Anzahl Assoziationen zu diesem Stichwort (einige Beispiele folgen unten) 47, davon 47 (100,00%) mit einer Bewertung über dem eingestellten Schwellwert (-3) und 39 positiv bewertete (82,98%)
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Siehe auch:
positiv bewertete Texte
Der erste Text am 23.3. 2001 um 10:09:44 Uhr schrieb
home(r) über letxt
Der neuste Text am 6.3. 2024 um 11:03:01 Uhr schrieb
schmidt über letxt
Einige noch nie bewertete Texte
(insgesamt: 5)

am 24.8. 2002 um 17:11:27 Uhr schrieb
Gabittafürst über letxt

am 8.2. 2004 um 21:01:42 Uhr schrieb
biggi über letxt

am 26.7. 2008 um 14:45:52 Uhr schrieb
mcnep über letxt

Einige überdurchschnittlich positiv bewertete

Assoziationen zu »Letxt«

home(r) schrieb am 23.3. 2001 um 10:10:26 Uhr zu

letxt

Bewertung: 2 Punkt(e)

Programmieren-Schreiben
anfangs hatte er selbst zu programmieren versucht. er wollte auf verschiedenen maschinen eine art universal software entwickeln.., aber er war im verlauf seiner chaotischenr recherchen auf andere pioniere solch idealistischer konzepte gestoßen: denis diderot, charles babbage, ted nelson...
außerdem hatte er es satt, einerseits sience/fiction zu leser mit höchster technischer kompetenz, aber zumeist simplen sprachkonstsruktionen, andererseits die schwierigsten brocken moderner literatur.., die, immer wenn sie auf technik zu sprachen kamen, äußerst oberflächlich und idealistisch »argumentierten«- dann waren da noch einige ausrutscher im mißbrauch der sprache: rabelais, laurence sterne, pynchon.. aber auch deren namen wollte er nicht nachbustabieren, von den alten meistern der anagramme oder schlicht der poesie ganz zu schweigen..

Friedrich W. Block schrieb am 3.4. 2001 um 22:20:55 Uhr zu

letxt

Bewertung: 1 Punkt(e)


8. Digitale Poesie könnte Anregungen für das poetologische Gespräch liefern.

Ich erhoffe mir, dass die Mode, sich für die neuen Technologien zu interessieren, das theoretische Gespräch über ihre Bedeutung für Kunst und Literatur anregt - und damit das poetologische Gespräch über das Herstellen und Wahrnehmen von Literatur überhaupt. Das ist das positive Zeichen, das von Treffen wie bei le-txt in Leipzig oder ehedem im schweizerischen Romainmôtier und auch in der »p0es1s«-Reihe in Kassel und Erfurt ausgeht. Ehrlich gesagt mache ich mir da aber nicht allzu viel Hoffnungen: Denn auch, wenn kaum irgendwo so ambitioniert theoretisiert worden ist wie im Programm experimenteller Dichtung: diese Angebote finden ansonsten in der deutschen Gesinnungsästhetik, um dieses Stich- und Schlagwort von Bohrer und Greiner einmal aufzugreifen, kaum Beachtung. Sie werden nach wie vor eine Nischenexistenz fristen - wie sich voraussichtlich auch die digitale Poesie auf lange Sicht allenfalls als Episode und als ein weiterer Strang im weitverzweigten Geäst avancierter Textbildung erweisen wird.
Friedrich W. Block:
Acht poetologische Thesen zur digitalen Poesie
http://www.le-txt.de/acht_thesen.htm

Friedrich W. Block schrieb am 3.4. 2001 um 21:11:18 Uhr zu

letxt

Bewertung: 1 Punkt(e)

1. Digitale Poesie erzielt ästhetischen Gewinn, insofern sie nicht nur in, sondern vor allem mit ihren ganz spezifischen Medien arbeitet - oder auch gegen sie.

Das ist ein definitorischer Schachzug, mit dem alles aus der Diskussion um »ästhetischen Gewinn« ausgeschlossen wird, das nicht notwendig elektronisch produziert, gespeichert, verbreitet und rezipiert werden muss. Also interessieren nicht Projekte, die ebenso gut auch auf andere Weise entstehen könnten - wie z.B. das bekannte NULL-Projekt von Thomas Hettche oder auch Norman Ohlers »Quotenmaschine«, auch nicht Rainald Goetz' »Abfall für alle«, um drei prominente Beispiele zu nennen, die offensichtlich schon auf Buchproduktion hin konzipiert wurden.

Allerdings ist damit auch nicht nur Hypertext- oder Internet-Literatur gemeint, sondern alles was sich unter spezifisch hypermedialen Bedingungen machen lässt, also etwa auch Arbeit mit Programmiersprachen, Textgeneratoren, Datenbanken oder raumgreifende interaktive Installationen, wie sie im Internet undenkbar wären. Der elektronisch verschaltende ‚Link' gehört für mich nicht unbedingt zu den poetisch aufregendsten Angeboten digitaler Poesie. Und die Hyperfiction amerikanischer Prägung hat meist den zweifelhaften Charme von Karteikästen.

Die präpositionale Setzung »nicht nur in, sondern von allem mit oder auch gegen« meint: unter diesen zugespitzten Voraussetzungen ist auch das meiste, was im deutschen Sprachraum als »Netzliteratur« firmiert, ohne großen ästhetischen Gewinn. Da zum großen Teil autobiografische Fragment- bzw. Tagebuchproduktion, häufig auch nur schriftliches Gespräch, schlimmstenfalls sogar Geschwätz im Netz, ist Netzliteratur in vielfach ein weiterer, nun technisch legitimierter und erleichterter, aber künstlerisch wenig ambitionierter Beitrag zur wirklich nicht mehr neuen Innerlichkeit. Natürlich gibt es interessante Ausnahmen.

Friedrich W. Block:
Acht poetologische Thesen zur digitalen Poesie
http://www.le-txt.de/acht_thesen.htm

hei+co schrieb am 23.3. 2001 um 10:25:26 Uhr zu

letxt

Bewertung: 1 Punkt(e)

this is the end ... was tun? Wie kommen wir hier wieder heraus?
Niemals! Wir sind in einer Endlosschleife gefangen!
Literarische und diskursive Experimente , offene Kunstwerke, Junggesellenmaschinen, Text- und Buchmaschinen liefern den kulturellen Background für hypermediale Diskurstechniken und operieren mit einem intertextuellen Produktionsparadigma, das offene Textverarbeitungoperationen aus literarischen Experimenten und ästhetisch-sozialen Aufbruchsbewegungen (wie DADA, Surrealismus, Situationismus) als allgemeine Nutzerparadigmen wiederauferstehen lässt.
Die in der Literaturgeschichte vielfach wiederaufgenommene Parole Lautreamonts: »Die Poesie soll von allem gemacht werden, nicht von einem«, hallt jetzt als vielfach gebrochenes Echo aus den Untiefen des Netzes wieder:
Die Texte, Strukturen, Index-Systeme, Meta-Informationen, Verknüpfungsstrukturen zwischen den Texten liegen als ‚open source‘ im Netz bereit ...
... und könnten somit wiederum zu einer allgemeinen Revolutionierung literarischer und diskursiver Operationen im Netz führen ...
Aber das Netz selbst ist genausowenig die ,Verwirklichung‘ ästhetischer Utopien, wie ein utopischer, revolutionärer, aufrührerischer Text oder ein revolutionäres Medium (Wandzeitung, Videokamera, offener Kanal, Expeirmentalfilm, mailing-list, Napster) per se. Es kommt auf die sozialen und kulturellen Kontexte an und die Art und Weise des Gebrauchs.

Friedrich W. Block: schrieb am 3.4. 2001 um 22:10:36 Uhr zu

letxt

Bewertung: 1 Punkt(e)

5. Digitale Poesie präsentiert und exemplifiziert den Gebrauch von Sprachen bzw. Zeichensystemen in der Symbolmaschine Computer und in digitalen Netzwerken.

Vomexperimentellen' Programm her muss bei digitaler Poesie insbesondere mit solchen Verfahren gerechnet werden, die Quellcodes, Programmierungen und Schnittstellen selbstreferentiell inszenieren. Eine solche Exemplifizierung liegt - auch augenfällig - zum Beispiel in wünschenswerter Deutlichkeit vor, wenn etwa im »Discoder« der japanischen Gruppe Exonemo (http://www.exonemo.com/) die Differenz zwischen HTML-Code und Browser-Interpretation inszeniert wird (klassisch hier auch die Gruppe »Jodi«), wenn verschiedene Symbolformate kontaminiert werden wie beim ASCII-Art-Ensemble, (http://www.desk.org/a/a/e) das mit dem »American Standart Code for Information Interchange« experimentiert, oder wenn mit Perl-Scripten gedichtet wird (zugleich als Rekonstruktion der Sprachmaschinen: vgl. Florian Cramers »permutationen« (http://www.userpage.fu-berlin.de/~cantsin/index.cgi). Aber natürlich gehören hierher auch alle anderen Vorführungen computerbasierter Features wie hypermediale Vernetzung, Animation, Interaktivität oder auch schlicht der Differenz von Hard- und Software wie z.B. in Frank Fietzeks »Bodybuilding«-Installation, die als Schnittstelle zur Textproduktion und -rezeption eine Kraftmaschine verwendet.
Friedrich W. Block:
Acht poetologische Thesen zur digitalen Poesie
http://www.le-txt.de/acht_thesen.htm

florian cramer schrieb am 24.3. 2001 um 15:08:15 Uhr zu

letxt

Bewertung: 1 Punkt(e)

Es scheint mir deshalb zur Zeit noch interessanter, die Bedingungen der Codierung von Netzliteratur zu reflektieren, als sich Netzliteratur auf der Wahrnehmungsebene zu beschreiben. Man sollte sich also, so meine These, erst über die technische Poetik (und Poetologie) von Netzliteratur verständigen, dabei die Position des bloßen Beobachters auch gelegentlich verlassen, bevor man sich der Computernetzliteratur als ästhetischem Phänomen nähert. Die ,,Permutationen`` sind, indem sie ihrem gesammelten Material auf die algorithmischen Sprünge helfen und die Philologen-Hände ihres Programmierers schmutzig machen, nichts anderes als eine solche Übertretung der Beobachterstandpunkts aus poetologischem Interesse.
aus:
http://userpage.fu-berlin.de/~cantsin/aufsaetze/netzliteratur/kombinatorische_dichtung.html

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