Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Donnerstagsbeichte«
masXin schrieb am 17.9. 2018 um 12:23:13 Uhr zu
Bewertung: 16 Punkt(e)
Mein Buchhändler in der Garbergasse hat dringed angemahnt: 20 Exemplare vom Tod in Venedig, indem der Arcadia Opera Shop diesen anbieten will! Sogleich bin ich zu meinen Copyshop im Rennweg gegangen, es war gestern, indes, beim Nachdruck ist fast mir alles misslungen, was mit meiner wohl verständlichen Aufgeregtheit zu tun hat. So ist alles heute erst geglückt und ist in der Garbergasse abgeliefert.
Man muss bedenken, dass die Hauptperson in meinem Werk »Marimbaphon - ein Tod in Venedig« ein gewisser Alexander ist, ein Freund meines Donnerstagsbuben, indem beide auf dieselbe Schule gehen. Der Alexander wird kommendes Frühjahr maturieren übrigens und von der Schule abgehen. Er hat ja den Tadzio gespielt in einer Szene aus diesem Stück von Benjamin Britten, welche Ende 2014 in der Staatsoper aufgeführt wurde probeweise. Der Aschenbach wurde von einem gewissen Hans X. dargestellt, auch im wahren Leben der Lover des Alexander. Dieser Hans hat auf der Bühne keinen dargestellten, sondern seinen wahren Tod erlitten und ist im Jänner 2015 bestattet worden.
masXin schrieb am 2.7. 2018 um 19:20:07 Uhr zu
Bewertung: 16 Punkt(e)
In meinem Gedächtnis entweder für immer - aber öfters trainieren müsste ich es: Vergegenwärtigung! - sonst eben Tagebuch. Um jetzt mein Tagebuch zu digital- und publizieren nachträglich: heute abend bin ich allein, indem (ich weiß, immer »indem«) Gerda außer Haus ist, und der Donnerstagsbub noch nicht zurück, indem er bei diesem John sich noch aufhält vermutlich.
Eigentlich, wir wollten heute in der Küche experimentieren. Curryreis, Huhn, ein angenehmer Zweigelt, der wäre für ihn etwas Neues, gesünder jedenfalls als Cola, selbst wenn »light«.
Bin beim Nachtisch bereits, Käseplatte und weiterhin Zweigelt.
Mein Tagebuch also. Analog, auf die Spitze getrieben analog: habe ich doch endlich heute früh daran gedacht, einen Blutstropfen von Adrian einzufügen, indem ein Nasenbluten war. Von Zeit zu Zeit hat er ein Nasenbluten, zuletzt in München.
Auch von ihm: ein Tropfen Samen, ist ebenfalls im Tagebuch konserviert für alle Zeit.
Worte, Worte sind es, handgeschriebene oder memorierte, indem Adrian mir verboten hat, seine Worte zu digital- und publizieren. Szenen ja, Szenen darf ich beschreiben, es sind ja Inszenierungen gewissermaßen fast immer. Aber Worte, all seine Worte sind heilig. Er will es so, und also sind auch mir sie heilig.
masXin schrieb am 2.7. 2018 um 12:29:29 Uhr zu
Bewertung: 13 Punkt(e)
»Indem ein Bub in seinem Alter nicht alles zur Sprache bringt, gar reflektiert, es sei denn etwas dem spontanen Fauchen oder Schnurren eines Katers vergleichbares...«
- das habe ich, gar nicht lange her, behauptet, und bin nun einigermaßen beschämt.
Hat nicht, erstens, Hochleitner, der Deutschlehrer, Adrians Aufsätze besonders gelobt seinerzeit?
Und zweitens - dass ich darauf ganz vergessen habe! - durfte ich selbst doch erleben, wie mein Donnerstagsbub übersprudeln kann vor Beredsamkeit, und zwar in ganz klaren Worten, indem ich ihm ein einziges Mal einen einzigen Zug erlaubt habe an meiner Geheizten, einer mit Cannabis angereicherten Zigarette also.
Nun hat er doch neulich in der Nacht, nur aus einem überfließenden Herzen heraus, so schön gesprochen wiederum! Hat auch aus einem Buch von mir zitiert, den Memoiren eines Neffen, zu meiner allergrößten Überraschung, indem ich selbst kein Exemplar davon mehr besitze (ich bin ein zu unbedenklicher Ausleiher von Büchern), und auch mein Buchhändler in der Garbergasse hat einen Nachdruck angefordert zum wiederholten Mal bereits. Es muss der Adrian ein Exemplar versteckt haben unter seinen Sachen, die ich aber nicht anrühren will.
masXin schrieb am 3.2. 2018 um 18:49:46 Uhr zu
Bewertung: 12 Punkt(e)
Ungern erinnere ich mich des eigentlichen Casting-Geschehens, und wie Elyas willig den Anweisungen des Photographen sich fügte, auch bei den dümmsten Scherzen gleich mitlachte. Ich wollte schon einschreiten - aber überlegte dann, wie oft er dieses schon mitgemacht hat und noch mitmachen wird in Zukunft - indem der Photograph während des Umziehens jedesmal unbedenklich weiter photographierte, wozu Elias wissentlich seinen Körper auch weiterhin noch darbot.
Dass er offenbar keinen Überdruss empfindet, wo er doch geklagt hat, wie alle, Mann und Frau, ihn anstarren immer wegen seiner großen dunklen Augen, insbesondere seiner langen Wimpern wegen, welche in der Tat einen Zentimeter etwa lang sein dürften. Ich sprach soeben von Zukunft. Nun ist es so, dass auf Elyas' Oberlippe Bartwuchs deutlich schon erkennbar ist. Wie schnell werden Buben seiner Art, von robuster und fülliger Natur nämlich, unförmig, haarig, überhaupt unansehnlich und unausstehlich. Ein Unmensch wie ich könnte nie zu ihm sagen: ich werde immer unverändert dir zugeneigt bleiben, indem der oberflächliche Schein mir alles ist.
masXin schrieb am 18.9. 2018 um 16:07:23 Uhr zu
Bewertung: 16 Punkt(e)
Donnerstagsbub Adrian erschien heute verspätet zum Mittagsmahl. Wir richten uns immer nach den Unterrichtszeiten, heute aber musste Gerda Adrians Anteil beiseite tun, um ihn dann wieder aufzuwärmen.
Nun war es so heute, dass er zum Arcadia Opera Shop gegangen ist gleich nach der Schule, wo derzeit ein Buch von mir verkauft wird. Er kennt es zwar bereits, indem Freunde von ihm, John und Alexander, darin vorkommen.
Er brachte aber jetzt eine Visitkarte mit, die, wie er behauptet, in alle Bücher eingesteckt sei! War ich nicht heute früh schon dort und habe diese nicht bemerkt! Oder sie sind inzwischen eingesteckt worden.
Auf dieser Karte will sich eine Firma bekannt machen:
De Waal
(Inh. Malte Regow)
Barnabitenstiege
WIEN
Ich muss da doch etwas erschrecken, indem ich bei einem Nachdruck meines Werks (»Marimbaphon, ein Tod in Venedig«) eine »Edition Favoriten« und als Verlagsort »Barnabitenstiege« hinzuerfunden habe.
Wir haben in Wien zwar eine Barnabitengasse, und zwar hier gleich um die Ecke, aber keine Barnabitenstiege.
Indem Adrian nur die frühere Ausgabe des Todes in Venedig besitzt, will er jetzt unbedingt noch die neue haben mit dieser Ergänzung.
»Signiert hast du ja bereits« sagt er »aber schreib mir noch eine Widmung dazu!«
masXin schrieb am 25.2. 2018 um 10:31:28 Uhr zu
Bewertung: 14 Punkt(e)
Wir inspizierten den größten Raum in Gerdas Wohnung, den Salon nämlich, auch stellte sich Adrian, mein Donnerstagsbub, bald an das Rednerpult und begann laut vorzutragen, was man eigentlich nur leise und nicht öffentlich bereden sollte. In diesem Sinn rief ich ihm zu. Adrian begriff sogleich und sprach unhörbar leise weiter und behalf sich mit pantomimischer Verdeutlichung. Unterdessen entdeckte ich im rückwärtigen Bereich ein Regal mit Schallplatten, sowie auf dem Regal, unter einem Tuch verborgen, einen Plattenspieler. Indem für ihn Technisches doch das Allerinteressanteste ist, war Adrian sofort zur Stelle, und es gelang uns in kürzester Zeit, Verstärker und Lautsprecher aufzufinden und mit dem Plattenspieler zu verkabeln, auch griff sich Adrian irgendeine Schallplatte heraus, es war Smetanas Moldau und andere populäre Stücke. Da aber übernahm ich ganz das Kommando, indem Adrian Schallplatten ganz unbekannt sind, und legte in übertriebener Vorsicht die Platte auf, auch musste die Nadel von Hand aufgesetzt werden.
Wie Gerda hereinkam bald darauf und ganz hingerissen war, sogar sprachlos gegen die Wand sich lehnen musste, indem schallend laut die Moldau erklang und Adrian und ich tanzten und umschlungen im Kreis uns drehten. Und wie Adrian formvollendet (nie hatte er Tanzstunde und dergleichen notwendig gehabt) die Gerda zum Tanz aufforderte dann.
masXin schrieb am 27.6. 2018 um 11:17:24 Uhr zu
Bewertung: 13 Punkt(e)
„Lass dich doch überraschen“ sagt mir mein Donnerstagsbub, indem er dieses Glücksversprechen gegeben hat für Freitag, das ist übermorgen. Und drehte mir im Bett den Rücken zu. Immerhin, indem ich von hinten den Arm um ihn legte, hielt er meine Hand fest in der seinigen ganz schön lange; war dann bald eingeschlafen. Es ist nun so mit mir, dass Vorfreude sich anfühlt wie Angst fast, ich kenne es nicht anders, indem Erwartung von etwas Schönem selten eine sichere, sondern eine ganz unsichere gewesen ist allermeistens in meinem Leben.
Hat doch Adrian Kerzenleuchter aus der ganzen Wohnung geholt und in unserem Zimmer versammelt, was mir gar nicht aufgefallen wäre, hätte Gerda mich nicht hingewiesen darauf, auch versichert zugleich, dass der Bub die Erlaubnis eingeholt habe zuvor.
Es muss damit zusammenhängen, dass unser Zimmer in der Pension Silvia in der Nacht nicht ganz zu verdunkeln gewesen ist, und ich somit die schöne Gelegenheit hatte, den wachen, den schläfrigen, den schlafenden Buben zu betrachten, bis ich selbst dann eingeschlafen bin gegen meinen Willen eigentlich.
Das muss Adrian zu denken gegeben haben, indem unsere Wohnung im Rennweg im fünften, im obersten Stock sich befindet, und folglich die Straßenlaternen tief unten hängen; selbstverständlich ist auf die Dauer Dunkelheit im Schlafzimmer nur von Vorteil.
masXin schrieb am 5.3. 2018 um 11:16:50 Uhr zu
Bewertung: 18 Punkt(e)
Vor dem sonntäglichen Fußball-Match bereits hatte mein Donnerstagsbub Adrian mit Ilyas vereinbart, dass er hinterher mit uns kommen werde. Ilyas ist der Name, nicht Elyas. Während Ilyas sich unerschütterlich als Tormann bewährte, hatte Adrian noch nie so schlecht gespielt, indem sicherlich in ihm, ebenso wie in mir, eine Vorfreude und Erregung immer mächtiger anstieg. Bereits auf dem Weg zu uns in den Rennweg bekam uns die Lust, mit Ilyas in irgend einen Hauseingang zu verschwinden, dieser aber wehrte alle voreiligen Zugriffe entschieden ab. Weigerte sich auch, sich mit uns in den Aufzug zu zwängen. Allerdings, bis wir oben angekommen waren, war es auch um Ilyas geschehen, und ich weiß nicht, was Gerda sich hat denken müssen, als sie zwei heftig atmende Buben, auch ich war wohl sichtlich außer mir, zu der Jause an den Küchentisch bat, die sie vorbereitet hatte.
Sie hat einen heftigen Streit vermutet eventuell, den die Buben nun, der Höflicheit wegen, auf Eis gelegt hatten vorübergehend. Ilyas saß neben mir auf der Küchenbank, und als dieser sich tief atmend, mit geschlossenen Augen, und nach hinten sinkendem Kopf, gegen mich sich lehnte, da sagte Adrian mit heiserer Stimme: nun wird es mir zu viel, und verschwand in unserem Zimmer. Die genaue Reihenfolge der nun folgenden Ereignisse weiß ich nicht mehr, jedenfalls, als wir wieder klar denken konnten, befanden wir uns alle drei ineinander verschlungen teils auf, teils neben dem Bett, eigentlich angezogen noch bzw. kaum mehr als notwendig ausgezogen. Wir brachten uns und überhaupt alles wieder in eine Ordnung, und saßen schließlich alle vereint wieder am Küchentisch, den Gerda in der Zwischenzeit aufs schönste angereichert hatte und neu gedeckt. Wie sehr wünsche ich mir eine Wiederholung von alldem, indes, ohne jegliche Überstürzung.
masXin@gmx.at schrieb am 20.2. 2018 um 08:37:50 Uhr zu
Bewertung: 18 Punkt(e)
Während ich noch grübelte, ob ich meinem Donnerstagbuben Adrian Mitteilung machen will oder nicht, dass nämlich sein Vater hiergewesen war und ihn wieder zu sich hat nehmen wollen, fiel mir auf, dass Gerda für das Abendbrot 4 Gedecke auflegt und gleich fällt mir wieder ein, dass Adrian einen Freund für heute einbestellt hat, den John nämlich, den Ballettänzer, und schon höre ich ein fröhliches Gelächter draußen, ein wildes Geklingel, und da sind sie, der Adrian, der John.
Was ist der John für ein hübscher Bursche, bräunlich etwas, indem seine Mutter Äthiopierin ist, und eine Fröhlichkeit scheint ihm angeboren zu sein geradezu. Ich muss mich nun all meiner Bedenken schämen und froh sein, dass Adrian einen solchen Freund hat. Auch hat dieser mich gleich umarmt sogar und geduzt indem er »servus Xaver« sagte und »ich weiß alles von dir!« Indem Angst in Zuversicht sich verwandelt hat in so kurzer Zeit, war es mir wie im Traum, und auch jetzt noch anderntags ist mir so.
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