Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Schömberg«
Die Leiche schrieb am 5.5. 2011 um 21:53:07 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
Ein schwieriger Moment in Schömbergs Leben war das zu Bett gehen geworden. Insbesondere zu Zeiten, in denen Schömbergs Vitalfunktionen derart beeinträchtigt waren, daß er den Tag notgedrungen fast vollständig auf dem Sofa verbracht hatte, fiel es ihm äusserst schwer, Schlaf zu finden. Las er, dann fielen ihm die Augen zu. Löschte er das Licht, dann wurde er hellwach, und grübelte über die endlosen Gerichtsverfahren nach, an denen seine Rentenansprüche hingen, überschlug immer wieder, wielange seine Ersparnisse noch ausreichen würden, bevor er auf Sozialhilfe angewiesen sein würde. Nur äusserst widerwillig und nach mehreren schlaflosen Nächten griff er dann doch zu dem Schlafmittel, daß ihm sein Arzt bereitwillig verschrieben hatte. Das Problem sein bekannt, hatte der Arzt nur lapidar bemerkt.
Die Leiche schrieb am 23.5. 2011 um 09:43:20 Uhr zu
Bewertung: 2 Punkt(e)
Schömberg war fasziniert davon, welche sexuelle Vielfalt sich im internet austobte - und wieviele Menschen es doch gab, die jene Gelüste teilten, die er in seinem früheren Leben allenfalls spätnachts in Hotelzimmern, auf Dienstreisen, wenn er ganz für sich alleine war, in sich aufsteigen zu lassen sich schlechten Gewissens gestattet hatte. Dieser ganze Schweinskram widersprach seinerzeit komplett seinen Vorstellungen von Moral, Anstand und Würde. Man hatte Beziehungen, heiratete irgendwann, betrieb Sex mit seinem Gatten und bekam irgendwann Nachwuchs. Und dann war das alles nicht mehr so wichtig, weil es gab ja dann Beruf, Familie, Nachbarschaft, Freundeskreis ... Schömberg versuchte, sich daran zu erinnern, wann er zum letzten Mal richtig geilen Sex mit seiner Exfrau hatte. Er mußte sich nach einigem Überlegen eingestehen, daß er niemals mit seiner Exfrau richtig geilen Sex gehabt hatte - wirklich kein einziges Mal.
Die Leiche schrieb am 21.5. 2011 um 00:25:19 Uhr zu
Bewertung: 2 Punkt(e)
Schömberg ging einen Kellergang entlang. Es war der Gang der Tiefgarage. Schömberg wunderte sich - er hatte diesen Gang kürzer in Erinnerung, aber jetzt war er unglaublich lang und düster. Die Beleuchtung war wohl im Arsch wieder mal. Er ging und ging, und kam an eine blaue Stahltür. Er blieb unwillkürlich stehen. Die Stahltür ging auf, und da stand Reimann, sein oberster Chef, mit seiner - Schömbergs - Tochter Angela im Arm. Und da bemerkte Schömberg, daß er nackt war. Seine Tochter Angela sagte »Hallo Dad !« und lachte. Reimann grinste. Schömberg fühlte das Blut ins Gesicht schiessen, und wollte weglaufen. Aber er kam nicht vom Fleck. Reimann lachte, Angela lachte, und Schömberg war nackt, und kam einfach nicht weg ! Er war schweissgebadet, als er aufwachte. Auch eine Flasche Bier, die Schömberg in der Küche trank und eine Zigarette halfen nicht - er würde eine Tablette nehmen müssen. Es war kurz vor vier morgens.
Die Leiche schrieb am 4.6. 2011 um 09:05:31 Uhr zu
Bewertung: 2 Punkt(e)
Schömberg war hochbefriedigt, als sein Sohn Lars mit einem alten VW-Polo ankam. 2 Riesen hatte er gekostet. Lars Schömberg hatte mit Geld umzugehen gelernt, einige Rücklagen noch aus seiner Zeit als Schulhofdealer besessen, und verdiente sich als camboy locker noch ein paar hunderter jeden Monat dazu. Da er Mietfrei bei seinem Vater lebte, sich nur gelegentlich an Lebensmittel- und Biereinkäufen beteiligte, war der PKW durchaus für ihn zu finanzieren. Schömberg war angetan von der geringen Eitelkeit, die sein Sohn Lars in dieser Hinsicht an den Tag legte. Während seine Altersgenossen großen Aufwand betrieben, viel Geld für tuning ausgaben, war Lars Schömberg ungeheuer bescheiden in dieser Hinsicht. »Vor den Idioten brauch ich mir nix zu beweisen.« versetzte er cool. Seine Aura des vorbestraften Schulhofdealers, seine hüpsche Freundin Jasmin mit den entzückensten Sektschalenbrüsten des ganzen Schulhofes, und nicht zuletzt das unkonventionelle Zusammenleben mit seinem schwulen Vater genügten, um ihm einen prominenten Platz auf dem Schulhof und in der Disco zu erhalten. Schömberg erfuhr wieder diesen kleinen Stich: er galt also auch auf dem Schulhof seines Sohnes Lars als schwul, mußte sich damit abfinden, die soziale Rolle eines Schwulen einzunehmen, nachdem er zuvor die soziale Rolle eines höheren Bankangestellten mit Einfamilienhaus und Dienstwagen innegehabt hatte. Etwas in ihm wehrte sich dagegen, und seine Begehrlichkeiten gegenüber den Sektschalenbrüsten der hüpschen Freundin seines Sohnes Lars nahmen in diesem Augenblick ganz gewaltig zu. Hatte das junge Ding nicht mit ihm sehr heftig geflirtet, ihm auf den Kopf zugesagt, er »könne sie haben« ? Schömberg erinnterte sich aber auch an den deutlichen Unwillen, den sein Sohn Lars dem Interesse seiner Freundin Jasmin an seinem schwulen Vater entgegenbrachte.
Die Leiche schrieb am 2.6. 2011 um 10:19:18 Uhr zu
Bewertung: 2 Punkt(e)
Als Schömberg die Buchhandlung verließ, ohne etwas gekauft zu haben, wandte er sich wieder in die entgegengesetzte Richtung, ging zurück über den Markt, am Marktcafé vorbei, wo er Reimann getroffen hatte, und bei einem Milchcafé aus dem Pappbecher (»to go«) den Marktadlern zugesehen hatte, auf die andere Seite der Fußgängerzone, wo sie in eine Spielstrasse überging. Dort gab es eine Metzgerei, in der Schömberg früher gerne eingekauft hatte. Die Inhaberin, eine etwas drall gewordene, sonnenbanksgebräunte Blondine, die im Rufe einer Männerverschlingenden Nymphomanin stand, bediente ihn persönlich, und gerne lies er sich auf ein anzügliches Spiel mit Salamiwürsten ein, die nicht hart und dick genug sein konnten, und der Lende, die derselben Kraft verleihen möge. Die Salamiwurst würde Schömberg mit nachhause nehmen, die Lende im Campingbus irgendwann heute in die Pfanne hauen. Er brauchte nur noch zwei Brötchen dazu.
Die Leiche schrieb am 3.6. 2011 um 07:37:52 Uhr zu
Bewertung: 2 Punkt(e)
Schömberg hatte sich seine cam-position inzwischen sehr überlegt arrangiert. Er saß auf seinem verstellbaren Bürostuhl, die Funktastatur auf dem Schreibtisch. Seine Füsse stützte er an dessen Kante und an einem Sessel ab, um seinen Kunden opitmalen Blick auf die regelmässig interessierenden Körperteile zu gewähren. Bevor er online ging, legte er einen Schwanzring an, um eine längere Zeit lang zuverlässig in Form bleiben zu können, stellte den Dildo und das Gleitgel in Griffweite - weil: das wollten sie ja immer wieder sehen. Nicht, daß er etwas dagegen hätte, er mochte diese Behandlung sogar ganz gerne - aber nicht in dem Maße, wie es gefordert war, damit er auf einen Tageschnitt von 30 € kam. Das hört sich nicht sehr viel an - statistisch gesehen waren das nur 30 Minuten für einen einzelnen Kunden. Aber erstens war Schömberg Ende Vierzig - seine Zielgruppe war von vorneherein beschränkt. Sein Sohn Lars mit seinem schmalen, schlanken Körper, »boy« von Kopf bis Fuß stand sich da wesentlich leichter, erzielte weitaus höhere Beträge. Schömberg war regelrecht ein bischen neidisch auf seinen Sohn. Und so gab es Tage, an denen er die 30 € einfach nicht erreichte. Hinzu kam, daß er durchaus nicht jeden Tag dazu in der Lage war, sich vor der cam zu zeigen. Dazu mußte man Lust haben, sonst wurde es nichts. Seine besten Tage waren diejenigen, wenn er mit der cam nach draussen ging - mit Laptop und Surfstick, dem Campingbus als Basisstation. »Baggersee-cam« und »Parkplatz-cam« kamen sehr gut an. Indem Schömberg sich schließlich auch entschloß, Natursektspiele anzubieten, konnte er sich weitere Kundenkreise erschliessen. In der Sprache seines alten Berufes in der Bank war dies alles jedoch das »Butter & Brot - Geschäft« im Vergleich zu den enormen Beträgen, die er gemeinsam mit seinem Sohn Lars vor der Cam erzielen konnte: Inzest - das zog, zumal die allermeisten fest davon überzeugt waren, daß es illegal sei. Schömberg hatte es überprüft, das war es durchaus nicht. Gegen den Inzestparagraphen verstieß nur heterosexueller Verkehr, und in Ansehung der Volljährigkeit von Lars viel auch der Mißbrauchstatbestand zuverlässig weg. Obschon Schömberg da manchmal ins Grübeln kam - was, wenn es ernsthaften Streit zwischen ihm und seinem Sohn Lars geben würde ? Doch die 200-300 Euro, die so eine »Dad & Son - session« manchmal binnen weniger als einer Stunde einbrachte, überwanden Schömbergs Bedenken immer wieder, und auch bei Schömbergs Sohn Lars blinkten die Dollarzeichen in den Augen grell und hektisch, wenn er zwischendurch auf den amount klickte. Das Problem war nur: diese sessions konnte man auch nicht allzu oft anbieten, höchstens 1x wöchentlich, um ihren Reiz des Seltenen zu erhaltn. Die Möglichkeiten der Einkommenssteigerung auf diesem Wege waren also begrenzt - zumindest für Schömberg.
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