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positiv bewertete Texte
Der erste Text am 2.2. 2000 um 23:53:10 Uhr schrieb
Karla über Ostern
Der neuste Text am 3.8. 2026 um 17:38:57 Uhr schrieb
Gerhard über Ostern
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am 19.8. 2009 um 20:52:39 Uhr schrieb
Angelika M. über Ostern

am 28.3. 2024 um 05:52:47 Uhr schrieb
gerhard über Ostern

am 8.4. 2009 um 13:32:01 Uhr schrieb
Bettina Beispiel über Ostern

Einige überdurchschnittlich positiv bewertete

Assoziationen zu »Ostern«

hga schrieb am 15.3. 2002 um 23:04:29 Uhr zu

Ostern

Bewertung: 4 Punkt(e)

Das Auferstehungsfest der Christen ist sprachgeschichtlich eng verwandt mit dem Wort für Himmelsrichtung der aufgehenden Sonne: der Osten (althochdeutsch: ostar = aufgehende Sonne). Die Feier des Morgenlichts im Frühling war in den germanischen Religionen höchst bedeutend. Dort war es die Auferstehung der Natur. Die Morgenröte »ostara« wurde zum Namen der Göttin »Ostara«. Die Flammen des Osterfeuers waren das irdische Abbild der göttlichen Flammen der Morgenröte. So wurde das Osterfeuer auf einem Berg oder Hügel in Richtung Osten entzündet - aber niemals vor Mitternacht.
Das Christentum übernahm den Ausdruck »ostara« (Morgenröte) für die Auferstehung Jesu Christi, weil sie in der Morgendämmerung des Ostersonntags offenbar wurde. Das Osterfeuer wurde nun von der Kirche gedeutet als Symbol des neuen Lichts, das die Nacht des Todes vertreibt.

mcnep schrieb am 12.4. 2004 um 00:29:16 Uhr zu

Ostern

Bewertung: 2 Punkt(e)

Ostern ist vermutlich der seelischen Gesundheit ohnehin bedrohter Menschen weitaus abträglicher als Weihnachten. Es heißt zwar manchmal, die meisten Selbstmorde geschähen um Weihnachten herum, was ja eigentlich nur das schale Vorspiel zum ungleich traumatischeren Jahreswechsel ist, aber ich denke mal, ein sorgfältiges Ausloten der Statistik würde die Osterzeit als das Massada neuzeitlicher Neurotiker entlarven. Ringsum wird gekeimt und geblüht, während die innere Vereisung immer noch voranschreitet, die Sache mit den Geschenken kommt auch nicht so richtig ins Rollen, im TV werden Filme gesendet, die den Tod überhöhen, Hormone unten, Heuschnupfen oben, aber trotzdem Familienbesuche, ohne die Aussicht, das es mal Frühling wird, denn der ist schon, und siehe! Es ist alles eher schlimmer geworden. Wobei meine kritische Zeit eher um Himmelfahrt liegt, denn da ist mein Scherzartikelverkäufer immer in Poschiavo.

Léa schrieb am 3.8. 2026 um 14:09:31 Uhr zu

Ostern

Bewertung: 1 Punkt(e)

Fuckdonalds, Brüssel, Ostern

Stell dir vor, da ist ein Platz.

Léa weiß schon, wo.

Sie ist siebenundzwanzig, trägt einen ausgewaschenen grauen Hoodie und silberne Creolen. Die Haare hat sie sich selbst geschnitten, schief genug, dass es Absicht sein könnte. Sie reist mit einem Rucksack, in dem fast immer dieselben Dinge liegen: Kopfhörer, ein zerlesenes Buch, ein Ladegerät und ein Stoffbeutel aus einem Museum, in dem sie nie gewesen ist.

An Ostern landet sie in einem McDonalds in Brüssel.

Schon der Satz klingt wie ein schlechter Witz.

Draußen fällt belgischer Nieselregen. Drinnen riecht es nach Frittierfett, süßem Ketchup und heißem Plastik. Dort, wo sonst Bestellnummern aufleuchten, steht heute eine Bühne. Zwischen den Getränkespendern baut jemand DJ-Equipment auf. Die ersten 808s rollen durch den Raum, so tief, dass die Pappbecher auf den Tischen zittern.

»Fuckdonalds«, ruft jemand.

Alle lachen.

Der DJ mischt Rage, UK-Underground, Phonk und Drill ineinander. Verzerrte Synths reißen auf, Bässe schlagen gegen die Brust, Hi-Hats flackern wie Neonlicht. Ein Track klingt, als wäre er direkt aus einem übersteuerten Handy exportiert worden. Der nächste kippt in Jersey Club. Niemand interessiert sich dafür, wie das Genre heißt. Hauptsache, der Beat trifft zuerst den Brustkorb und dann den Boden.

Léa grinst.

Gestern noch war sie irgendwo in der westdeutschen Provinz. Eine Fußgängerzone mit Douglas, Ernsting’s family, Tchibo und einem Reisebüro, das immer noch Last-Minute-Reisen nach Fuerteventura bewirbt. Vor dem Rathaus ein Osterbrunnen. Daneben ein Café mit Schwarzwälder Kirschtorte und Filterkaffee. Funktionsjacken, E-Bikes, Sparkasse, Schützenverein, Stadtfestplakate vom Vorjahr. Der größte Konflikt des Tages: ob der Wochenmarkt wegen des Feiertags auf Donnerstag vorgezogen wird.

Vor dem Kaufland lässt ein Neunzehnjähriger im tiefergelegten Golf den Motor laufen. Aus den halb geöffneten Scheiben dringen dieselben verzerrten 808s, dieselben Tracks, dieselben Stimmen wie hier in Brüssel. Nur leiser. Als müssten sie Rücksicht auf die Mittagsruhe nehmen.

Hier nimmt niemand Rücksicht.

Vor der Bühne entsteht ein Circle.

Zwei tanzen gegeneinander, erst vorsichtig, dann mit einer Selbstverständlichkeit, als hätten sie nie etwas anderes getan. Einer gleitet rückwärts über den klebrigen Boden. Eine andere wirft die Schultern nach vorn, fängt den Offbeat mit den Knien auf und grinst, als würde sie den Bass dirigieren. Jemand wirft einen Spin in die Mitte, ein anderer antwortet mit Footwork. Ein Mädchen im BVB-Trikot filmt drei Sekunden, steckt das Handy wieder ein und tanzt weiter. Für ein paar Minuten ist niemand Zuschauer.

Die Crew hinter der Theke schaut herüber.

Einer hebt kurz die Faust.

Eine Mitarbeiterin lacht, obwohl sie gerade Bestellungen zusammenstellt.

Léa bewegt sich kaum.

Sie nickt nur leicht mit dem Kopf.

Sie kennt diesen Moment. Wenn ein Nicht-Ort plötzlich ein Ort wird. Wenn eine Fast-Food-Kette für einen Abend weniger über Burger erzählt als über Menschen, die einen Raum einfach neu erfinden.

Die Fritteusen piepen.

Jemand ruft eine Bestellnummer.

Der Beat läuft weiter.

Und für einen Augenblick wirkt es vollkommen logisch, dass Hip-Hop kein Genre ist, sondern ein Ort, der sich überall dort auftut, wo der Raum kurz aufhört, nur Raum zu sein.

HannaG schrieb am 21.5. 2000 um 00:55:46 Uhr zu

Ostern

Bewertung: 2 Punkt(e)

Ostern verregnet, mit ist kalt und ein Freundin, die mir Mühe verursacht ist zu Besuch. Ostern - das höchste Fest im christlichen Jahreskreis denke ich mir immer, aber das »höchste Fest Gefüh« will sich nicht einstellen. Ostern - der Frühling zieht über das Land, Auferstehung,Freude darüber, obwohl wir nicht genau wissen, wovon wir auferstanden sind, aber Auferstehen ist wunderschön. Ostern ist jeden Jahr anders und das ist gut. Ostern - täglich in die Kirche, zuviele Rosenkränze und doch dabei sein. Ich habe mich von Ostern befreit und kann doch nicht ohne Ostern sein. Es ist schon was dahinter, es ist gut, daß es ein Fest gibt, zu dem wir abtauchen können.

Rohrdommel schrieb am 22.3. 2002 um 23:13:59 Uhr zu

Ostern

Bewertung: 2 Punkt(e)

Ostara ist ein moderner Kunstname. Orginal ueberliefert von den Heiden haben wir fuer einen Kult einer weiblichen Gottheit dieses Namens nur das Fruehlingsweihegedicht das angeblich in Westfalen im Kloster Corvey gefunden wurde, und das gibt den namen als »Eostar«:

"Eostar, Eostar
eordhan modor, (Mutter der Erde)
genne these (goenne diesem)
acera vaexandra (Acker zu wachsen)
und wiedhendra, (und gedeihen)
eacniendra, (bluehen,)
einiendra, (Frucht tragen,)
fridha him! (ihm sei Friede)"

Allerdings koennte der der Corvey Spruch auch eine Faelschung sein, weil ich diese Quelle nicht in linguistischen Buechern finden kann, nur alten voelkischen Esotherik Autoren. Es gibt eine angelsaechsische Version, die mehr gesichert ist, die allerdings eine andere (Keltische) Goettin in der ersten Zeile einsetzt.

Bede erwaehnte auch ganz kurz eine Goettin Eostar, nach der »easter-monad« (Monat Mai) genannt sei, aber erzaehlte nichts weiter von ihr, und hier endet die Suche nach einer personifizierten Ostara, der angeblichen Schwester Donars der Hasen geopfert wurden, in anderweitig nur kuenstlich gealterten und veraenderten Bruchstuecken und wilden Vermutungen bei denen wohl der Wunsch Vater des Gedankens war, wie Ostara als Astarte und ein Germanischer Import im Mittleren Osten.

Wahrscheinlich hatten die lieben Vorfahren schon irgendeine Goettin fuer Fruehlings- und Wachstumsfragen, die in der Gestalt der katholischen Sankt Walburga weiterlebt, und vieleicht war ihr Name auch wirklich Ostara oder etwas sehr nahe dazu... nur das der mich wirklich mehr an die bemuehte voelkische Esotherik mit ihrem ueblen politischen Beigeschmack die Germanen als erste und einzig echte Hochkultur darzustellen erinnert um sich wirklich fuer freudige Fruelingsfeiern zu eignen, da ist mir die Walburga schon etwas lieber wenn es denn unbedingt eine Deutsche sein muss...

hga schrieb am 3.4. 2000 um 18:34:15 Uhr zu

Ostern

Bewertung: 4 Punkt(e)

»Ostern« heißt Morgendämmerung. Deswegen ist es besser, statt von »Osternacht« von »Oster-Gottesdienst« oder »Ostermorgen« zu sprechen, wenn man den Gottesdienst in der Frühe meint, der für mich der Gottesdienst des Jahres ist.

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