Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Bergelch«
Caravanserail schrieb am 2.12. 2000 um 15:21:03 Uhr zu
Bewertung: 12 Punkt(e)
Am Winterwochenende macht es sich der Bergelch zu Hause gemütlich. Er heizt seinen Kachelofen ein, stellt sich Gebäck und Glühwein ans Sofa und holt sich einen Lyrikband aus dem Regal. Heute fällt ihm »wintergrün« von Doris Runge in die Hufe. Wir wissen nicht ob es ein Zufall war oder ob ihm der dunkelgrüne Einband besonders advendtlich erschienen ist. Mit einem wohligen Seufzer tummelt sich unser Bergelch ein wenig zwischen den Seiten. Es gefällt ihm, daß man an Doris Runges Gedichten immer ein bißchen herumrätseln kann. Natürlich gefällt es ihm auch, daß die Gedichte ziemlich kurz sind. So ist er immer schnell mit einem Text fertig und hat ein kleines Erfolgserlebnis: Wieder ein Gedicht geschafft! (In diesem Punkt ist der Bergelch wie Reich-Ranicky.)
Heute gefällt ihm das Gedicht »glücksspiel« am besten. Schließlich hat er sich selber schon immer für eine Spielerfigur gehalten. Weil ich nicht sicher bin, ob alle User das Gedicht im Ohr haben, schreib ich es mal auf:
glücksspiel
zwei sind
einer zuviel
zu glück
zwei sind
genug
für ein unglück
hat einer
den anderen
zum glück
Die Runge überläßt es ja immer ihren Lesern, sich vorzustellen, wo welche Satzzeichen sitzen sollten, was zusammengehört, wo Satzperioden anfangen und aufhören. Der Bergelch mag das. Er fühlt sich als Leser wichtiggenommen. Hach, denkt er sich, ich liebe diese interaktiven Textspiele...
Und dann denkt er diesen Abend noch lange drüber nach, ob er nicht doch lieber zu zweit wäre.
Stöbers Greif schrieb am 5.11. 2000 um 20:43:47 Uhr zu
Bewertung: 15 Punkt(e)
Die Bergelche aus dem Emmental vertragen jungen Blattspinat erstaunlicherweise gar nicht gut. Viele Tiere werden davon innerhalb kürzester Zeit teilblind. Sie verspüren heftige Vergiftungserscheinungen, entlaufen ihrer Herde, traben verwirrt weideaufwärts, bis sie mit Befehlsgittern kollidieren, entäußern sich diverser Körpersäfte und vermeinen scharfgeschliffene Sterne zu sehen.
Liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen, ich fasse zusammen: Wenn Sie nicht wollen, daß sich der Emmentaler Bergelch in dieser oder jener Form ungebührlich aufführt, so sollten Sie ihm unter KEINEN Umständen jungen Blattspinat zuführen! Habe ich mich in diesem Punkt klar ausgedrückt?
Und nun zu etwas Praktischem:
Karla, bitte vermessen Sie die untere Körperhälfte des Bergelchs!
Rüdiger, bitte wiegen Sie seinen Geschlechtsbereich ab!
Tanna, bitte überprüfen Sie Karlas Vermessungsstrategie!
Heynz, bitte gehen Sie Rüdiger freundlich zur Hand!
Alvar, bitte sichern Sie die Daten!
Liamara, bitte lenken Sie den Bergelch mit einer Geschichte ab!
Galaxie, bitte vermessen Sie seine obere Körperhälfte!
Elki, bitte verfassen Sie einen Bericht!
POMTOM, bitte sichern Sie unsere Blattspinatvorräte!
Gronkor, entfernen Sie bitte das Fret, es könnte unseren Bergelch irritieren!
Dragan, bitte kontrollieren Sie Alvar beim Sichern der Daten.
Liamara, bitte lenken Sie den Bergelch ab und nicht Alvar!
Klein Mädchen, bitte schauen Sie einmal kurz weg!
Heynz, bitte schubsen Sie Rüdiger nicht!
Snake, wie würden Sie diese säurehaltigen Signale deuten?
Bettina, bitte geben Sie Ihren Kommilitonen doch einmal ein gutes Beispiel!
Meine Damen und Herren, erweitern Sie bitte Ihr Sendungsbewußtsein!
Erleben Sie sich bitte als Teil der Reisegruppe!
Leisten Sie uns Gesellschaft!
Danke!
Und den Bergelchen keinen Blattspinat!
Unter keinen Umständen!
Stöbers Greif schrieb am 1.2. 2001 um 18:38:09 Uhr zu
Bewertung: 10 Punkt(e)
Zu Beginn des Februars ist der Bergelch gesund und verspürt allerlei Munterkeiten. Er ruft seine Frau Butzibutzi, meidet allerdings die Lichtkegel der Parkleuchten. Dann hält er nach Prachtexemplaren Ausschau, die sich in ähnlichen Hormonkreisen bewegen und ihre Not mit einem Mäntelchen bedecken.
Stöbers Greif schrieb am 9.10. 2000 um 18:52:14 Uhr zu
Bewertung: 9 Punkt(e)
In der Wüstenlandschaft des südalpinen Karstes taucht ein Bergelch namens Hugo auf, nimmt einen letzten Schluck aus der Wasserflasche und bricht kurz darauf an einer Tankstelle zusammen. Hugo ist, wie viele Protagonisten dieses Regisseurs, ein Verirrter. Nachdem man seinen Bruder Heinrich benachrichtigt und dieser ihn unter Mühen nach Kufstein gebracht hat, beginnt die langsame Resozialisation des zutiefst verstörten Hugo, einer Kaspar-Hauser-Figur.
Vor vielen Jahren ist seine Ehe in die Brüche gegangen, und Hugo verschwand in den Gebirgen des Alpenhauptkamms. In Kufstein trifft er nun auf seinen Sohn Hugo jr., dessen sich Heinrich und seine Frau Kunigunde in der Zwischenzeit angenommen hatten. Nur zögernd entsteht eine Beziehung zwischen Vater und Sohn, und es funkt erst dann zwischen den beiden, als man zusammen eine Seifenoper im Fernsehen betrachtet.
Als sich Hugo entschließt, seine Ex-Frau Mimi im fernen Südtirol zu suchen, schließt sich ihm Hugo jr. an. Die beiden verfolgen Mimis Spur bis zu einer berüchtigten Meraner Peepshow, wo in einer Kammerspielszene der dramatische Konflikt seinen Höhepunkt findet: Hugo und Mimi erzählen sich über die Sprechanlage, getrennt durch Spiegelglas, in zwei langen Monologen ihre jeweiligen Geschichten.
Noch in der selben Nacht finden Mimi und ihr Sohn zusammen, während Hugo wieder in dem Nichts verschwindet, aus dem er gekommen war.
Mit diesem Film zieht der Regisseur die Summe des deutschen Bergfilms, indem er das Kontemplative, Offene und Spontane früherer Filme mit einem stärkeren Gewicht auf der Geschichte und den Dialogen versöhnt. Dieser Film sollte zum letztenmal von verschlossenen, einsamen Bergelchen erzählen; alle Helden dieses Typus sollten von nun an in einem Südtiroler Altersheim zur Ruhe kommen. Das ebenfalls gegebene Versprechen, endlich einmal eine Elchkuh in den Mittelpunkt zu stellen, löste der Film freilich nicht ein: Mimi, der die John Fords »The Searchers« nachempfundene Suche gilt, existiert nur als Abbild: als Foto aus einem Automat, als Fernsehbild und zuletzt als raffiniertes Spektakel in einer Peepshow.
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