Anzahl Assoziationen zu diesem Stichwort (einige Beispiele folgen unten) 217, davon 211 (97,24%) mit einer Bewertung über dem eingestellten Schwellwert (-3) und 104 positiv bewertete (47,93%)
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positiv bewertete Texte
Der erste Text am 7.6. 1999 um 16:38:11 Uhr schrieb
aRzi über Küssen
Der neuste Text am 27.10. 2017 um 00:10:57 Uhr schrieb
Dirkie über Küssen
Einige noch nie bewertete Texte
(insgesamt: 51)

am 18.10. 2005 um 17:33:25 Uhr schrieb
Marc über Küssen

am 28.3. 2006 um 01:42:59 Uhr schrieb
Vincent über Küssen

am 16.10. 2002 um 22:18:03 Uhr schrieb
mondkalb über Küssen

Einige überdurchschnittlich positiv bewertete

Assoziationen zu »Küssen«

Liamara schrieb am 22.9. 1999 um 22:29:28 Uhr zu

Küssen

Bewertung: 8 Punkt(e)

Es gibt da so eine verrückte Untersuchung, die besagt, dass wer viel küsst, sich nicht so leicht erkältet. Allerdings darf es wohl auch wieder nicht ZU viel sein, denn dann erlahmen die Abwehrkräfte auch schon wieder. Ich kann mich nicht mehr an die genauen Zahlen erinnern, aber es wurde jedenfalls detailliert aufgedröselt, wie oft man küssen sollte oder auch nicht. Also mir doch egal ob ich mich erkälte! Hauptsache Küssen!

sumopi schrieb am 30.5. 2002 um 19:53:58 Uhr zu

Küssen

Bewertung: 7 Punkt(e)

Das zärtliche Spiel der Lippen mit noch fremden. Langsam kommen diese sich näher. Langsam verstehen sie sich und können wechselhaft die Begierde nach inniger Umarmung stillen.
So gibt es mehrere Geschichten die sie sich erzählen von Sehnsucht, von Weichheit, vom Verlangen, vom Erobern, vom Ergeben.
Küsse am Körper, in der Handfläche. Die Haut wird liebkost und gleichzeitig erforscht bis jede Pore den Lippen zuhören und unter jeder Berührung mit feinem Schauern zusammenzucken.

Nicky schrieb am 19.8. 2000 um 01:45:55 Uhr zu

Küssen

Bewertung: 5 Punkt(e)

Küssen an und für sich ist schon ein erstaunlich bizarrer Vorgang: Zwei Menschen mögen sich. Warum auch immer. Vielleicht weil sie den anderen hübsch finden. vielleicht, weil der, den sie lieben sie gerade verlassen hat. vielleicht weil sie erkennen, dass sie irgendwie zusammenpassen. Auf jeden Fall suchen sie sich als Zeichen dieser Zuneigung eine Berührung ihrer beiden Lippen aus. Und siehe da: Diese so unspektakuläre Geste löst voll und ganz spektakuläre Gefühle aus. Würde man einem Außerirdischen diesen Vorgang schildern, er würde wahrscheinlich belustigt mit dem Kopf schütteln und nur Bahnhof verstehen. Deshalb sollte man es Außerirdischen im Falle eines Zusammentreffens immer real zeigen, was Küssen bedeuten kann. Falls sie überhaupt Lippen haben...

Andreas B. schrieb am 28.8. 1999 um 01:56:33 Uhr zu

Küssen

Bewertung: 3 Punkt(e)

Küssen war für mich der innige Kontakt. Das Gefühl der Wärme. Tiefe Wärme die einen durchflutet. Wenn ich sie geküsst habe, war es immer wieder ein neu entdecken, ein neues tasten, ein neues erfahren, ein tiefer werdendes Lieben. Sie war oft stürmisch, ja heftig! Dann war ich ihr erlegen und konnte mich nicht wehren. Meistens war es zärtlich, für mich das schönere. So sanft,so nah, sich austauschen und spüren.

Dirkie schrieb am 27.10. 2017 um 00:10:57 Uhr zu

Küssen

Bewertung: 2 Punkt(e)

Küssen gehört zu den ekelhaften Perversionen der Frauen. Sie drücken einem ihre nassen, klebrigen Lippen ins Gesicht, oder sogar auf den Mund. Und dann fangen sie an ihre Zunge einen in den Mund zu schieben. Ich finde das ekelhaft. Jahrelang habe ich mich so von meiner Freundin vergewaltigen lassen, obwohl ich dieses Küssen hasse, weil es einfach nur ekelhaft ist. Aber aus Angst vor einer Trennung habe ich diese Belästigung über mich ergehen lassen. Zum Schluss wurde doch der Ekel immer größer und es war mir lieber, alleine zu bleiben, als weiterhin ein Opfer dieser weiblichen Perversion zu sein.

charmides schrieb am 9.2. 2003 um 20:53:54 Uhr zu

Küssen

Bewertung: 3 Punkt(e)

mit meinem vorletzten freund.
im auto auf dem dorf.
es war sommer.
(und hier wirds gerade kitschig)
(tut mir leid)
ich bin in seine küsse gefallen.
hab mich von ihnen ernährt.
lippen getrunken.
ich wollte mich in ihm verlieren.
nicht ihn verlieren.

annina schrieb am 23.3. 2000 um 14:54:51 Uhr zu

Küssen

Bewertung: 4 Punkt(e)

ich vermiss es so sehr,und immer seh ich dich vor mir,wünsch mir dich zu küssen,mich zu getraun,deine lippen zu spürn,mit ihnen verschmelzen,meine lippen brennen als hättest du sie berührt,doch zurück bleibt nur das vermissen und ein zu ende gertäumter traum

Kleine Elfe schrieb am 21.5. 2000 um 23:01:24 Uhr zu

Küssen

Bewertung: 2 Punkt(e)

...ist, finde ich, das wichtigste an einer Beziehung, weil es das erste ist was man dem anderen schenkt.
Außerdem ist es doch immer wieder ein neues Glücksgefühl von einm Menschen den man lieb hat geküsst zu werden.

Ich freu mich schon auf meinen Gute-Nacht-Kuss

Rhett Krimskrams schrieb am 15.5. 2000 um 19:58:54 Uhr zu

Küssen

Bewertung: 3 Punkt(e)

Sie hat ein Lächeln , so schön und hell wie die Sonne . Hätte ich jedoch gewußt wie heiß sie ist , hätte ich sie nie geküsst .
Ich habe mir ganz furchtbar die Lippen verbrannt .
So spüre ich zur Zeit kaum mehr etwas wenn ich küsse , aber seit ihr habe ich eh nicht mehr viele geküsst .
Jetzt heule ich lieber den Mond an , als die Sonne zu küssen , das ist sicherer .

lumina* schrieb am 11.3. 2001 um 17:59:40 Uhr zu

Küssen

Bewertung: 1 Punkt(e)

Alberta empfängt einen Liebhaber

Wenn wir ein klein wenig mehr vom Küssen verstanden hätten, hat Nadan später einmal gesagt, als er ratlos war, weil wir gerade gemerkt hatten, dass rückwirkend küssen nicht geht. Auch dann nicht, wenn man etwas davon versteht. Dann schon gar nicht.
Wenn wir mehr davon verstanden hätten, hätten wir es wahrscheinlich eine Zeitlang gemacht, und dann wären wir in schönster Eintracht auseinandergegangen, statt uns immer wieder dazwischezufahren. Auseinandergehen ist etwas anderes als Danebengehen. Das reinste Idyll dagegen.

Ich fand, er hätte wissen müssen, wie Küssen geht, weil er kurz vor dem Führerschein stand. Wir hätten es im Grunde beide wissen können, weil es, als wir jung waren, einfach jeder wusste und alle kreuz und quer durcheinanderküssten. Es sollte gut gegen den Vietnamkrieg sein, und weil alle gegen den Vietnamkrieg waren, wurde sehr viel geküsst, uns schießlich schien es zu helfen, irgendwann war der Krieg zu Ende, und als er zu Ende war, ließ man es wieder sein. Ich war auch gegen den Vietnamkrieg und hätte nichts gegen Küssen gehabt, aber Nadan küsste nicht, und ich wollte nicht ohne Nadan.
Man konnte leicht in den Verdacht kommen, den Vietcong zu verraten und heimlich ein Imperialist zu sein.
Es war eine schwierige Zeit. Ich ging in Fellini-Filme und merkte, wie mager ich war. Dann waren Stadtmeisterschaften, und alle fuhren vorher ins Trainingslager. Ich war knapp unter der Altersgrenze, aber ich konnte schnell starten. Für Kurzstrecke würde es reichen. Also durfte ich mit. Nadan wurde später Stadtmeister im Zweitausend-Meter-Lauf. Ich hatte etliche Fehlstarts, und danach stolperte ich über die Hürde und verlor dabei auch noch das Staffelholz.
Vorher waren wir eine Woche im Trainingslager. Wir spielten Pingpong, fanden Abkürzungen für den Trimmpfad und beschummelten die Stoppuhr; es gab Vierfruchtmarmelade und Schinkennudeln und jeden Tag Hagebuttentee, an den Abenden gingen wir in die Kneipe im nächsten Ort und tranken Bier, und am nächsten Tag war uns schlecht. Alle küssten, und weil sie ausprobieren wollten, wie Küssen im Dunkeln ist, wenn man nicht sieht, wer nun wen erwischt, sind wir auch einmal nachtgewandert. Es war eine kühle Nacht. Der Mond schien, man konnte genau sehen, wer wen erwischt hatte, und dann sind wir wieder zurückgegangen.
Plötzlich wurde es aber tatsächlich finster, der Mond war weg, die Sterne waren weg, und ich fiel in eine Grube. Sie war etwas tief und vor allem etwas nass. Weil Nadan hinter mir ging, fiel er auch hinein. Danach kam keiner mehr. Ich hatte erst Lust zu schreien, weil Mädchen im Dunkeln schreien, wenn sie in eine Grube fallen, und auch sonst manchmal, aber es hat mich nicht überzeugt, weil ich mir nichts gebrochen oder geprellt hatte, und als Nadan auch in die Grube gefallen kam und sonst weiter keiner nach ihm, waren wir so dicht über- und unter- und aneinander, dass mir schien, als ob wir uns küssen sollten, wo es sich schon einmal so ergab. Manchmal habe ich ein Gespür dafür, wenn etwas geradezu klassisch ist, und nach meinem Gespür war dies hier klassisch, aber wir waren nur nass geworden, rückten voneinander weg, brauchten einen Moment, um aus der Grube zu klettern, und gingen weiter.
Es war der Abend unserer großen Chance. Wir hatten nicht nur diese eine Chance, sondern gleich eine ganze Serie, eine ganze Nachtvoll Chancen, weil wir nach dem Grubenfall und Herausklettern die anderen verloren hatten und danch wunderbarerweise auch noch den Weg nicht mehr fanden, und besser kann es gar nicht mehr kommen.
Wenn ich uns sehe, ist später dann wieder ein Milchmond dabei, und die Sterne sind wiedergekommen. Nadan sieht alles stockfinster. Immerhin haben wir uns irgndwann einmal darauf einigen können, dass wir zuletzt etwa die halbe Nacht auf einer umgefallenen Fichte saßen. Und saßen. Und immer noch weitersaßen. Und sitzen noch. Bis zum jüngsten Tag. Immer auf dieser Fichte.

Es gibt Momente, in denen das Leben plötzlich anhält, weil es sich verschluckt hat. Es verschluckt sich, hält an und hält die Luft an, es hält eine ganze Weile die Luft an und weiß nicht, wie es weitergeht, und schließlich atmet es aus, und bis es wieder den Rhythmus findet, könnte man denken, dass es vergessen hat, wie es sich atmet, aber dann atmet es wieder durch und geht weiter. Aber es hat einen Moment lang angehalten, und etwas bleibt verschluckt und in den angehaltenen Augenblick eingesperrt, es bleibt zurück und kann nciht mehr aus dem Moment heraus und mit dem Leben mit, wenn es durchatmet und dann weitergeht.
Ich sehe Nadan im Mondlicht sitzen, und Nadan sieht nichts in der Dunkelheit.
Das Verschluckte und Eingesperrte wird natürlich nicht älter. Es bleibt da sitzen, kurz vor der Altersgrenze, kurz vor dem Führerschein, und klüger wird es so auch nicht.
Das, was weitergeht, wird allerdings unweigerlich klüger: und etwas, was ich seit dem Abend weiß, ist, dass man nicht lange schweigend herumsitzen darf, wenn man küssen möchte; entweder man küsst beherzt einfach gleich drauflos, auch wenn es einem komisch vorkommt, oder man macht etwas anderes, aber schweigend herumsitzen sollte man möglichst nicht. Sobald man anfängt, eine längere Weile schweigend herumzusitzen, verliert man unweigerlich an Entschlusskraft, die man zum Küssen braucht, und das gesamte Kussvorhaben erscheint einem nicht mehr unumgänglich und unvermeidlich, nicht einmal passend, sondern zunächst unpassend und zweifelhaft, später anrüchig und schließlich leicht unappetitlich. Man mag nicht mehr, selbst wenn man vorher sicher war, dass man mögen würde. Bei schweigendem Herumsitzen fängt man nämlich an zu denken. Und dabei fällt einem auf, dass man eigentlich nciht versteht, warum man jemandem, den man gern mag, weil er Nadan ist und Nadans Stimme hat, Nadans leisen Dialekt und Nadans kluge Augen, warum bloß man so jemandem, den man tatsächlich besonders gern mag, mit der Zunge in den Mund fahren soll, wo die eigene Zunge und der andere Mund voller Spucke sind, und dasss Spucke unappetitlich ist, weiß ja jeder, aber mit fünfzehn Jahren weiß man es womöglich besser und genauer und unerbittlicher als jeder.
Küssen kam mir beim Herumsitzen und Darüber-Nachdenken allmählich zudringlich und pervers vor.
Je mehr man schweigend nebeneinander herumsitzt und denkt, um so weniger mag man.
Es ist so. Man mag einfach nicht mehr. Es kommt vom Denken. Man wird allmählich sogar ein bisschen aufgebracht gegen den anderen, nur weil er da ist. Es ist lästig, dass er da ist. Wenn man lange in nassen Schuhen im Wald auf einer umgefallenen Fichte sitzt, fängt man außerdem an zu frieren, man hat kalte Füße und Hände und eine rote Nasenspitze, die Nadan aber nicht gesehen haben kann, weil er sagt, die Szene war ohne Mond und stockfinster, und ich habe sie nicht gesehen, weil ich den Waldboden mit dem Milchmondschimmer darauf betrachten und langsam darüber nachdenken musste, wie ich auch nur halbwegs mit Anmut aus dieser nächtlichen Schweigesitzung herauskommen könnte, ohne am Ende noch küssen zu müssen.
Schweigen kann sehr verschieden sein, und wir haben seit diesem Erstschweigen auf der ungefallenen Fichte viele Folgeschweigen ausprobiert, mit- und gegeneinander, erschöpfte, explosive; manche Schweigen pochen an die Stirn und lassen Nadans Augen verschwimmen; Blödigkeitsschweigen gibt es und endlose Telefonschweigen, von denen einem die Seele gerinnt; aber dieses Urschweigen mit Milchmond auf der umgefallenen Fichte war anders als all die späteren Sorten, die wir ungefähr so gelernt und uns übersetzt und benutzt haben, wie ein Taubstummensprach. In jeder danbengeganben Geschichte gibt es ein geheimes Schweige-Glossar, und wenn eine Geschichte so wir unsere danebengeht, bis zum Jüngsten Tag, ist das Schweige-Glossar riesg, geradezu enzyklopädisch, aber das Urschweigen gehörte noch nicht in dieses Schweige-Glossar hinein; es war ganz ohne Bedeutung, nur klumpig, und ich brachte dringend eine Zauberformel, um elegant aus der Sache herauszufinden, aber mir fiel lange keine ein, weil das Leben angehalten hatte.
Dann atmete es aus.
Es musste den Rhythmus erst finden.
Dann fiel mir eine Formel ein, die vielleicht noch nicht ganz die gewünschte Zauberkraft hatte, aber doch schon höchst elegant war: »Lieben Sie BrahmsEs war der Titel eines Buches, das ich gerade gelesen hatte, und sowohl das Buch wie auch ganz besonders der Titel waren mir äußerst gelungen erschienen, aber nachdem ich ihn zur Probe ein paarmal stumm vor mich hingedacht hatte, klang er nicht mehr so elegant, eher geschwollen, und passte dem Stil nach nicht so recht in den Wald. Außerdem würde sich Nadan wundern, wenn ich ihn plötzlich siezte.
Ich versuchte also, ihn ins Du zu übersetzen, aber dadurch wurde er eher noch schlimmer: Liebst du Brahms? Das quietscht und hat keinen Schwung, und außerdem hätte ich die Zauberformel vorsichtshalber lieber ohne Liebe gehabt, weil Nadan von Liebe vielleicht auf Küssen kommen könnte, und das war unbedingt zu vermeiden. Salopp und souverän hätte ich natürlich sagen können: Magst du Brahms? Es wäre stilistisch vielleicht geganen. Nur ist Brahms nicht wie Hinz und Kunz oder Himbeereis, man kann über Brahms nicht sagen, mag ich oder mag ich nicht, Brahms ist groß und tot und längst über jegliches Mögen erhaben, man kann darüber streiten, ob er zu schnell gespiel werden darf oder nicht oder ob man die Hälfte der Instrumente weglassen kann oder noch welche dazutun müsste, aber man beleidigt Brahms und blamiert sich, wenn man ihn mit Mögen oder Nichtmögen verbindet.
Wir hatten mittlerweile schon so lange schweigend herumgesessen, dass der nächste Satz nun von Gewicht sein würde. Er würde senkrecht und scharf in dieses kalte, klumpige Schweigen fallen, es zerteilen und hindurchfallen und unten auf dem Boden aufkommen mit einem Schlag oder Knall, und danach würden wir erlöst sein vom Herumsitzen und vom Küssenmüssen, das Leben würde weitergehen, wir würden den Weg schon irgendwie wiederfinden, und beim Gehen würden die Füße und Hände warum und nachher im Bett auch die Nasenspitzen. Deswegen war der Zaubersatz wichtig, während Nadans Verhältnis zu Brahms mich nicht so sehr interessierte, aber weil der Satz wichtig und gewissermaßen historisch war, beschloss ich, dass Brahms seiner Größe und seines Totseins halber ruhig darin vorkommen dürfte.
Seit ich sprechen kann, leide ich unter stilistischen Sorgen, und nachts im Wald eine Zauberformel gegens Küssen mit Nadan finden zu müssen, ist gewissermaßen die stilistische Sorge schlechthin. Ich wurde davon sehr müde.
Irgendwann kam mir, weil das Leben weitergehen würde und ich ins Bett und nur noch schlafen wollte, eine Eingebung, in der die Größe von Brahms sich mit meiner eigenen Souveränität auf milchmondhaft ideale Weise salopp und graziös zusammenfand. Ich hätte weinen mögen vor Schönheit und Eleganz und Gelingen und Müdigkeit und kalten Füßen, und Nadan hat später gesagt, er hätte meine Stimme sonderbar schlucken hören und es beunruhigend ung bizarr gefunden, dass wir im Wald herumsitzen und so lange nichts sagen, bis man gar nicht mehr weiß, was man sagen könnte, und dann sage ich mit verschluckter Stimme: Wie findest du eigentlich Brahms?
Damit hatte er nicht gerechnet. Tatsächlich tat der Satz ganz genau, was er sollte: Er fiel senkrecht mitten ins Schweigen hinein, einmal durch und bis ganz unten runter und schlug mit einem unangenehmen Geräusch unten auf. Es schepperte.
Nadan sagte: Die Stones mag ich lieber.
Danach sind wir gegangen. Bis ich im Schlafsaal war, wurde es langsam hell, und ich hatte noch anderthalb Stunden Zeit, mich zu schämen.

Birgit Vanderbeke

Einige zufällige Stichwörter

Schreie
Erstellt am 6.11. 1999 um 06:33:35 Uhr von Molfo, enthält 45 Texte

Synonym
Erstellt am 30.5. 2001 um 15:11:32 Uhr von Nils the Dark Elf, enthält 55 Texte

Daten
Erstellt am 21.9. 1999 um 11:33:28 Uhr von Dragan, enthält 33 Texte

Ostpreußen
Erstellt am 28.12. 2002 um 13:58:50 Uhr von Die Reporter der Windrose, enthält 8 Texte

Das-Maskottchen-der-FDP-ist
Erstellt am 7.6. 2011 um 20:59:28 Uhr von Kit Fisto, enthält 11 Texte


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