Anzahl Assoziationen zu diesem Stichwort (einige Beispiele folgen unten) 345, davon 331 (95,94%) mit einer Bewertung über dem eingestellten Schwellwert (-3) und 147 positiv bewertete (42,61%)
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Siehe auch:
positiv bewertete Texte
Der erste Text am 10.9. 1999 um 03:36:20 Uhr schrieb
Heynz Hyrnrysz über Bergelch
Der neuste Text am 29.1. 2023 um 14:27:48 Uhr schrieb
ein aufrechter Waidmann über Bergelch
Einige noch nie bewertete Texte
(insgesamt: 12)

am 29.10. 2007 um 14:15:32 Uhr schrieb
Hannes über Bergelch

am 19.12. 2005 um 14:53:44 Uhr schrieb
Dr_SnuSnu über Bergelch

am 22.6. 2020 um 19:36:08 Uhr schrieb
piq7 über Bergelch

Einige überdurchschnittlich positiv bewertete

Assoziationen zu »Bergelch«

Caravanserail schrieb am 2.12. 2000 um 15:21:03 Uhr zu

Bergelch

Bewertung: 12 Punkt(e)

Am Winterwochenende macht es sich der Bergelch zu Hause gemütlich. Er heizt seinen Kachelofen ein, stellt sich Gebäck und Glühwein ans Sofa und holt sich einen Lyrikband aus dem Regal. Heute fällt ihm »wintergrün« von Doris Runge in die Hufe. Wir wissen nicht ob es ein Zufall war oder ob ihm der dunkelgrüne Einband besonders advendtlich erschienen ist. Mit einem wohligen Seufzer tummelt sich unser Bergelch ein wenig zwischen den Seiten. Es gefällt ihm, daß man an Doris Runges Gedichten immer ein bißchen herumrätseln kann. Natürlich gefällt es ihm auch, daß die Gedichte ziemlich kurz sind. So ist er immer schnell mit einem Text fertig und hat ein kleines Erfolgserlebnis: Wieder ein Gedicht geschafft! (In diesem Punkt ist der Bergelch wie Reich-Ranicky.)

Heute gefällt ihm das Gedicht »glücksspiel« am besten. Schließlich hat er sich selber schon immer für eine Spielerfigur gehalten. Weil ich nicht sicher bin, ob alle User das Gedicht im Ohr haben, schreib ich es mal auf:

glücksspiel

zwei sind
einer zuviel
zu glück
zwei sind
genug
für ein unglück
hat einer
den anderen
zum glück

Die Runge überläßt es ja immer ihren Lesern, sich vorzustellen, wo welche Satzzeichen sitzen sollten, was zusammengehört, wo Satzperioden anfangen und aufhören. Der Bergelch mag das. Er fühlt sich als Leser wichtiggenommen. Hach, denkt er sich, ich liebe diese interaktiven Textspiele...

Und dann denkt er diesen Abend noch lange drüber nach, ob er nicht doch lieber zu zweit wäre.

Stöbers Greif schrieb am 5.11. 2000 um 20:43:47 Uhr zu

Bergelch

Bewertung: 15 Punkt(e)

Die Bergelche aus dem Emmental vertragen jungen Blattspinat erstaunlicherweise gar nicht gut. Viele Tiere werden davon innerhalb kürzester Zeit teilblind. Sie verspüren heftige Vergiftungserscheinungen, entlaufen ihrer Herde, traben verwirrt weideaufwärts, bis sie mit Befehlsgittern kollidieren, entäußern sich diverser Körpersäfte und vermeinen scharfgeschliffene Sterne zu sehen.

Liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen, ich fasse zusammen: Wenn Sie nicht wollen, daß sich der Emmentaler Bergelch in dieser oder jener Form ungebührlich aufführt, so sollten Sie ihm unter KEINEN Umständen jungen Blattspinat zuführen! Habe ich mich in diesem Punkt klar ausgedrückt?

Und nun zu etwas Praktischem:
Karla, bitte vermessen Sie die untere Körperhälfte des Bergelchs!
Rüdiger, bitte wiegen Sie seinen Geschlechtsbereich ab!
Tanna, bitte überprüfen Sie Karlas Vermessungsstrategie!
Heynz, bitte gehen Sie Rüdiger freundlich zur Hand!
Alvar, bitte sichern Sie die Daten!
Liamara, bitte lenken Sie den Bergelch mit einer Geschichte ab!
Galaxie, bitte vermessen Sie seine obere Körperhälfte!
Elki, bitte verfassen Sie einen Bericht!
POMTOM, bitte sichern Sie unsere Blattspinatvorräte!
Gronkor, entfernen Sie bitte das Fret, es könnte unseren Bergelch irritieren!
Dragan, bitte kontrollieren Sie Alvar beim Sichern der Daten.
Liamara, bitte lenken Sie den Bergelch ab und nicht Alvar!
Klein Mädchen, bitte schauen Sie einmal kurz weg!
Heynz, bitte schubsen Sie Rüdiger nicht!
Snake, wie würden Sie diese säurehaltigen Signale deuten?
Bettina, bitte geben Sie Ihren Kommilitonen doch einmal ein gutes Beispiel!
Meine Damen und Herren, erweitern Sie bitte Ihr Sendungsbewußtsein!
Erleben Sie sich bitte als Teil der Reisegruppe!
Leisten Sie uns Gesellschaft!

Danke!

Und den Bergelchen keinen Blattspinat!
Unter keinen Umständen!

Stöbers Greif schrieb am 8.11. 2000 um 20:57:28 Uhr zu

Bergelch

Bewertung: 12 Punkt(e)

Um an jungen Blattspinat zu kommen, lassen Bergelche nichts unversucht. Ich kannte mal einen Elch namens Müller, der die ehrenwerte Kunst des Scherenschnitts zu einer bis dahin noch nicht bekannten Perfektion entwickelte, nur weil er die Gemüsefrau beeindrucken wollte. Und was soll ich sagen, er erreichte sein Ziel!

Natürlich mutierte er nach dem Genuß des Blattspinats mehr in Richtung Heini als in Richtung Sophokles. Er rannte barfuß über den nächsten Gletscher und klatschte schon relativ bald auf dem Grunde einer seiner tiefsten Spalten auf. Aber ich bin ziemlich sicher, daß er sich noch im Fallen gedacht hat: »Diese Portion Spinat war es wert

Es muß ein schöner Tod sein, in völliger Übereinstimmung mit sich und der Welt die Löffel abzugeben.

Bettina mit dem Bleistift schrieb am 19.12. 2001 um 21:36:48 Uhr zu

Bergelch

Bewertung: 10 Punkt(e)

Mit Weihnachten, so wie wir es gerne und häufig feiern, darf man dem Bergelch nicht kommen. Da wird er nur schlicht abwinken.

Etwas anderes ist es, wenn wir ihm in schillernden Farben vom Weihnachstmarkt zu berichten wissen. Wenn wir dabei nicht darauf verzichten, ihm den Wohlgeruch frisch gerösteter Kastanien zu beschreiben und wie der sich mit dem des dampfenden Glühweins mischt, wenn wir ihn auch an allerlei mehr Spektakel teilhaben lassen, das uns dort erfreut hat - dann kann es schon vorkommen, dass er sich neben dem Ofen zusammenkringelt und von unseren Worten berauscht einschläft.

Dies sollten wir nun zum Anlass nehmen, uns still und leise zu verabschieden, denn wer wollte schon zugegen sein, wenn der gerade so friedlich schlummernde Bergelch schließlich wieder aufwacht und man ihm erklären müsste, dass all die kleinen und großen Leckereien, von denen er vermutlich gerade träumte, nur in seiner Phantasie existierten?

Faber schrieb am 16.1. 2001 um 17:00:54 Uhr zu

Bergelch

Bewertung: 12 Punkt(e)

In der Straßenbahn fährt der Bergelch gerne rückwärts. Er liebt Überraschungen und so ist jeder Augenblick des Fahrens für ihn ein Quell unerwarteter Eindrücke, wenn huschhhhh, plötzlich die Leipziger Straße vorbeirauscht oder huiiii...das war der Berliner Platz. Er räkelt sich dann vor Wonne und späht durch die von den Nüstern beschlagene Scheibe, gierig auf das nächste Erlebnis wartend. „Nicht anhalten, bitte“ fleht er leise, als die Bahn das Depot erreicht, Feierabend auf Linie 3. Endstation, gleich muss er raus, „Bergelche dürfen das Betriebsgelände nicht betreten“, er weiß das, doch manchmal, wenn er besonders aufgekratzt ist, macht er sich einen kleinen Spaß, wenn er, in der letzten Reihe klein zusammengefaltet, sodass höchstens die Geweihspitzen in den Äther ragen, dann doch noch, die letzten 80 m auf verbotenem Grund, die Fahrt ein wenig verlängern kann.
Heidewitzka, Bergelche haben das Zeug zum Schlitzohr !

Stöbers Greif schrieb am 6.2. 2000 um 16:52:52 Uhr zu

Bergelch

Bewertung: 16 Punkt(e)

Am Totensonntag setzen sich die Bergelch-Familien zusammen, um das große Familienalbum der Vergangenheit aufzublättern. Es besteht aus Gräbern, die aber kein Grauen ausströmen, sondern eine unwiderstehliche Komik. Die Wirkung der Bilder gleicht ungefähr jener, die durch zwanzig Zylinder bei einer Leichenfeier hervorgerufen wird: Über der Lächerlichkeit der Hüte verliert man den Schauer vor dem Sarg. Es entsteht auf diese Weise immer eine sehr merkwürdige Art von Grauen, das nicht die Seele, sondern das Zwerchfell des Bergelchs tangiert.

toschibar schrieb am 19.12. 2001 um 17:01:04 Uhr zu

Bergelch

Bewertung: 8 Punkt(e)

Entgegen landläufiger Ansichten ist der Bergelch von Natur aus uninteressiert an wissenschaftlichen Exegesen zu den Themen »Gesundheitsschuhe für Gehörlose« und »Hobelbänke im Wandel der Zeit«.
Ich weiss, wovon ich spreche. Kurz nachdem ich zum Schuster ehrenhalber promovierte bekam ich das Angebot, Bücher zu eben diesen Themen zu schreiben. Ich willigte natürlich ein, buchte ein Ticket nach Lappland und schrieb 7 Jahre an diesen Büchern. Sie waren mir sehr gelungen. Als mir gewahr wurde, dass ich in der obigen Einöde weder Korekturleser noch Lektoren fand, habe ich bei einem gemütlichen Glas Wein einem meiner am meisten ans Herz gewachsenen Bergelche die Bücher vorgelesen. Er sagte, sie seien langweilig und schnarchöde.
Ich habe die Bücher verbrannt. Sie haben uns noch ordentlich eingeheizt und der Bergelch hat mir nach dem zwölften Glas einen Schuhplattler vorgetanzt, er konnte auch Bauchreden und Handstand. Es war ein sehr schöner Abend.
Am Ende gestand er mir, dass er mir gar nicht zugehört hat, als ich ihm vorlas, da diese Themen naturgemäß uninteressant für Bergelche seien.
Nun. Ich habe mein Lebenswerk für einen Schuhplattler verbrannt und die Welt wird meine fundierten Berichte niemals lesen können. Hätte ich vorher mehr über Bergelche gewusst, wäre ich vielleicht vorgewarnt gewesen.
Was ich hiermit für alle nachhole, die in Zukunft ähnliches vorhaben.

Willifried Quaichheimer schrieb am 30.11. 2000 um 16:44:33 Uhr zu

Bergelch

Bewertung: 10 Punkt(e)

In seinem Büroalltag kauert der Bergelch geduckt hinter einer kyrillischen Schreibmaschine. Am Ende jeder Zeile wird er durch ihren minimalistischen Gong wie von einer ausgeglittenen Rasierklinge hochgeschreckt. Wenn er vom Büroleiter angesprochen wird, reckt er sein Stroheimkinn ins Bild und sagt: »Ja! Hier, bei der Arbeit

Am Feierabend ist er dann natürlich immer ziemlich aufgekratzt und gönnt sich am Bahnhof ein oder zwei Dosnbier.

Stöbers Greif schrieb am 5.11. 2000 um 20:03:42 Uhr zu

Bergelch

Bewertung: 10 Punkt(e)

Wenn der Bergelch erst mal aus dem Klebstoffalter heraus ist, braucht er ziemlich lange, bis er warmgelaufen ist. Den neuen Morgen erlebt er gewissermaßen dreimal: zuerst als Welle von Telefonaten (immer diese Menschen, die rücksichtsloserweise schon vor 8 Uhr nichts zu sagen haben!), dann als kleiner Teeteich, in dem seine traumlosen Augen versinken und schließlilch als nachgeworfene Kußhand seiner Ehefrau.

Aber spätestens, wenn die Bürotür knallt, schießt Adrenalin in den Bergelch ein: Jetzt steppt der Bär!

Stöbers Greif schrieb am 21.11. 2000 um 14:49:12 Uhr zu

Bergelch

Bewertung: 9 Punkt(e)

Der Bergelch nimmt sein Bett und zieht in das Zimmer, in dem schon sein Schreibtisch steht. Er will nicht mehr auf der anderen Seite des Ehebetts neben seiner Muttter schlafen. Er kann ihr Korsett nicht mehr sehen. Sie trägt immer nur das eine, die Schränke sind voll mit anderen. Die Mutter träumt und bewegt sich. Sie ist ein Planet, der in der Nacht zu leben beginnt, und schon hat sie den Bergelch gesehen und sagt: Mein Kind, und droht mit dem Beil und will ihn, Kopf und Rumpf und Arme und Beine voneinander getrennt, zu sich in den Bottich werfen. Jetzt ist sie ein Schwimmplanet. Und meint´s nicht bös, sagt sie, es muß nur sein. Und tut´s.

Stöbers Greif schrieb am 19.11. 2000 um 21:26:02 Uhr zu

Bergelch

Bewertung: 9 Punkt(e)

Wenn man Bergelche zu Abend mit Rinder- oder Ziegenohren füttert, löst man bei ihnen ein seltsames Verhalten aus. Sie begeben sich alsbald in abgelegene Gemächer ihres Vaterhauses und wälzen dort bis tief in die Nacht Berge englischer und französischer Zeitschriften. Sie sitzen dabei auf ihren Fersen und fühlen, wie das nährende Dunkel des Fleisches sie durchströmen. Besonders die Kontaktanzeigen lesen die Bergelche mit einem geradezu durstigem Interesse. Und dann benehmen sie sich wie Lumpengesindel.

Stöbers Greif schrieb am 7.5. 2000 um 19:17:07 Uhr zu

Bergelch

Bewertung: 13 Punkt(e)

Mit Moritz Brinkmaier, der Bergelch von der Sulzenalm, verbindet mich eine jahrelange Freundschaft. Was mich seit eh und je an Moritz beeindruckt hat, ist seine tiefe Verehrung der Damenwelt, die durch keine Erfahrung erschüttert werden konnte.
Brinkmaier hatte das weibliche Gemüt von einer einfachen, aber zugleich herrlichen und erhabenen Seite kennengelernt. Sein eigenes Weib hatte ihn in die Tiefe des wahrhaft weiblichen Wesens blicken lassen wie in einen spiegelhellen See. Elternlos wie sie war hatte sie sich die Erbschaft einer steinreichen Base, die Liebe aller ihrer Verwandten verscherzt, indem sie dem harten, ihr Leben durch manche Qual erbitterden Eindringen der Kirche mit festem Mut widerstanden, als sie, selbst in der katholischen Religion erzogen, den protestantischen Brinkmaier heiratete und kurz vorher aus reiner glühender Überzeugung in Augsburg selbst zu diesem Glauben übergetreten war.

Heynz Hyrnrysz schrieb am 2.12. 2000 um 01:16:43 Uhr zu

Bergelch

Bewertung: 8 Punkt(e)

Die Bergelche Würgberger und Grundmoser fuhren in einem dicken Amischlitten eine schmale Bergstraße entlang. Bald kamen sie an eine besonders enge Kurve, an der, aufgrund der Überlänge des Wagens, rangiert werden musste. Würgberger, der den Wagen lenkte, geriet beim zurücksetzen zu nah an den Rand einer Schlucht, wodurch der Wagen mit dem Heck so weit ueber den Abgrund rutschte, dass die Hinterraeder frei in der Luft hingen. Das hinterradgetriebene Fahrzeug war somit nicht mehr manövrierfaehig.

»Ich steig aus und schieb an!«, rief Grundmoser, der unter den Bergelchen für seine schnelle Auffassungsgabe bekannt war. Er riss also die Beifahrertür auf, und sprang mit einigen Sätzen schnell hinter den Wagen. Da sich aber am hinteren Teil des Wagens keinerlei Boden mehr befand, wurde Grundmoser die in dieser Gegend außerordentlich gut funktionierende Schwerkraft zum Verhängnis. Er stürtze in die Schlucht, zerschellte auf felsigem Grund und verstarb.

Würgberger erkannte, dass er den Wagen alleine nicht mehr flott bekommen würde, und ging zu Fuß nach Hause.

Stöbers Greif schrieb am 22.11. 2000 um 19:45:30 Uhr zu

Bergelch

Bewertung: 9 Punkt(e)

So wie man in der Natur keine zwei Blätter von genau demselben Grün findet, so sind in den unsterblichen Gesängen der Bergelche keine zwei Betonungen, die denselben Ausdruckswert besitzen! Diese in höchster Lyrizität gestalteten Lieder bringen alle edlen Saiten des Elchherzens gleichzeitig zum Schwingen.

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