Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Tagebuch«
monstaa schrieb am 9.2. 2001 um 18:40:20 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
Ist mein heimlicher Geliebter, der alles abbekommt, welchens die unheimlichen nicht abbekommen.
Meistens rede ich mit meiner zweiten Person, die dann einfach nur zuhört, gute Ratschläge gibt, oder in deren Schoß ich mich einfach wiegen kann. Manchmal bin ich auch sehr böse auf die zweite Person, weil sie immer alles besser weiß und auch mich schimpft, wegen meiner Unvernunft. Meistens ist am Schluß des »Dialogs« alles gut, und die beiden nehmen sich in die Arme. Manche Menschen machen auf genau die Selbe art eine Therapie, ich mach´s eben selbst.Kost nix, und ich hab keinen alten Therapeutensack vor meiner Nase sitzen. Ohne kann ich nicht mehr.
ich schrieb am 26.7. 2000 um 14:19:36 Uhr zu
Bewertung: 5 Punkt(e)
Abfall für alle. Mein tägliches Textgebet. Tagebuch, Reflexions-Baustelle, Existenz-Experiment. Geschichte des Augenblicks, der Zeit, Roman des Umbruch-Jahres 1998.
Ein Tagebuch zunächst mal also, so erzählt Abfall für alle vom Leben eines Schreiber-Ichs in Berlin. Er sitzt an dieser Arbeit, schreibt und probiert zu schreiben, er geht einkaufen, schaut Ausstellungen an. Und er verreist und trifft Freunde, fast schon fiktiv, und redet ganz echt mit allen Mitbewohnern und Sprechern im Raum des Medialen.
Dem Internet, wo das Buch, in täglichen Lieferungen publiziert, Stück für Stück entstand, verdankt der Text seine äußere Gestalt: die häppchenartige Form; das Ideal seiner Sprache, alltäglich, zugänglich, lebensnah. Und vor allem die innere Ökonomie: von den Gedanken an das schweigende Leser-du, von dessen Interessen, Eile und Ungeduld fühlte der Text sich geführt und gehalten, erwartet und hervorgebracht.
Neben diesem fiktiven Leser, einer milden Freundlichkeits-Instanz, hat der Roman einen herrischen Autor: die Zeit. Sie schickt ihren Helden hinaus ins Leben, täglich neu. Minuten-Notizen protokollieren das Erlebte, Geistes-Zustände, Blicke, Beobachtungen, Geschehnisse außen und innen; hysterisch, verschleiert, konkret und absurd, grotesk überpräzise und komplett normal zugleich. Spannend.
Auf die Art stellt Abfall für alle auch noch einmal die alte Frage nach dem Abenteuerlichen gerade auch der FORM des Romanes. Was ist das eigentlich, ein Roman? Die Frankfurter Poetik-Vorlesung Praxis, fünf mal Dienstag hier im Mai, versuchte eine Antwort. Experimentell, theoretisch, realistisch kompliziert; und dabei doch plausibel in der Evidenz der Kollision von Welt und Ich: irgendwie kaputt.
Schließlich war, ein Traum, der wahr geworden ist, das Buch entstanden, das ich bin. Das ich immer schreiben wollte, von dem ich immer dachte, wie könnte es gelingen, das einfach festzuhalten, wie ich denke, lebe, schreibe. Von seiten des Todes her gesehen. – Was mir also gefällt, am Buch Abfall:
der Realismus der Ideen-Vorrang die Banalität der Dämonie des Alltags das Schreiberle die Stille der mediale Lärm die Funktionalität der auftretenden Personen die argumentative Pedanterie das Tasten das urteilsmäßige Rumholzen die Gleichwertigkeit aller Dinge die Poetologie, die ästhetische Theorie strukturell fragmentarisch, fragmentiert von Zeit die Zeitmaschine das Jahr die Minutendinger und ihre Plausibilität die Sekundengedanken: der Wahn Tag für Tag, die Erzählung Zahlen und Ziffern ALLES IST TEXT und über und unter und in allem: Melancholie
rainaldgoetz
diso schrieb am 4.12. 2001 um 17:25:37 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
vorwort aus dem tagebuch eines träumers:
ein kleines, schwaches, durch seine umwelt manipuliertes wesen packt aus.
die essentielle grundfrage lautet schlichtweg» was geht ab?« auf der erde, in den köpfen der menschen, in meinem kopf, im universum.
die gesamte fragestellung ist sowohl von größten selbstzweifeln, als auch von anfleigendem größenwahn durchzogen.
je nach seelischer verfassung des autors.
wie immer, auch die suche nach dem sinn von allem, und eine immer größer werdende offenbahrung der sinnlosigkeit sind vorhanden.
immer wieder aufkeimende hoffnung auf privates glück, gefolgt von immer tieferen abgründen, aus denen es scheinbar immer zu entkommen gelingt, ohne dass das tal jemals verlassen wird. so gestaltete sich mein leben, aus meiner jetzigen, subjektiven sicht wahrgenommen bisher.
das kann auch ab´nders sein.
niemals in der nähe eines wirklich dunklen loches gewesen würde es dann heißen.
na ja, mehr gibt es dazu momentan sicherlich nicht zu schreiben.
alle punkte obiger fragestellung bezogen auf eine einzige person, ein einziges individdum, das mit der äußeren oder inneren reizüberflutung nicht klarzukommen scheint.
das »ich« als zentrum des universums, der eigenen denkwelt.
die angst vor dem nichts und der bedeutungslosigkeit, spielen eine große rolle in diesem leben.ebenso wie die hoffnung auf gerechtigkeit für alles leid.
der glaube an gott und die wut auf den menschen, der sich aus der verantwortung stiehlt. die wut auf mich. die angst und die einsicht.
träumereien, philosophien, theorien und realismus sind ebenso bestandteil meiner kleinen gedankenwelt, wie absolute leere, mutwilliger schwachsinn und stuss.
ich bin ein ganz normaler mensch, der sich zu viele gedanken macht, die er mit seinem unterentwickelten gehirn nicht begreifen kann.
mir geht es so wie jedem menschen.
nur mit dem unterschied, dass ich mehr zu wissen glaube. doch tue ich dies? vielleicht mehr ´von meiner eigenen welt.
ansonsten weiß ich nichts.
werde ich in meiner welt auf der erde überleben können?
antwort und urteil bleiben mir verwährt.
Prüfung also oder sinnlosigkeit. diese beiden auswahlmöglichkeiten für die gestaltung meines lebens sind mir geboten.
sinnlosigkeit hätte den vorteil, dass ich die 70 jahre, die meine biomasse halbwegs übersteht, eigentlich tun und lassen könnte was ich will, ohne mir über irgendetwas gedanken machen zu müssen. danach wäre dann alles vorbei.
positives fazit: lebe den moment.
negatives fazit: verplempert ist vieles, da das genießen oftmals nicht ohne weiteres zu bewerkstelligen ist.
wäre das leben jedoch eine prüfung, hätte ich keine angst mehr vor dem tod. denn für das »mitleid«* würde ich belohnt.
....letztenendes ist jtzt dennoch alles e´gal, denn die antwort erfahre ich entweder gar nicht oder erst nach dem tod, was nicht egaler sein könnte. daraus folgere ich wiederum obiges.
( ich bin gefangen in den achten und werde sie niemals verlassen können. das macht mich ganz wirr und lässt mich dürsten nach dem tod, der einzigen befreiung aus diesem werk, die mich gleichzeitig jedoch die angst vor der möglichen bitteren wahrheit des nichts spüren lässt.)
genug davon!
*so hoffe ich , ich alter egoist.
na ja das formulieren ist mir dann zu später stunde nicht mehr gelungen.
disobi
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