Anzahl Assoziationen zu diesem Stichwort (einige Beispiele folgen unten) 47, davon 47 (100,00%) mit einer Bewertung über dem eingestellten Schwellwert (-3) und 39 positiv bewertete (82,98%)
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Siehe auch:
positiv bewertete Texte
Der erste Text am 23.3. 2001 um 10:09:44 Uhr schrieb
home(r) über letxt
Der neuste Text am 6.3. 2024 um 11:03:01 Uhr schrieb
schmidt über letxt
Einige noch nie bewertete Texte
(insgesamt: 5)

am 24.8. 2002 um 17:11:27 Uhr schrieb
Gabittafürst über letxt

am 26.7. 2008 um 14:45:52 Uhr schrieb
mcnep über letxt

am 6.3. 2024 um 11:03:01 Uhr schrieb
schmidt über letxt

Einige überdurchschnittlich positiv bewertete

Assoziationen zu »Letxt«

hei+co schrieb am 23.3. 2001 um 10:25:26 Uhr zu

letxt

Bewertung: 1 Punkt(e)

this is the end ... was tun? Wie kommen wir hier wieder heraus?
Niemals! Wir sind in einer Endlosschleife gefangen!
Literarische und diskursive Experimente , offene Kunstwerke, Junggesellenmaschinen, Text- und Buchmaschinen liefern den kulturellen Background für hypermediale Diskurstechniken und operieren mit einem intertextuellen Produktionsparadigma, das offene Textverarbeitungoperationen aus literarischen Experimenten und ästhetisch-sozialen Aufbruchsbewegungen (wie DADA, Surrealismus, Situationismus) als allgemeine Nutzerparadigmen wiederauferstehen lässt.
Die in der Literaturgeschichte vielfach wiederaufgenommene Parole Lautreamonts: »Die Poesie soll von allem gemacht werden, nicht von einem«, hallt jetzt als vielfach gebrochenes Echo aus den Untiefen des Netzes wieder:
Die Texte, Strukturen, Index-Systeme, Meta-Informationen, Verknüpfungsstrukturen zwischen den Texten liegen als ‚open source‘ im Netz bereit ...
... und könnten somit wiederum zu einer allgemeinen Revolutionierung literarischer und diskursiver Operationen im Netz führen ...
Aber das Netz selbst ist genausowenig die ,Verwirklichung‘ ästhetischer Utopien, wie ein utopischer, revolutionärer, aufrührerischer Text oder ein revolutionäres Medium (Wandzeitung, Videokamera, offener Kanal, Expeirmentalfilm, mailing-list, Napster) per se. Es kommt auf die sozialen und kulturellen Kontexte an und die Art und Weise des Gebrauchs.

florian cramer schrieb am 24.3. 2001 um 15:00:36 Uhr zu

letxt

Bewertung: 1 Punkt(e)

Da der Computer die gesamte Strecke der Kommunikation bedient, ist er eine universelle Zeichenmaschine und nicht bloß ein Medium. Mit der geisteswissenschaftliche Fehllektüre des Computers als bloßem Medium wurde Netzwissenschaft als ,,Medienwissenschaft`` (statt als Semiotik) mißverstanden und, in direkter Folge, Netzkunst als sogenannte ,,Medienkunst``.9Diese Fehllektüre hat, so scheint es, dazu geführt, daß ein seit Kracauer und McLuhan an Film, Fernsehen, Radio und Video geschultes Begriffs- und Analyseinstrumentarium einfach auf Computer und Internet übertragen wurde. Analog wurden Begriffe wie ,,Multimedialität``, ,,Interaktivität`` und ,,Nonlinearität`` in texttheoretisch und poetologisch fragwürdigen Definitionen in den Diskurs der Netzliteratur importiert und hinterließen dort einen konzeptuellen Trümmerhaufen, der bis heute noch nicht vollständig abgeräumt ist.


aus:
http://userpage.fu-berlin.de/~cantsin/aufsaetze/netzliteratur/kombinatorische_dichtung.html

florian cramer schrieb am 24.3. 2001 um 15:06:46 Uhr zu

letxt

Bewertung: 1 Punkt(e)

Auch wenn Textgeneratoren wie jene, die die ,,Permutationen`` versammeln, aus Sicht der Computerprogrammierung äußerst primitiv sind, so lenken sie wenigstens die Aufmerksamkeit des Lesers auf die Algorithmik ihres Code, auf die maschinelle Ausführbarkeit des Computertexts. Dies geht gegen Gleichsetzungen des Computernetzes mit einem bloßen Übertragungsmedium oder gar einem typographischen Interface, gegen die Verwechselung des Netzes mit der arbiträren Protokollschicht des World Wide Web, gegen die Verwechselung von Netz und Web-Browser und somit auch gegen alle restringierenden Gleichsetzungen von Computernetzliteratur mit dem sogenannten ,,Hypertext`` und den sogenannten ,,Multimedia``. Es trügt der Schein, daß computergenerierter Text den letzteren gegenüber ein marginales Phänomen geblieben ist. Maschinell erstellte Rechnungen, Bankauszüge, Mahnbriefe, die Suchmaschinen und die ,,personalisierten`` Portale und Versandhaus-Seiten im Netz zeigen, daß algorithmisch manipulierte Sprache subtil, aber wirkungsvoll in die Alltagskultur eingedrungen ist. Es erstaunt, daß nur wenige Netzliteratur diesen status quo reflektiert. Die Makroviren Melissa und I LOVE YOU, kleine, in Programmiersprache geschriebene Computertexte, sind deshalb vielleicht die interessanteste und dichteste Netzpoesie der letzten Jahre. Das Prinzip kombinatorischer Dichtung, aus einem denkbar knappen Quellcode eine Abundanz der Sprache zu schöpfen, wird in ihnen durch Infektion, Selbstreplikation und Mutation von Zeichen noch erweitert. An Computerviren zeigt sich, daß Netzdichtung mit einem Code dichtet, dessen bloße Syntax von explosiver Brisanz ist, da globale technische Infrastrukturen von ihm abhängen.

aus:
http://userpage.fu-berlin.de/~cantsin/aufsaetze/netzliteratur/kombinatorische_dichtung.html

florian cramer schrieb am 24.3. 2001 um 15:08:55 Uhr zu

letxt

Bewertung: 1 Punkt(e)

Auch wenn sich trefflich argumentieren läßt, daß zum Beispiel der ,,Hypertext`` - zugleich Codierung und ästhetisches Programm der meisten Netzdichtung - sich nur in die oberste Oberfläche des Textgebildes Internet schreibt, leitet sich daraus kein Anspruch ab, daß alle Computernetzdichtung ihren Text gefälligst algorithmisch ausführbar machen soll und simultan mit den Codes der natürlichen Sprache, der Programmiersprachen und der Netzwerkprotokolle dichten. Dies zu fordern, wäre nicht nur vermessen, sondern auch ästhetisch naiv. Nicht vermessen jedoch scheint mir der Anspruch, daß Computernetzdichtung auch in technisch restringierter Codierung ihre semiotischen und technischen Bedingungen so reflektiert, wie es zum Beispiel die konzeptualistische Netzkunst von jodi.org, I/O/D, Mongrel, Heath Bunting, des ASCII Art Ensemble und von 0100101110101101.org bereits tut und getan hat
aus:
http://userpage.fu-berlin.de/~cantsin/aufsaetze/netzliteratur/kombinatorische_dichtung.html

hei+co schrieb am 23.3. 2001 um 10:24:48 Uhr zu

letxt

Bewertung: 1 Punkt(e)

Hardware/Software
»Mit der Fusion von Technologie und Kultur hat es etwas Merkwürdiges auf sich. [...] Als James Joyce 1922 seinen Roman Ulysses veröffentlichte, der alle unseren Erwartungen darüber revolutionierte, wie ein Buch aussehen solle, war er da sehr viel anders als Gutenberg? Man konnte es damals zwar nicht erkennen, doch Joyce war ein hochbegabter Techniker, der mit seiner Buch-Maschine herumexperimentierte und sie Dinge tun ließ, die sie noch nie zuvor getan hatte. Seine Zeitgenossen hielten ihn für einen Künstler (oder einen Pornographen, je nachdem mit wem man sprach), doch aus heutiger Sicht hätte er ebensogut ein Programmierer sein können, der den Programmcode für eine Satz- und Druck-Anwendung schreibt. Joyce schrieb die Software für eine Hardware, die einst Johannes Gutenberg ersonnen hatte. Wenn man den Blickwinkel umkehrt, bleibt die Analogie genauso gültig: Gutenbergs umwälzende Erfindung, welche die vorhandene Manuskript-Technologie revolutionierte, die auf Gänsekiele und Schreiber angewiesen war, bleibt ein ebenso profunder schöpferischer Akt wie Molly Blooms Schlußmonolog in Ulysses. Beide Innovationen waren das Ergebnis aufregend einfallsreicher Sprünge nach vorn, und beide veränderten unsere Sicht auf die Welt. Gutenberg baute eine Maschine, die Joyce mit einigen innovativen Programmen frisierte, und Joyce brüllte die Variation eines Themas hinaus, das ursprünglich Gutenberg zu Papier gebracht hatte. Beide waren Künstler. Beide waren Techniker
(Johnson, Steven: Interface Culture. Wie neue Technologien Kreativität und Kommunikation verändern, Stuttgart 1999, OT: New York 1997, S. 11)

Pierre Bayle schrieb am 4.4. 2001 um 15:11:31 Uhr zu

letxt

Bewertung: 1 Punkt(e)

Bayles Paradigmenwechsel in der Wissensverarbeitung – Abwendung vom Vollständigkeits-Anspruch einer Universalenzyklopädie, Hinwendung zur Ausdifferenzierung vielschichtiger Materialienbestände – wurde von einigen seiner Zeitgenossen (u.a. von Leibniz, der u.a. die chaotische Organisationsweise nicht akzeptieren konnte ) vehement kritisiert; die umfangreichen Such- und Stöbermöglichkeiten jedoch übten gleichzeitig eine große Faszination auf Leser aus den unterschiedlichsten sozialen Schichten aus. Die von allen Enzyklopädien her bekannten Schwierigkeiten bei der Lokalisation von Wissensfragmenten wurden hier gleichsam auf die Spitze getrieben. Die vorherrschende Gebrauchsweise (“nicht zielstrebiges Suchen [...], sondern bildungshungriges Lesen und Blättern, dessen Lohn der überraschende Fund [sei] ” (Neumeister, Sebastian 1990: Pierre Bayle oder die Lust der Aufklärung. In: Hans-Albrecht Koch (Hg.): Welt der Information. Wissen und Wissensvermittlung in Geschichte und Gegenwart. Stuttgart
, S. 75) hat bereits eine strukturelle Ähnlichkeit mit dem Navigieren in Informationsnetzen.

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