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am 23.3. 2001 um 10:09:44 Uhr schrieb home(r)
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am 6.3. 2024 um 11:03:01 Uhr schrieb schmidt
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am 24.8. 2002 um 17:11:27 Uhr schrieb Gabittafürst über letxt
am 8.2. 2004 um 21:01:42 Uhr schrieb biggi über letxt
am 26.7. 2008 um 14:45:52 Uhr schrieb mcnep über letxt
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Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Letxt«
home(r) schrieb am 23.3. 2001 um 10:10:26 Uhr zu
Bewertung: 2 Punkt(e)
Programmieren-Schreiben
anfangs hatte er selbst zu programmieren versucht. er wollte auf verschiedenen maschinen eine art universal software entwickeln.., aber er war im verlauf seiner chaotischenr recherchen auf andere pioniere solch idealistischer konzepte gestoßen: denis diderot, charles babbage, ted nelson...
außerdem hatte er es satt, einerseits sience/fiction zu leser mit höchster technischer kompetenz, aber zumeist simplen sprachkonstsruktionen, andererseits die schwierigsten brocken moderner literatur.., die, immer wenn sie auf technik zu sprachen kamen, äußerst oberflächlich und idealistisch »argumentierten«- dann waren da noch einige ausrutscher im mißbrauch der sprache: rabelais, laurence sterne, pynchon.. aber auch deren namen wollte er nicht nachbustabieren, von den alten meistern der anagramme oder schlicht der poesie ganz zu schweigen..
Friedrich W. Block schrieb am 3.4. 2001 um 21:11:18 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
1. Digitale Poesie erzielt ästhetischen Gewinn, insofern sie nicht nur in, sondern vor allem mit ihren ganz spezifischen Medien arbeitet - oder auch gegen sie.
Das ist ein definitorischer Schachzug, mit dem alles aus der Diskussion um »ästhetischen Gewinn« ausgeschlossen wird, das nicht notwendig elektronisch produziert, gespeichert, verbreitet und rezipiert werden muss. Also interessieren nicht Projekte, die ebenso gut auch auf andere Weise entstehen könnten - wie z.B. das bekannte NULL-Projekt von Thomas Hettche oder auch Norman Ohlers »Quotenmaschine«, auch nicht Rainald Goetz' »Abfall für alle«, um drei prominente Beispiele zu nennen, die offensichtlich schon auf Buchproduktion hin konzipiert wurden.
Allerdings ist damit auch nicht nur Hypertext- oder Internet-Literatur gemeint, sondern alles was sich unter spezifisch hypermedialen Bedingungen machen lässt, also etwa auch Arbeit mit Programmiersprachen, Textgeneratoren, Datenbanken oder raumgreifende interaktive Installationen, wie sie im Internet undenkbar wären. Der elektronisch verschaltende ‚Link' gehört für mich nicht unbedingt zu den poetisch aufregendsten Angeboten digitaler Poesie. Und die Hyperfiction amerikanischer Prägung hat meist den zweifelhaften Charme von Karteikästen.
Die präpositionale Setzung »nicht nur in, sondern von allem mit oder auch gegen« meint: unter diesen zugespitzten Voraussetzungen ist auch das meiste, was im deutschen Sprachraum als »Netzliteratur« firmiert, ohne großen ästhetischen Gewinn. Da zum großen Teil autobiografische Fragment- bzw. Tagebuchproduktion, häufig auch nur schriftliches Gespräch, schlimmstenfalls sogar Geschwätz im Netz, ist Netzliteratur in vielfach ein weiterer, nun technisch legitimierter und erleichterter, aber künstlerisch wenig ambitionierter Beitrag zur wirklich nicht mehr neuen Innerlichkeit. Natürlich gibt es interessante Ausnahmen.
Friedrich W. Block:
Acht poetologische Thesen zur digitalen Poesie
http://www.le-txt.de/acht_thesen.htm
hei+co schrieb am 23.3. 2001 um 10:25:26 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
this is the end ... was tun? Wie kommen wir hier wieder heraus?
Niemals! Wir sind in einer Endlosschleife gefangen!
Literarische und diskursive Experimente , offene Kunstwerke, Junggesellenmaschinen, Text- und Buchmaschinen liefern den kulturellen Background für hypermediale Diskurstechniken und operieren mit einem intertextuellen Produktionsparadigma, das offene Textverarbeitungoperationen aus literarischen Experimenten und ästhetisch-sozialen Aufbruchsbewegungen (wie DADA, Surrealismus, Situationismus) als allgemeine Nutzerparadigmen wiederauferstehen lässt.
Die in der Literaturgeschichte vielfach wiederaufgenommene Parole Lautreamonts: »Die Poesie soll von allem gemacht werden, nicht von einem«, hallt jetzt als vielfach gebrochenes Echo aus den Untiefen des Netzes wieder:
Die Texte, Strukturen, Index-Systeme, Meta-Informationen, Verknüpfungsstrukturen zwischen den Texten liegen als ‚open source‘ im Netz bereit ...
... und könnten somit wiederum zu einer allgemeinen Revolutionierung literarischer und diskursiver Operationen im Netz führen ...
Aber das Netz selbst ist genausowenig die ,Verwirklichung‘ ästhetischer Utopien, wie ein utopischer, revolutionärer, aufrührerischer Text oder ein revolutionäres Medium (Wandzeitung, Videokamera, offener Kanal, Expeirmentalfilm, mailing-list, Napster) per se. Es kommt auf die sozialen und kulturellen Kontexte an und die Art und Weise des Gebrauchs.
florian cramer schrieb am 24.3. 2001 um 15:08:15 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
Es scheint mir deshalb zur Zeit noch interessanter, die Bedingungen der Codierung von Netzliteratur zu reflektieren, als sich Netzliteratur auf der Wahrnehmungsebene zu beschreiben. Man sollte sich also, so meine These, erst über die technische Poetik (und Poetologie) von Netzliteratur verständigen, dabei die Position des bloßen Beobachters auch gelegentlich verlassen, bevor man sich der Computernetzliteratur als ästhetischem Phänomen nähert. Die ,,Permutationen`` sind, indem sie ihrem gesammelten Material auf die algorithmischen Sprünge helfen und die Philologen-Hände ihres Programmierers schmutzig machen, nichts anderes als eine solche Übertretung der Beobachterstandpunkts aus poetologischem Interesse.
aus:
http://userpage.fu-berlin.de/~cantsin/aufsaetze/netzliteratur/kombinatorische_dichtung.html