Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Donnerstagsbeichte«
masXin schrieb am 16.5. 2018 um 16:58:38 Uhr zu
Bewertung: 13 Punkt(e)
Indem mitgeteilt wurde, dass meines Donnerstagsbuben 3D-Abbild – sagen wir doch einfach Fotoplastik – vollendet ist und abholbereit, machten wir uns auf sogleich zu den Stadtbahnbögen und zur dort befindlichen „3D-Lounge“. Ich zeigte noch hinüber zum Gebäude dieser Zaha Hadid, irgend ein Urteil, eine Verurteilung erwartend, aber es ging zügig weiter. Zu sehr verlangte es Adrian, den Karton entgegenzunehmen, zu öffnen, sich selbst in Noppenfolie gewickelt und auf strohartigem Füllmaterial gebettet herauszunehmen, zu enthüllen, so, wir wir es vor 4 Wochen eine Kundin haben tun sehen, aber viel vorsichtiger, indem diese Kundin in unbeherrschter Eile einem Hündchen ein Bein abgebrochen hatte.
„Ganz schön aufregend“ bemerkte Adrian im Weitergehen, in einem beiläufigen und verächtlichen Ton. Mir fiel ein: das Bauwerk könnte auch einen Lärm machen, eine unaufhörliche Knallerei – wäre das nicht noch aufregender? Auch zuckende Blitze könnten installiert sein, ohne dass es Bau- und Unterhaltskosten erheblich belasten müsste.
So ist es doch nur eine in Stummheit erstarrte Katastrophe, indem, was eigentlich stürzen muss, mitten im Fall einfach stehenbleibt.
In solche Gedanken war ich versunken, und nahm kaum wahr, wie Adrian sein Ebenbild, im Maßstab 1:10 etwa, in seine Hände nahm und voll Freude betrachtete.
masXin schrieb am 21.2. 2018 um 14:59:28 Uhr zu
Bewertung: 16 Punkt(e)
Bei Hausaufgaben braucht Adrian, der Donnerstagsbub, so gut wie nie Hilfe, gestern aber meinte er, Gleichungen mit zwei Unbekannten seien ihm eine ärgerliche Sache.
Wir setzten uns also hin, und indem ich auf unserem Schreibtisch etwas Ordnung schaffte, dachte ich mir eine Übungsaufgabe aus. Heute ist dein Alter ein Drittel von meinem, erklärte ich ihm. Wenn du dereinst doppelt so alt bist wie heute, dann bist du nur noch halb so alt wie ich.
Indem ich also ein Papier mit Algebra bedeckte, »x« sei das das Alter von mir, Xaver, und »a« sei das von ihm, Adrian, indem ich also rechnete und rechnete, schaute Adrian gar nicht hin, schaute mich nur an und hatte den Mund geöffnet und machte Spielereien mit seiner Zunge die ganze Zeit.
Sollte ich mich darüber ärgern? Ich unterbrach die Algebra, wir gingen hinüber zum Bett und widmeten uns einer Aufgabe, wo ich als Lehrmeister erfolgreich war immerhin insofern, als Adrian gelernt hat, dass die schnellste Bewältigung bei weitem nicht die schönste ist.
Danach bat er mich, ihn für heute mit unsinnigen Matheaufgaben zu verschonen. Für heute nur? Nein, für immer.
masXin schrieb am 19.7. 2018 um 01:08:36 Uhr zu
Bewertung: 14 Punkt(e)
Bin hinunter indem ich mir eine mild Angeheizte gedreht habe und sehe, der Callshop ist noch auf, also hinein und Rauchen dort ist eh erlaubt. Es sind ja Ferien, der Adrian darf folglich aufbleiben so lang er will und hilft der Gerda beim Aufräumen momentan, indem wir einen Mittwochssalon hatten. Das Thema des Herrn Purpur war Dynamik und nicht Dynamit wie Gerda fälschlicherweise in den Einladungen geschrieben hat. Hätte Hofrat Dallhofer nicht protestiert und zwar kaum dass der Purpur begonnen hatte, es wäre niemand aufgefallen. Der Dallhofer ist aber Ingenieur und ist wegen Dynamit gekommen und nicht zu einem philosophischen Larifari, wie er sich ausgedrückt hat. Ist aber dann doch bis zum Ende geblieben, indem seine Ehefrau ihm ein Redeverbot erteilt hat. Er hat sich dann an unserem Buffet verlustiert. Obgleich wir zu viel angerichtet haben und zu wenig Gäste gekommen sind, ist wegen dem Dallhofer nicht 1 Canapé übrig geblieben und ich muss darauf vertrauen, dass mein Donnerstagbub, der Adrian also, mir ein paar von denen mit Greyerzer/Speck beiseitegelegt hat.
»Mein Geschäft hab ich wollen gründlich lüften diese Nacht, und er stänkert wieder alles voll.« Eine freche Goschn hat der Wladi, was der Callshopbesitzer ist. Er wird ein extra Schmattes kriegen, damit wir amikal auseinandergehen können.
masXin schrieb am 11.8. 2018 um 15:41:48 Uhr zu
Bewertung: 14 Punkt(e)
Er weiß ja selbst nicht recht, wie und wo, mein Donnerstagsbub. Ein Zimmer für sich hätte er schon gern, bei seinem Vater nämlich, aber mit dem Essen wiederum ist da ein Problem, er muss alles selbst besorgen, indem der Vater ganz patschert ist, was Essen angeht, und einen Papp anrichtet in der Küche meistens, immer eigentlich.
Unsere Gerda ist da eben unübertroffen. Ist überhaupt eine sehr Aufmerksame, ich kann ihr doch nicht vorwerfen, dass sie mir nicht alles berichtet stantepede, was ich ja selbst auch hätte bemerken können, die Sache mit dem Schlüssel meine ich. Wie hat er immer Sturm geklingelt an der Wohnungstür! indessen aber selbst geöffnet und ist hereingekommen.
Neulich aber, war es nicht Dienstag erst? wo er kurz nur geklingelt hat, und warten hat müssen, bis Gerda ihm aufmacht, indem er ihr die Schlüssel zurückgegeben hat vor geraumer Zeit bereits.
Habe es doch auch gehört, das schüchterne Klingeln, hätte alles sofort begreifen können, indes, begriffen habe ich viel später erst. Ergriffen hat es mich, so müsste ich sagen, als ein plötzlicher Schmerz.
masXin schrieb am 18.6. 2018 um 16:43:43 Uhr zu
Bewertung: 14 Punkt(e)
Am Feldmochinger See den Minigolf habe ich ausgesucht, die Idee gehabt hat aber Adrian, der Donnerstagsbub. Auf 18 Bahnen sammelte er 60 Punkte ein, ich 68.
Ab Bahn № 15 oder 16 verschlechterte sich seine Laune zusehends, weil er sich bereits auf die Zeit danach besann, und Adrian dieses ihm widerfahrene Unglück wieder bewusst wurde, indem wir am Vormittag bei »Early« blütenweiße PUMA-Sneakers eingekauft hatten; die mit dem praktischen Drehknopf.
Hätte ich ihn nur gewarnt; er musste sie einfach anbehalten - es waren die alten Schuhe, die in die stylische Tüte gepackt wurden.
Wir sitzen in der U2 nach Feldmoching hinaus, da entdeckt er den ersten Fleck, er versucht es mit Spucke, nun reibe doch nicht, sage ich und reiche ihm ein Tempo, vorsichtig tupfen musst du. Alles vergeblich, ja weitere Flecke wurden entdeckt. Beim Minigolf wenigstens trug er die alten Schuhe wieder.
Und nun diese Laune, diese unerträglich üble Laune. Das war nicht mehr mein Donnerstagsbub.
Nahe an unserer Pension Silvia ist im Bereich eines Gymnasiums dieser Bolzplatz, wo ein Fußball gegen die Metallgitter donnert immer wieder.
Ja, spiel gerne mit! war die Auskunft - klettere nur herüber, auch wir haben alle hinübergeklettern müssen! Vier Meter hoch außen, vier Meter tief innen - wie ängstlich war ich und wollte abraten.
Nach einer Stunde hab ich ihn wieder abgeholt, jetzt war er der zufriedenste Bub der Welt. Im Badezimmer füllte er das Waschbecken mit Wasser, rührte Seife hinein. Gründlichst wurden die Sneakers bearbeitet. Und die waren, als wir spät in der Nacht vom Italiener, danach Spanier (Tapas) zurückkehrten, wieder ganz trocken und jungfräulich weiß.
masXin schrieb am 28.3. 2018 um 10:09:34 Uhr zu
Bewertung: 11 Punkt(e)
Indem mein Donnerstagsbub Adrian alles abwies, was Trost oder Zuspruch sein könnte, den Tod seiner Tante Bianca betreffend, gelang es mir schließlich, in einer Sache ein Zuhören, eine Aufmerksamkeit sogar zu erlangen, nämlich bei der Frage, wie man bei dieser Anfang April bevorstehenden Begräbnisfeierlichkeit am angemessensten gekleidet sei. Gerdas Rat nahmen wir gern entgegen, indem sie bereits drei Ehemänner überlebt hat und folglich ihr das Bestattungsthema ein vertrautes ist.
Keinesfalls wollte Adrian einen Anzug auch nur anprobieren, den Gerda aus einem ihrer Kästen geholt hatte, und der ihrer Ansicht nach genau passen würde und ihm sogar gut stehen.
Bei Hugo Boss etwa könnten wir auch etwas geeignetes finden, warf ich ein, etwas eher zeitgemäßes, und nicht nur für Trauerfälle, etwas auch für eine Abiturfeier eventuell geeignetes, sofern er bis dahin nicht noch erheblich an Größe und Stärke zunehmen werde. Das fand Adrians vollkommene Zustimmung, und nun war er sogar bereit, diesen Anzug eines der ehemaligen Ehemänner der Gerda anzuziehen, nur probeweise selbstverständlich. Vorsichtig legte Gerda den in eine schonende Papierhülle gebetteten Anzug dem Adrian über den Arm. Dann zogen wir uns in unser Zimmer zurück, und kamen eine ganz schön lange Zeit nicht wieder.
masXin schrieb am 21.6. 2018 um 10:30:01 Uhr zu
Bewertung: 11 Punkt(e)
Indem mein Donnerstagsbub Adrian an jenem Samstag erst beim Italiener (»Piazza«), danach beim Spanier (»Don Quijote«) eine große Cola getrunken hat, sind wir wohl erst gegen 3 Uhr eingeschlafen.
Nach Mitternacht zogen wir erneut los, »Ali Baba« hatte noch auf, jetzt wollte er noch eine Pizza! - indes, ich genehmigte uns nur Mineralwasser, er ohne, ich zwei Zitronenschnitze (weil auch Kleinigkeiten registriert werden müssen, indem die halben Zitronenscheiben in meinem Glas ein schönes Ganzes bildeten wiederum), dann zurück zur Pension Silvia, die Treppen hoch (roter Kokosläufer, Messingstangen), im 1. Stock das Zimmer № 4, Tür zu, Riegel vor. Später das Versteckspiel. Aufs Bett muss ich mich legen, Gesicht ins Kopfkissen vergraben, laut bis 20, nein, 30 zählen.
Als ich ihm zum ersten Mal begegnet bin, wie war es da? Auch Nacht, und siehe da, ein Bub im Schatten der Straßenlaterne verborgen, in einer Mauerecke der Mariahilfer Kirche. Es war der erste Donnerstag dieses Jahres, daher der Name.
Zweimal muss ich die Suche aufgeben und die Deckenlampe (ein kleiner Kronleuchter sogar) einschalten. № 4 hat 3 Betten und im dritten Bett steckt er, unter der Matratze. Das andre Mal hockt er oben auf dem Kleiderkasten, hat zu mir, vom Licht geblendet, herabgeblinzelt und gelacht.
masXin schrieb am 19.3. 2018 um 14:56:33 Uhr zu
Bewertung: 13 Punkt(e)
Warum nur mich an das ganz Außergewöhnliche erinnern immer, wie etwa an die schönen Spiele zu dritt in Gerdas Salon, und überhaupt in der ganzen Wohnung, indem Gerda den gestrigen Sonntag auswärtig war. Erst lange nachdem wir, mein Donnerstagsbub Adrian und ich, alles wieder in Ordnung gebracht hatten, nachdem auch Ilyas gegangen war bereits, spät erst in der Nacht also kam Gerda zurück, und hat am seinem noch in der Luft schwebenden Parfüm den Ilyas sogleich erraten.
Vielmehr will ich mich an ganz Alltägliches erinnern, wenn etwa Adrian und ich den Rennweg entlang gehen und immer wieder uns mit den Schultern aneinander lehnen, bzw. leicht Schulter gegen Schulter stoßen. Immer wieder tun wir das, es ist zur Gewohnheit geworden, und wie dankbar sollte ich dafür sein, dass alles so gekommen ist, wie es ist.
masXin schrieb am 21.1. 2018 um 20:56:42 Uhr zu
Bewertung: 11 Punkt(e)
Meine Zimmerwirtin Gerda, und unterdessen fast Freundin, hat die Tante von Adrian, meinem Donnerstagsbuben, zwar telefonisch erreicht inzwischen. Allein, diese Bianca, so wird sie genannt, war kaum ansprechbar, indem sie allem Anschein nach betrunken war.
Adrian, dem die Welt eine freundlichere geworden ist seit Beginn des Jahres, eine eher berechenbare jedenfalls, ihn hat das Ansinnen seiner Tante, ihn zurückholen zu wollen, sehr verstört, indem er nun auch mich für einen Unberechenbaren hält, der seine Liebe von heute auf morgen dem nächstbesten anderen schenken könne, oder wie war das denn mit diesem Elias letzten Sonntag?
Ach Adrian, hast du diesen Elias nicht wunderbar imitiert und über alle Maßen übertroffen? Habe ich dir denn die eine Sekunde Aufmerksamkeit, die ich diesen Elias geschenkt habe, nicht gebeichtet vor drei Tagen? Ich schwöre, es war nur eine flüchtige Sekunde.
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