big Brother«-Mobil-Toilette am Ende der 100 Tage zum wahren Symbol dieser Sendung geworden. Kurzum: Runterspülen. Und weg damit.
Bernd schrieb am 1.5. 2000 um 04:05:59 Uhr zu
Bewertung: 4 Punkt(e)
Sehr interessant, mit welchem Schwachsinn sich Geld verdienen läßt:
Zuerst initiiert man etwas, daß die Presse, Soziologen, Juengschützer und so weiter aufhorchen und auf die Barrikaden gehen läßt, dann zieht man das ganze unter viel PR-Rummel einfach durch.
Und während es läuft sorgt man dafür daß überall in den Medien den ganzen Tag davon geredet wird. Die Talkshows sind voll davon, die Zeitungen bercihten und so weiter. Egal ob positiv oder negativ, hauptsache im Gerede!
und dann? Dann baut man zur langweiligen Sendung noch langweilige Computer- und Brettspiele, macht nen Buch und so weiter. bringt Geld.
Wenns genug Fans gibt, die im Internet Fanseiten mit urheberrechtlich geschütztem Material bringen, werden diese kräftig zur Kasse gebeten - schließlich braucht man die nun nicht mehr und jede einzelne Website zieht der eigenen die Besucher weg. Also dicht machen.
Tolle Methode!
Liebe Medien: Wenn Ihr nicht alle andauernd über den Schwachsinn berichtet hättet, würde das keinen interessieren.
Liamara schrieb am 18.6. 2000 um 10:40:44 Uhr zu
Bewertung: 5 Punkt(e)
Sehr amüsant, was ich da eben auf EinsLive hörte. Da haben doch tatsächlich ein paar Leute 70 Mark Eintritt für eine Veranstaltung gezahlt, auf der die ehemaligen Container-Bewohner auftraten, ohne zu wissen warum - also die Bewohner wussten es nicht genau, nicht die Zuschauer. So geht es, wenn man plötzlich ein Möchtegern-Star ist. Schlimmer aber, wenn man plötzlich Menschen, die mal im Fernsehen aufgetreten sind, für Stars hält. Müssen diese Leute ein langweiliges Leben führen. Jedenfalls traten die drei, die bis zum Schluss noch in dieser Sendung waren, nicht auf dieser Veranstaltung auf, und darum waren die Zuschauer empört. Schlimme Sache.
Dana schrieb am 10.7. 2000 um 18:13:10 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
Im Frühjahr lief BigBrother im Fernsehen an, was für ziemlich viel Aufsehen gesorgt hat.
Für diejenigen, die sich in den Container stecken ließen, hat es sich zumindest in finanzieller Hinsicht ausgezahlt und ihre Hoffnungen wohl voll erfüllt. Ständig, wenn man den Fernseher einschaltet, bekommt man doch noch einen von den BigBrother-Bewohnern zu Gesicht, selbst in den dritten Programmen. Und in den Charts sind sie auch alle ganz weit vorne zu finden, was nur wieder bestätigt, daß je schlechter die Musik, desto höher auch die Plazierung. Selbst diejenigen, die nur zwei Wochen in BigBrother mitgemischt haben, starten jetzt ihre große Medien-Karriere. Und unsereins muß sich mehr oder wniger dafür abrackern, um wenigstens einen Bruchteil von dem zu verdienen, was die Container-Menschen jetzt an Kohle scheffeln.
B.B. schrieb am 1.5. 2000 um 22:57:01 Uhr zu
Bewertung: 4 Punkt(e)
BigBrother ist ein philosophisch maximierter langanhaltender philantropischer audiovisueller Event der langandauernde Idioten vor dem Bildkasten aka Fernseher stundenlang fesseln kann, bis keiner der Kandidaten mehr in der Kleincontainersiedlung mit fast freilaufenden Hühnern existent ist, da im zweiwöchigen Rhythmus immer einer der Aspiranten (ohne Aspirineinnahme) das Dorf verlassen muß, weil es durch ein Voting der TV-Zuschauer muß.
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