Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Donnerstagsbeichte«
masXin schrieb am 11.8. 2018 um 15:41:48 Uhr zu
Bewertung: 13 Punkt(e)
Er weiß ja selbst nicht recht, wie und wo, mein Donnerstagsbub. Ein Zimmer für sich hätte er schon gern, bei seinem Vater nämlich, aber mit dem Essen wiederum ist da ein Problem, er muss alles selbst besorgen, indem der Vater ganz patschert ist, was Essen angeht, und einen Papp anrichtet in der Küche meistens, immer eigentlich.
Unsere Gerda ist da eben unübertroffen. Ist überhaupt eine sehr Aufmerksame, ich kann ihr doch nicht vorwerfen, dass sie mir nicht alles berichtet stantepede, was ich ja selbst auch hätte bemerken können, die Sache mit dem Schlüssel meine ich. Wie hat er immer Sturm geklingelt an der Wohnungstür! indessen aber selbst geöffnet und ist hereingekommen.
Neulich aber, war es nicht Dienstag erst? wo er kurz nur geklingelt hat, und warten hat müssen, bis Gerda ihm aufmacht, indem er ihr die Schlüssel zurückgegeben hat vor geraumer Zeit bereits.
Habe es doch auch gehört, das schüchterne Klingeln, hätte alles sofort begreifen können, indes, begriffen habe ich viel später erst. Ergriffen hat es mich, so müsste ich sagen, als ein plötzlicher Schmerz.
masXin schrieb am 1.7. 2018 um 08:52:51 Uhr zu
Bewertung: 16 Punkt(e)
Indem neuerdings Adrians Kameraden vom FC Torpedo Frühsport betreiben wollen sonntags immer, haben wir heute ein sehr frühes Frühstück eingenommen.
Nach Adrians Verabschiedung kam Gerda nochmals auf den Ballettabend vom Freitag zurück. Wie sie in der Pause den Gesprächen der Freunde von John zugehört hat, John zuliebe, dem sie doch die Freikarte verdankt. Seine Freunde sind wohl alle auch vom Ballett, und ehrlich, in ihrer eigenen Welt leben die ja, und selten hat sie ganz begriffen, worum es ging. Eifersüchteleien wohl meistens, indem der eine in seiner Karriere sich behindert glaubt, während ein anderer einer ganz unverdienten Beförderung verdächtigt wird. Oder geht es da um Liebschaften? Ist da überhaupt ein Unterschied? Auch die Affäre John - Alexander wurde beleuchtet. Und ein gewisser Adrian wurde einmal erwähnt - ob mit diesem mein Donnerstagsbub gemeint gewesen sein könnte? oder irgend ein anderer Adrian?
Nein danke, liebe Gerda, sagte ich, keinen Kaffee mehr. Vielleicht muss ich noch ein Stündchen ausschlafen.
Gerda: irgendwie hast du ja den Adrian richtig verliebt in dich gemacht. Das ist mir neuerdings aufgefallen. Wenn er sich von dir verabschiedet - Schule vorgestern, heute Sport - als ob es für immer wäre!
masXin schrieb am 11.7. 2018 um 15:54:06 Uhr zu
Bewertung: 24 Punkt(e)
Da versteckt Gerda also Briefe von Adrians Vater und reicht sie ihm heimlich weiter. Und viel später erst fasst sich mein Donnerstagsbub ein Herz und berichtet mir davon. Du willst es mir ja schonend beibringen, sage ich ihm, aber ich will nicht geschont werden!
Indem ich den Verdacht habe hegen müssen, er wolle zu seinem alten Freund John ziehen, ist es ja fast beruhigend für mich, dass er lieber zu seinem Vater ziehen will, als zu John.
Es ist ja der John viel jünger als ich und nur wenig älter als er. Das Getue von dem John aber gefällt ihm nicht. Oder, wie Gerda sagt: der John ist so nett im Grunde und ganz normal schwul. Aber mit denen Personen vom Ballett, mit diesen seinen Freunden, da ist dann gleich dieses Getue. Sie hat es ja erlebt neulich, in der Oper, während der Pause.
Und was ist mit dem Vater. Dem hat erstens die Generali das Gehalt aufgebessert, und zweitens hat er sich von seiner Gefährtin getrennt. Wir haben die ja einmal erleben dürfen, hier im Rennweg. Und er ist dabei, drittens, sich eine andere Wohnung zu suchen. Jedenfalls, die Welt dreht sich weiter. Ich aber will, dass für alle Zeit alles so bleibt, wie es ist.
masXin schrieb am 17.9. 2018 um 12:23:13 Uhr zu
Bewertung: 16 Punkt(e)
Mein Buchhändler in der Garbergasse hat dringed angemahnt: 20 Exemplare vom Tod in Venedig, indem der Arcadia Opera Shop diesen anbieten will! Sogleich bin ich zu meinen Copyshop im Rennweg gegangen, es war gestern, indes, beim Nachdruck ist fast mir alles misslungen, was mit meiner wohl verständlichen Aufgeregtheit zu tun hat. So ist alles heute erst geglückt und ist in der Garbergasse abgeliefert.
Man muss bedenken, dass die Hauptperson in meinem Werk »Marimbaphon - ein Tod in Venedig« ein gewisser Alexander ist, ein Freund meines Donnerstagsbuben, indem beide auf dieselbe Schule gehen. Der Alexander wird kommendes Frühjahr maturieren übrigens und von der Schule abgehen. Er hat ja den Tadzio gespielt in einer Szene aus diesem Stück von Benjamin Britten, welche Ende 2014 in der Staatsoper aufgeführt wurde probeweise. Der Aschenbach wurde von einem gewissen Hans X. dargestellt, auch im wahren Leben der Lover des Alexander. Dieser Hans hat auf der Bühne keinen dargestellten, sondern seinen wahren Tod erlitten und ist im Jänner 2015 bestattet worden.
masXin schrieb am 19.3. 2018 um 10:11:22 Uhr zu
Bewertung: 13 Punkt(e)
Am gestrigen Sonntag fand das Fußball-Match im Sportzentrum Donaucity statt wieder einmal. Denk bitte nicht die ganze Zeit an hinterher, habe ich meinen Donnerstagsbuben Adrian ermahnt, indem zum einen Sportskamerad Ilyas mit uns in den Rennweg kommt nach dem Match, und zum andern Gerda nicht anwesend sein wird, wir somit die ganze Wohnung für uns haben. Er soll sich auf das Spiel konzentrieren und an nichts anderes denken.
Für die Jause zwischendurch habe ich eine Überraschung vorbereitet, indem ich einer Empfehlung von Ilyas gefolgt bin und in einem gewissen Laden eine seiner Leibspeisen, Köfte nämlich, besorgt habe.
Tatsächlich hat sich Adrian als Mittelfeld-Stürmer wacker gehalten, bis zur ersten größeren Spielpause jedenfalls. Ilyas schien sehr gerührt und nahm sich bescheiden und gesittet zwei Köfte nur, Adrian indes griff gierig zu. Zum Glück hatte ich den größeren Köftevorrat den beiden noch verschwiegen.
Dann aber, als Adrian zur Toilette verschwunden war für einen Moment, gab mir Ilyas einen Autoschlüssel, den zum Werkstattwagen in der Tiefgarage nämlich. Dort ist ein Kasten mit Schubfächern, und im untersten werde ich einige Wäschestücke finden, die soll ich holen, denn er will diese anziehen später. Und bitte den Wagen abschließen wieder.
Im besagten Schubfach fand ich einen Vorrat an Kondomen, einen Kremtopf auch, welchen ich öffnete und sogleich am Geruch den speziellen Krem aus der Carolus-Apotheke wiedererkannte. Auch ein Packerl Babylove Feuchttücher war vorrätig. Als die erbetenen Wäschestücke stellten sich heraus: ein feiner schwarzer Slip, sowie dazu passende Strümpfe und ein Hüftgürtel samt anhängenden Strumpfhaltern; es schien ein Sonntag voller Überraschungen zu werden.
masXin schrieb am 27.6. 2018 um 11:17:24 Uhr zu
Bewertung: 13 Punkt(e)
„Lass dich doch überraschen“ sagt mir mein Donnerstagsbub, indem er dieses Glücksversprechen gegeben hat für Freitag, das ist übermorgen. Und drehte mir im Bett den Rücken zu. Immerhin, indem ich von hinten den Arm um ihn legte, hielt er meine Hand fest in der seinigen ganz schön lange; war dann bald eingeschlafen. Es ist nun so mit mir, dass Vorfreude sich anfühlt wie Angst fast, ich kenne es nicht anders, indem Erwartung von etwas Schönem selten eine sichere, sondern eine ganz unsichere gewesen ist allermeistens in meinem Leben.
Hat doch Adrian Kerzenleuchter aus der ganzen Wohnung geholt und in unserem Zimmer versammelt, was mir gar nicht aufgefallen wäre, hätte Gerda mich nicht hingewiesen darauf, auch versichert zugleich, dass der Bub die Erlaubnis eingeholt habe zuvor.
Es muss damit zusammenhängen, dass unser Zimmer in der Pension Silvia in der Nacht nicht ganz zu verdunkeln gewesen ist, und ich somit die schöne Gelegenheit hatte, den wachen, den schläfrigen, den schlafenden Buben zu betrachten, bis ich selbst dann eingeschlafen bin gegen meinen Willen eigentlich.
Das muss Adrian zu denken gegeben haben, indem unsere Wohnung im Rennweg im fünften, im obersten Stock sich befindet, und folglich die Straßenlaternen tief unten hängen; selbstverständlich ist auf die Dauer Dunkelheit im Schlafzimmer nur von Vorteil.
masXin schrieb am 16.5. 2018 um 16:58:38 Uhr zu
Bewertung: 13 Punkt(e)
Indem mitgeteilt wurde, dass meines Donnerstagsbuben 3D-Abbild – sagen wir doch einfach Fotoplastik – vollendet ist und abholbereit, machten wir uns auf sogleich zu den Stadtbahnbögen und zur dort befindlichen „3D-Lounge“. Ich zeigte noch hinüber zum Gebäude dieser Zaha Hadid, irgend ein Urteil, eine Verurteilung erwartend, aber es ging zügig weiter. Zu sehr verlangte es Adrian, den Karton entgegenzunehmen, zu öffnen, sich selbst in Noppenfolie gewickelt und auf strohartigem Füllmaterial gebettet herauszunehmen, zu enthüllen, so, wir wir es vor 4 Wochen eine Kundin haben tun sehen, aber viel vorsichtiger, indem diese Kundin in unbeherrschter Eile einem Hündchen ein Bein abgebrochen hatte.
„Ganz schön aufregend“ bemerkte Adrian im Weitergehen, in einem beiläufigen und verächtlichen Ton. Mir fiel ein: das Bauwerk könnte auch einen Lärm machen, eine unaufhörliche Knallerei – wäre das nicht noch aufregender? Auch zuckende Blitze könnten installiert sein, ohne dass es Bau- und Unterhaltskosten erheblich belasten müsste.
So ist es doch nur eine in Stummheit erstarrte Katastrophe, indem, was eigentlich stürzen muss, mitten im Fall einfach stehenbleibt.
In solche Gedanken war ich versunken, und nahm kaum wahr, wie Adrian sein Ebenbild, im Maßstab 1:10 etwa, in seine Hände nahm und voll Freude betrachtete.
masXin schrieb am 9.1. 2018 um 15:26:37 Uhr zu
Bewertung: 13 Punkt(e)
Absichtlich und unabsichtlich, oder soll ich sagen bewusst und unbewusst? es ist nicht immer unterscheidbar, indem mein Donnerstagsbub, wir waren schon zu Bett, ich glaubte ihn bereits eingeschlafen, auf einmal gestand, dass er mit einem Älteren schon einmal geschlafen habe. Ein einziges Mal, schon lange her. Dieser sei 17 bereits gewesen. Der John. Der habe dann aber eine gleichaltrigen Freund gefunden, den Alexander. Ja, in seiner Schule werde über solche Dinge ganz offen geredet. Nichts besonderes sei das.
Dann war lange Zeit Ruhe, wir mussten beide eingeschlafen sein.
Dann ein Krachen und lautes Gelächter.
Sogleich war auch Gerda, die Zimmerwirtin an der Tür, indem sie ein Unglück und Wehgeschrei vermutete.
Indes hatte sich nur Adrians Notlagerstatt zerlegt, welche aus 6 Stühlen zusammengefügt gewesen war. Das war für die Gerda ein unmöglicher Umstand. Warum denn der arme Adrian nicht in meinem Bett schlafe! Das sei doch wahrlich breit genug!