Anzahl Assoziationen zu diesem Stichwort (einige Beispiele folgen unten) 77, davon 77 (100,00%) mit einer Bewertung über dem eingestellten Schwellwert (-3) und 50 positiv bewertete (64,94%)
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Siehe auch:
positiv bewertete Texte
Der erste Text am 7.10. 1999 um 00:21:33 Uhr schrieb
Guido über Allergie
Der neuste Text am 26.9. 2023 um 09:25:38 Uhr schrieb
Christine über Allergie
Einige noch nie bewertete Texte
(insgesamt: 15)

am 25.6. 2006 um 19:49:11 Uhr schrieb
heute mal Tratschtante über Allergie

am 29.7. 2003 um 19:38:50 Uhr schrieb
Bettina Beispiel über Allergie

am 8.4. 2006 um 13:44:12 Uhr schrieb
Lyricus über Allergie

Einige überdurchschnittlich positiv bewertete

Assoziationen zu »Allergie«

Nanni schrieb am 1.12. 2000 um 01:35:18 Uhr zu

Allergie

Bewertung: 6 Punkt(e)

Eine Allergie nennt man die Hypersensibilität des Immunsystems eines Körpers gegen ein Allergen.
Der Körper eines Menschen ist überempfindlich gegenüber Dingen, die für die Körper der meisten anderen Menschen nicht beachtenswert erscheinen, oder zumindest keine gesteigerte Abwehrreaktion auslösen.
Die Ursachen einer Allergieentwicklung sind noch nicht abschließend geklärt, es scheint insgesamt ein mutifaktorielles Geschehen zu sein, die verschiedensten Gründe werden dikutiert, bis hin zu der Annahme, eines ursächlich traumatischen Kontaktes zwischen Allergen und Körper.
Wenn der Kontakt zum Allergen gemieden wird, kommt es zu keiner allergischen Reaktion, diese Meidung kann aber im Alltag, und auch je nach auslösendem Agens, sehr schwierig oder unmöglich sein.
Eine Therapie kann als Ziel die Behandlung der Symptome haben, oder aber, bzw. in Kombination hiermit, die Reduktion der Abwehrreaktion des Körpers.
Dieses Verfahren wird Hyposensibilisierung genannt. Sie wird durchgeführt bei sonstiger Gesundheit des Allergieinhabers. Unter kontrollierten und überschaubaren Bedingungen wird das Immunsystem mit einer geringen Dosis des allergieauslösenden Stoffes konfrontiert, die Dosis sollte möglichst unter der Schwelle einer zu erwartenden Abwehrreaktion liegen. Bei ausreichender Verträglichkeit werden diese Maßnahmen mit einer nächst höheren Dosis wiederholt. Ziel ist es, die Erinnerung des Immunsystems an den auslösenden Stoff als Allergen, zu löschen; ihn wieder an den allergieauslösenden Stoff zu gewöhnen.
Eine Hyposensibilisierung macht Mühe und geht auch jeweils mit dem Risiko einher, die absichtlich zugeführte Allergendosis zu hoch gewählte zu haben, was dann zu der, eigentlich unerwünschten, Abwehrreaktion führt.
Deshalb wird eine Hyposensibilisierung auch nur gegenüber Stoffen/Dingen durchgeführt, die im täglichen Leben nicht gemieden werden können oder nicht gemieden werden wollen.

http://www.daab.de schrieb am 26.10. 2001 um 20:53:50 Uhr zu

Allergie

Bewertung: 1 Punkt(e)

Nahrungsmittel-Allergie

Der Verzehr von Nahrungsmitteln bedeutet für fünf bis
sieben Prozent der Bevölkerung nicht nur Genuss. Eine
Nahrungsmittel-Allergie zeigt sich beispielsweise mit Juckreiz
und Schwellungen im Mund, mit Durchfall, Blähungen,
Quaddeln, mit Ekzemen an Haut und Schleimhäuten, mit
Husten und Atemnot. Eine Nahrungsmittelallergie kann häufig
lange Zeit unentdeckt bleiben. Der Weg zu ihrer Enttarnung ist
oft mit wahrer Detektivarbeit verbunden.



Die Allergiediagnostik stützt sich auf vier Säulen:

Das Gespräch zur Krankengeschichte, die Anamnese, bei der
erörtert wird, wann, wo und wie die Symptome erstmals und
im weiteren Verlauf beobachtet wurden,
Hauttests oder Bluttests, bei welchen eine Sensibilisierung
gegen einzelne Nahrungsmittel über spezielle Antikörper im
Blut nachgewiesen wird.
Je nach Eindeutigkeit dieser Tests wird die klinische Diagnose
mit (Weglass-) Diät und
Provokationstests durchgeführt.



Tipp zur Diagnose von
Nahrungsmittel-Allergien

Führen Sie bei Verdacht auf Nahrungsmittel-Allergien ein
Ernährungstagebuch und tragen Sie so genau wie möglich ein,
wann Sie was gegessen haben und wann welche Symptome
aufgetreten sind. Vergessen Sie dabei auch nicht
Zwischenmahlzeiten, kleine Naschereien, Gewürze und
gegebenenfalls Marken / Artikel, um Zusammensetzungen von
Produkten nachfragen zu können.
Die erste Wahl im Umgang mit Nahrungsmittel-Allergien liegt in der
Karenzkost, d.h. im Vermeiden der Lebensmittel bzw. Inhaltsstoffe,
die Probleme auslösen. Wichtig ist jedoch, nicht einfach ein
Nahrungsmittel wegzulassen, sondern eine ausgewogene Ernährung
trotz Allergie zu gewährleisten.

Zu den häufigsten Nahrungsmittel-Allergenen gehören Milch,
Hühnerei, Nüsse, Weizen, Obst (als Kreuzreaktion auf
Pollen-Allergien) und Soja.
Milch-Allergie
Auslöser der allergischen Reaktionen ist das Protein der Milch, wobei
bislang fünf verschiedene Eiweiß-Komponenten bekannt sind, von
denen vor allem Casein und ß-Lactoglobulin als häufigste Auslöser
gelten. Da nicht jeder Kuhmilch-Allergiker auf alle fünf Komponenten
reagiert, wird teilweise gekochte Milch oder ein Sauermilchprodukt
vertragen.

Zu der breiten Palette der Milchprodukte, die im Zweifelsfall
gemieden werden müssen, gehören neben Trinkmilch, Joghurt,
Sahne, Quark und ähnlichem auch Wurstwaren wie Brühwürste,
Schinkenwurst, fertig paniertes Fleisch, Fleischkonserven,
Heringsalat, Fertiggerichte, Brote, die Milch enthalten können,
(wie Graham-, Toast- und Buttermilchbrot, Brötchen, Hefezopf),
Waffeln, Kuchen, Pfannkuchen, Milchreis, Kartoffelfertigprodukte,
Nougatcreme, Pudding, Eisspeisen, Schokolade,
Karamellbonbons, fertige Saucen, Mayonnaise, Ketchup,
Sahnelikör.
Milch wird zu unterschiedlichen Zwecken eingesetzt, zum Beispiel als
Bindemittel in Fertigprodukten, zur Aufwertung des Eiweißgehaltes in
Fleischerzeugnissen, zur Verfeinerung von Feinkostsalaten, als
Flüssigkeitszugabe in Kuchen, Brot und Gebäck. Wichtig ist es daher,
das Zutatenverzeichnis genau zu lesen. Hinweise auf Milcheiweiß
liefern Begriffe wie: Molkenprotein, Süßmolke, Sauermolke, Casein,
Kaseinate.

Ersatz für Milch
Als Ersatz kommen teilweise Ziegen- und Schafkäse in Frage.
Hier treten Kreuzreaktionen selten auf. Hingegen vertragen viele
Kuhmilch-Allergiker keine Soja-Produkte. Bei Vermeidung aller
Milchprodukte, muss die Ernährung um bestimmte Vitamine und
Nährstoffquellen ergänzt werden.
Hierzu gehört vor allem Calcium. Calciumreiche Nahrungsmittel
sind Gemüsesorten wie Broccoli, Grünkohl und Fenchel,
Hülsenfrüchte, Gartenkräuter, wobei diese alleine kaum den
ganzen Tagesbedarf decken. Calcium wird besser vom Körper
verwertet, wenn ausreichend Vitamin D vorhanden ist. Vitamin D
ist in Fisch enthalten, bildet sich jedoch auch bei
Sonneneinstrahlung in der Haut.
Calciumreiche Mineralwasser sind ein wichtiger
Calcium-Lieferant. Es gibt Sorten, mit bis zu 800mg Calcium pro
Liter.
Hühnerei-Allergie
Reagiert wird nicht auf das ganze Ei, sondern auf bestimmte
Inhaltstoffe, die Proteine bzw. das Eiweiß. Dies bedeutet jedoch nicht,
dass man das Eigelb verträgt. Eiweiß ist hier vielmehr der Oberbegriff
für eine Nährstoffgruppe. Die Allergie-Auslöser des Eies - wie zum
Beispiel das Ovalbumin - werden teilweise durch das Erhitzen
zerstört. Da andere Eiweiß-Fraktionen jedoch hitzestabil sind, muss Ei
in jeder Form gemieden werden. Hierzu gehören nicht nur
Eierspeisen, sondern auch Produkte wie Panaden, Cremespeisen,
Mayonnaise et cetera.

Durch ihre vielseitigen Eigenschaften werden Eier in
unterschiedlichen Bereichen eingesetzt. So etwa

- als Bindemittel in Teig- und Backwaren, Panaden, Mehl-
und Kartoffelklößen,
- als Emulgator in Saucen, Cremespeisen, Mayonnaise,
Eierlikör,
- als Lockerungsmittel in Süßspeisen,
- als Treibmittel in Backwaren, Souffles,
- als Klärmittel in Brühe, Aspik.


In der Deklaration von Nahrungsmittel muss man auf Begriffe wie
Vollei, Eiklar, Weissei, Eigelb, aber auf Wörter mit der Vorsilbe
äOvo-...ô achten. In manchen Speisen vermutet man auf Anhieb kein
Eiereiweiß. Daher nachfolgende Aufzählung als kleine Hilfe. Ei ist
vielfach enthalten in: Fertigsalaten, panierten Gerichten,
Gemüse-Fertiggerichten, Zwieback, Nudelgerichten, Wermuthweinen
wie Campari, Speiseeis, Lebkuchen, Negerküssen, Zuckerwatte,
vielen Bonbons, Saucen, Hefezopf, Semmelknödel, Frikadellen.
Um den Proteinbedarf auch ohne Eier zu decken, empfiehlt sich eine
ausgewogene Ernährung.

http://www.allergie-ratgeber.de/allerg1/allerg1.ht schrieb am 14.6. 2001 um 07:41:29 Uhr zu

Allergie

Bewertung: 1 Punkt(e)

Glossar Allergie - Allergie in Stichworten beschrieben

Antigen

Substanz oder Fremdkörper, der die Bildung von Antikörpern bewirkt und zur Immunantwort führt (s.
Allergen)

Allergen

Bezeichnung für ein Antigen, das eine allergische Reaktion und die Bildung von IgE auslöst. Dabei
handelt es sich meistens um Proteine in Pflanzenpollen, Tierhaaren, –schuppen oderexkrementen
und Nahrungsmitteln.

Sensibilisierung

Durch Kontakt mit einem Allergen induzierte primäre und bei erneutem Kontakt verstärkte sekundäre
Immunantwort bzw. Überempfindlichkeit des Körpers auf ein Antigen.

Immunglobulin

Glykoproteine, die nach Kontakt des Organismus mit einem Allergen von B-Lymphozyten und
Plasmazellen gebildet werden, und in Gewebsflüssigkeiten für die humorale Immunität verantwortlich
sind.

IgE

Immunglobulin der Klasse E. IgE-Antikörper kommen auf der Membranoberfläche von Mastzellen und
Granulozyten vor und führen nach Bindung entsprechender Antigene (Allergene) zur Freisetzung von
Mediatoren und damit zur allergischen Sofortreaktion vom Typ I.

Antigenpräsentierende Zelle

Zellen der Immunantwort, v.a. Makrophagen und Killerzellen, die Antigene auf ihrer Zelloberfläche
aufnehmen (präsentieren).

T-Zelle

T-Lymphozyten sind Teil der zellvermittelten Immunantwort. Sie werden durch Antigene bzw.
Antigenpräsentierende Zellen aktiviert und haben die Fähigkeit, Selbst und Fremd zu unterscheiden.

T-Helfer-Zellen

T-Helferzellen oder T4-Lymphozyten sind Subtypen von T-Lymphozyten. Sie werden von Antigenen
und antigenpräsentierenden Zellen aktiviert und bilden Immunglobuline (Antikörper). Außerdem fördern
sie die Reifung und Vermehrung von B-Zellen und Plasmazellen. V.a. die T-Helferzellen Typ2 bilden
IgE und führen zur Migration von eosinophilen Granulozyten.

Interleukine

Von antigenpräsentierenden Zellen und Lymphozyten gebildete Signalsubstanzen für die
Immunreaktion. Sie stimulieren bzw. produzieren u.a. T-Helferzellen, B-Zellen und Mastzellen.

B-Zelle

B-Lymphozyten tragen spezifische Antigenrezeptoren und können sich bei Kontakt mit einem spez.
Antigen zu antikörperbildenden Plasmazellen oder Gedächtniszellen entwickeln.

Mastzelle

Mastzellen kommen im serösen Gewebe von Schleimhäuten vor. Sie können Antikörper auf ihrer
Zellmembran binden und bei Kontakt mit Antigenen degranulieren, d.h., im Zellinnern gebildete
Granula ausschütten. Die Granulasubstanzen sind v.a. Histamin, Serotonin, Prostaglandin,
Leukotrien, Kinin, Lymphokin. Sie führen zu den allergischen Symptomen an den Schleimhäuten.

Degranulation

Ausschüttung von Mediatoren aus Mastzellen und Granulozyten nach Antigenkontakt.

Eosinophiler Granulozyten

Granulozyten gehören zu den Blutleukozyten. Sie haben die Fähigkeit, an Blutgefässwänden zu
haften und bei chemotaktischen Signalen ins Gewebe zu migrieren. Eosinophile Granulozyten sind
für die allergische Sofort- und v.a Spätreaktion bedeutsam. Nach Migration ins Schleimhautgewebe
und Kontakt mit Antigenen können sie degranulieren und Entzündungsreaktionen auslösen, sowie
den allergischen Teufelskreis initiieren, indem ihre Mediatoren (v.a. das Major Basic Protein) die
Mastzelldegranulation unterhalten, obwohl keine Antigene mehr vorhanden sein müssen
(Spätphasereaktion). Dies führt häufig zur Chronifizierung von allergischen Prozessen (Asthma) und
am Auge zu ulzerativen Prozessen der Hornhaut.

Mediatoren

Sind Neurotransmitter, biogene Amine und Gewebshormone, die allergische, anaphylaktische und
chemotaktische Wirkungen auslösen.

Histamin

Histamin ist ein biogenes Amin, das aus Mastzellen ausgeschüttet wird und die allergischen
Symptome Jucken, Chemosis, Rötung hauptsächlich verursacht. Dies geschieht über Bindung an
Histamin-H1-Rezeptoren der Blutgefässe.

Leukotriene

Leukotriene werden im Arachidonsäurestoffwechsel nach Mastzelldegranulation gebildet und führen
zur Anlockung und Vermehrung von Mastzellen und zur Chemotaxis von eosinophilen Granulozyten.

Prostaglandine

Prostaglandine sind Produkte des Arachidonsäurestoffwechsels. Im allergischen Prozess entstehen
sie nach Mastzelldegranulation und führen zu Rötung und Schwellung der Bindehaut.

Major Basic Protein

Nach Degranulation eosinophiler Granulozyten freigesetztes toxisches Protein, das zur Verstärkung
der Mastzelldegranulation führt und damit den allergische Teufelskreis in Gang setzt und unterhält.

Eosinophil-chemotaktischer Faktor

Gewebshormon, das aus Mastzellen freigesetzt wird und eosinophile Granulozyten anlockt.

H1-Rezeptor

Histamin-Rezeptor an Blutgefässen, der die Histaminwirkungen (v.a. das Jucken) vermittelt und von
selektiven Antihistaminika (H1-Blockern) therapeutisch blockiert werden kann.

Sofortreaktion

Unter der allergischen Sofortreaktion versteht man die akut auftretende Symptomatik nach
Antigenkontakt, die durch die Mastzelldegranulation ausgelöst wird. Sie endet mit Verschwinden oder
Vermeiden des jeweiligen Antigens.

Spätphasereaktion

Die allergische Spätphasereaktion tritt etwa 6-8 Stunden nach Antigenkontakt auf. Sie führt ebenfalls
zu den typischen allergischen Symptomen, allerdings ohne das Vorhandensein von Antigenen. Sie
wird durch die Degranulation von eosinophilen Granulozyten ausgelöst. Diese führt zur Freisetzung
von Mediatoren (Major Basic Protein), die wiederum die Mastzellen zur Degranulation bringen. So
entsteht ein Teufelskreis, der die Allergie unterhält und zu entzündlichen Schäden führen kann. Die
Spätphasereaktion erklärt, warum Patienten v.a. abends allergische Beschwerden haben, obwohl
kaum Antigene vorhanden sind, der Antigenkontakt aber tagsüber aufgetreten ist.

http://www.daab.de schrieb am 26.10. 2001 um 20:50:59 Uhr zu

Allergie

Bewertung: 1 Punkt(e)

Was ist eine Allergie?

Eine Allergie ist eine überschießende Reaktion des
Immunsystems gegenüber bestimmten körperfremden
Substanzen der Umwelt. »Überschießend« heißt die Reaktion,
weil das körpereigene Immunsystem auf Fremdstoffe (z.B.
Pollen) anspricht, die anders als Krankheitskeime eigentlich
keine Gefahr für die Gesundheit darstellen. Prinzipiell kann
jeder Stoff in unserer Umwelt zum Auslöser einer Allergie
werden - vom Apfel bis zur Zwiebel, vom Angorafell bis zur
Zahnpasta. Für 20.000 Substanzen ist nach vorsichtigen
Schätzungen eine allergieauslösende Wirkung bekannt.

Bei den meisten Allergenen handelt es sich um Eiweißsubstanzen
tierischer oder pflanzlicher Herkunft, beispielsweise von Blütenpollen,
Milben und Schimmelpilzen.

Allergische Symptome . .

. . am Auge:Bindehautentzündung, Lidschwellung
. . in den Atemwegen: Heuschnupfen (saisonaler Schnupfen),
Dauerschnupfen, Schwellungen der Atemwege, Asthmatische
Beschwerden
. . an der Haut: Nesselsucht (Urtikaria), Angioödem /
Quincke-Ödem, Ekzeme, Neurodermitis
. . im Magen-Darm-Trakt: Übelkeit, Durchfall,
Magenschleimhautentzündung
. . allgemeine Reaktionen: generalisierter Juckreiz,
Gelenkschmerzen (rheumatische Beschwerden), Fieber,
Migräne, Depression / anhaltende Müdigkeit,
Kreislaufzusammenbruch (anaphylaktischer Schock).



Allergiediagnostik

Bei der Diagnostik allergischer Erkrankungen besteht das
spezielle Problem, dass den Krankheitsbeschwerden - wie etwa
Schnupfen, Asthma, Ekzeme, Magen-Darm-Beschwerden oder
Migräne - eine Unmenge allergieauslösender Substanzen
gegenüberstehen. Um aus den mindestens 20.000 bisher
wissenschaftlich bekannten Allergenen das für den Patienten
Zutreffende herauszufinden, bedarf es "detektivischer
Fähigkeiten" und aufwendiger Diagnosemethoden. Die
Allergiediagnostik verläuft in der Regel nach folgenden vier
Stufen:
1. Anamnese

Aus der Erhebung der allergologischen Krankheitsvorgeschichte
können bereits wertvolle Hinweise auf den möglichen Allergieauslöser
gewonnen werden. Zusätzlich sollen die häusliche und berufliche
Umwelt, die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten sowie die
zumindest orientierende Erfassung des psychosozialen Umfeldes
berücksichtigt werden. In besonderer Weise sind selbstbeobachtete
Beziehungen zwischen den allergischen Symptomen und möglichen
Allergenen sowie die Umgebungsbedingungen privater und beruflicher
Art festzuhalten. Besonders wichtig sind die Erfassung des
Krankheitsbeginns (auch möglicher »Vorboten«) und die Hinweise auf
den primären Allergenkontakt.

2. Hauttests

Hauttests (Prick-Test, Intrakutantest, Scratch-Test und Reibtest)
sind das Fundament der Allergendiagnostik. Hier werden Proben
verschiedener Substanzen (mögliche Allergene) auf die Haut
aufgebracht und beobachtet, ob eine allergische Reaktion an
dieser Hautstelle (als Pustel oder Quaddel) auftritt. Je nach
diagnostischer Zielsetzung kann sich der Arzt beschränken und
durch Einzelproben die laut vorhergehender Befragung
verdächtigen Allergene prüfen (»Bestätigungstest«). In den
meisten Fällen jedoch handelt es sich um eine Suchdiagnostik,
bei der es darauf ankommt, durch Gruppenextrakte in einer
einzigen Sitzung ein möglichst breites Allergenspektrum zu
erfassen. Hauttests führen zu falschen Ergebnissen, wenn
gleichzeitig Antihistaminika oder Kortikosteroide eingenommen
werden. Daher sollten schon 5 Tage vor einem beabsichtigten
Hauttest Antihistaminika gemieden werden.
Prick-Test: Auf dem Arm wird ein Tropfen mit der Testlösung
aufgetragen und dann die Haut an dieser Stelle mit der Prick-Lanzette
ca. 1 mm tief durchstochen. Im Falle einer bestehenden Allergie
gegen die Testsubstanz hat sich nach ca. 20 min dann an dieser Stelle
eine Quaddel gebildet. Bei Allergien des Soforttyps wird der
Prick-Test als Standardmethode angewandt.

Intrakutantest: Der Intrakutantest ist etwa 10.000mal
empfindlicher als der Prick-Test, ergibt aber häufiger falsch
positive Ergebnisse, vor allem bei Nahrungsmittelallergenen.
Hierbei wird das Allergen mit einer Nadel in die Haut gespritzt.
Scratch-Test: Durch die aufgetragenen Testlösung wird die Haut
oberflächlich angeritzt. Wegen des relativ großen Hautreizung ist
dieser Test nicht immer eindeutig. Daher hat der Scratch-Test heute
an Bedeutung verloren.

Reibtest: Das Allergen bzw. das native/originale Testmaterial
wird mehrfach auf der Innenseite des Unterarms hin- und
hergerieben. Dieser Test wird dann eingesetzt, wenn eine
hochgradige Sensibilisierung des Patienten besteht. Da dieser
Test mit dem natürlichen Allergen durchgeführt wird, ist er auch
geeignet, wenn die Allergieauslösende Substanz nicht in
industriell vorgefertigter Ausführung erhältlich ist.
Epikutantest (Pflastertest): Pflaster mit allergenhaltiger Substanz
werden auf die Haut (bevorzugt Rücken) geklebt und nach 24, 48
oder 72 Stunden abgelesen. Dieser Test dient zur Identifizierung von
Typ-IV-Allergenen.

3. Labortests

Bluttests: Hier werden mit Hilfe von Blutproben die
Reaktionsbereitschaft und spezifische Sensibilisierung gegen die
untersuchten Allergene im Labor untersucht. Ein Kriterium ist das
Vorhandensein spezifischer IgE-Antikörper.
4. Nachanamnese und Provokationstest

Die Deutung des Testergebnisses erfordert immer eine Überprüfung
durch Erhebung einer »Nachanamnese« (Ist der Patient überhaupt
dem Allergen ausgesetzt? Passen Symptome und Testergebnis
zusammen?). Ob der durch positive Hauttests und/oder Bluttests
ermittelte IgE-Antikörper einer aktuellen klinischen Wirksamkeit des
jeweiligen Allergens entspricht, kann nur durch direkte Prüfung am
betreffenden Organ mit Hilfe eines Provokationstests endgültig geklärt
werden.

Provokationstest: Im Provokationstest wird das klinische
Symptom (z.B. Bindehautentzündung mit Rötung und
Augentränen, Asthma, Hautausschlag, Ekzem) reproduziert
durch weitgehende Nachahmung der »natürlichen Bedingungen«,
z.B. bei einer Hausstaubmilbenallergie wird das Milbenallergen in
die Atemwege geblasen.


Therapiemaßnahmen bei Allergien

1. Allergenkarenz

Das Meiden des Kontakts mit dem beschwerdeverursachenden
Allergen (Allergenkarenz) ist die beste, sicherste Methode zur
Therapie. Nahrungsmittel, auf die man allergisch reagiert, sollen nicht
gegessen werden. Im Falle einer Nickelallergie wäre nickelhaltiger
Schmuck (Modeschmuck, Weißgold) zu meiden. Eine Karenz ist
jedoch nicht immer leicht durchzuführen. Insbesondere bei in der Luft
vorhandenen Allergenen wie Pollen und Schimmelpilzen wird dies
schwierig, weil diese Allergene mit der Luft oft über mehr als 100 km
verbreitet werden. Ein Pollenallergiker müsste während der Blütezeit
seines Pollens in Klimazonen verreisen, in denen die Blühzeiten
zeitlich anders verlaufen oder die Pflanze, auf die er allergisch
reagiert, am besten gar nicht vorkommt. Oft ist ein Aufenthalt im
Hochgebirge oder an Küstenbereichen bzw. auf den Inseln günstig.
Wenn solche Maßnahmen nicht möglich sind, um den Kontakt mit dem
Allergen zu unterbinden, ist eine Hyposensibilisierung angezeigt.

2. Hyposensibilisierung

Die einzige ursächliche Therapie von Allergien ist die
Hyposensibilisierung (sinngemäß: »unempfindlich machen«). Die
Idee dieser Behandlung ist es, dem Allergiekranken das für ihn
aktuelle Allergen allmählich in steigender Dosis zuzuführen, um
ihn so dagegen unempfindlich zu machen. Die Behandlung wird
mit aufgereinigtem Allergenextrakt durchgeführt. Im Laufe von
meist zwei bis drei Jahren bekommt der Patient langsam
steigende Dosen dieser Allergenlösungen gespritzt (klassische
Hyposensibilisierung) oder alternativ in Tropfenform verabreicht
(orale Hyposensibilisierung). Die Dosierung wird dabei stets
derart gewählt, dass gerade noch keine allergische Reaktion
ausgelöst wird. Eine Hyposensibilisierung sollte stets von einem
allergologisch erfahrenen Arzt durchgeführt werden. Bei
unfachmännischer Handhabung kann sie Nebenwirkungen
aufweisen. Richtig angewandt hingegen ist die
Hyposensibilisierung eine erfolgversprechende Therapie.
3. Medikamentöse Behandlung

Die medikamentöse Behandlung dient zur Linderung und Vermeidung
der Krankheitssymptome und zur Behandlung der entzündlichen
Schleimhautschwellungen. Sie bekämpft zwar nur die Symptome,
nicht die Ursache, ist jedoch oft die einzige Möglichkeit, um den
betroffenen Patienten, beschwerdefreie oder mit nur geringen
Beschwerden belastete Tage zu verschaffen.

Antihistaminika
Im Verlauf der allergischen Reaktionen wird vermehrt
Histamin freigesetzt, das als Botenstoff die allergischen
Reaktionen des Körpers, wie Juckreiz,
Schleimhautschwellung usw. veranlasst.
Antihistaminika-Präparate wirken den Histamin-Effekten
entgegen. Sie helfen dadurch gegen den Juckreiz und
Hautausschlag, mindern Schwellungen und dämmen
Niesattacken und Nasenfluss ein. Die
beschwerdelindernden Wirkungen treten bereits nach
wenigen Minuten ein. Präparate, die direkt lokal am Ort
der Beschwerden (also Nase oder Augen) eingesetzt
werden, verursachen fast keine Nebenwirkungen mehr.
Dinatriumcromoglycat (DNCG)
DNCG stabilisiert die Mastzellen und blockiert damit deren
Histaminausschüttung. DNCG wirkt nicht bei akut auftretenden
Beschwerden, sondern vorbeugend. Deshalb muss DNCG
beispielsweise während der Pollensaison regelmäßig (täglich)
angewendet werden, oder ca. eine Stunde vor dem Genuss
einer Mahlzeit, die Nahrungsallergene enthalten könnte.

Kortison
Das Kortison, ein körpereigenes Hormon der
Nebennierenrinde, wird eingesetzt, um bleibende Schäden
als Folge der chronischen, allergisch verursachten
Entzündung in ihrem Ausmaß zurückzuhalten. Bei
inhalativen Allergien wird es überwiegend als Spray zur
Inhalation oder als Nasenspray eingesetzt. Kortison
schützt die Schleimhäute vor den
Entzündungserscheinungen. Als Spray ist es nahezu frei
von Nebenwirkungen, da es hier direkt an die
Schleimhäute und nicht in den Blutkreislauf gelangt. Auch
Kortison entfaltet seine Wirkung vorbeugend; es wirkt
nicht im akuten Anfall. Bei Hautekzemen werden
kortisonhaltige Hautcremes verwendet, um das Ekzem
zum Abheilen zu bringen und einer chronischen
Hautveränderung vorzubeugen.

aventis schrieb am 26.10. 2001 um 21:16:53 Uhr zu

Allergie

Bewertung: 1 Punkt(e)



Zu den unangenehmsten Empfindungen gehört der Juckreiz, der dem Schmerz
durchaus vergleichbar quälend sein kann. Menschen, die von einem chronischen
Juckreiz betroffen sind, können, selbst wenn sie es sich fest vornehmen, das
Kratzen oder Reiben an der juckenden Stelle nicht unterdrücken.
In den meisten Fällen tritt die quälende Empfindung an der Haut auf, aber auch die
Schleimhäute der Augen, des Darmausgangs oder der Geschlechtsorgane können
bei einer Infektion durch Pilze, Bakterien oder Viren und ganz besonders bei einer
allergischen Reaktion empfindlich jucken. Das nicht unterdrückbare Kratzen
verursacht aber eine zusätzlich Reizung der Haut oder Schleimhaut und läßt oft
Verletzungen der Hautoberfläche zurück.
Im Gegensatz zum Schmerz, der ebenfalls zu den subjektiv empfundenen
Symptomen gehört und medikamentös gut behandelt werden kann, ist über die
Entstehung und die Behandlung des Juckreizes noch viel zu wenig bekannt.

Was kann Juckreiz verursachen

eine allergische Hautreaktion
eine Berufsdermatose
extrem trockene Haut
ein Hautknötchen
ein Hautbläschen
ein Insektenstich
eine abheilende Verletzung
eine Schuppenflechte
eine Infektion
eine leichte Verbrennung

Nahezu alles kann einen Juckreiz verursachen und die Medizin kennt sogar den
Begriff des Juckreizes »sine materia« - es ist praktisch nichts zu erkennen, und
dennoch juckt die Haut.
Schwierig ist es, die Qualität des Juckreizes zu beschreiben, weil dieser sehr
subjektiv empfunden wird. Ob es ein stechendes, ein prickelndes oder ein
schmerzhaftes Gefühl ist, ob es nur leicht, mittelschwer oder erheblich juckt, kann
von den wenigsten Betroffenen präzise angegeben werden.

"Versuchen Sie es dennoch und beschreiben Sie Ihrem Arzt die Qualität der
Empfindung Juckreiz!"
Welche Faktoren den Juckreiz letztendlich auslösen, ist bisher nur teilweise
erforscht. Sicher ist die medizinische Forschung, daß das Histamin an dem
Phänomen beteiligt ist. Auch einige andere sogenannte Transmitter wirken als
Auslöser oder Triggerfaktoren (Verstärker).
Bekannt ist, dass neben Histamin, bestimmten Immunzellen und biogenen Eiweißen
auch Substanz P vermehrt in der juckenden Hautregion angetroffen wird. Diese
Substanz wirkt auf bestimmte Nervenfasern, die auch für die Weiterleitung des
Signals Schmerz zuständig sind. Daher kann ein intensiver Juckreiz oft dadurch
gebessert werden, indem man einen Schmerzreiz, etwa festes Kneifen, an die
betroffene Stelle setzt.

Was tun bei Juckreiz?


Lassen Sie vom Arzt eine Infektion ausschließen
Welche Erkrankung löst den Juckreiz aus?
a.Allergie,
b.Ekzem,
c.Schuppenflechte
d.andere Einwirkungen
verwenden Sie die richtigen Medikamente bei
entsprechender Diagnose (Antiallergika, Kortison)
Meiden Sie alle Substanzen oder Nahrungsmittel, die
den Juckreiz auslösen
Pflegen Sie Ihre Haut besonders sorgfältig mit
rückfettenden oder feuchtigkeitsspendenden Cremes
Beobachten Sie die Reaktion der Haut auf die
verwendeten Kosmetika und Pflegeprodukte
Stellen Sie in der Heizsaison Luftbefeuchter auf, damit
die Haut nicht austrocknet
Vermeiden Sie auf jeden Fall zu kratzen und die Haut
zu verletzen, Infektionsgefahr!
unerträglicher Juckreiz kann mit juckreizstillenden,
entzündungshemmenden und/oder antiallergischen
Medikamenten gelindert werden.(Antihistaminika,
Kortison)
Für kurze Zeit hilft es, durch festes Kneifen einen
Gegenreiz zu setzen und den Juckreiz
zurückzudrängen.
Sollten Sie nachts kratzen, ziehen Sie leichte
Baumwollhandschuhe an



Martin schrieb am 26.10. 2001 um 21:00:34 Uhr zu

Allergie

Bewertung: 1 Punkt(e)

Allergiemobil

Das AllergieMobil ist die rollende Beratungsstelle des
Allergie- und Asthmabundes e.V. Dort erhalten Betroffene Rat
und Tipps zu ihren persönlichen Krankheitsproblemen und
umfangreiches Informationsmaterial. Außerdem kann am
DAAB-Allergiemobil die Lungenfunktion gemessen werden.

Auf dieser Seite finden Sie die Termine des AllergieMobils auf
dem Weg durch Deutschland.



Nordrhein-Westfalen
17. April
Flurweg 11
32457 Porta Westfalica
18. April
Weserstr. 73
32547 Bad
Oeyenhausen
19. April
Königsstr. 162
32427 Minden
20. April
Beethovenplatz
53103 Bonn
23. April
Auf der Heide 37
52223 Stolberg
24. April
Rosenhügeler Str. 2
42859 Remscheid
25. April
EnglerthStr. 44-46
52249 Eschweiler
26. April
Ringstr. 2
41366 Schwalmtal
28. April
Beethovenhalle
Allergietag in Bonn





Das AllergieMobil ist im Mai in Rheinland-Pfalz, Hessen,
Baden-Württemberg und im Saarland unterwegs. Die
genauen Termine erfahren Sie bei der Landesgeschäftsstelle
Süd, Fon 0 621 – 52 48 77.





Im Juni tourt das AllergieMobil durch Hamburg und
Niedersachsen. Weitergehende Informationen zu den
Terminen erfahren Sie unter Tel.: 0 41 5189 46 30
18. Juni
Bremen

19. Juni
Delmenhorst

21. Juni
Hamburg

22. Juni
Hamburg

25. Juni
Wedel

26. Juni
Cuxhaven

27. Juni
Bremervörde

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http://www.daab.de schrieb am 26.10. 2001 um 20:51:50 Uhr zu

Allergie

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Hyposensibilisierung

Die drei Säulen in der Behandlung von Allergiekrankheiten
sind die Meidung des Allergens, die symptomatische
Behandlung der Beschwerden mit antiallergisch wirksamen
Medikamenten und die Hyposensibilisierung. Viele Allergene
können nicht zuverlässig gemieden werden und die manchmal
langfristige Anwendung von Medikamenten kann auch
problematisch sein. Unter einer Hyposensibilisierung, früher
auch als »Desensibilisierung« bezeichnet, versteht man die
wiederholte Zufuhr eines Allergens in allmählich zunehmender
Dosis bei einem Patienten mit nachgewiesener Allergie gegen
dieses Allergen.

Ziel der Hyposensibilisierung ist eine Gewöhnung an das Allergen und
damit möglichst eine Beseitigung der allergischen Reaktionslage.
Auch eine Verminderung des Medikamentenverbrauches oder die
Abwendung eines weiteren Fortschreitens der Allergiekrankheit - z.B.
von Heuschnupfen zu Asthma - können aber bereits eine Besserung
der Allergiekrankheit darstellen.

Bereits am Anfang dieses Jahrhunderts wurde die
Hyposensibilisierung erstmals bei Heuschnupfen durchgeführt.
Heute wird die Hyposensibilisierung außer bei allergischem
Fließschnupfen oder allergischem Asthma, auch bei der
Insektengiftallergie, seltener bei Nahrungsmittelallergie und bei
atopischem Ekzem eingesetzt. Wie die Behandlung wirkt, ist
auch heute trotz vieler Fortschritte in der Allergieforschung noch
nicht völlig klar. Es ist jedoch offensichtlich erforderlich zur
Beseitigung einer allergischen Reaktionslage eine hohe
Allergendosis in kurzen Zeitabständen zu verabreichen und dies
über einen längeren Zeitraum hinweg zu wiederholen. Das
Immunsystem reagiert darauf mit einer Umstellung, so daß die
Allergene, die vorher eine krankmachende Abwehrreaktion
ausgelöst haben, dann vertragen werden.


Hyposensibilisieren - mit was?

Allergenextrakte werden aus natürlich vorkommenden, mit Ausnahme
von Insektengiften sonst unschädlichen Substanzen hergestellt. Zur
Behandlung gibt es Extrakte verschiedener Pollen, Hausstaubmilben,
Tierhaare, Insektengifte, Schimmelpilze und Nahrungsmittel. Für die
Herstellung von Therapielösungen werden die betreffenden Allergene
gereinigt und haltbar gemacht. Da manche Allergene bei diesem
Verarbeitungsprozeß zerstört werden, können von solchen Allergenen
auch keine Therapielösungen hergestellt werden. Denn die Lösungen
sind offensichtlich nur dann gut wirksam, wenn sie auch tatsächlich
die jeweils krankheitsauslösenden Allergene enthalten.



Bei welchen Krankheiten?

Der Einsatz der Hyposensibilisierung ist nur bei Krankheiten
sinnvoll, bei denen eine allergische Reaktionslage ursächlich ist,
das auslösende Allergen bekannt ist und eine geeignete
Therapielösung erhältlich ist. Sehr gut belegt ist bei allergischem
Fließschnupfen die Wirksamkeit einer Hyposensibilisierung mit
Pollen oder Hausstaubmilben; ein frühzeitiger
Behandlungsbeginn verhindert bei einem Teil der behandelten
Patienten auch das spätere Auftreten von allergischem Asthma.
Es wird heute empfohlen, die Behandlung schon in einer frühen
Phase der Erkrankung einzuleiten. Bestehen zusätzlich
Kreuzallergien gegen Nahrungsmittel, die
Allergenverwandtschaften zu den relevanten Pollen aufweisen,
so kann bei manchen Patienten auch eine Besserung der
begleitenden Nahrungsmittelallergie durch die
Pollenhyposensibilisierung bewirkt werden.
Auch wenn schon ein allergisches Asthma eingetreten ist, kann die
Hyposensibilisierung noch wirksam sein. Nicht empfohlen wird sie
dagegen, wenn es durch jahrelanges Bestehen von Asthma schon zu
einer dauerhaften Einschränkung der Lungenfunktion gekommen ist
und gar nicht mehr so sehr die Allergie, sondern deren Folgezustand
im Vordergrund des Krankheitsgeschehens stehen.

Bei Insektengiftallergie ist die Behandlung dann angezeigt, wenn
über die Stichstelle hinausreichende allergische Reaktionen
(Nesselfieber, Atemnot, Herz-/Kreislaufbeschwerden,
Bewußtlosigkeit) auftreten. Es gibt für die Behandlung sowohl
Bienen- wie auch Wespengiftextrakte. Zwischen 90 und 100
Prozent der behandelten Patienten sind durch die Behandlung
erfolgreich geschützt. Bei Patienten, die schwere, eventuell
sogar lebensbedrohliche Reaktionen durch Nahrungsmittel
erlitten haben und die das Allergen nicht sicher meiden können,
weil es so häufig und oft auch »versteckt« vorkommt, ist eine
Hyposensibilisierung anzustreben. Eine Nahrungsmittelallergie
kann erfolgreich mit der Hyposensibilisierung behandelt werden.
Problematisch ist, daß verläßliche Behandlungsextrakte kaum
zur Verfügung stehen. Alternativ kann auf natürliche
Nahrungsmittel ausgewichen werden, die oral verabreicht
werden. So kann beispielsweise die Milchallergie mit
handelsüblicher Milch behandelt werden.
Das atopische Ekzem wird durch zahlreiche verschiedene Faktoren
ausgelöst. Bei einzelnen Patienten sind die wesentlichen
Auslösefaktoren bestimmte Allergene, wie Pollen, Hausstaubmilben
oder Tierhaare. Es konnte in der Vergangenheit immer wieder für
einzelne Patienten gezeigt werden, daß deren Erkrankung durch eine
Hyposensibilisierung deutlich zu bessern war. Allerdings fehlen derzeit
noch Beobachtungen an größeren Patientengruppen mit atopischem
Ekzem, um klar sagen zu können, welche Patienten von einer solchen
Behandlung profitieren können.



Wie?

Es gibt im wesentlichen zwei unterschiedliche Möglichkeiten, die
Therapielösung zu verabreichen: Sublingual/Oral: Die
Therapielösung wird in den Mund genommen und dort kurz unter
der Zunge belassen und später geschluckt oder wieder
ausgespuckt. Die Behandlung erfolgt in der Regel täglich.
Subkutan: Hier wird das Allergen durch Injektion in den
Oberarm verabreicht. Die Behandlung erfolgt anfangs häufiger,
entweder in täglichen oder in wöchentlichen Abständen. Wenn
die Enddosis erreicht ist, wird der Behandlungsabstand auf vier
Wochen ausgedehnt.
Sowohl bei sublingualer wie auch subkutaner Behandlung muß die
erreichte Höchstdosis über einen längeren Zeitraum hinweg
regelmäßig weiter verabreicht werden. Mindestens muß die
Behandlung drei Jahre lang durchgeführt werden. Bei sehr schweren
Krankheitsbildern, z.B. lebensbedrohlichen Insektenstichreaktionen,
wird manchmal auch eine lebenslange Behandlung empfohlen. Was
die Wirksamkeit anbetrifft, so ist die Behandlung mit Injektionen
offensichtlich der sublingualen Behandlung überlegen. Bislang steht
die sublinguale Behandlung nur für einige Allergene zur Verfügung.



Und Risiken und Nebenwirkungen?

Die wesentlichen Nebenwirkungen einer Hyposensibilisierung
bestehen darin, daß die Zufuhr der Allergene das auslöst, was
man mit der Behandlung gerade verhindert will: Es treten vor
allem während der Einleitungsphase allergische
Krankheitserscheinungen auf. So kommt es oft bei der
Injektionsbehandlung zu Juckreiz und Schwellung an der
Einstichstelle. Seltener sind Störungen des Allgemeinbefindens
wie Abgeschlagenheit oder Kopfschmerzen; auch allergische
Reaktionen wie Quaddeln, Atemnot, Kreislaufreaktionen oder
das Auftreten von Ekzemen können vorkommen. Bei manchen
Allergieformen, z.B. der Insektengiftallergie, treten derartige
Reaktionen häufiger auf; daher empfiehlt sich hier auch in erster
Linie die stationäre Einleitung der Behandlung.
Durch Vermeidung von bestimmten Risikofaktoren und
Nachbeobachtung des Patienten kann das Risiko solcher
Nebenwirkungen sehr gering gehalten werden: auch sind derartige
Reaktionen meist leicht und gut behandelbar. Letztlich muß immer
individuell abgewogen werden, was höher zu bewerten ist: Der Vorteil
einer erfolgreich behandelten Allergiekrankheit oder die Möglichkeit,
im Rahmen der Hyposensibilisierung Reaktionen zu entwickeln.

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