Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Bergelch«
Faber schrieb am 16.1. 2001 um 17:20:22 Uhr zu
Bewertung: 10 Punkt(e)
Auf Bälle, Feiern und Empfänge gehen Bergelche ziemlich gern. Haben sie erst einmal ihre anfängliche Scheu abgestreift, erweisen sie sich als richtige Partylöwen. Durch ihre pelzige Gestalt, gehalten in warmen Brauntönen, hochaufgerichtet, stattlich und stolz, sind sie, trotz ihres oft leicht ins arrogante gleitenden Lächelns, ein überaus genehmer Gast. Gewandt im Ausdruck, stilsicher in der Bekleidung, charmant im Ton, so hat man´s gern.
Doch ist ihr Auftreten nicht in Gänze unumstritten. Man hält ihnen zuweilen vor, ihr Tanz sei unausgewogen, geradezu plump, und ihre jeweiligen Partner hätten beträchtliche Mühe, den zwar redlich um tadelfreie Pose bestrebten Bergelch im Schwange der Musik schrittkonform übers Holz oder Linol zu schieben.
Dies kann, darf und möchte ich in dieser Form nicht stehen lassen und hiermit der Wahrheit die Ehre geben:
das erwähnte Braun seiner pelzigen Gestalt verströmt den überholten Charme der 70er Jahre, der Quell seines Stolzes ist mir rätselhaft, das Lachen würde ich als schmierig bezeichnen, sie drücken sich gestelzt aus, und auch wenn sie sich in feine Tuche wanden, so wird aus ihnen doch kein galanter Ungar oder ein Johannes Heesters. Lediglich ihr Tanz hat etwas anrührendes, beinahe kindlich unschuldiges, wenn sie sich drehen, beide Vorderhufe ausgestreckt, der Welt entrückt, sich drehen, drehen, immer weiter drehen, jenseits der Vernunft...
So, jetzt ist es raus, jemand musste einfach einmal sagen, wie es wirklich ist.
Faber schrieb am 16.1. 2001 um 17:00:54 Uhr zu
Bewertung: 12 Punkt(e)
In der Straßenbahn fährt der Bergelch gerne rückwärts. Er liebt Überraschungen und so ist jeder Augenblick des Fahrens für ihn ein Quell unerwarteter Eindrücke, wenn huschhhhh, plötzlich die Leipziger Straße vorbeirauscht oder huiiii...das war der Berliner Platz. Er räkelt sich dann vor Wonne und späht durch die von den Nüstern beschlagene Scheibe, gierig auf das nächste Erlebnis wartend. „Nicht anhalten, bitte“ fleht er leise, als die Bahn das Depot erreicht, Feierabend auf Linie 3. Endstation, gleich muss er raus, „Bergelche dürfen das Betriebsgelände nicht betreten“, er weiß das, doch manchmal, wenn er besonders aufgekratzt ist, macht er sich einen kleinen Spaß, wenn er, in der letzten Reihe klein zusammengefaltet, sodass höchstens die Geweihspitzen in den Äther ragen, dann doch noch, die letzten 80 m auf verbotenem Grund, die Fahrt ein wenig verlängern kann.
Heidewitzka, Bergelche haben das Zeug zum Schlitzohr !
Stöbers Greif schrieb am 9.10. 2000 um 19:03:23 Uhr zu
Bewertung: 10 Punkt(e)
Was lernt der Bergelch nicht alles im Laufe der Zeit, mit Mühe, voll Angst, aber beharrlich! Erwachsen endlich, reif, spät erst im Vergleich, hatte er sich für kurze Zeit rein gefühlt - gereinigt von den letzten Schlacken der Aufzucht, diesem klebrigen Zeug aus der Kindheit - nur der Schrecken war geblieben, ohne Angst nun, grundlos, im Sog schon, ein Augenblick des Bewußtseins im Taumel, das kosmische Gefühl, gottähnlich, kurz vor dem Sturz...
Er verriet nichts, er schrie bloß.
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