Anzahl Assoziationen zu diesem Stichwort (einige Beispiele folgen unten) 664, davon 311 (46,84%) mit einer Bewertung über dem eingestellten Schwellwert (-3) und 74 positiv bewertete (11,14%)
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Siehe auch:
positiv bewertete Texte
Der erste Text am 13.7. 2017 um 12:24:07 Uhr schrieb
ich sagte voilà! und über Donnerstagsbeichte
Der neuste Text am 14.8. 2026 um 08:49:56 Uhr schrieb
Christine über Donnerstagsbeichte
Einige noch nie bewertete Texte
(insgesamt: 4)

am 14.8. 2026 um 02:57:27 Uhr schrieb
Maxin Gurki über Donnerstagsbeichte

am 14.8. 2026 um 02:59:17 Uhr schrieb
Gerdada über Donnerstagsbeichte

am 14.8. 2026 um 08:49:56 Uhr schrieb
Christine über Donnerstagsbeichte

Einige überdurchschnittlich positiv bewertete

Assoziationen zu »Donnerstagsbeichte«

masXin schrieb am 2.7. 2018 um 19:20:07 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 16 Punkt(e)

In meinem Gedächtnis entweder für immer - aber öfters trainieren müsste ich es: Vergegenwärtigung! - sonst eben Tagebuch. Um jetzt mein Tagebuch zu digital- und publizieren nachträglich: heute abend bin ich allein, indem (ich weiß, immer »indem«) Gerda außer Haus ist, und der Donnerstagsbub noch nicht zurück, indem er bei diesem John sich noch aufhält vermutlich.

Eigentlich, wir wollten heute in der Küche experimentieren. Curryreis, Huhn, ein angenehmer Zweigelt, der wäre für ihn etwas Neues, gesünder jedenfalls als Cola, selbst wenn »light«.
Bin beim Nachtisch bereits, Käseplatte und weiterhin Zweigelt.
Mein Tagebuch also. Analog, auf die Spitze getrieben analog: habe ich doch endlich heute früh daran gedacht, einen Blutstropfen von Adrian einzufügen, indem ein Nasenbluten war. Von Zeit zu Zeit hat er ein Nasenbluten, zuletzt in München.
Auch von ihm: ein Tropfen Samen, ist ebenfalls im Tagebuch konserviert für alle Zeit.
Worte, Worte sind es, handgeschriebene oder memorierte, indem Adrian mir verboten hat, seine Worte zu digital- und publizieren. Szenen ja, Szenen darf ich beschreiben, es sind ja Inszenierungen gewissermaßen fast immer. Aber Worte, all seine Worte sind heilig. Er will es so, und also sind auch mir sie heilig.

masXin schrieb am 29.8. 2018 um 12:44:38 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 16 Punkt(e)

Überraschenderweise hat sich Herr Purpur am Montag die langen Haare abschneiden lassen, sogar den wilden Bart ganz abrasieren. Nun sieht er erheblich jünger aus, wie Anfang sechzig etwa.
Und hat jetzt einen Zweireiher aus dem Nachlass eines der Ehegatten unserer Obfrau Gerda anprobiert. Indem er heute abend beim Mittwochssalon das Thema »Rebellion« angehen wird, findet er es unpassend, ja lächerlich, in dieser dem Publikum ohnehin schon viel zu lange vorgeführten Gestalt eines Rebellen aufzutreten. Den Schlips allerdings, den Gerda ihm aufzwingen will, verweigert er, auch hat er sich seit Montag nicht wieder rasiert. Erklärung: es gibt das Phänomen der Rebellion gegen die Rebellion, was er heute Abend noch näher erläutern will.
Mir hat Purpur aufgetragen, rechtzeitig, das heißt 17 Uhr, eine gewisse Susanne »Susu« Chelmsford persönlich abzuholen und zu unserem Salon zu begleiten. Habe ich sie nicht einst einen »Knaben mit Busen« genannt. Daran hätte mich Purpur gar nicht erinnern müssen. Es ist lange her, inzwischen muss Susu schon dreißig sein mindestens. Gerne werde ich sie abholen und um sie herumscharwenzeln, wenn es auch gegen meine innerste Natur ist.
Indes, ich weiß von Gerda, dass Ilyas, welcher beim Anrichten und Servieren unseres Buffets aushelfen wird (indem unser Donnerstagsbub bei seinem Vater wohnt momentan) hier bei uns im Rennweg übernachten und bei mir schlafen will. Darum gebeten hat er, und Gerda hat es ihm gestattet.

masXin schrieb am 14.6. 2018 um 11:34:07 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 15 Punkt(e)

Indem ich aus der Fülle kostbarer Erinnerungen ganz ohne ordnende Absicht dies und jenes herausgreife, steht an erster Stelle, ganz zufällig also, die kleine Dame Maja (3 Monate alt). Auf der Rückreise von München, im Zug, Adrian, der Donnerstagsbub, saß am Fenster, ich neben ihm, die Lehne konnte man hochklappen, es waren 4 Plätze um einen Tisch herum angeordnet, und dann, in Salzburg, erschien diese Maja, indem deren Mama den Platz mir gegenüber reserviert hatte. Es dauerte nicht lange, bis die kleine, aber schon sehr robuste und hellwache junge Dame den Adrian entdeckte, und anlächelte sogleich. Immerzu anlächelte, ja anseufzte.
In München haben wir Birgit, Adrians Mutter besucht, sowie Elke, die Großmutter, das nur am Rande. Birgit verkauft am Elisabethmarkt Obst und Gemüse. Auch das ist eigentlich ganz unwichtig, jedenfalls hatte sich Adrian, als wir Wien, Westbahnhof erreicht hatten, nicht nur mit Maja, sondern auch mit deren Mutter zusehends angefreundet (und Maja war eingeschlafen), so dass ich mich naturgemäß ein wenig vernachlässigt fühlte.

masXin schrieb am 12.1. 2018 um 14:11:21 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 13 Punkt(e)

So ließ ich denn, wohlversorgt wie ich nun bin, die gestrige Donnerstagbeichte ausfallen. Hingegangen wenn ich wäre, hätte ich mich kaum zurückhalten können, und geradeswegs mein Glück allen gebeichtet, was nur allzubald wäre zu bereuen gewesen sicherlich. Andrerseits hatte ich mich zwar keiner Beichte, aber doch einer Inquisition zu unterziehen, indem eine Tante meines Donnerstagsbuben Adrian (nun kenne ich ihn schon über eine Woche!), welche ich bereits am Sonntag kennenlernen durfte (Fußball-Match FC Torpedo, Mittelstürmer Adrian), ihres Neffen neuen Wohnsitz aufsuchte. Genauestens hat die Bianca, so der Name, die Wohnung meiner Hausherrin Gerda inspiziert, (Adrian selbst war noch in der Schule). Anfänglich sehr kühl gegen Gerda. Später, am Küchentisch beim Häferlkaffee, fast herzlich.
Dann fiel ihr ein, dass das Schlafzimmer noch gar nicht kontrolliert worden war. Zum Glück hatte ich inzwischen dort einiges noch zurechtgerückt, insbesondere die Kopfkissen weiter auseinander geschoben, und Adrians ganz neue Kadetten-Uniform ins rechte Licht gerückt.

Tante Bianca ließ noch eine mit allerlei gefüllte Tasche für Adrian zurück und versprach, in Zukunft öfters nach dem Rechten zu sehen.
»Aber bitteschön, meine Liebe, herzlich gern!« sage Gerda in schöner Betonung, aber mit missmutigem Gesicht, indes, Bianca war schon draußen und sah nicht zurück.

masXin schrieb am 2.7. 2018 um 12:29:29 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 13 Punkt(e)

»Indem ein Bub in seinem Alter nicht alles zur Sprache bringt, gar reflektiert, es sei denn etwas dem spontanen Fauchen oder Schnurren eines Katers vergleichbares...«
- das habe ich, gar nicht lange her, behauptet, und bin nun einigermaßen beschämt.
Hat nicht, erstens, Hochleitner, der Deutschlehrer, Adrians Aufsätze besonders gelobt seinerzeit?
Und zweitens - dass ich darauf ganz vergessen habe! - durfte ich selbst doch erleben, wie mein Donnerstagsbub übersprudeln kann vor Beredsamkeit, und zwar in ganz klaren Worten, indem ich ihm ein einziges Mal einen einzigen Zug erlaubt habe an meiner Geheizten, einer mit Cannabis angereicherten Zigarette also.
Nun hat er doch neulich in der Nacht, nur aus einem überfließenden Herzen heraus, so schön gesprochen wiederum! Hat auch aus einem Buch von mir zitiert, den Memoiren eines Neffen, zu meiner allergrößten Überraschung, indem ich selbst kein Exemplar davon mehr besitze (ich bin ein zu unbedenklicher Ausleiher von Büchern), und auch mein Buchhändler in der Garbergasse hat einen Nachdruck angefordert zum wiederholten Mal bereits. Es muss der Adrian ein Exemplar versteckt haben unter seinen Sachen, die ich aber nicht anrühren will.

masXin schrieb am 29.9. 2018 um 17:29:08 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 13 Punkt(e)

Hat es damit zu tun, dass unser Mittwochssalonprediger Ambros Purpur sich zurückgezogen hat? Seit nämlich beim letzten Mittwochssalon Ende August dem Purpur alles aus dem Ruder gelaufen war. Unsere Obfrau Gerda ist geradezu aufgeblüht seitdem und will selbst Veranstaltungen bestreiten, ob an einem Mittwoch oder an einem anderen Wochentag.
Nun will sie ihre Bridgefreundinnen einladen allesamt, und zwar nicht zu einen Bridge, sondern auf ein geselliges Zusammensein im orientalischen Stil, und wieder wie damals soll Ilyas eine Musik mitbringen und seinen Bauchtanz vorführen, nur dass damals der Purpur einen Bauchtanz keinesfalls hatte vorgesehen.
Auch Donnerstagsbub Adrian kann sich so ein Unternehmen ganz gut vorstellen, indem er dreinschaut wie eine Katze, die Visionen hat.
Andrerseits gefällt ihm gar nicht, mir ebensowenig übrigens, dass auch Meister Regow, der Elfenbeinschnitzer, zugegen sein wird, um den Ilyas beim Bauchtanzen abzumalen, indem er Buddhas schnitzen will, welche dann den Buddhisten Wiens (das sind gar nicht wenige) teuer verkauft werden sollen.

masXin schrieb am 19.3. 2018 um 14:56:33 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 13 Punkt(e)

Warum nur mich an das ganz Außergewöhnliche erinnern immer, wie etwa an die schönen Spiele zu dritt in Gerdas Salon, und überhaupt in der ganzen Wohnung, indem Gerda den gestrigen Sonntag auswärtig war. Erst lange nachdem wir, mein Donnerstagsbub Adrian und ich, alles wieder in Ordnung gebracht hatten, nachdem auch Ilyas gegangen war bereits, spät erst in der Nacht also kam Gerda zurück, und hat am seinem noch in der Luft schwebenden Parfüm den Ilyas sogleich erraten.

Vielmehr will ich mich an ganz Alltägliches erinnern, wenn etwa Adrian und ich den Rennweg entlang gehen und immer wieder uns mit den Schultern aneinander lehnen, bzw. leicht Schulter gegen Schulter stoßen. Immer wieder tun wir das, es ist zur Gewohnheit geworden, und wie dankbar sollte ich dafür sein, dass alles so gekommen ist, wie es ist.

masXin schrieb am 18.9. 2018 um 16:07:23 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 16 Punkt(e)

Donnerstagsbub Adrian erschien heute verspätet zum Mittagsmahl. Wir richten uns immer nach den Unterrichtszeiten, heute aber musste Gerda Adrians Anteil beiseite tun, um ihn dann wieder aufzuwärmen.
Nun war es so heute, dass er zum Arcadia Opera Shop gegangen ist gleich nach der Schule, wo derzeit ein Buch von mir verkauft wird. Er kennt es zwar bereits, indem Freunde von ihm, John und Alexander, darin vorkommen.
Er brachte aber jetzt eine Visitkarte mit, die, wie er behauptet, in alle Bücher eingesteckt sei! War ich nicht heute früh schon dort und habe diese nicht bemerkt! Oder sie sind inzwischen eingesteckt worden.

Auf dieser Karte will sich eine Firma bekannt machen:

             De Waal
         (Inh. Malte Regow)
          Barnabitenstiege
              WIEN

Ich muss da doch etwas erschrecken, indem ich bei einem Nachdruck meines Werks (»Marimbaphon, ein Tod in Venedig«) eine »Edition Favoriten« und als Verlagsort »Barnabitenstiege« hinzuerfunden habe.
Wir haben in Wien zwar eine Barnabitengasse, und zwar hier gleich um die Ecke, aber keine Barnabitenstiege.

Indem Adrian nur die frühere Ausgabe des Todes in Venedig besitzt, will er jetzt unbedingt noch die neue haben mit dieser Ergänzung.
»Signiert hast du ja bereits« sagt er »aber schreib mir noch eine Widmung dazu!«

masXin schrieb am 29.6. 2018 um 15:36:17 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 15 Punkt(e)

Ja gibt es denn Sachen, die ich nicht hören darf, und trotzdem musst du sie mir berichten? Musst abwarten jedes Mal, bis ich eingeschlafen bin?
Weil ich ja immer alles aufschreibe grundsätzlich, sagt Adrian, schreibe ich doch auch ganze Bücher sogar, da es kann doch passieren, dass jemand das Buch kauft und darin liest womöglich.
Also, verteidige ich mich, ich verändere deine Worte immer ein wenig, und es sind ja auch erfundene Personen immer, die sie sprechen.
Er schüttelt den Kopf. Ich muss an dieser Stelle einflechten, sooft ich sage: nimm mal die Bürste, einen Kamm wenigstens! muss er nur den Kopf schütteln, schon sitzt jedes einzelne Haar exakt dort, wo es hingehört.
Erstens, so Adrian, ist alles, was er sagt, heilig, und darf nie mehr verändert werden. Und zweitens, es sind ja nicht nur so Personen! Buben immer müssen es sein bei mir, und da ist doch jedem mit ein bisserl Verstand vollkommen klar, dass er gemeint ist jedesmal und kein anderer.
Gerdas Wohnküche ist nicht geeignet für ernste Dinge, also gehen wir in unser Zimmer, greifen von den 50 Stühlen zwei, tragen sie hinüber in den Salon, wo alle paar Wochen Menschheitsfragen vorgetragen und reflektiert werden. Dieser Raum ist groß, still, und wenn die Stühle hinausgetragen sind, lädt er zu einer Andacht ein geradezu.
Dort versichere ich meinem Donnertagsbuben, dass mir viele seiner Worte heilig bleiben werden allezeit, dass sie nie verlautbart werden in irgend einer Form, indem es auch der Klang seiner Stimme ist, die seine Worte mir kostbar und unvergesslich machen.
Diese seine Stimme nah an meinem Ohr.
Natürlich will er wissen, welche Worte es gewesen sind beispielsweise. Ich nenne dieses, ich nenne jenes, erinnere auch daran, wie er „das will ich auch können!“ ausrief, welcher Ausspruch allerdings minder heilig ist und publiziert bereits. Ich meine, er hat sich an diese seine Worte erinnert sogleich, behauptet aber das Gegenteil, und was soll es denn gewesen sein, das er unbedingt hat können wollen.
Für immer in mir versiegelt also soll bleiben, was an seinen Worten heilig ist, das bekräftige ich feierlich, und wir verlassen den Salon. Die Stühle mitnehmen will ich; er sagt: lass stehen! weil er später erst sie hinaustragen will.

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