Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Allergie«
Nanni schrieb am 1.12. 2000 um 01:35:18 Uhr zu
Bewertung: 6 Punkt(e)
Eine Allergie nennt man die Hypersensibilität des Immunsystems eines Körpers gegen ein Allergen.
Der Körper eines Menschen ist überempfindlich gegenüber Dingen, die für die Körper der meisten anderen Menschen nicht beachtenswert erscheinen, oder zumindest keine gesteigerte Abwehrreaktion auslösen.
Die Ursachen einer Allergieentwicklung sind noch nicht abschließend geklärt, es scheint insgesamt ein mutifaktorielles Geschehen zu sein, die verschiedensten Gründe werden dikutiert, bis hin zu der Annahme, eines ursächlich traumatischen Kontaktes zwischen Allergen und Körper.
Wenn der Kontakt zum Allergen gemieden wird, kommt es zu keiner allergischen Reaktion, diese Meidung kann aber im Alltag, und auch je nach auslösendem Agens, sehr schwierig oder unmöglich sein.
Eine Therapie kann als Ziel die Behandlung der Symptome haben, oder aber, bzw. in Kombination hiermit, die Reduktion der Abwehrreaktion des Körpers.
Dieses Verfahren wird Hyposensibilisierung genannt. Sie wird durchgeführt bei sonstiger Gesundheit des Allergieinhabers. Unter kontrollierten und überschaubaren Bedingungen wird das Immunsystem mit einer geringen Dosis des allergieauslösenden Stoffes konfrontiert, die Dosis sollte möglichst unter der Schwelle einer zu erwartenden Abwehrreaktion liegen. Bei ausreichender Verträglichkeit werden diese Maßnahmen mit einer nächst höheren Dosis wiederholt. Ziel ist es, die Erinnerung des Immunsystems an den auslösenden Stoff als Allergen, zu löschen; ihn wieder an den allergieauslösenden Stoff zu gewöhnen.
Eine Hyposensibilisierung macht Mühe und geht auch jeweils mit dem Risiko einher, die absichtlich zugeführte Allergendosis zu hoch gewählte zu haben, was dann zu der, eigentlich unerwünschten, Abwehrreaktion führt.
Deshalb wird eine Hyposensibilisierung auch nur gegenüber Stoffen/Dingen durchgeführt, die im täglichen Leben nicht gemieden werden können oder nicht gemieden werden wollen.
Goofy schrieb am 11.3. 2001 um 21:09:23 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
Bestimmte Störungen mit Beteiligung des Immunsystems
(D80-D89)
Inkl.: Defekte im Komplementsystem
Immundefekte, ausgenommen HIV-Krankheit [Humane Immundefizienz-Viruskrankheit]
Sarkoidose
Exkl.: Autoimmunkrankheit (systemisch) o.n.A. (M35.9)
Funktionelle Störungen der neutrophilen Granulozyten (D71)
HIV-Krankheit (B20-B24)
D80 Immundefekt mit vorherrschendem Antikörpermangel
D80.0 Hereditäre Hypogammaglobulinämie
Autosomal-rezessive Agammaglobulinämie (Schweizer Typ)
X-chromosomal-gebundene Agammaglobulinämie [Bruton] (mit Wachstumshormonmangel)
D80.1 Nichtfamiliäre Hypogammaglobulinämie
Agammaglobulinämie mit Immunglobulin-positiven B-Lymphozyten
Common-variable-Agammaglobulinämie [CVAgamma]
Hypogammaglobulinämie o.n.A.
D80.2 Selektiver Immunglobulin-A-Mangel [IgA-Mangel]
D80.3 Selektiver Mangel an Immunglobulin-G-Subklassen [IgG-Subklassen]
D80.4 Selektiver Immunglobulin-M-Mangel [IgM-Mangel]
D80.5 Immundefekt bei erhöhtem Immunglobulin M [IgM]
D80.6 Antikörpermangel bei Normo- oder Hypergammaglobulinämie
D80.7 Transitorische Hypogammaglobulinämie im Kindesalter
D80.8 Sonstige Immundefekte mit vorherrschendem Antikörpermangel
Kappa-Leichtketten-Defekt
D80.9 Immundefekt mit vorherrschendem Antikörpermangel, nicht näher bezeichnet
D81 Kombinierte Immundefekte
Exkl.: Autosomal-rezessive Agammaglobulinämie (Schweizer Typ) (D80.0)
D81.0 Schwerer kombinierter Immundefekt [SCID] mit retikulärer Dysgenesie
D81.1 Schwerer kombinierter Immundefekt [SCID] mit niedriger T- und B-Zellen-Zahl
D81.2 Schwerer kombinierter Immundefekt [SCID] mit niedriger oder normaler B-Zellen-Zahl
D81.3 Adenosindesaminase[ADA]-Mangel
D81.4 Nezelof-Syndrom
D81.5 Purinnukleosid-Phosphorylase[PNP]-Mangel
D81.6 Haupthistokompatibilitäts-Komplex-Klasse-I-Defekt [MHC-Klasse-I-Defekt]
Bare-lymphocyte-Syndrom
D81.7 Haupthistokompatibilitäts-Komplex-Klasse-II-Defekt [MHC-Klasse-II-Defekt]
D81.8 Sonstige kombinierte Immundefekte
Biotinabhängiger Carboxylase-Mangel
D81.9 Kombinierter Immundefekt, nicht näher bezeichnet
Schwerer kombinierter Immundefekt [SCID] o.n.A.
D82 Immundefekt in Verbindung mit anderen schweren Defekten
Exkl.: Ataxia teleangiectatica [Louis-Bar-Syndrom] (G11.3)
D82.0 Wiskott-Aldrich-Syndrom
Immundefekt mit Thrombozytopenie und Ekzem
D82.1 Di-George-Syndrom
Syndrom des vierten Kiemenbogens
Thymus:
- Alymphoplasie
- Aplasie oder Hypoplasie mit Immundefekt
D82.2 Immundefekt mit disproportioniertem Minderwuchs
D82.3 Immundefekt mit hereditär defekter Reaktion auf Epstein-Barr-Virus
X-chromosomal-gebundene lymphoproliferative Krankheit
D82.4 Hyperimmunglobulin-E[IgE]-Syndrom
D82.8 Immundefekte in Verbindung mit anderen näher bezeichneten schweren Defekten
D82.9 Immundefekt in Verbindung mit schwerem Defekt, nicht näher bezeichnet
D83 Variabler Immundefekt [common variable immunodeficiency]
D83.0 Variabler Immundefekt mit überwiegenden Abweichungen der B-Zellen-Zahl und -Funktion
D83.1 Variabler Immundefekt mit überwiegenden immunregulatorischen T-Zell-Störungen
D83.2 Variabler Immundefekt mit Autoantikörpern gegen B- oder T-Zellen
D83.8 Sonstige variable Immundefekte
D83.9 Variabler Immundefekt, nicht näher bezeichnet
D84 Sonstige Immundefekte
D84.0 Lymphozytenfunktion-Antigen-1[LFA-1]-Defekt
D84.1 Defekte im Komplementsystem
C1-Esterase-Inhibitor[C1-INH]-Mangel
D84.8 Sonstige näher bezeichnete Immundefekte
D84.9 Immundefekt, nicht näher bezeichnet
D86 Sarkoidose
D86.0 Sarkoidose der Lunge
D86.1 Sarkoidose der Lymphknoten
D86.2 Sarkoidose der Lunge mit Sarkoidose der Lymphknoten
D86.3 Sarkoidose der Haut
D86.8 Sarkoidose an sonstigen und kombinierten Lokalisationen
Iridozyklitis bei Sarkoidose+ (H22.1*)
Febris uveoparotidea [Heerfordt-Syndrom]
Multiple Hirnnervenlähmung bei Sarkoidose+ (G53.2*)
Sarkoid:
- Arthropathie+ (M14.8*)
- Myokarditis+ (I41.8*)
- Myositis+ (M63.3*)
D86.9 Sarkoidose, nicht näher bezeichnet
D89 Sonstige Störungen mit Beteiligung des Immunsystems, anderenorts nicht klassifiziert
Exkl.: Hyperglobulinämie o.n.A. (R77.1)
Monoklonale Gammopathie (D47.2)
Versagen und Abstoßung eines Transplantates (T86.-)
D89.0 Polyklonale Hypergammaglobulinämie
Benigne Purpura hyper(gamma)globulinaemica [Waldenström]
Polyklonale Gammopathie o.n.A.
D89.1 Kryoglobulinämie
Kryoglobulinämie:
- essentiell
- gemischt
- idiopathisch
- primär
- sekundär
Kryoglobulinämische:
- Purpura
- Vaskulitis
D89.2 Hypergammaglobulinämie, nicht näher bezeichnet
D89.8 Sonstige näher bezeichnete Störungen mit Beteiligung des Immunsystems, anderenorts nicht
klassifiziert
D89.9 Störung mit Beteiligung des Immunsystems, nicht näher bezeichnet
Immunkrankheit o.n.A.
http://www.daab.de schrieb am 26.10. 2001 um 20:55:09 Uhr zu
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Tierhaarallergie
Das eigentliche Allergen sind nicht die Haare der Tiere
selbst, sondern stammt aus dem Schweiß, Talg, Speichel oder
Urin der Tiere. Diese haften an den Haaren und werden mit
den Haaren und dem Staub in der Luft verbreitet. Landen sie
auf den Schleimhäuten der Augen, der Nase oder den
Bronchien, so können sie eine allergische Reaktion auslösen,
wenn der Betreffende auf die jeweilige Tierart sensibilisiert
ist.
Die Tierhaare können sich auch an Kleidungsstücke heften. Hierbei
kann ein Betroffener sogar schon eine allergische Reaktion zeigen,
wenn er z.B. neben jemandem sitzt, an dessen Kleidung sich solche
Tierhaare bzw. -hautschuppen befinden. Auf diese Weise kommt es
vor, dass jemand, der zu Hause z.B. eine Katze hat, das
Katzenallergen mit an seine Arbeitsstätte oder in andere Wohnungen
transportieren kann, wo dann ein Kollege, der auf Katzenhaare
allergisch reagiert, die typischen allergischen Reaktionen entwickelt.
Zu gesundheitlichen Beschwerden kann es bei entsprechend hoch
sensibilisierten Tierhaarallergikern auch kommen, wenn sie einen
Raum betreten, in dem vorher ein Tier war, auf das sie allergisch
reagieren.
Katzen
Das Katzenallergen wird hauptsächlich mit dem Speichel und
der Tränenflüssigkeit abgegeben und benetzt auf diese Weise
den Feinstaub in der Wohnung, der allergische Reaktionen
auslöst. Durch die außerordentlich guten Schwebeeigenschaften
dieses Feinstaubes verbleibt das Katzenallergen selbst nach
Entfernen der Katze aus der Wohnung noch über Monate in der
Luft. Untersuchungen haben gezeigt, dass das Katzenallergen
auch in Räume transportiert wird, in denen sich niemals ein Tier
aufgehalten hat. So konnte es in Kindergärten in
Konzentrationen nachgewiesen werden, die ausreichen, um bei
entsprechend sensibilisierten Kindern Allergien und
Asthmaanfälle auszulösen. Das Katzenallergen wurde in diesen
Fällen über die Kleidung von Kindern, die zu Hause eine Katze
hatten, in den Kindergarten hineingetragen und war bei
Untersuchungen des Staubes in der Raumluft nachweisbar.
Hunde
Hundehaarsensibilisierungen können rassenspezifisch verlaufen. Hier
sollte im einzelnen getestet werden, ob eine Sensibilisierung gegen
den eigenen Hund vorliegt. Die Allergene von Hundehaaren weisen im
Vergleich zum Katzenallergen ein geringeres
Sensibilisierungspotential auf, das Allergen verbleibt auch nicht in der
zuvor beschriebenen Weise in der Raumluft.
Vögel
Vögel können ebenfalls Allergien auslösen. Auslöser sind hier
sowohl die Federn als auch der Vogelkot. Auch können
Vogelmilben die Ursache sein. In diesem Fall besteht oft
zusätzlich eine Sensibilisierung gegen Hausstaubmilben. Die
Symptome - meist direkte Luftnotanfälle - treten hierbei u.a.
nach dem direkten Kontakt mit dem Vogel und nach Reinigung
der Käfige auf.
Ein anderer Krankheitstyp mit verzögerter Reaktion
(Immunkomplexbildung, Typ III) ist bei der sogenannten
»Vogelhalterlunge« gegeben. Diese häufiger bei Taubenzüchtern
anzutreffende Erkrankung zeigt sich ca. 3 bis 6 Stunden nach
dem letzten Vogelkontakt mit Symptomen wie Fieber, Husten,
Schüttelfrost, Übelkeit, Luftnot. Wird bei diesem Krankheitsbild
eine weitere Exposition mit diesen Tieren nicht vermieden, kann
sich ein lebensbedrohlicher Krankheitszustand einstellen.
Kann man gegen alle Tiere allergisch sein?
Nein, zumindest ist ein solcher Fall noch nicht bekannt geworden. Am
häufigsten sind Allergien nur gegen Katzen oder nur gegen Pferde
usw.. Bei einer Hundehaarallergie kann die Allergie auf eine oder
wenige Hunderassen begrenzt sein. Die sicherste
Behandlungsmöglichkeit bei einer Tierallergie ist zweifelsohne die
Entfernung des entsprechenden Tieres aus der Umgebung des
Allergikers. Vorsicht ist für einen Tierhaarallergiker auch bei
Kleidungs- und Einrichtungsgegenständen aus Tierhaaren geboten.
Denn auch Felle, Kleidungsstücke, Teppiche und alle anderen
Gegenstände, die aus Tierhaaren gefertigt sind, können auch deren
Allergene enthalten (z.B. Kamelhaarmäntel, Rosshaarmatratze,
Teppiche aus Tierfell oder Schaffell für Kinder)
Ralph Kolges schrieb am 26.10. 2001 um 20:57:31 Uhr zu
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Allergien im Kindes- und
Säuglingsalter
Schilderungen über allergische Erkrankungen finden wir
bereits in der Antike, wobei die ersten Beschreibungen über
den Heuschnupfen erst Ende des 18. Jahrhunderts
veröffentlicht werden. Dies ist auch die Gründungszeit des
Deutschen Allergie- und Asthmabundes 1897 auf Helgoland als
sogenannter Heufieberbund.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Begriff der Allergie durch
v. Pirquet erstmalig festgelegt. Er erkannte, dass durch Antikörper
Erkrankungen hervorgerufen werden können. Der Begriff ist aus dem
griechischen »allos« (d.h. Veränderung des ursprünglichen Zustandes)
abgeleitet. Er beschreibt, dass durch den Kontakt mit einem
körperfremden Stoff die Reaktionsbereitschaft des Köpers verändert
wird. Bei weiteren Kontakten mit diesem Stoff kommt es dann zu
einer steigenden Reaktionsbereitschaft oder die Reaktionsbereitschaft
sinkt, wie bei der Immunität.
Im weiteren Verlauf wurden verschiedene immunologische
Mechanismen beobachtet, die schließlich in vier grundlegende
Mechanismen eingeteilt wurden, wobei die sogenannte
Sofortreaktion mit IgE als Botenstoff (z. B. der
Heuschnupfenanfall) als Typ I – Reaktion bezeichnet wird.
Leider werden auch unspezifische Reaktionen, wie z. B. nicht
einzuordnende Unverträglichkeiten von Nahrungsmitteln im
täglichen Sprachgebrauch als Allergie bezeichnet. Hier sollte auf
eine genaue Verwendung des Begriffes Allergie geachtet
werden. So kann Durchfall nach Genuss von Milch sicherlich
eine Kuhmilchallergie sein. Die meisten Patienten mit diesen
Symptomen leiden jedoch an einer Unverträglichkeitsreaktion,
der Laktose-Intoleranz, die mit einer Allergie nichts außer dem
Symptom Durchfall gemeinsam hat. Bei der Laktoseintoleranz
werden je nach Erkrankungszustand geringe Mengen an
Kuhmilch vertragen. Erst bei größeren Mengen an Laktose
(Milchzucker) über die Nahrung aufgenommen, kommt es zu
Symptomen. Bei der Kuhmilchallergie genügen jedoch schon
Spuren des Kuhmilchproteins, um den Patienten erkranken zu
lassen.
Häufigkeit allergischer Erkrankungen
Heute leiden immer mehr Kinder unter allergischen Erkrankungen.
Leider gibt es keine genauen Zahlen über die Häufigkeit von
allergischen Erkrankungen im Kindesalter. Die Zahlen der einzelnen
Autoren liegen weit auseinander. Die Häufigkeit des Asthma
bronchiale scheint sich jedoch in der Literatur um einen gewissen
Wert einzupendeln. Mit einer Erkrankungshäufigkeit von ca. 15
Prozent stellt es die häufigste chronische Erkrankung im Kindes- und
Jugendalter in der westlichen Welt dar. Die Zahlen scheinen in den
letzten Jahrezehnten stetig steigend zu sein. Interessant waren dazu
die Zahlen aus dem wiedervereinigten Deutschland. Sicherlich gab es
durch die Trennung nach dem 2. Weltkrieg keine genetischen
Unterschiede zwischen Ost und West. Wohl entwickelte sich die
kulturelle und wirtschaftliche Situation in beiden Staaten
unterschiedlich. Die unterschiedlichen Lebensbedingungen führten zu
unterschiedlichen Erkrankungshäufigkeiten.
So wurde bei einer Untersuchung bei neun bis elf Jahre alten
Schulkindern Unterschiede in der Erkrankungshäufigkeit
zwischen den alten und neuen Bundesländern festgestellt. Von
Heuschnupfen waren im Westen der Republik 8,6 Prozent, im
Osten nur 2,7 Prozent betroffen. Beim Asthma bronchiale lag
der Prozentsatz bei 9,3 (West) gegenüber 7,2 (Ost). Eine
bronchiale Überreaktionsbereitschaft lag bei 8,3 Prozent (West)
und 5,5 Prozent (Ost).
Die unterschiedlichen Zahlen werden heute durch die sogenannte
»Schmuddelhypothese« erklärt. So wurden in der damaligen DDR die
Kinder früher und häufiger als in der Bundesrepublik in
Gemeinschaftseinrichtungen untergebracht, was zu vermehrten
Infekten bei den Kindern führte. Gerade diese Infekte sollen nach
Meinung der Theoriebefürworter dafür verantwortlich sein, dass das
Immunsystem durch die Bildung von Infektantikörpern vernünftig
beschäftigt wurde und nicht auf die unsinnige Idee kam, IgE
Antikörper zu bilden und damit die Allergiekarriere zu starten.
Sicherlich spielen noch andere Aspekte eine Rolle. Aus dieser
Theorie heraus kann man jedoch junge Müttern mit im Winter
mehrfach an banalen Infekten erkrankten Kindern nur
beruhigen. Hier tut das Immunsystem der kleinen Patienten
etwas Sinnvolles und die Allergie der Kinder ist in der Zukunft
der Patienten damit unwahrscheinlicher. Vereinfacht gesagt
scheint zu gelten, dass durch die Beschäftigung des
Immunsystems mit sinnvollen Aufgaben (Erregerabwehr)
unsere körpereigen Abwehr nicht auf »dumme Gedanken« zu
kommen scheint (Allergiebildung).
Auftreten allergischer Erkrankungen
Es ist ein immer noch weit verbreiterter Irrtum, dass Säuglinge keine
Allergien ausbilden können. Prinzipiell kann jedes Kind bereits im
Mutterleib spezifische Antikörper als Zeichen der Sensibilisierung
bilden. Somit ist eine Allergie in jedem Alter möglich.
Säuglinge bilden zumeist Antikörper gegen Kuhmilch und
Hühnereiweiß über die Ernährung aus. Dies äußert sich dann in
Hautsymptomen wie der Neurodermitis oder in Symptomen des
Magen-Darm-Traktes. Bei letzteren kann es dann zu
chronischen Durchfällen und Gedeihstörungen kommen.
Im Kleinkindes- und Schulalter werden dann allergische Symptome
häufiger durch Innenraumallergene, wie Katzen- und
Hausstaubmilbenallergen, ausgelöst. Das Katzenallergen scheint
dabei besonders bahnend zu sein, da es sich an die Feinstäube bindet
und sich somit permanent in der Raumluft schwebend dem Bewohner
anbietet. Die Hausstaubmilbe mit ihren Ausscheidungen findet sich
zumeist in unseren Betten. Wenn man bedenkt, dass Kinder mit einer
Schlafdauer von zehn Stunden nahezu die Hälfte des Tages in ihren
Betten verbringen, kann man sich die Relevanz des Milbenallergens
leicht vorstellen. Im weiteren Leben finden wir bei Jugendlichen dann
gehäuft die Pollensensibilisierung, die sich zum Beispiel als
Heuschnupfen darstellen kann.
Allergische Erkrankungen verhindern
In wieweit banale Infekte und die Innenraumallergene unser
weiteres Leben durch Allergiebahnung beeinflussen und ob
langes Stillen tatsächlich Allergien verhindert, müssen
zukünftige Studien zeigen.
Generell sollte möglichst lange gestillt und die Beikost spät und
einseitig in den Ernährungsplan eingeführt werden. Ob dieses
Vorgehen Allergien bei der zunehmenden Belastung unserer
Haushalte durch das Milbenallergen verhindern kann, scheint fraglich.
Wichtig scheint hier ein Überdenken der Bettpflege mit längeren
Lüftungsintervallen und regelmäßigen Reinigungszyklen von Matratze
und Bettzeug zu sein. Eltern sollten auf das Rauchen verzichten und
die Wohnung zur nikotinfreien Zone erklären.
Therapie allergischer Erkrankungen
Wenn es zu manifesten Allergien bei Kindern gekommen ist,
wird heute leider immer noch zu spät und zu unspezifisch
behandelt. Hier sollte beim Asthma bronchiale endlich die
Kortisonangst der Vergangenheit angehören. In vielen Studien
wurde bewiesen, dass eine frühzeitige Therapie mit inhalativem
Cortison die Krankheit bestmöglich beeinflusst.
Die Kinder mit einem Asthma bronchiale, die ausreichend behandelt
werden, haben ein besseres Längenwachstum, geringere
Schulprobleme (Fehlzeiten, Sportausfallzeiten), weniger Allergien als
die unzureichend behandelten Kinder, eine bessere Lungenfunktion
und erhalten bereits verlorengegangene Lungenkapazität wieder
zurück. Leider wird hier bei den Kindern noch häufig wertvolle
Therapiezeit verschenkt. Eltern werden zu spät über die Erkrankung
und deren Therapiemöglichkeiten informiert. Es wird mit Hustensäften
und häufiger Antibiose behandelt und die Krankheit schreitet weiter
fort.
Auf der anderen Seite muss man sich davor hüten, in
Übervorsicht jedem Säugling mit pfeifender Bronchitis im Winter
ein Asthma bronchiale anzudichten. Auch die
Hyposensibilisierung, bei der das krankmachende Allergen in
regelmäßigen Abständen unter die Haut gespritzt wird, wird
immer noch zu spät bei Kindern und Jugendlichen angewendet.
Die Beobachtungen der letzten Jahre scheinen jedoch zu
bestätigen, dass die Hyposensibilisierung am besten wirkt, wenn
die Allergie noch nicht lange besteht und nur wenige Allergien zu
behandeln sind. Somit ist diese »Allergiespritze« eigentlich eine
bevorzugte Therapie spezialisierter Kinder- und Jugendärzte.
http://www.daab.de schrieb am 26.10. 2001 um 20:54:42 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
Schimmelpilzallergie
Schimmelpilze sind mikroskopisch kleine Organismen, die in
einer großen Zahl auftreten und aus vielen Zellen bestehen.
Die Sporen der Pilze unterscheiden sich in Größe, Form und
Farbe bei den verschiedenen Schimmelpilzarten. Diese
mikroskopisch kleinen Pilzsporen oder auch manchmal
Bruchstücke von Schimmelpilzorganismen können, wenn sie
eingeatmet werden, allergische Reaktionen auslösen. Die
Sporen schweben in der Luft und werden vom Wind
weiterverbreitet.
Von den zahlreichen bekannten Schimmelpilzarten sind lediglich etwa
20 bis 30 als Auslöser von Allergien bekannt. Eine
Schimmelpilzallergie kann sich äußern durch Niesanfälle, Schnupfen,
Husten, Asthma, Magen-Darm-Beschwerden, Nesselfieber, Migräne,
Konzentrationsschwierigkeiten oder Gelenkbeschwerden. Die durch
Schimmelpilzsporen ausgelösten Krankheitssymptome können sowohl
ganzjährig als auch saisonal auftreten.
Vorkommen von Schimmelpilzen
Schimmelpilze wachsen überall dort, wo es feucht ist und
organisches Material vorhanden ist. Jeder kennt Schimmelpilze,
die auf verdorbenen Nahrungsmitteln wachsen. In der Natur
findet man eine erhöhte Konzentration von Schimmelpilzsporen
u.a. auf Blätterhaufen, Kompost, Brennholzstapeln und unter
Laub. Eine hohe Luftkonzentration an Pilzsporen besteht
insbesondere in Monaten mit feuchtem Klima und häufigem
Wetterwechsel.
Typische Schimmelpilzquellen in Wohnungen sind feuchte Mauern,
feuchte Stellen hinter Tapeten und Textilien, Holzverschalungen und
Kachelwände, darüber hinaus Klimaanlagen, Matratzen, Polstermöbel
und Luftbefeuchter. Mit höheren Konzentrationen von
Schimmelpilzsporen ist unter anderem in lange nicht gelüfteten
Räumen zu rechnen, außerdem in Räumen mit einer generell höheren
Luftfeuchtigkeit (Bad, WC), in Kellern und in Gewächshäusern.
Pilzsporen in Innenräumen treten in zunehmendem Maße nicht
zuletzt auch daher als Allergenträger auf, da in Neubauten
oftmals für längere Zeit unbemerkt Feuchtschäden als Folge
konstruktiver Baumängel auftreten. Die von Schimmelpilzen für
ihr Wachstum benötigten bestimmten
Temperaturvoraussetzungen sowie eine bestimmte
Umgebungsfeuchtigkeit findet man so in den Wohnungen durch
mangelnde Belüftung, ungünstige Möblierung, durch
Kondenswasserbildung und ähnliches. Pilzbefall auf
Baumaterialien lässt sich hierbei nur schwer dauerhaft
beseitigen. In der Regel müssen Tapeten, Putz und Fugen tief
gesäubert werden. Als wichtigste Maßnahme zur Verhinderung
des Schimmelpilzwachstums dient ausreichendes Lüften, vor
allem an Stellen, die durch Möbel etc. schlecht zugänglich sind.
Schimmelpilze in der Nahrung
Nicht nur über die Luft wird der menschliche Körper täglich mit
Schimmelpilzen bzw. deren Sporen konfrontiert. Auch Nahrungsmittel
stellen eine Quelle möglicher Allergene dar. Die Anzahl der nutritiv
(über das Essen) sensibilisierten Schimmelpilzallergiker ist allerdings
wesentlich geringer als die derjenigen, die auf die eingeatmeten
Schimmelpilzprodukte reagieren. Wenn jedoch bei einem
Schimmelpilzallergiker Symptome nach dem Verzehr von
Nahrungsmitteln z.B. in Form von Magen-Darm-Beschwerden
beobachtet werden, ist an eine Schimmelpilzallergie auf
Nahrungsmittel zu denken.
Nahrungsmittel können natürlicherweise mit Schimmelpilzen
kontaminiert sein. Hierzu zählen sowohl Nahrungsmittel, die
offensichtlich verschimmelt sind, als auch solche, bei denen
verschimmelte Zutaten z.B. in Obstsaft, Obstessig, Wein oder
Tomatenketchup verwendet worden sein können. Außerdem
werden Schimmelpilze als Starterkulturen/ Veredler (z.B.
Roquefort, Wein) eingesetzt oder ihre Stoffwechselprodukte z.B.
Enzyme zur Be- und Verarbeitung von Produkten verwendet.
Tipps bei Schimmelpilzallergie
1.Wohnung oder Haus sollten stets gut gelüftet sein. Die relative
Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 40 und 50 % liegen.
2.Regelmäßiges Stoßlüften. Nicht vom warmen ins kalte Zimmer
Lüften.
3.Auf Stockfleckenbildung hinter Schränken, Kacheln und
Holzverkleidungen achten.
4.Küchenabfälle nicht liegen lassen.
5.Obst und Gemüse im Kühlschrank lagern.
6.Lebensmittel möglichst frisch verzehren und unnötige
Lagerzeiten vermeiden.
7.Auf Zimmerpflanzen im Schlafbereich verzichten.
8.Luftbefeuchter von Heizkörpern entfernen.
9.Klimaanlage regelmäßig warten und reinigen.
10.Bei Gartenarbeit darauf achten, nicht zu intensiv mit
abgestorbenen Pflanzenteilen und Kompost in Kontakt zu
kommen.
doc schrieb am 26.10. 2001 um 21:15:50 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
Sofortmaßnahmen bei Bienen und Wespengiftallergie
Ein Viertel der Bevölkerung leidet unter einer Allergie gegen einen oder mehrere
Stoffe. Damit gehören Allergien zu den häufigsten Krankheiten, wobei
Schweregrad und Symptome variieren. Lebensbedrohlich kann eine Bienen oder
WespenstichAllergie sein, entweder weil der Stich in der Mund oder
Rachenregion erfolgte und die Luftröhre zuschwillt, oder weil das Immunsystem
des Betroffenen so heftig auf das Insektengift reagiert,
dass es zu einem anaphylaktischen oder allergischen Schock kommt.
Die Rolle des Immunsystems
Während normalerweise das Immunsystem für die Erregerabwehr zuständig ist, kommt es
bei der Allergie zu einer Überreaktion, auch auf »harmlose« Substanzen. Die Störung des
Immunsystems äußert sich darin, daß krankmachende und harmlose Substanzen nicht
unterschieden werden. So bildet das Immunsystem Antikörper gegen Staub, Tierhaare,
Blütenpollen oder das Bienen oder Wespengift, was zu einer Aktivierung von Immunzellen
und entsprechender Reaktion des Organismus führt. Diese Reaktion ist durch eine
Ansammlung bestimmter Zellen, sogenannter Mastzellen gekennzeichnet, die mit
Histamin gefüllt sind und dieses reaktiv freisetzen.
Was ist Histamin?
Bei Histamin handelt es sich um einen körpereigenen Botenstoff, der u.a. alle Symptome
einer Entzündung vermittelt. So kann durch Histamin eine Rötung, eine Schwellung, eine
Überwärmung und vor allem Schmerz und Juckreiz hervorgerufen werden sowie massive
Gefäßreaktionen.
Insektengiftallergie
Bienen und Wespen, aber auch Hornissen oder Hummeln, können dem Menschen nicht
nur schmerzhafte Stiche zufügen, sondern zu gefährlichen, manchmal sogar
lebensbedrohlichen Zuständen führen, wenn der Gestochene allergisch auf das durch den
Stich eingebrachte Gift reagiert. Selbst wenn ein Mensch bereits einmal von einer Biene
oder Wespe gestochen wurde und keine allergische Reaktion gezeigt hat, kann diese bei
einem erneuten Stich als Ausdruck einer Fehlreaktion des Organismus auftreten. So kann
es zu einer verstärkten lokalen Reaktion mit Rötung und erheblichem Juckreiz kommen,
oder es tritt eine anaphylaktische Reaktion unterschiedlichen Schweregrades auf. Der
durch den Stich eingebrachte Stoff verursacht auf dem Blutweg eine generalisierte
Nesselsucht (Urtikaria) oder eine Schwellung der Schleimhäute (QuinckeÖdem).
Letzteres ist besonders bedrohlich, wenn es im Rachenraum auftritt und die Luftröhre
zuschwillt. Bei anderen Menschen sind bevorzugt die Atemwege betroffen, und es
entwickelt sich ein starker Schnupfen oder Asthma mit Atemnot. Dramatisch verläuft die
anaphylaktische Reaktion mit Symptomen wie Schweißausbruch, Atemnot und
Kreislaufkollaps, die mit dem Verlust des Bewußtseins (Koma), Übelkeit und Erbrechen
oder Krämpfen verbunden sein können. Bei Patienten, die auf Insektenstiche allergisch
reagieren, sollte eine Hyposensibilisierung durchgeführt werden. Dadurch wird das
Immunsystem mit dem Insektengift konfrontiert und die Empfindlichkeit reduziert. Weil
man während der Flugzeiten der Insekten gefährdet ist, sollte jeder Insektengiftallergiker
bestimmte Regeln beachten, um einen Stich zu vermeiden. Außerdem ist es zu
empfehlen, eine Notfallausrüstung aus Pinzette (zum Entfernen des Stachels) und
Abschnürbinde dabeizuhaben, mit der das Eindringen des Giftes in den Blutkreislauf
vermindert werden kann. Medikamentös kann durch ein rasch wirksames Antiallergikum
(Antihistaminikum) die Freisetzung von Histamin und dadurch die überschießende
Immunreaktion verhindert werden. Mit Adrenalin, Kortison und eventuell einer Infusion wird
der allergische Schock behandelt.
Vor Stichen schützen
1.Kein Essen oder Trinken im Freien (Süßigkeiten,
Obst, Bier, Limonade, Coladosen)
2.Nicht ohne Schuhe im Freien laufen
3.Wespen oder Bienen halten sich in Obstbäumen
oder sträuchern auf; Vorsicht bei der Ernte
4.Meiden von Müllhalden oder Abfallbehältern
5.Kleider tragen, die die Haut bedecken, lange
Ärmel/lange Hosen
6.Vermeiden Sie Parfum, Haarspray oder andere
auffallenden Gerüche
7.Fenster und Türen der Wohnung möglichst
geschlossen halten
8.Keine hektischen Bewegungen zur Abwehr der
Insekten, Tiere abstreifen oder abschütteln
Schutz
9.Vorsicht beim Kochen von Süßspeisen
(Marmelade/ Obst einwecken)
Erstmaßnahmen nach Stichen
1.Sofort Hilfe holen
2.Den Stachel rasch entfernen (mit dem Finger
wegschnippen)
3.Oberhalb des Stiches an Armen oder Beinen
Stauschlauch anlegen
4.Notfallset bereithalten
a.schnell wirkendes Antihistaminikum
b.rasch wirkend Nebennierenrindenhormone
(Kortikoid in flüssiger Form)
c.Adrenalin, möglichst zur subkutanen Injektion
d.Beta2Mimetikum zum Einsprühen der
hinteren Rachenwand, gleichzeitig tief
einatmen
schubert schrieb am 26.10. 2001 um 21:14:45 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
Allergien sind auf dem Vormarsch und können uns viele angenehme Stunden
verleiden: Den Frühling wegen des Pollenfluges, duftende Kosmetika, Kuscheltiere
und leckere Gerichte. Oft wird die Klage »ich reagiere allergisch« umgangssprachlich
als Ausdruck allgemeinen Unwohlseins benutzt. Wer sich etwas genauer auskennt,
weiß jedoch, dass Allergien immer mit der Reaktion des Menschen auf einen ganz
bestimmten Stoff zusammenhängen. Wie kann es dann eine Allergie auf Licht
geben?
Zunächst soll der Begriff der Sonnenallergie präzisiert werden: Im engeren Sinne
verbirgt sich dahinter ein dermatologisches Krankheitsbild, das auch "polymorphe
Lichtdermatose" genannt wird. Hierbei kommt es einige Stunden (bis wenige Tage)
nach Sonneneinwirkung an der bestrahlten Haut zu ganz verschiedenen
Hautveränderungen wie z. B. Rötungen, Knötchen, Bläschen und polsterartigen
Verdickungen, verbunden mit intensivem Brennen und starkem Juckreiz. Aus diesem
vielgestaltigen (polymorphen) Spektrum tritt bei ein und demselben Patienten aber
immer nur ein einziger Typ von Hautveränderung auf.
Die Beschwerden beginnen meist mit der ersten stärkeren Sonnenbestrahlung im
Frühling, um dann im Laufe des Sommers allmählich schwächer zu werden, weil
sich die Haut an die Strahlen gewöhnt hat. Allerdings kommt es während des
Urlaubs und der damit einhergehenden deutlich intensiveren Sonneneinwirkung oft
wieder zu einem starken Beschwerden. Verantwortlich für eine Sonnenallergie sind
die langwelligen UV-A-Strahlen. Deshalb kann es auch hinter Glas (z. B. im Auto) zu
diesen Hautveränderungen kommen, obwohl hier die Sonnenbrand-auslösenden
UV-B-Strahlen ausgefiltert sind.
Außerdem sollten bei einer »Sonnenallergie« noch eine Reihe weiterer
Haut-Erkrankungen berücksichtigt werden, die unter Lichteinfluss eine deutliche
Verschlechterung aufweisen und deshalb im Winter von den Patienten
möglicherweise gar nicht bemerkt werden. Unverträglichkeit von Arzneimitteln und
von bestimmten Nähr- oder Zusatzstoffen können durch die Sonne verstärkt werden.
Der Volksmund zählt oft auch die Mallorca-Akne zu den Sonnenallergien. Diese mit
Pusteln einhergehende Reaktion auf Lichtschutzmittel und Sonne gehört nicht zu
den Allergien, sondern zu den Unverträglichkeiten und wird hier bewusst
ausgeklammert.
Die Behandlung der polymorphen Lichtdermatose besteht zunächst ganz einfach in
der Meidung der Sonneneinstrahlung. Wer dies aber nicht will oder kann, sollte nur
diejenigen Lichtschutzmittel verwenden, die hochwirksame UV-A-Filter enthalten. Für
den normalen Lichtschutz gegen Sonnenbrand reichen UV-B-Filter, bei
Sonnenallergie sind normale Lichtschutzmittel nicht geeignet. Treten trotzdem
behandlungsbedürftige Hautveränderungen auf, so ist eine kurzzeitige Anwendung
von Cortison-Cremes oder -Lotionen und eventuell die Einnahme eines modernen,
nicht müde machenden Antihistaminikums (Anti- Allergikum) in Tablettenform nicht
zu umgehen. Bei schwerer Ausprägung kann sogar die kurzzeitige Gabe von
Cortisontabletten notwendig werden. Vorbeugend kann Betakarotin und
Nicotinsäureamid (jeweils vier Wochen vor Urlaubsantritt) eingenommen werden.
Wirksam ist auch eine Abhärtungsbehandlung mit UV-A-Licht, oder die Kombination
von UV-A- und UV-B-Licht. Die Calcium-Prophylaxe ist bei vielen Patienten beliebt,
aber in ihrer Wirksamkeit nicht sicher belegt.
Tips:
Machen Sie es wie die Südländer und halten Sie
während der Mittagsstunden Siesta in geschlossenen
Räumen.
Schatten ist zwar gut, aber besonders in der Nähe von
Wasser haben Sie auch hier noch eine hohe
UV-Belastung.
Bekleidung, die den Körper bedeckt, hilft, insbesondere
wenn es sich um spezielle UV-undurchlässige Stoffe
handelt. Allerdings kann sie nur teilweise Schutz bieten.
Besorgen Sie sich Lichtschutzmittel mit hoher
UV-A-Schutzwirkung (Apotheke); lagern Sie sie, wenn
möglich, kühl.
Lichtschutzmittel sind nicht unbegrenzt haltbar, deshalb
keine Reste vom letzten Jahr verwenden.
Um anderen Unverträglichkeiten vorzubeugen, sollten
unparfümierte Produkte und für Erwachsene Produkte auf
einer Gel-Grundlage bevorzugt werden.
Lichtschutzmittel rechtzeitig auftragen, sie brauchen 30
Minuten bis sie ihre Wirksamkeit erreichen.
Beim Eincremen besonders auf den Nasenrücken achten
und die Ohrmuscheln nicht vergessen; für behaarte
Hautpartien sind Sonnenschutz-Sprays geeignet.
Beim Baden brauchen Sie (und Ihre Kinder) unbedingt
wasserfesten Lichtschutz.
Übrigens: UV-Filtersubstanzen sind nicht völlig
unbedenklich, d. h. der Rest der Lichtschutzcremes
sollte nicht als Bodylotion entsorgt werden.
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