Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Donnerstagsbeichte«
masXin schrieb am 24.6. 2018 um 11:55:36 Uhr zu
Bewertung: 25 Punkt(e)
Selten zwar, aber gelegentlich doch bringe in meinen Donnerstagsbuben auf ein gewisses Thema - dem er aber beharrlich ausweicht - indem ich glaube, dass er in einem Alter sich befindet, wo noch nichts festgelegt ist für alle Zeit. Wenn es auch heißt, derlei sei von Geburt an vorbestimmt fürs ganze Leben. Altmodisch, wie ich im Grunde bin, und indem ich sein Glück will, wünsche ich, er möge eines Tages, nicht zu früh, aber zur rechten Zeit, die kongeniale Gefährtin finden und ein zahlreiche Familie gründen. Mag er auch selbst nicht in eine geradezu vorbildliche Familie hinein geboren sein.
Nun kam Adrian aber von sich aus auf dieses lebenswichtige Thema zu sprechen - indem er ohnehin alles Glaubliche und Unglaubliche aus seinem Schulalltag zu berichten pflegt - nämlich, dass der Alexander immer öfters mit eine gewissen Bettina zusammen gesehen wird. War dieser Alexander nicht mit John, dem Ballett-Tänzer an der Staatsoper, verlobt geradezu gewesen schon geraume Zeit.
Eine gewisse Unruhe hat diese Mitteilung in mir ausgelöst. Und hat einen Traum mir beschert heute Nacht, wo ich wieder einmal auf meinem »Traumschiff« mich befand, das am Donaukanal festgemacht hat, und das mir gehört offenbar. Jedenfalls scheine ich dort mich zu mehr Hause zu fühlen als irgendwo sonst auf festem Boden. Ein Ablegen und Davonfahren allerdings ereignet sich nie.
Es hatte im heutigen Traum ein anderes Schiff an der Wasserseite meines Traumschiffs festgemacht, zu meiner Überraschung, sogar Freude. Proviant wurde von der Ufermauer über mein Schiff hinweg zur »Aquarius« getragen, so übrigens war der Name des Schiffs. Nicht sehr vorsichtig übrigens, indem ich selbst mein Schiff immer sehr pfleglich behandele und keine Besucher dulde für gewöhnlich. Hin und her überlegte ich, ob ich mich freuen soll über den Besuch oder ärgern, und so bin ich allmählich wach geworden heute früh.
masXin schrieb am 18.8. 2018 um 12:48:34 Uhr zu
Bewertung: 16 Punkt(e)
Ein schönes Frühstück war das Donnerstag, vorgestern also, weil erstens die Irma aus St.Pölten zu Gast war und exzellente Eier mitgebracht hat, indem sie einen eigenen Hühnerhof besitzt, und zweitens, weil wir, mein Donnerstagsbub und ich, sehr früh schon Schwimmen waren im Amalienbad, wo ich sonst immer nur allein hingehe, und folglich hatten wir beide einen schönen Appetit. Zum ersten Mal ist er mitgekommen, hat sich auch sehr verausgabt, während ich nur meine abgezählten Bahnen geschwommen bin.
Im Flur steht ein bequemer Sessel, der nur von Gerda benutzt wird, wenn sie sich die Schuhe an- oder auszieht nämlich. Jetzt habe ich mir angewöhnt neuerdings, auch dort zu sitzen und den Standard zu lesen nach dem Frühstück. Kann von dort hinüber zur Küche sehen, wo bis auf die Servietten der Frühstückstisch abgeräumt ist bereits, und auf diesem macht sich jetzt der Adrian breit. Hat nämlich den linken Ellbogen mitten in den Tisch geschoben und stützt mit der Hand den Kopf. Dann legt er den Kopf fast ganz auf dem Tisch und schaut hinüber, wo der rechte Arm ausgestreckt ist und eine kleine Figur in der Hand hält, und zwar Adrians kleines Abbild aus dem 3D-Drucker. Die Irma hat das Figürchen sehen wollen unbedingt, hat auch müssen ihre Meinung abgeben.
Adrian dreht, schiebt sein Abbild auf dem Tisch hin und her. Ist ganz vertieft die ganze Zeit in allerlei Perspektiven. Übrigens meinte Irma, er hätte nicht so lax dastehen sollen bei der Aufnahme, sondern anständig und aufrecht.
Inzwischen hat er eine Serviette ausgebreitet, der Adrian, auf die Serviette bettet er sein Abbild. Unterm Tisch hat er ein Bein über das andere gelegt und lässt am nackten Fuss den Flipflop pendeln. Pendeln bis der Flipflop wegfliegt. Da schaut er einen Moment hinüber in meine Richtung. Bleibt indes aber ganz verträumt und wickelt sein Abbild ein in die Serviette, dreht alles um und um.
masXin schrieb am 25.2. 2018 um 10:31:28 Uhr zu
Bewertung: 14 Punkt(e)
Wir inspizierten den größten Raum in Gerdas Wohnung, den Salon nämlich, auch stellte sich Adrian, mein Donnerstagsbub, bald an das Rednerpult und begann laut vorzutragen, was man eigentlich nur leise und nicht öffentlich bereden sollte. In diesem Sinn rief ich ihm zu. Adrian begriff sogleich und sprach unhörbar leise weiter und behalf sich mit pantomimischer Verdeutlichung. Unterdessen entdeckte ich im rückwärtigen Bereich ein Regal mit Schallplatten, sowie auf dem Regal, unter einem Tuch verborgen, einen Plattenspieler. Indem für ihn Technisches doch das Allerinteressanteste ist, war Adrian sofort zur Stelle, und es gelang uns in kürzester Zeit, Verstärker und Lautsprecher aufzufinden und mit dem Plattenspieler zu verkabeln, auch griff sich Adrian irgendeine Schallplatte heraus, es war Smetanas Moldau und andere populäre Stücke. Da aber übernahm ich ganz das Kommando, indem Adrian Schallplatten ganz unbekannt sind, und legte in übertriebener Vorsicht die Platte auf, auch musste die Nadel von Hand aufgesetzt werden.
Wie Gerda hereinkam bald darauf und ganz hingerissen war, sogar sprachlos gegen die Wand sich lehnen musste, indem schallend laut die Moldau erklang und Adrian und ich tanzten und umschlungen im Kreis uns drehten. Und wie Adrian formvollendet (nie hatte er Tanzstunde und dergleichen notwendig gehabt) die Gerda zum Tanz aufforderte dann.
masXin schrieb am 29.9. 2018 um 17:29:08 Uhr zu
Bewertung: 13 Punkt(e)
Hat es damit zu tun, dass unser Mittwochssalonprediger Ambros Purpur sich zurückgezogen hat? Seit nämlich beim letzten Mittwochssalon Ende August dem Purpur alles aus dem Ruder gelaufen war. Unsere Obfrau Gerda ist geradezu aufgeblüht seitdem und will selbst Veranstaltungen bestreiten, ob an einem Mittwoch oder an einem anderen Wochentag.
Nun will sie ihre Bridgefreundinnen einladen allesamt, und zwar nicht zu einen Bridge, sondern auf ein geselliges Zusammensein im orientalischen Stil, und wieder wie damals soll Ilyas eine Musik mitbringen und seinen Bauchtanz vorführen, nur dass damals der Purpur einen Bauchtanz keinesfalls hatte vorgesehen.
Auch Donnerstagsbub Adrian kann sich so ein Unternehmen ganz gut vorstellen, indem er dreinschaut wie eine Katze, die Visionen hat.
Andrerseits gefällt ihm gar nicht, mir ebensowenig übrigens, dass auch Meister Regow, der Elfenbeinschnitzer, zugegen sein wird, um den Ilyas beim Bauchtanzen abzumalen, indem er Buddhas schnitzen will, welche dann den Buddhisten Wiens (das sind gar nicht wenige) teuer verkauft werden sollen.
masXin schrieb am 29.4. 2018 um 22:18:23 Uhr zu
Bewertung: 16 Punkt(e)
Als Adrian gestern spät in der Nacht, oder war es Sonntag bereits? zurückkehrte, war eine Verstimmung spürbar, die mit dem Zusammmensein mit John und Alexander zu tun haben musste, und nicht mit der Auseinandersetzung am Samstag morgen, indem ich nach dem Frühstück im Rennweg mit Adrian spazierend und die freundliche Sonne genießend, geraucht hatte. Einen Joint wäre zuviel gesagt, es war eine selbstgedrehte Zigarette mit einer ganz unbedeutenden Anreicherung. Einen Zug nur, nicht mehr, hatte ich meinem Donnerstagsbuben gestattet, aber er hatte bei ihm einen Redestrom ausgelöst, dem ich kaum gewachsen war.
Sehr spät also kam er zurück, etwas polternd, was sonst seine Art nicht ist. Verschwand im Badezimmer, für nicht sehr lange. Und da war dieser mir vertraute Geruch an ihm nach einem gewissen Krem aus der Carolus-Apotheke. Und er schlüpfte zu mir ins Bett.
Wir hatten diese Sache noch nie zuvor geübt, nur beredet, und ich hätte so gern mich selbst vorbereitet, und zwar gründlich, vor allem auch mich mit dem Carolus-Krem versehen.
Nun war, was ich gern festlich und feierlich, weil zum ersten Mal, vollzogen hätte, ein heftiges und auch schmerzhaftes Erlebnis geworden. Was ich stöhnend verlautbaren musste und keineswegs verschweigen.
So schlimm war es auch wieder nicht! versicherte ich bald danach meinem ganz kleinlaut gewordenen Buben, und wir begaben uns ins Badezimmer. Säuberten uns, und nun bereitete ich mich für ein eventuelles zweites Mal vor, und zwar mit aller Sorgfalt. Wie bald wurde aus der Eventualität eine sichere Gewissheit!
Nun bat ich ihn, alles Ungestüm abzulegen. Es sich nach Einbringung auf mir bequem zu machen. Alles dem Lover und dessen rückwärtiger Muskulatur zu überlassen und der Beweglichkeit seines Beckens.
Hat es eine halbe Stunde gedauert womöglich, wenigstens zwanzig Minuten? Eine selige Ewigkeit jedenfalls, bis er derb meine Oberarme packte, mich wieder in dieselbe Stelle biss, am Nacken links (würde er doch rechts beißen endlich einmal, damit links ausheilen kann).
Tränen der Dankbarkeit? Tränen jedenfalls rannen meinen Hals entlang.
Und dass nach dieser Nacht, dass nach einem schönen Frühstück alles gelöst würde, was noch ungelöst war, da waren wir ganz zuversichtlich.
masXin@gmx.at schrieb am 20.2. 2018 um 08:37:50 Uhr zu
Bewertung: 19 Punkt(e)
Während ich noch grübelte, ob ich meinem Donnerstagbuben Adrian Mitteilung machen will oder nicht, dass nämlich sein Vater hiergewesen war und ihn wieder zu sich hat nehmen wollen, fiel mir auf, dass Gerda für das Abendbrot 4 Gedecke auflegt und gleich fällt mir wieder ein, dass Adrian einen Freund für heute einbestellt hat, den John nämlich, den Ballettänzer, und schon höre ich ein fröhliches Gelächter draußen, ein wildes Geklingel, und da sind sie, der Adrian, der John.
Was ist der John für ein hübscher Bursche, bräunlich etwas, indem seine Mutter Äthiopierin ist, und eine Fröhlichkeit scheint ihm angeboren zu sein geradezu. Ich muss mich nun all meiner Bedenken schämen und froh sein, dass Adrian einen solchen Freund hat. Auch hat dieser mich gleich umarmt sogar und geduzt indem er »servus Xaver« sagte und »ich weiß alles von dir!« Indem Angst in Zuversicht sich verwandelt hat in so kurzer Zeit, war es mir wie im Traum, und auch jetzt noch anderntags ist mir so.
masXin schrieb am 19.1. 2018 um 10:32:06 Uhr zu
Bewertung: 12 Punkt(e)
Indem gestern abend mir mein Donnerstagbub Adrian strikt abgeraten hat, die Donnerstagsbeichte weiterhin aufzusuchen, bin ich eben dageblieben. Wegen ihm müsse ich nicht zur Beichte gehen! Oder was hätte ich denn zu beichten überhaupt? Ihm, ihm müsse ich beichten, falls da irgend etwas vorgefallen ist! So habe ich ihm tatsächlich gestanden, dass am Sonntag, im Sportzentrum, als ich ihn überall suchte, kurz bevor ich ihn im Umkleideraum endlich gefunden hatte, im benachbarten Umkleideraum ... Was denn? fragt mich mein Beichtiger. Nun, da saß einer, wie du ganz einsam und allein, hat sich die Hose hochgezogen und dabei mich angeschaut.
Der Elias! Den kenne ich! Der ist bei uns im Verein! Ich kann ihn dir besorgen, wenn du willst.
Eine Beichte soll mich beruhigen, nicht beunruhigen. Adrian: was denn so besonderes an diesem Elias sei. Und von ihm angeschaut zu werden bloß, das muss doch nicht gebeichtet werden. Ich sage: aber wie er geschaut hat! Indem Adrian sehr genau wissen will, über welche Zauberkünste dieser Elias verfügt, hat er die Idee, es ihm gleichzutun. So begibt er sich in unser Zimmer, teilt mit: ich rufe dich, wenn ich soweit bin! Dann musst du hereinkommen! Aber nicht vorher!
masXin schrieb am 12.1. 2018 um 14:11:21 Uhr zu
Bewertung: 13 Punkt(e)
So ließ ich denn, wohlversorgt wie ich nun bin, die gestrige Donnerstagbeichte ausfallen. Hingegangen wenn ich wäre, hätte ich mich kaum zurückhalten können, und geradeswegs mein Glück allen gebeichtet, was nur allzubald wäre zu bereuen gewesen sicherlich. Andrerseits hatte ich mich zwar keiner Beichte, aber doch einer Inquisition zu unterziehen, indem eine Tante meines Donnerstagsbuben Adrian (nun kenne ich ihn schon über eine Woche!), welche ich bereits am Sonntag kennenlernen durfte (Fußball-Match FC Torpedo, Mittelstürmer Adrian), ihres Neffen neuen Wohnsitz aufsuchte. Genauestens hat die Bianca, so der Name, die Wohnung meiner Hausherrin Gerda inspiziert, (Adrian selbst war noch in der Schule). Anfänglich sehr kühl gegen Gerda. Später, am Küchentisch beim Häferlkaffee, fast herzlich.
Dann fiel ihr ein, dass das Schlafzimmer noch gar nicht kontrolliert worden war. Zum Glück hatte ich inzwischen dort einiges noch zurechtgerückt, insbesondere die Kopfkissen weiter auseinander geschoben, und Adrians ganz neue Kadetten-Uniform ins rechte Licht gerückt.
Tante Bianca ließ noch eine mit allerlei gefüllte Tasche für Adrian zurück und versprach, in Zukunft öfters nach dem Rechten zu sehen.
»Aber bitteschön, meine Liebe, herzlich gern!« sage Gerda in schöner Betonung, aber mit missmutigem Gesicht, indes, Bianca war schon draußen und sah nicht zurück.
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