Anzahl Assoziationen zu diesem Stichwort (einige Beispiele folgen unten) 664, davon 311 (46,84%) mit einer Bewertung über dem eingestellten Schwellwert (-3) und 74 positiv bewertete (11,14%)
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Siehe auch:
positiv bewertete Texte
Der erste Text am 13.7. 2017 um 12:24:07 Uhr schrieb
ich sagte voilà! und über Donnerstagsbeichte
Der neuste Text am 14.8. 2026 um 08:49:56 Uhr schrieb
Christine über Donnerstagsbeichte
Einige noch nie bewertete Texte
(insgesamt: 4)

am 14.8. 2026 um 02:57:27 Uhr schrieb
Maxin Gurki über Donnerstagsbeichte

am 14.8. 2026 um 08:47:18 Uhr schrieb
Christine über Donnerstagsbeichte

am 14.8. 2026 um 02:59:17 Uhr schrieb
Gerdada über Donnerstagsbeichte

Einige überdurchschnittlich positiv bewertete

Assoziationen zu »Donnerstagsbeichte«

masXin schrieb am 15.7. 2018 um 12:10:18 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 24 Punkt(e)

Herr Purpur, unser kaum je anwesender Mitmieter, ist gestern Abend eingetroffen, und wieder hat Gerda ihm vorgehalten, dass er nicht Bescheid gegeben hat. Das Zimmer hätte sie gelüftet, auch mehr Essen eingekauft für den zusätzlichen Gast.

Ich zahle Miete, ob ich da bin oder nicht, verehrte Frau Gerda. Sie dürfen gern jeden Tag mein Zimmer lüften! So Purpur. Und: Was das Speisen angeht, so bin und bleibe ich der Allerbescheidenste, wie Sie sehr wohl wissen!

Erstaunlich war, dass er meinen Donnerstagsbuben nicht wiedererkannt hat. Dann aber, zögernd, zweifelnd, lang hat er müssen nachdenken jedenfalls: Ah! Adrian! Bist du nicht der Adrian?

Kommenden Mittwoch also ist wieder Salon. Gerda würde ja gern Einladungen noch verschicken, handschriftliche, dafür ist es natürlich wieder einmal zu spät. Herumtelefonieren also muss sie, das hat doch keinen Stil. Manche haben ja nicht einmal Telefon! Viele nehmen gar nicht ab erst! Was denn jetzt das Thema ist überhaupt.
Purpur: Dynamik. Sagen Sie einfach: mein Vortrag wird sein über Dynamik. Mehr wüssten Sie auch nicht.

Adrian, später: wie merkwürdig! Damals hat er den Namen vergessen gehabt und sagt zu mir Andreas. Jetzt weiß er den Namen, mich aber erkennt er nicht wieder!

masXin schrieb am 11.8. 2018 um 15:41:48 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 14 Punkt(e)

Er weiß ja selbst nicht recht, wie und wo, mein Donnerstagsbub. Ein Zimmer für sich hätte er schon gern, bei seinem Vater nämlich, aber mit dem Essen wiederum ist da ein Problem, er muss alles selbst besorgen, indem der Vater ganz patschert ist, was Essen angeht, und einen Papp anrichtet in der Küche meistens, immer eigentlich.
Unsere Gerda ist da eben unübertroffen. Ist überhaupt eine sehr Aufmerksame, ich kann ihr doch nicht vorwerfen, dass sie mir nicht alles berichtet stantepede, was ich ja selbst auch hätte bemerken können, die Sache mit dem Schlüssel meine ich. Wie hat er immer Sturm geklingelt an der Wohnungstür! indessen aber selbst geöffnet und ist hereingekommen.
Neulich aber, war es nicht Dienstag erst? wo er kurz nur geklingelt hat, und warten hat müssen, bis Gerda ihm aufmacht, indem er ihr die Schlüssel zurückgegeben hat vor geraumer Zeit bereits.
Habe es doch auch gehört, das schüchterne Klingeln, hätte alles sofort begreifen können, indes, begriffen habe ich viel später erst. Ergriffen hat es mich, so müsste ich sagen, als ein plötzlicher Schmerz.

masXin@gmx.at schrieb am 20.2. 2018 um 08:37:50 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 19 Punkt(e)

Während ich noch grübelte, ob ich meinem Donnerstagbuben Adrian Mitteilung machen will oder nicht, dass nämlich sein Vater hiergewesen war und ihn wieder zu sich hat nehmen wollen, fiel mir auf, dass Gerda für das Abendbrot 4 Gedecke auflegt und gleich fällt mir wieder ein, dass Adrian einen Freund für heute einbestellt hat, den John nämlich, den Ballettänzer, und schon höre ich ein fröhliches Gelächter draußen, ein wildes Geklingel, und da sind sie, der Adrian, der John.
Was ist der John für ein hübscher Bursche, bräunlich etwas, indem seine Mutter Äthiopierin ist, und eine Fröhlichkeit scheint ihm angeboren zu sein geradezu. Ich muss mich nun all meiner Bedenken schämen und froh sein, dass Adrian einen solchen Freund hat. Auch hat dieser mich gleich umarmt sogar und geduzt indem er »servus Xaver« sagte und »ich weiß alles von dir!« Indem Angst in Zuversicht sich verwandelt hat in so kurzer Zeit, war es mir wie im Traum, und auch jetzt noch anderntags ist mir so.

masXin schrieb am 17.9. 2018 um 18:55:16 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 15 Punkt(e)

Musste natürlich hin und im Arcadia Opera Shop nach meinem Tod in Venedig schauen, und siehe da, er war nicht übel placiert. Wie froh ich bin, dass ich beim Nachdruck noch im letzten Augenblick »Edition Favoriten« hinzuerfunden habe und auch die Adresse »Barnabitenstiege«, indem wo ich wohne zwar Rennweg ist, aber es gibt von der Barnabitengasse her auch einen Zugang, und eine wenigstens leichte Verschlüsselung ist mir schon immer ein Vergnügen gewesen, oft auch eine Notwendigkeit.
Es liegen 3 Exemplare flach auf dem Tisch und eines ist aufgestellt und angelehnt. Ich habe alle unauffällig mit dem Fingernagel markiert, so dass ich, wenn ich wiederkomme, einen Verkauf feststellen kann eventuell.

         Thomas Xaver Innsbruckner
        Marimbaphon
        Ein Tod in Venedig

        Edition Favoriten
        Barnabitenstiege

        (€ 22,--)

masXin schrieb am 12.2. 2018 um 11:46:44 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 16 Punkt(e)

Indem Sonntag kein Fußball-Match stattfand, besuchten wir das Brigittenauer Bad, und mit einer großen Begeisterung, aber einer für mich am Ende unerträglichen Beharrlichkeit, spielte mein Donnerstagsbub Adrian mit mir das Spiel: ich kenne Sie nicht! Aufs genaueste hat er erfasst, wie er mich anschauen muss, um selbst aus der Ferne einen Schauer von Begehren in mir auszulösen. Aber eben Erinnerungen auch, Angst vor Erpressern, Angst vor Denunzianten, Angst vor diesen im Grunde Spießgesellen, welche als Beschützer sich organisiert haben und somit sich immer wieder durch Anzeigen glaubhaft machen müssen. Fast auch Angst, mein lebenslang durch solche Eskapaden ohnehin angegriffenes Herz könnte aussetzen. Das Spiel also abbrechen wollte ich, aber Adrian hatte die Lust am Springen, Tauchen, Schwimmen so erfasst, dass er meinte, ich wolle den Schwimmgenuss überhaupt abbrechen und entzog sich mir immer wieder. Dann, endlich, nach über 2 Stunden, schlenderte er zu den Kabinen, da endlich flüsterte er mir zu: wenn Sie mich zu McDonald einladen, dann bin ich zu allem bereit.

masXin schrieb am 18.8. 2018 um 12:48:34 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 16 Punkt(e)

Ein schönes Frühstück war das Donnerstag, vorgestern also, weil erstens die Irma aus St.Pölten zu Gast war und exzellente Eier mitgebracht hat, indem sie einen eigenen Hühnerhof besitzt, und zweitens, weil wir, mein Donnerstagsbub und ich, sehr früh schon Schwimmen waren im Amalienbad, wo ich sonst immer nur allein hingehe, und folglich hatten wir beide einen schönen Appetit. Zum ersten Mal ist er mitgekommen, hat sich auch sehr verausgabt, während ich nur meine abgezählten Bahnen geschwommen bin.
Im Flur steht ein bequemer Sessel, der nur von Gerda benutzt wird, wenn sie sich die Schuhe an- oder auszieht nämlich. Jetzt habe ich mir angewöhnt neuerdings, auch dort zu sitzen und den Standard zu lesen nach dem Frühstück. Kann von dort hinüber zur Küche sehen, wo bis auf die Servietten der Frühstückstisch abgeräumt ist bereits, und auf diesem macht sich jetzt der Adrian breit. Hat nämlich den linken Ellbogen mitten in den Tisch geschoben und stützt mit der Hand den Kopf. Dann legt er den Kopf fast ganz auf dem Tisch und schaut hinüber, wo der rechte Arm ausgestreckt ist und eine kleine Figur in der Hand hält, und zwar Adrians kleines Abbild aus dem 3D-Drucker. Die Irma hat das Figürchen sehen wollen unbedingt, hat auch müssen ihre Meinung abgeben.
Adrian dreht, schiebt sein Abbild auf dem Tisch hin und her. Ist ganz vertieft die ganze Zeit in allerlei Perspektiven. Übrigens meinte Irma, er hätte nicht so lax dastehen sollen bei der Aufnahme, sondern anständig und aufrecht.
Inzwischen hat er eine Serviette ausgebreitet, der Adrian, auf die Serviette bettet er sein Abbild. Unterm Tisch hat er ein Bein über das andere gelegt und lässt am nackten Fuss den Flipflop pendeln. Pendeln bis der Flipflop wegfliegt. Da schaut er einen Moment hinüber in meine Richtung. Bleibt indes aber ganz verträumt und wickelt sein Abbild ein in die Serviette, dreht alles um und um.

masXin schrieb am 12.2. 2018 um 23:42:25 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 17 Punkt(e)

Das Abendmahl wollte heute kein Ende nehmen, indem Gerdas anderer Mieter, Herr Purpur, wieder anwesend ist. Dieser Herr, Gerda nennt ihn bei seinem Vornamen, Ambros, pflegt leider ohne Ende zu monologisieren, beachtete auch nicht meines armen Donnerstagsbuben Adrian vor Müdigkeit zufallende Augen. Es gelang mir zwar endlich, mit einem »der Bub muss morgen sehr früh aufstehen« Herrn Purpurs Redefluss zu unterbrechen, und erhob mich auch selbst, damit Adrian hinter dem Küchentisch hervor sich winden konnte. »Und du willst wohl auch schon gehen?« tönte Herr Purpur. Das hatte ich nicht im Sinn gehabt, nun ging ich aber doch auch und wünschte gute Nacht und folgte Adrian. »Man ist wohl zu oft hier und langweilt«, so Purpur, »aber keineswegs, keineswegs!« beteuert Gerda.
In unserem Zimmer umarmten wir uns und atmeten auf und seufzten. Dann musste ich doch ein Wort für Purpur einlegen, indem dieser niemals leichtfertig daherredet und jedes Wort von ihm Gewicht hat. Und hatte er nicht auch jedes Wort von ihm, Adrian, der doch mit Lust sogar an am Gespräch sich beteiligt hatte anfangs, unbedingt ernstgenommen, war es nun gut überlegt oder nicht.

masXin schrieb am 19.3. 2018 um 14:56:33 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 13 Punkt(e)

Warum nur mich an das ganz Außergewöhnliche erinnern immer, wie etwa an die schönen Spiele zu dritt in Gerdas Salon, und überhaupt in der ganzen Wohnung, indem Gerda den gestrigen Sonntag auswärtig war. Erst lange nachdem wir, mein Donnerstagsbub Adrian und ich, alles wieder in Ordnung gebracht hatten, nachdem auch Ilyas gegangen war bereits, spät erst in der Nacht also kam Gerda zurück, und hat am seinem noch in der Luft schwebenden Parfüm den Ilyas sogleich erraten.

Vielmehr will ich mich an ganz Alltägliches erinnern, wenn etwa Adrian und ich den Rennweg entlang gehen und immer wieder uns mit den Schultern aneinander lehnen, bzw. leicht Schulter gegen Schulter stoßen. Immer wieder tun wir das, es ist zur Gewohnheit geworden, und wie dankbar sollte ich dafür sein, dass alles so gekommen ist, wie es ist.

masXin schrieb am 16.5. 2018 um 16:58:38 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 13 Punkt(e)

Indem mitgeteilt wurde, dass meines Donnerstagsbuben 3D-Abbild – sagen wir doch einfach Fotoplastik – vollendet ist und abholbereit, machten wir uns auf sogleich zu den Stadtbahnbögen und zur dort befindlichen „3D-Lounge“. Ich zeigte noch hinüber zum Gebäude dieser Zaha Hadid, irgend ein Urteil, eine Verurteilung erwartend, aber es ging zügig weiter. Zu sehr verlangte es Adrian, den Karton entgegenzunehmen, zu öffnen, sich selbst in Noppenfolie gewickelt und auf strohartigem Füllmaterial gebettet herauszunehmen, zu enthüllen, so, wir wir es vor 4 Wochen eine Kundin haben tun sehen, aber viel vorsichtiger, indem diese Kundin in unbeherrschter Eile einem Hündchen ein Bein abgebrochen hatte.
„Ganz schön aufregend“ bemerkte Adrian im Weitergehen, in einem beiläufigen und verächtlichen Ton. Mir fiel ein: das Bauwerk könnte auch einen Lärm machen, eine unaufhörliche Knallerei – wäre das nicht noch aufregender? Auch zuckende Blitze könnten installiert sein, ohne dass es Bau- und Unterhaltskosten erheblich belasten müsste.
So ist es doch nur eine in Stummheit erstarrte Katastrophe, indem, was eigentlich stürzen muss, mitten im Fall einfach stehenbleibt.
In solche Gedanken war ich versunken, und nahm kaum wahr, wie Adrian sein Ebenbild, im Maßstab 1:10 etwa, in seine Hände nahm und voll Freude betrachtete.

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