Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Donnerstagsbeichte«
masXin schrieb am 1.7. 2018 um 08:52:51 Uhr zu
Bewertung: 16 Punkt(e)
Indem neuerdings Adrians Kameraden vom FC Torpedo Frühsport betreiben wollen sonntags immer, haben wir heute ein sehr frühes Frühstück eingenommen.
Nach Adrians Verabschiedung kam Gerda nochmals auf den Ballettabend vom Freitag zurück. Wie sie in der Pause den Gesprächen der Freunde von John zugehört hat, John zuliebe, dem sie doch die Freikarte verdankt. Seine Freunde sind wohl alle auch vom Ballett, und ehrlich, in ihrer eigenen Welt leben die ja, und selten hat sie ganz begriffen, worum es ging. Eifersüchteleien wohl meistens, indem der eine in seiner Karriere sich behindert glaubt, während ein anderer einer ganz unverdienten Beförderung verdächtigt wird. Oder geht es da um Liebschaften? Ist da überhaupt ein Unterschied? Auch die Affäre John - Alexander wurde beleuchtet. Und ein gewisser Adrian wurde einmal erwähnt - ob mit diesem mein Donnerstagsbub gemeint gewesen sein könnte? oder irgend ein anderer Adrian?
Nein danke, liebe Gerda, sagte ich, keinen Kaffee mehr. Vielleicht muss ich noch ein Stündchen ausschlafen.
Gerda: irgendwie hast du ja den Adrian richtig verliebt in dich gemacht. Das ist mir neuerdings aufgefallen. Wenn er sich von dir verabschiedet - Schule vorgestern, heute Sport - als ob es für immer wäre!
masXin schrieb am 15.6. 2018 um 09:42:34 Uhr zu
Bewertung: 13 Punkt(e)
So hatte sich also zwischen mir und meinem Donnerstagsbuben ein Graben aufgetan, der Graben zwischen zwei Matratzen, indem wir zum ersten Mal in einem Doppelbett schliefen und nicht wie gewohnt in unserem Ehebett in Wien. Überhaupt übernachteten zum ersten Mal in einem Hotel, in der Pension Silvia, drei Sterne, Nähe Elisabethplatz, München.
Getrennt lagen wir also.
Und: wer bleibt, wer schlüpft herüber?
Wir hatten also zugleich mehr und weniger Platz als gewohnt, überhaupt erschien uns im Bett alles Vertraute anders irgendwie: indem beispielsweise die Hände von warmen, schweißnassen Bereichen hinüber zu kühleren wanderten und wieder zurück. Es war sehr warm. Zugleich kam vom offenen Fenster her ein frischer Luftzug. Draußen war auch ein Lärm die ganze Nacht fast, es war die Nacht von Samstag auf Sonntag.
Meine Hände waren also auf seiner angenehm kühlen Brust angelangt, und nun, das wird diese Reise nach München mir unvergesslich machen, nun kamen Adrians Nippelchen ins Spiel. Dass die bislang ganz außer Betracht geblieben waren!
masXin schrieb am 29.4. 2018 um 22:18:23 Uhr zu
Bewertung: 16 Punkt(e)
Als Adrian gestern spät in der Nacht, oder war es Sonntag bereits? zurückkehrte, war eine Verstimmung spürbar, die mit dem Zusammmensein mit John und Alexander zu tun haben musste, und nicht mit der Auseinandersetzung am Samstag morgen, indem ich nach dem Frühstück im Rennweg mit Adrian spazierend und die freundliche Sonne genießend, geraucht hatte. Einen Joint wäre zuviel gesagt, es war eine selbstgedrehte Zigarette mit einer ganz unbedeutenden Anreicherung. Einen Zug nur, nicht mehr, hatte ich meinem Donnerstagsbuben gestattet, aber er hatte bei ihm einen Redestrom ausgelöst, dem ich kaum gewachsen war.
Sehr spät also kam er zurück, etwas polternd, was sonst seine Art nicht ist. Verschwand im Badezimmer, für nicht sehr lange. Und da war dieser mir vertraute Geruch an ihm nach einem gewissen Krem aus der Carolus-Apotheke. Und er schlüpfte zu mir ins Bett.
Wir hatten diese Sache noch nie zuvor geübt, nur beredet, und ich hätte so gern mich selbst vorbereitet, und zwar gründlich, vor allem auch mich mit dem Carolus-Krem versehen.
Nun war, was ich gern festlich und feierlich, weil zum ersten Mal, vollzogen hätte, ein heftiges und auch schmerzhaftes Erlebnis geworden. Was ich stöhnend verlautbaren musste und keineswegs verschweigen.
So schlimm war es auch wieder nicht! versicherte ich bald danach meinem ganz kleinlaut gewordenen Buben, und wir begaben uns ins Badezimmer. Säuberten uns, und nun bereitete ich mich für ein eventuelles zweites Mal vor, und zwar mit aller Sorgfalt. Wie bald wurde aus der Eventualität eine sichere Gewissheit!
Nun bat ich ihn, alles Ungestüm abzulegen. Es sich nach Einbringung auf mir bequem zu machen. Alles dem Lover und dessen rückwärtiger Muskulatur zu überlassen und der Beweglichkeit seines Beckens.
Hat es eine halbe Stunde gedauert womöglich, wenigstens zwanzig Minuten? Eine selige Ewigkeit jedenfalls, bis er derb meine Oberarme packte, mich wieder in dieselbe Stelle biss, am Nacken links (würde er doch rechts beißen endlich einmal, damit links ausheilen kann).
Tränen der Dankbarkeit? Tränen jedenfalls rannen meinen Hals entlang.
Und dass nach dieser Nacht, dass nach einem schönen Frühstück alles gelöst würde, was noch ungelöst war, da waren wir ganz zuversichtlich.
masXin schrieb am 29.9. 2018 um 17:29:08 Uhr zu
Bewertung: 13 Punkt(e)
Hat es damit zu tun, dass unser Mittwochssalonprediger Ambros Purpur sich zurückgezogen hat? Seit nämlich beim letzten Mittwochssalon Ende August dem Purpur alles aus dem Ruder gelaufen war. Unsere Obfrau Gerda ist geradezu aufgeblüht seitdem und will selbst Veranstaltungen bestreiten, ob an einem Mittwoch oder an einem anderen Wochentag.
Nun will sie ihre Bridgefreundinnen einladen allesamt, und zwar nicht zu einen Bridge, sondern auf ein geselliges Zusammensein im orientalischen Stil, und wieder wie damals soll Ilyas eine Musik mitbringen und seinen Bauchtanz vorführen, nur dass damals der Purpur einen Bauchtanz keinesfalls hatte vorgesehen.
Auch Donnerstagsbub Adrian kann sich so ein Unternehmen ganz gut vorstellen, indem er dreinschaut wie eine Katze, die Visionen hat.
Andrerseits gefällt ihm gar nicht, mir ebensowenig übrigens, dass auch Meister Regow, der Elfenbeinschnitzer, zugegen sein wird, um den Ilyas beim Bauchtanzen abzumalen, indem er Buddhas schnitzen will, welche dann den Buddhisten Wiens (das sind gar nicht wenige) teuer verkauft werden sollen.
masXin schrieb am 19.1. 2018 um 10:32:06 Uhr zu
Bewertung: 12 Punkt(e)
Indem gestern abend mir mein Donnerstagbub Adrian strikt abgeraten hat, die Donnerstagsbeichte weiterhin aufzusuchen, bin ich eben dageblieben. Wegen ihm müsse ich nicht zur Beichte gehen! Oder was hätte ich denn zu beichten überhaupt? Ihm, ihm müsse ich beichten, falls da irgend etwas vorgefallen ist! So habe ich ihm tatsächlich gestanden, dass am Sonntag, im Sportzentrum, als ich ihn überall suchte, kurz bevor ich ihn im Umkleideraum endlich gefunden hatte, im benachbarten Umkleideraum ... Was denn? fragt mich mein Beichtiger. Nun, da saß einer, wie du ganz einsam und allein, hat sich die Hose hochgezogen und dabei mich angeschaut.
Der Elias! Den kenne ich! Der ist bei uns im Verein! Ich kann ihn dir besorgen, wenn du willst.
Eine Beichte soll mich beruhigen, nicht beunruhigen. Adrian: was denn so besonderes an diesem Elias sei. Und von ihm angeschaut zu werden bloß, das muss doch nicht gebeichtet werden. Ich sage: aber wie er geschaut hat! Indem Adrian sehr genau wissen will, über welche Zauberkünste dieser Elias verfügt, hat er die Idee, es ihm gleichzutun. So begibt er sich in unser Zimmer, teilt mit: ich rufe dich, wenn ich soweit bin! Dann musst du hereinkommen! Aber nicht vorher!
masXin schrieb am 17.9. 2018 um 18:55:16 Uhr zu
Bewertung: 15 Punkt(e)
Musste natürlich hin und im Arcadia Opera Shop nach meinem Tod in Venedig schauen, und siehe da, er war nicht übel placiert. Wie froh ich bin, dass ich beim Nachdruck noch im letzten Augenblick »Edition Favoriten« hinzuerfunden habe und auch die Adresse »Barnabitenstiege«, indem wo ich wohne zwar Rennweg ist, aber es gibt von der Barnabitengasse her auch einen Zugang, und eine wenigstens leichte Verschlüsselung ist mir schon immer ein Vergnügen gewesen, oft auch eine Notwendigkeit.
Es liegen 3 Exemplare flach auf dem Tisch und eines ist aufgestellt und angelehnt. Ich habe alle unauffällig mit dem Fingernagel markiert, so dass ich, wenn ich wiederkomme, einen Verkauf feststellen kann eventuell.
Thomas Xaver Innsbruckner
Marimbaphon
Ein Tod in Venedig
Edition Favoriten
Barnabitenstiege
(€ 22,--)
masXin schrieb am 21.2. 2018 um 14:59:28 Uhr zu
Bewertung: 16 Punkt(e)
Bei Hausaufgaben braucht Adrian, der Donnerstagsbub, so gut wie nie Hilfe, gestern aber meinte er, Gleichungen mit zwei Unbekannten seien ihm eine ärgerliche Sache.
Wir setzten uns also hin, und indem ich auf unserem Schreibtisch etwas Ordnung schaffte, dachte ich mir eine Übungsaufgabe aus. Heute ist dein Alter ein Drittel von meinem, erklärte ich ihm. Wenn du dereinst doppelt so alt bist wie heute, dann bist du nur noch halb so alt wie ich.
Indem ich also ein Papier mit Algebra bedeckte, »x« sei das das Alter von mir, Xaver, und »a« sei das von ihm, Adrian, indem ich also rechnete und rechnete, schaute Adrian gar nicht hin, schaute mich nur an und hatte den Mund geöffnet und machte Spielereien mit seiner Zunge die ganze Zeit.
Sollte ich mich darüber ärgern? Ich unterbrach die Algebra, wir gingen hinüber zum Bett und widmeten uns einer Aufgabe, wo ich als Lehrmeister erfolgreich war immerhin insofern, als Adrian gelernt hat, dass die schnellste Bewältigung bei weitem nicht die schönste ist.
Danach bat er mich, ihn für heute mit unsinnigen Matheaufgaben zu verschonen. Für heute nur? Nein, für immer.
masXin schrieb am 29.6. 2018 um 15:36:17 Uhr zu
Bewertung: 15 Punkt(e)
Ja gibt es denn Sachen, die ich nicht hören darf, und trotzdem musst du sie mir berichten? Musst abwarten jedes Mal, bis ich eingeschlafen bin?
Weil ich ja immer alles aufschreibe grundsätzlich, sagt Adrian, schreibe ich doch auch ganze Bücher sogar, da es kann doch passieren, dass jemand das Buch kauft und darin liest womöglich.
Also, verteidige ich mich, ich verändere deine Worte immer ein wenig, und es sind ja auch erfundene Personen immer, die sie sprechen.
Er schüttelt den Kopf. Ich muss an dieser Stelle einflechten, sooft ich sage: nimm mal die Bürste, einen Kamm wenigstens! muss er nur den Kopf schütteln, schon sitzt jedes einzelne Haar exakt dort, wo es hingehört.
Erstens, so Adrian, ist alles, was er sagt, heilig, und darf nie mehr verändert werden. Und zweitens, es sind ja nicht nur so Personen! Buben immer müssen es sein bei mir, und da ist doch jedem mit ein bisserl Verstand vollkommen klar, dass er gemeint ist jedesmal und kein anderer.
Gerdas Wohnküche ist nicht geeignet für ernste Dinge, also gehen wir in unser Zimmer, greifen von den 50 Stühlen zwei, tragen sie hinüber in den Salon, wo alle paar Wochen Menschheitsfragen vorgetragen und reflektiert werden. Dieser Raum ist groß, still, und wenn die Stühle hinausgetragen sind, lädt er zu einer Andacht ein geradezu.
Dort versichere ich meinem Donnertagsbuben, dass mir viele seiner Worte heilig bleiben werden allezeit, dass sie nie verlautbart werden in irgend einer Form, indem es auch der Klang seiner Stimme ist, die seine Worte mir kostbar und unvergesslich machen.
Diese seine Stimme nah an meinem Ohr.
Natürlich will er wissen, welche Worte es gewesen sind beispielsweise. Ich nenne dieses, ich nenne jenes, erinnere auch daran, wie er „das will ich auch können!“ ausrief, welcher Ausspruch allerdings minder heilig ist und publiziert bereits. Ich meine, er hat sich an diese seine Worte erinnert sogleich, behauptet aber das Gegenteil, und was soll es denn gewesen sein, das er unbedingt hat können wollen.
Für immer in mir versiegelt also soll bleiben, was an seinen Worten heilig ist, das bekräftige ich feierlich, und wir verlassen den Salon. Die Stühle mitnehmen will ich; er sagt: lass stehen! weil er später erst sie hinaustragen will.
masXin schrieb am 15.7. 2018 um 12:10:18 Uhr zu
Bewertung: 24 Punkt(e)
Herr Purpur, unser kaum je anwesender Mitmieter, ist gestern Abend eingetroffen, und wieder hat Gerda ihm vorgehalten, dass er nicht Bescheid gegeben hat. Das Zimmer hätte sie gelüftet, auch mehr Essen eingekauft für den zusätzlichen Gast.
Ich zahle Miete, ob ich da bin oder nicht, verehrte Frau Gerda. Sie dürfen gern jeden Tag mein Zimmer lüften! So Purpur. Und: Was das Speisen angeht, so bin und bleibe ich der Allerbescheidenste, wie Sie sehr wohl wissen!
Erstaunlich war, dass er meinen Donnerstagsbuben nicht wiedererkannt hat. Dann aber, zögernd, zweifelnd, lang hat er müssen nachdenken jedenfalls: Ah! Adrian! Bist du nicht der Adrian?
Kommenden Mittwoch also ist wieder Salon. Gerda würde ja gern Einladungen noch verschicken, handschriftliche, dafür ist es natürlich wieder einmal zu spät. Herumtelefonieren also muss sie, das hat doch keinen Stil. Manche haben ja nicht einmal Telefon! Viele nehmen gar nicht ab erst! Was denn jetzt das Thema ist überhaupt.
Purpur: Dynamik. Sagen Sie einfach: mein Vortrag wird sein über Dynamik. Mehr wüssten Sie auch nicht.
Adrian, später: wie merkwürdig! Damals hat er den Namen vergessen gehabt und sagt zu mir Andreas. Jetzt weiß er den Namen, mich aber erkennt er nicht wieder!
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