Anzahl Assoziationen zu diesem Stichwort (einige Beispiele folgen unten) 354, davon 231 (65,25%) mit einer Bewertung über dem eingestellten Schwellwert (-3) und 121 positiv bewertete (34,18%)
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Der erste Text am 13.7. 2017 um 12:24:07 Uhr schrieb
ich sagte voilà! und über Donnerstagsbeichte
Der neuste Text am 21.6. 2019 um 15:18:30 Uhr schrieb
Malte über Donnerstagsbeichte
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Assoziationen zu »Donnerstagsbeichte«

masXin schrieb am 23.9. 2018 um 11:20:10 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 11 Punkt(e)

Kenne ich! sagte Ilyas, ist aus einem Antilopenhorn gemacht! Das tun sich Frauen rein, wenn der Mann nicht da ist; halt mal, Adri!
Wie sich da der Adrian, mein Donnerstagsbub, angewidert weggedreht hat!
Dann nimm du! fühl mal! - Kein Interesse auch meinerseits.
Ilyas ist zu Besuch gekommen und Gerda war noch unterwegs, einkaufen, weil, es ist Samstag. Ilyas kennt sich aus und hat uns in Gerdas Schlafzimmer geführt. Und leise sollen wir sein.
Hat er ihr doch ein teures Parfüm geschenkt neulich und weiß, wo Gerdas Boudoir ist, hinter einem Vorhang nämlich in einer Nische, wo einst der Kachelofen war.
Dass Ilyas Gerdas Dildo einfach so in die Hand nimmt.
So ein Antilopenhorn ist leicht geschraubt, und war auch ganz schön geschnitzt, indem da dem Horn entlang eine ganze Herde von Antilopen springt, und zwar vom dünnen zum dicken Ende hin, und es sind größere und immer kleinere Antilopen, ganz nach der detaillierten Vorgabe von Gerda möglicherweise.
Seid doch leise! sagt Ilyas, indem wir vom Flüstern ganz abgekommen sind. Wir können den Aufzug rattern hören.
Als Gerda ankommt, sitzen wir drei um den Küchentisch, als ob nichts gewesen wäre.

masXin schrieb am 23.2. 2018 um 10:02:05 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 10 Punkt(e)

Also war ich bei der gestrigen Donnerstagsbeichte wieder erschienen, indes, nur zur anschließenden allgemeinmedizinischen Betreuung einmal im Monat, was mein Donnerstagsbub einsieht. Nicht recht ist es ihm, wenn ich mit anderen über ihn rede, selbst wenn ich seinen Namen Adrian verschweige. Was ich ihm zunächst verheimlicht habe, dass nämlich sein Vater versucht hat, ihn wieder zu sich zu nehmen, das hat er längst von der verständigen Gerda erfahren. Und endlich, noch eine Heimlichkeit habe ich offenbart: dass ich den Elyas getroffen habe, zweimal sogar, während er im Skiurlaub war. Das hat er gleich vermutet, sagte Adrian, schade um das Geld! Er kennt den Elyas schon so lange und hat ihm immer beigestanden, wenn Ignoranten (ja, er sagte »Ignoranten«) den Elyas in den Po gezwickt haben oder die Speckerln. Was er denn mit Speckerln meint, frage ich. Na, den Busen, weil, er ist ja sehr rundlich. Dass ich das nicht weiß. Jedenfalls, dem Elyas hätte er Bescheid nur sagen brauchen, indem der Elyas von Freunden kein Geld nimmt. Mit seinem Vater übrigens will Adrian nicht telefonieren. Ob er ihm einen Brief schreiben will vielleicht, frage ich. Daran hat er noch gar nicht gedacht. - Ich kann dir dabei helfen, sage ich. - Oh ja!


masXin schrieb am 18.9. 2018 um 16:07:23 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 9 Punkt(e)

Donnerstagsbub Adrian erschien heute verspätet zum Mittagsmahl. Wir richten uns immer nach den Unterrichtszeiten, heute aber musste Gerda Adrians Anteil beiseite tun, um ihn dann wieder aufzuwärmen.
Nun war es so heute, dass er zum Arcadia Opera Shop gegangen ist gleich nach der Schule, wo derzeit ein Buch von mir verkauft wird. Er kennt es zwar bereits, indem Freunde von ihm, John und Alexander, darin vorkommen.
Er brachte aber jetzt eine Visitkarte mit, die, wie er behauptet, in alle Bücher eingesteckt sei! War ich nicht heute früh schon dort und habe diese nicht bemerkt! Oder sie sind inzwischen eingesteckt worden.

Auf dieser Karte will sich eine Firma bekannt machen:

             De Waal
         (Inh. Malte Regow)
          Barnabitenstiege
              WIEN

Ich muss da doch etwas erschrecken, indem ich bei einem Nachdruck meines WerksMarimbaphon, ein Tod in Venedig«) eine »Edition Favoriten« und als Verlagsort »Barnabitenstiege« hinzuerfunden habe.
Wir haben in Wien zwar eine Barnabitengasse, und zwar hier gleich um die Ecke, aber keine Barnabitenstiege.

Indem Adrian nur die frühere Ausgabe des Todes in Venedig besitzt, will er jetzt unbedingt noch die neue haben mit dieser Ergänzung.
»Signiert hast du ja bereits« sagt er »aber schreib mir noch eine Widmung dazu

masXin schrieb am 10.2. 2018 um 16:29:22 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 9 Punkt(e)

Indem ich erfahre: morgen wird das Fußballmatch ausfallen, bin ich sehr erleichtert, und meine, dies nicht erklären zu müssen, angesichts der Vorfälle während Adrians, des Donnerstagsbuben Abwesenheit, waren es gar Rückfälle. Heute habe ich einer schon älteren Idee nachgegeben, im Grunde hat mich der Gedanke an den sog. 3D-Druck sofort gepackt, als das erste Studio in Wien eröffnet wurde. Es war immer der Preis, der mich abgehalten hat, einen hübschen Buben zu einem »perfekten Ebenbild« in 3D zu überreden. Dank der finanziellen Unterstützung, die Adrian monatlich erfährt durch seine Tante Bianca, und weil er im Grunde keine Kosten verursacht, indem in Dingen, die wirklich teuer sind, Kleidung, auch neulich erst die von Adrian sehnlichst gewünschten Fußballschuhe, Gerda sehr spendabel ist, dadurch also ist finanziell eine kleine 3D-Kopie meines geliebten Buben möglich geworden. Solch ein Studio haben wir heute besucht und uns beraten lassen. Adrian ist eher skeptisch (das Geld?), beginnt aber bereits, sich allerlei Posen und Darbietungen einfallen zu lassen.



masXin schrieb am 30.4. 2018 um 18:28:21 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 9 Punkt(e)

Aus Aida habe ich Adrian einiges vorgesungen oder vorgebrummt, manches erkannte er wieder, den Triumphmarsch hat mein Donnerstagsbub sogar sehr melodisch mitgesummt. Samstag abend hatten John und Alexander ihn in die Staatsoper eingeladen, und zwar sind sie zum Künstlereingang hinein, und waren hinter die Bühne, war möglich ist, indem John Ballett an der Oper lernt und überdies sein Vater dort Bühneningenieur ist.
Beängstigend war für Adrian das Zwielicht hinter den Kulissen, die Hektik der Truppenbewegungen, denn Soldaten sind an ihm vorbeigerannt und im Dunkeln über herumliegende Kabel gestolpert, und mehrmals wurde er gefragt, was er denn hier zu suchen habe! und gerade dann waren John und Alexander verschwunden. Überhaupt waren die beiden immerzu miteinander intim, dabei sind sie doch tagtäglich zusammen! Adrian fühlte sich erst in der Kantine wieder sicher, mit den beiden an einem Tisch. Die pausierenden geschminkten Schauspieler überalll umher! Und Tänzerinnen und Tänzer vor allem, die sich alle so schön bewegen und wofür er doch den John so bewundert.
Adrian führte mir diesen aufrechten und stolzen Gang sogar vor, so dass ich ausrufen musste: du kannst es ja! Sei immer so! Adrian: ich bin ja Fußballspieler eigentlich. Stell dir vor, beim Fußball tanze ich so umeinand, das geht nicht.

masXin schrieb am 6.8. 2018 um 14:03:28 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 9 Punkt(e)

Doch nicht Großmutter!“ so Ilyas über diese alte Dame nämlich, die ihn gesalbt und eingekleidet hatte neulich, und die meiner Meinung nach hätte seine Großmutter sein können. Nach allem, was ich erfuhr, ist sie eine Haussklavin eigentlich, indem sie vermutlich illegal in Wien lebt und ganz von des Ilyas Verwandtschaft abhängig ist. Nada heißt sie, und es ist wohl einzig Ilyas, von dem sie etwas Zuneigung erfährt, indem sie all seine Launen erträgt. Dieser hat, ganz unzusammenhängend übrigens, dies und jenes über sie und den Haushalt überhaupt mitgeteilt, wovon mir manches sehr komisch erschien, umso mehr, als er alles ganz ernst vorträgt. So ist die Nada für ganze Batterien von Tages- und Nachtcremes zuständig, derer des Ilyas empfindliche Haut bedarf, und die sachgemäß aufzutragen sie in all den Jahren immer noch nicht gelernt hat. Aber er ist nun einmal auf die Nada angewiesen, und für ihn ist sie gut genug, sagen alle immer. Ja, man hat schon gedroht, die nichtsnutzige Nada aus dem Haushalt zu entfernen und sie dorthin zurückzuschicken, wo sie herkommt, was ein ganz unbedeutendes Kaff in Ägypten sein muss, und er ist doch gelenkig genug, sich selbst überall einzucremen, womit auf eine Dienstleistung der Nada angespielt wird (das einzige, was sie wirklich gut kann, gab Ilyas zu), nämlich den Ort zu pflegen, dessen Eingang und Tiefe einem selbst nur mit Mühe und Überwindung zugänglich ist. Indem ich nicht alles sofort begriffen habe, glaubte Ilyas, ich hätte Zweifel, und sagte, was er schon ein paar Mal meinte bekräftigend sagen zu müssen: „so wahr ich meiner Mutter Sohn bin!“

masXin schrieb am 30.1. 2018 um 09:49:14 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 10 Punkt(e)

Mein Frühstückscafé am Rennweg hat internationale Presse. Indem ich diese studiere, bin ich aller Sorgen, den Elyas betreffend, oder Adrian, meinen Donnerstagsbuben, enthoben. Sogar die Süddeutsche Zeitung aus München liegt aus. Indem ich ein sehr bewegendes Foto in schwarz-weiß betrachte, ein Bub aus Afrika, rückt die Frage: soll ich heute den Elyas treffen oder nicht, ganz in den Hintergrund. Der schwarze Bub hat ein glattes, rundes Mädchengesicht und trägt Kopftuch, erst ein knapp anliegens T-Shirt verrät, dass keine Brüste vorhanden sind. Zwar trägt er einen kurzen Wickelrock, hat aber als ein rechter Mann ein Gewehr waagrecht am Riemen geschultert, welches er locker mit seiner linken Hand festhält. Unterhalb des rechten Knies ist ein weißes Band zu sehen, was auch der Verband auf einer kleinen Verletzung sein könnte. Der Blick ist auf den Betrachter, den Photographen also, gerichtet und ein wenig wie bei Elyas, als er bei der ersten Begegnung mich ansah, sind im Blick Neugier, Misstrauen, gar Verachtung zu finden, indes, alle Bedenklichkeit wird von unnahbarem Stolz, nahbarem Verlocken aber auch besiegt.

masXin schrieb am 26.9. 2018 um 18:43:54 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 8 Punkt(e)

Nach dem Frühstück heute hat Gerda einen Brief begonnen; ich hatte Gelegenheit, einen Blick darauf zu werfen und ihn flüchtig zu lesen; ich kann ihn sinngemäß wiedergeben.
Er ist an Malte Regow gerichtet, der unweit eine kleine Werkstatt betreibt. Einst hat er Knöpfe aus Horn hergestellt, auch Messergriffe, hat sich dann auf künstlerische Produktion geworfen und verarbeitet sogar Elfenbein, was eigentlich verboten ist, es sei denn, es stammt aus sog. Altbestand.


Malti!
Wie soll ich Dir danken! Allein den Beutel fühlen war mir etwas Besonderes. Maulwurf-Leder! Ein Tier, welches nie ein Tageslicht sieht! Habe dann gefühlt, was drinnen ist und gleich gespürt, dass Dein Kunstwerk ein bewegliches ist! Habe nur wollen es fühlen und bewegen lange Zeit, und den Beutel gar nicht öffnen.
Du weißt doch, in St. Pölten die Irma ist eine sehr gute Freundin von mir, mit den Eiern von ihren kleinen Hühnchen versorgt sie mich mehr als reichlich, so dass ich Dir auch in Zukunft immer abgeben kann, sooft Du magst.
Jetzt muss ich mir vorstellen immerzu, was Du erzählt hast, ich meine das mit den weichgekochten Eiern, welche du abgeschreckt und geschält hast und zwei in den Napf aus weißem Porzellan gelegt, damit Du ein Vorbild hast. Und wie du dann das Elfenbein schneiden tust und schnitzen und glätten, und und polieren zuletzt - stundenlang polieren!
Da muss ich leider noch eine Bemerkung machen, denn Du rauchst zuviel. Dein Kunstwerk riecht nach Zigaretten und mir kommt vor, das schöne Elfenbein ist gelblich mit Nikotin gefärbt sogar ein wenig.











masXin schrieb am 28.3. 2018 um 10:09:34 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 8 Punkt(e)

Indem mein Donnerstagsbub Adrian alles abwies, was Trost oder Zuspruch sein könnte, den Tod seiner Tante Bianca betreffend, gelang es mir schließlich, in einer Sache ein Zuhören, eine Aufmerksamkeit sogar zu erlangen, nämlich bei der Frage, wie man bei dieser Anfang April bevorstehenden Begräbnisfeierlichkeit am angemessensten gekleidet sei. Gerdas Rat nahmen wir gern entgegen, indem sie bereits drei Ehemänner überlebt hat und folglich ihr das Bestattungsthema ein vertrautes ist.
Keinesfalls wollte Adrian einen Anzug auch nur anprobieren, den Gerda aus einem ihrer Kästen geholt hatte, und der ihrer Ansicht nach genau passen würde und ihm sogar gut stehen.
Bei Hugo Boss etwa könnten wir auch etwas geeignetes finden, warf ich ein, etwas eher zeitgemäßes, und nicht nur für Trauerfälle, etwas auch für eine Abiturfeier eventuell geeignetes, sofern er bis dahin nicht noch erheblich an Größe und Stärke zunehmen werde. Das fand Adrians vollkommene Zustimmung, und nun war er sogar bereit, diesen Anzug eines der ehemaligen Ehemänner der Gerda anzuziehen, nur probeweise selbstverständlich. Vorsichtig legte Gerda den in eine schonende Papierhülle gebetteten Anzug dem Adrian über den Arm. Dann zogen wir uns in unser Zimmer zurück, und kamen eine ganz schön lange Zeit nicht wieder.

masXin schrieb am 10.8. 2018 um 09:25:52 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 8 Punkt(e)

So bin ich nach Monaten der Enthaltsamkeit doch wieder zur Mariahilfer gegangen, zwar nicht zur Donnerstagsbeichte, wie sie dort für meinesgleichen eingerichtet ist, indem es sich ergeben hat, dass ich mehr als eine Stunde zu früh angekommen bin.
Also begab ich mich in den Kirchenraum, um zu warten, und bemerkte sogleich, dass auch dort Beichte möglich war, die ganz gewöhnliche Beichte eben.
Schon bei den ersten Worten bemerkte ich, dass mir die Stimme des Beichtigers wohlvertraut war. Indes, es gelang mir nicht, mich an den Inhaber dieser angenehmen Stimme zu erinnern. Mir war auch, als ob auch ich ihm gut bekannt sei.
Jetzt erst wird mir klar, dass er dann aber das eine und andere gar nicht hätte fragen müssen.

Einen Halt habe ich dem Donnerstagsbuben gegeben während einer Zeit, wo er eines solchen dringend bedürftig war, davon ist er überzeugt. Aber ist diese Zeit nicht abgelaufen inzwischen? Bin jetzt vielmehr nicht ich der Haltlose? Der Halt sucht an einem, der zwar gefestigt ist bereits, aber noch üben muss?
Eine Stille ist danach eingetreten. Dann vernahm ich, wie mein Beichtiger sich erhob und davon ging. Ich selbst blieb noch. Ich hätte gerne ihn noch gesehen, ihn erkannt womöglich. Indes, ich blieb noch sitzen eine geraume Zeit.

masXin schrieb am 19.3. 2018 um 10:11:22 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 8 Punkt(e)

Am gestrigen Sonntag fand das Fußball-Match im Sportzentrum Donaucity statt wieder einmal. Denk bitte nicht die ganze Zeit an hinterher, habe ich meinen Donnerstagsbuben Adrian ermahnt, indem zum einen Sportskamerad Ilyas mit uns in den Rennweg kommt nach dem Match, und zum andern Gerda nicht anwesend sein wird, wir somit die ganze Wohnung für uns haben. Er soll sich auf das Spiel konzentrieren und an nichts anderes denken.
Für die Jause zwischendurch habe ich eine Überraschung vorbereitet, indem ich einer Empfehlung von Ilyas gefolgt bin und in einem gewissen Laden eine seiner Leibspeisen, Köfte nämlich, besorgt habe.
Tatsächlich hat sich Adrian als Mittelfeld-Stürmer wacker gehalten, bis zur ersten größeren Spielpause jedenfalls. Ilyas schien sehr gerührt und nahm sich bescheiden und gesittet zwei Köfte nur, Adrian indes griff gierig zu. Zum Glück hatte ich den größeren Köftevorrat den beiden noch verschwiegen.
Dann aber, als Adrian zur Toilette verschwunden war für einen Moment, gab mir Ilyas einen Autoschlüssel, den zum Werkstattwagen in der Tiefgarage nämlich. Dort ist ein Kasten mit Schubfächern, und im untersten werde ich einige Wäschestücke finden, die soll ich holen, denn er will diese anziehen später. Und bitte den Wagen abschließen wieder.
Im besagten Schubfach fand ich einen Vorrat an Kondomen, einen Kremtopf auch, welchen ich öffnete und sogleich am Geruch den speziellen Krem aus der Carolus-Apotheke wiedererkannte. Auch ein Packerl Babylove Feuchttücher war vorrätig. Als die erbetenen Wäschestücke stellten sich heraus: ein feiner schwarzer Slip, sowie dazu passende Strümpfe und ein Hüftgürtel samt anhängenden Strumpfhaltern; es schien ein Sonntag voller Überraschungen zu werden.



masXin schrieb am 29.6. 2018 um 15:36:17 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 8 Punkt(e)

Ja gibt es denn Sachen, die ich nicht hören darf, und trotzdem musst du sie mir berichten? Musst abwarten jedes Mal, bis ich eingeschlafen bin?
Weil ich ja immer alles aufschreibe grundsätzlich, sagt Adrian, schreibe ich doch auch ganze Bücher sogar, da es kann doch passieren, dass jemand das Buch kauft und darin liest womöglich.
Also, verteidige ich mich, ich verändere deine Worte immer ein wenig, und es sind ja auch erfundene Personen immer, die sie sprechen.
Er schüttelt den Kopf. Ich muss an dieser Stelle einflechten, sooft ich sage: nimm mal die Bürste, einen Kamm wenigstens! muss er nur den Kopf schütteln, schon sitzt jedes einzelne Haar exakt dort, wo es hingehört.
Erstens, so Adrian, ist alles, was er sagt, heilig, und darf nie mehr verändert werden. Und zweitens, es sind ja nicht nur so Personen! Buben immer müssen es sein bei mir, und da ist doch jedem mit ein bisserl Verstand vollkommen klar, dass er gemeint ist jedesmal und kein anderer.
Gerdas Wohnküche ist nicht geeignet für ernste Dinge, also gehen wir in unser Zimmer, greifen von den 50 Stühlen zwei, tragen sie hinüber in den Salon, wo alle paar Wochen Menschheitsfragen vorgetragen und reflektiert werden. Dieser Raum ist groß, still, und wenn die Stühle hinausgetragen sind, lädt er zu einer Andacht ein geradezu.
Dort versichere ich meinem Donnertagsbuben, dass mir viele seiner Worte heilig bleiben werden allezeit, dass sie nie verlautbart werden in irgend einer Form, indem es auch der Klang seiner Stimme ist, die seine Worte mir kostbar und unvergesslich machen.
Diese seine Stimme nah an meinem Ohr.
Natürlich will er wissen, welche Worte es gewesen sind beispielsweise. Ich nenne dieses, ich nenne jenes, erinnere auch daran, wie erdas will ich auch können!“ ausrief, welcher Ausspruch allerdings minder heilig ist und publiziert bereits. Ich meine, er hat sich an diese seine Worte erinnert sogleich, behauptet aber das Gegenteil, und was soll es denn gewesen sein, das er unbedingt hat können wollen.
Für immer in mir versiegelt also soll bleiben, was an seinen Worten heilig ist, das bekräftige ich feierlich, und wir verlassen den Salon. Die Stühle mitnehmen will ich; er sagt: lass stehen! weil er später erst sie hinaustragen will.

masXin schrieb am 18.6. 2018 um 09:22:18 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 8 Punkt(e)

Es geht gar nicht darum, meine Erinnerungen zu verklären, besonders diese zweite Nacht in der Pension Silvia, Zimmer4. Wäre doch ein von argwöhnischem Personal beauftragter Hausdetektiv ins Zimmer geschlichen, oder hätte ein verstecktes Videoauge alle Geschehnisse protokolliert, ich wünschte mir nur ein Bild: meinen Donnerstagbuben, schlafend, im Bett daneben mich, schlafend.
Nicht verklären will ich, sondern vergegenwärtigen. Hätte ich doch gern die ganze, nicht nur einen Teil der Nacht den schlafenden Adrian neben mir betrachtet, mal auf dem Rücken und mit offenem Mund atmend, mal seitlich liegend. Dann mir abgewandt. Dann wieder mir zugewandt; und wie doch die unschuldigste Zu- und Abwendung eine veränderte Ausschüttung von Hormonen auslöst sogleich.
Indem ich also mir alles vergegenwärtigen will, muss ich auch vervollständigen, das wäre: erkunden, was hat er, er denn gefühlt und gedacht in dieser Nacht? Indem ein Bub in seinem Alter nicht alles zur Sprache bringt, gar reflektiert, es sei denn etwas dem spontanen Fauchen oder Schnurren eines Katers vergleichbares, so will ich doch manches im Nachhinein noch ergründen; es will aber der Adrian viel lieber in Gegenwärtiges sich vertiefen als in Vergangenes.

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