Anzahl Assoziationen zu diesem Stichwort (einige Beispiele folgen unten) 658, davon 305 (46,35%) mit einer Bewertung über dem eingestellten Schwellwert (-3) und 74 positiv bewertete (11,25%)
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positiv bewertete Texte
Der erste Text am 13.7. 2017 um 12:24:07 Uhr schrieb
ich sagte voilà! und über Donnerstagsbeichte
Der neuste Text am 13.6. 2026 um 12:39:25 Uhr schrieb
Literatur der Welt über Donnerstagsbeichte
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Assoziationen zu »Donnerstagsbeichte«

masXin schrieb am 15.9. 2018 um 12:28:19 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 15 Punkt(e)

Donnerstagsbub Adrian berichtet ganz beiläufig - und das am Mittagstisch, und unsere Obfrau und exzellente Köchin Gerda hört sich alles ganz gleichmütig an! - (Backhenderln übrigens; wie lange hat Adrian auf diese verzichten müssen, indem er bei seinem Vater hat wohnen wollen eine gewisse Zeit) - Adrian berichtet also, dass ein Training beim F.C. Torpedo oft ein Nachspiel hat; genau genommen finden zwei Nachspiele statt. Beim ersten Nachspiel führt Torwart Ilyas seinen Bauchtanz vor, in einem separaten und abschließbaren Abstellraum.
Ein auserwählter und verschworener Kreis von Fußballern ist es, und man legt dabei Hand an sich, indes, Ilyas berühren ist Tabu. Am Ende ist Ilyas ein Unberührter, ein noch Unbefriedigter und ganz schön Erregter also - - Adrian ebenso!
Mitleid nicht, es ist eine einvernehmliche, eine pure Freundschaft, wenn anschließend - das ist das zweite Nachspiel - indem also Ilyas und Adrian in Ruhe und stiller Abgeschiedenheit alles nachholen; ist es doch so nicht viel schöner; ich werfe ein und ergänze: intimer? und Gerda nickt beifällig.
Fast gleichzeitig greifen wir jetzt nach unseren Servietten, danach gönnt Adrian sich einen tiefen Schluck Cola light, Gerda und ich stoßen an: wir trinken den Hauswein, einen sauberen Zweigelt.

masXin schrieb am 7.4. 2018 um 08:56:16 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 12 Punkt(e)

So hatte ich gestern, Freitag, auf dem Ottakringer Friedhof Gelegenheit, anlässlich der Bestattung von Bianca, der Tante meines Donnerstagsbuben, dessen näherer Verwandtschaft zu begegnen.
Indem Bianca die Tante väterlicherseits ist, wäre Adrians Vater der Hauptadressat aller Beileidsbekundigungen gewesen. Es war aber vielmehr dessen momentane Lebenspartnerin. Auch Adrian war es nicht angenehm, wie sie Adrians doch ganz schön auffallende Trauerbekleidung auch noch übertraf, wie also diese Person nicht nur Mittelpunkt sein wollte, sondern aus ihrem eigenen Umfeld die meisten Teilnehmer der Bestattungsfeierlichkeit hinzugezogen hatte ganz offensichtlich.
Auffallend war sie, indem sie einen großen schwarzen Hut trug mit einem rundum angebrachtem schwarzem Schleier. Auffallend war auch, wie Adrians Vater sich von dieser seiner Gefährtin etwas abseits hielt die ganze Zeit, aber auch nicht Adrians Nähe suchte, wie es doch nur natürlich gewesen wäre. Indem eine Trauermusik erklang, vom Band, welche kein Ende nehmen wollte, nahm Adrian meine Hand, wir erhoben uns, und er zog mich Richtung Ausgang, es sollte unauffällig sein, aber es drehten sich doch so manche um und bewunderten Adrians Kombination aus einem traditionellen Anzug von Pierre Cardin, ganz neuen Sneakers in schwarz und weiß, und einem barocken Hemd, dessen blütenweiße Falten aus der dunklen Jacke vorn hervorquollen. Adrian hatte einen Abstellraum mit Gärtnereigeräten ausfindig gemacht, und erst dort ließ Adrian seiner Bewegtheit freien Lauf, indem er aufschluchzend mich umarmte, ja wie in einem Taumel küssten wir uns ohne Unterbrechung, bis Glockenklänge uns riefen, welche das Ende der Predigt bedeuteten. Da schlossen wir uns den andern wieder an und folgten ihnen hinüber zum Grab.

masXin schrieb am 12.2. 2018 um 11:46:44 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 16 Punkt(e)

Indem Sonntag kein Fußball-Match stattfand, besuchten wir das Brigittenauer Bad, und mit einer großen Begeisterung, aber einer für mich am Ende unerträglichen Beharrlichkeit, spielte mein Donnerstagsbub Adrian mit mir das Spiel: ich kenne Sie nicht! Aufs genaueste hat er erfasst, wie er mich anschauen muss, um selbst aus der Ferne einen Schauer von Begehren in mir auszulösen. Aber eben Erinnerungen auch, Angst vor Erpressern, Angst vor Denunzianten, Angst vor diesen im Grunde Spießgesellen, welche als Beschützer sich organisiert haben und somit sich immer wieder durch Anzeigen glaubhaft machen müssen. Fast auch Angst, mein lebenslang durch solche Eskapaden ohnehin angegriffenes Herz könnte aussetzen. Das Spiel also abbrechen wollte ich, aber Adrian hatte die Lust am Springen, Tauchen, Schwimmen so erfasst, dass er meinte, ich wolle den Schwimmgenuss überhaupt abbrechen und entzog sich mir immer wieder. Dann, endlich, nach über 2 Stunden, schlenderte er zu den Kabinen, da endlich flüsterte er mir zu: wenn Sie mich zu McDonald einladen, dann bin ich zu allem bereit.

masXin schrieb am 16.5. 2018 um 16:58:38 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 13 Punkt(e)

Indem mitgeteilt wurde, dass meines Donnerstagsbuben 3D-Abbildsagen wir doch einfach Fotoplastik – vollendet ist und abholbereit, machten wir uns auf sogleich zu den Stadtbahnbögen und zur dort befindlichen „3D-Lounge“. Ich zeigte noch hinüber zum Gebäude dieser Zaha Hadid, irgend ein Urteil, eine Verurteilung erwartend, aber es ging zügig weiter. Zu sehr verlangte es Adrian, den Karton entgegenzunehmen, zu öffnen, sich selbst in Noppenfolie gewickelt und auf strohartigem Füllmaterial gebettet herauszunehmen, zu enthüllen, so, wir wir es vor 4 Wochen eine Kundin haben tun sehen, aber viel vorsichtiger, indem diese Kundin in unbeherrschter Eile einem Hündchen ein Bein abgebrochen hatte.
Ganz schön aufregendbemerkte Adrian im Weitergehen, in einem beiläufigen und verächtlichen Ton. Mir fiel ein: das Bauwerk könnte auch einen Lärm machen, eine unaufhörliche Knallerei – wäre das nicht noch aufregender? Auch zuckende Blitze könnten installiert sein, ohne dass es Bau- und Unterhaltskosten erheblich belasten müsste.
So ist es doch nur eine in Stummheit erstarrte Katastrophe, indem, was eigentlich stürzen muss, mitten im Fall einfach stehenbleibt.
In solche Gedanken war ich versunken, und nahm kaum wahr, wie Adrian sein Ebenbild, im Maßstab 1:10 etwa, in seine Hände nahm und voll Freude betrachtete.

masXin schrieb am 25.2. 2018 um 10:31:28 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 14 Punkt(e)

Wir inspizierten den größten Raum in Gerdas Wohnung, den Salon nämlich, auch stellte sich Adrian, mein Donnerstagsbub, bald an das Rednerpult und begann laut vorzutragen, was man eigentlich nur leise und nicht öffentlich bereden sollte. In diesem Sinn rief ich ihm zu. Adrian begriff sogleich und sprach unhörbar leise weiter und behalf sich mit pantomimischer Verdeutlichung. Unterdessen entdeckte ich im rückwärtigen Bereich ein Regal mit Schallplatten, sowie auf dem Regal, unter einem Tuch verborgen, einen Plattenspieler. Indem für ihn Technisches doch das Allerinteressanteste ist, war Adrian sofort zur Stelle, und es gelang uns in kürzester Zeit, Verstärker und Lautsprecher aufzufinden und mit dem Plattenspieler zu verkabeln, auch griff sich Adrian irgendeine Schallplatte heraus, es war Smetanas Moldau und andere populäre Stücke. Da aber übernahm ich ganz das Kommando, indem Adrian Schallplatten ganz unbekannt sind, und legte in übertriebener Vorsicht die Platte auf, auch musste die Nadel von Hand aufgesetzt werden.
Wie Gerda hereinkam bald darauf und ganz hingerissen war, sogar sprachlos gegen die Wand sich lehnen musste, indem schallend laut die Moldau erklang und Adrian und ich tanzten und umschlungen im Kreis uns drehten. Und wie Adrian formvollendet (nie hatte er Tanzstunde und dergleichen notwendig gehabt) die Gerda zum Tanz aufforderte dann.


masXin schrieb am 7.9. 2018 um 12:13:51 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 24 Punkt(e)

Gerda hat in ihrem Schlafzimmer in einer Nische - früher stand dort ein Kachelofen - hinter einem Vorhang verborgen so etwas wie ein Boudoir sich eingerichtet, und warum führt sie mich dorthin? Weil gestern abend der Ilyas vorbeigekommen ist, und was hat er ihr gebracht? Ein Geschenk! Ein Flascherl Boucheron Place Vendôme!
Er hat sich nämlich Mittwoch letzter Woche in Gerdas Schlafzimmer umziehen dürfen, indem ein Salon angesagt war, da hat Ilyas das Buffet anrichten und servieren helfen. Umziehen hat er sich müssen, indem nach dem Vortrag er einen Bauchtanz hat vorführen wollen, im passenden Gewand natürlich. Da muss er entdeckt haben, dass Gerdas Boucheron Place Vendôme aufgebraucht war bis auf einen winzigen Rest.
»Ist er nicht ein ganz reizender Bubsagt Gerda immer wieder, und jetzt zeigt sie mir noch einen niedrigen Kasten mit zwei Flügeltüren. Darinnen war noch alte Männer-Leibwäsche, erfahre ich, jetzt ist diese heraußen und Ilyas darf dort die goldenen Sandalen und alles, was für einen stilechten Bauchtanz notwendig ist, aufbewahren. Auch eine ganz schlichte Pappschachtel kriege ich gezeigt, darin allerlei goldene Kettchen, Ringe mit Halbedelsteinen, Ohrringe sogar, die hat doch Ilyas gar nicht getragen damals.
Ja ist denn jetzt an jedem Mittwochssalon Bauchtanz? frage ich erstaunt.
»Wir werden unseren Salon umgestalten müssen etwas«, sagt Gerda, »ich weiß noch nicht so recht, wie. Jedenfalls wird Ilyas vorbeischauen einfach so von Zeit zu Zeit, ich habe das angeregt nämlich, und bauchtanzen will er nur für uns beide und deinen Donnerstagsbuben.«


masXin schrieb am 19.3. 2018 um 14:56:33 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 13 Punkt(e)

Warum nur mich an das ganz Außergewöhnliche erinnern immer, wie etwa an die schönen Spiele zu dritt in Gerdas Salon, und überhaupt in der ganzen Wohnung, indem Gerda den gestrigen Sonntag auswärtig war. Erst lange nachdem wir, mein Donnerstagsbub Adrian und ich, alles wieder in Ordnung gebracht hatten, nachdem auch Ilyas gegangen war bereits, spät erst in der Nacht also kam Gerda zurück, und hat am seinem noch in der Luft schwebenden Parfüm den Ilyas sogleich erraten.

Vielmehr will ich mich an ganz Alltägliches erinnern, wenn etwa Adrian und ich den Rennweg entlang gehen und immer wieder uns mit den Schultern aneinander lehnen, bzw. leicht Schulter gegen Schulter stoßen. Immer wieder tun wir das, es ist zur Gewohnheit geworden, und wie dankbar sollte ich dafür sein, dass alles so gekommen ist, wie es ist.

masXin schrieb am 21.2. 2018 um 14:59:28 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 16 Punkt(e)

Bei Hausaufgaben braucht Adrian, der Donnerstagsbub, so gut wie nie Hilfe, gestern aber meinte er, Gleichungen mit zwei Unbekannten seien ihm eine ärgerliche Sache.
Wir setzten uns also hin, und indem ich auf unserem Schreibtisch etwas Ordnung schaffte, dachte ich mir eine Übungsaufgabe aus. Heute ist dein Alter ein Drittel von meinem, erklärte ich ihm. Wenn du dereinst doppelt so alt bist wie heute, dann bist du nur noch halb so alt wie ich.
Indem ich also ein Papier mit Algebra bedeckte, »x« sei das das Alter von mir, Xaver, und »a« sei das von ihm, Adrian, indem ich also rechnete und rechnete, schaute Adrian gar nicht hin, schaute mich nur an und hatte den Mund geöffnet und machte Spielereien mit seiner Zunge die ganze Zeit.
Sollte ich mich darüber ärgern? Ich unterbrach die Algebra, wir gingen hinüber zum Bett und widmeten uns einer Aufgabe, wo ich als Lehrmeister erfolgreich war immerhin insofern, als Adrian gelernt hat, dass die schnellste Bewältigung bei weitem nicht die schönste ist.
Danach bat er mich, ihn für heute mit unsinnigen Matheaufgaben zu verschonen. Für heute nur? Nein, für immer.


masXin schrieb am 25.8. 2018 um 11:53:58 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 12 Punkt(e)

Der Donnerstagbub ist bei seinem Vater dieses Wochenende, vielleicht sogar bis zum Ende der Sommerferien. Dafür ist der allzeit etwas unfrohe Ambros Purpur eingetroffen, indem kommenden Mittwoch wieder einmal ein Salon stattfinden wird.
Nach Adrian (den er sonst kaum je besonders beachtet hat), als dieser ausblieb beim Abendmahl, und überhaupt die ganze Zeit, fragte Purpur aber dann doch, eindringlich sogar.
Weil Purpur von Amts wegen ein Illegaler ist, indem er keinerlei Papiere besitzt, auch der Name Ambros Purpur ein erfundener ist, hat er eine Sympathie für die Beziehung zwischen mir und meinem Donnerstagsbuben, jedenfalls für meine Neigung zu Buben überhaupt.
Vielleicht ist es eine gewisse Auflehnung gegen diese Welt, in die es uns unweigerlich verschlagen hat, die uns, Purpur und mir, gemeinsam ist. Überhaupt soll »Rebellion« das große Thema des nächsten Salons sein.

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