Anzahl Assoziationen zu diesem Stichwort (einige Beispiele folgen unten) 226, davon 225 (99,56%) mit einer Bewertung über dem eingestellten Schwellwert (-3) und 154 positiv bewertete (68,14%)
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Siehe auch:
positiv bewertete Texte
Der erste Text am 2.5. 2011 um 17:59:13 Uhr schrieb
Yadgar über Schömberg
Der neuste Text am 18.6. 2012 um 12:40:43 Uhr schrieb
Die Leiche über Schömberg
Einige noch nie bewertete Texte
(insgesamt: 64)

am 20.6. 2011 um 14:11:53 Uhr schrieb
Die Leiche über Schömberg

am 13.6. 2011 um 12:51:16 Uhr schrieb
Die Leiche über Schömberg

am 20.6. 2011 um 14:36:36 Uhr schrieb
Die Leiche über Schömberg

Einige überdurchschnittlich positiv bewertete

Assoziationen zu »Schömberg«

Die Leiche schrieb am 25.5. 2011 um 07:44:30 Uhr zu

Schömberg

Bewertung: 4 Punkt(e)

Schömberg war methodisch vorgegangen. Aus dem Internet hatte er sich eine Liste von »locations« in seiner näheren und weiteren Umgebung zusammengestellt, und mit dem Routenplaner optimierte Touren zusammengestellt, schließlich auch - warum nicht mal ausrechnen lassen ? - eine große Rundtour, für die er schätzungsweise eine Woche benötigen würde. Er schmunzelte bei dem Gedanken an eine solche Reise: »Sexurlaub«. Doch dann entschloß er sich zunächst zu einer kleinen Probefahrt. Bewußt suchte er sich Ziele in ca. 150 km Entfernung zu seinem Wohnort aus. Es wäre ihm unbehaglich gewesen, bei seinem ersten Ausflug in diese Szene ausgerechnet denselben Leuten zu begegnen, mit denen er in dem kleinen Einkaufszentrum gegenüber seines Wohnhauses an der Kasse in der sozialistischen Wartegemeinschaft stand.

Die Leiche schrieb am 12.5. 2011 um 17:05:57 Uhr zu

Schömberg

Bewertung: 4 Punkt(e)

Schömberg saß mit Berresheim wieder im Mykonos-Grill. Auch Berresheim aß diesmal das Gyros-komplett mit Pommes. Das mehr als doppelt so teure Rumpsteak hatte nicht halb so gut geschmeckt, wie Schömbergs Gyros, als sie zum ersten Mal zusammen hier gegessen hatten. Es sei alles ganz einfach gewesen. Berresheim hatte ganz offen erklärt, daß Schömberg als ehemaliger hochgeschätzter Mitarbeiter des Hauses darauf angewiesen sei, wieder zu ein wenig Geld zu kommen. Schömbergs Depotentwicklung war über anderthalb Jahrzehnte nachvollziehbar - er hatte satte Gewinne gemacht. Nur bräuchte er jetzt ein wenig mehr Masse, da durch seine Krankheit sein Vermögen natürlich arg strapaziert worden war. Selbst Reimann war sofort einverstanden gewesen, und so bekam Schömberg einen Kontokorrentkredit von 100.000 Euro eingeräumt. Berresheim hatte die notwendigen Papiere dafür ebenso mitgebracht, wie seine eigene Bürgschaft und die der anderen Kollegen. Auch den Treuhandvertrag unterschrieben sie auf dem Wachstischtuch des Mykonos-Grills. »Jetzt sind wir Partner!« sagte Berresheim. Schömberg entschuldigte sich auf die Toilette und schluckte zwei seiner Tabletten. Die Schmerzen in der Brustgegend hatten wieder angefangen.

Die Leiche schrieb am 26.5. 2011 um 08:43:54 Uhr zu

Schömberg

Bewertung: 3 Punkt(e)

Schömberg hatte sein von den Behörden wieder freigegebenes Vermögen von seiner alten Bank wegtransferieren müssen. Ein von Reimann unterzeichnetes Schreiben stellte unmißverständlich klar, daß man Wert darauf lege, keinerlei Geschäftsbeziehung mehr mit ihm zu unterhalten. So hatte Schömberg in einen jener kleinen Besprechungszimmer gesessen, in denen vermögende Privatkunden bei der Kontoeröffnung und Depotübertragung empfangen werden. Immerhin waren es noch knapp 100.000 Euro, die Schömberg zur Verfügung hatte. In kurzen Hosen und Trägershirt hatte der braungebrannte Schömberg jenem jungen Herrn in Anzug und Kravatte, jener jungen Dame in Kostüm und Bluse gegenübergessen, die früher einmal die Repräsentanten seiner Welt gewesen waren. Mit unpassender Genugtuung registrierte er die Befremdung, die sein Erscheinungsbild bei seinen Gesprächspartnern auslöste - widersprach sie doch diametral seiner professionellen Gewandheit, mit der er über Konditionen und die Techniken des Giroverkehrs sprach. Er war eben trotz allem immer noch »ein Mann vom Fach«.

Die Leiche schrieb am 4.5. 2011 um 19:39:57 Uhr zu

Schömberg

Bewertung: 4 Punkt(e)

Berresheim holte ihn ab - und Schömberg bekam schon wieder einen Schlag in die Kniekehlen, als er Berresheims Dienstwagen sah. Es hätte sein eigener sein können, den er vor einem guten Jahr hatte abgeben müssen - ein dunkelblauer 5-er BMW mit 6-Zylinder-Maschine. Schließlich muß man ja beim Kunden »das Haus« auch insofern repräsentieren. Berresheim stieg zur Begrüssung aus. Er sah angestrengt aus, erklärte wortreich auf der Fahrt zum Mykonos-Grill, wie anstrengend seine Verhandlung gewesen wäre - es ging um zusätzliche Sicherheiten, die der Kunde »fürs Haus« herausrücken sollte. »Du kennst das ja !« Schömberg kannte es, und doch kam es ihm vor, als redete Berresheim von einer anderen Welt, einem anderen Kontinent.

Die Leiche schrieb am 17.5. 2011 um 21:44:24 Uhr zu

Schömberg

Bewertung: 3 Punkt(e)

Schömbergs erster joint nach über 25 Jahren Drogenabstinenz (wenn man von Alkohol, Koffein, Niktotin sowie einer ständig länger werdenden Liste von apothekenpflichtigen Arzneimitteln absieht) war eine Katastrophe geworden. Die Widrigkeiten der Herstellung, des Zusammenbringens mehrerer Zigarettenpapierchen und eines Pappfilters waren noch das Geringste. Übel war vielmehr, daß sich Schömberg gewaltig in der Menge vertan hatte. Er ging nämlich von denjenigen Mengen aus, die vor einem Vierteljahrhundert im Fahrradkeller des Schillergymnasiums in Euskirchen verwandt wurden. Daß die Gentechnik mit ihrem ungeheuren Potential an Effizienzsteigerung zuallererst die Drogenbranche erobert hatte, war Schömberg völlig unklar. Nach den ersten Zügen, zu denen Schömberg behaglich eine Tasse Kaffee mit viel Milch schlürfte, erging sich Schömberg noch in wehmütigen Reminiszenzen an seine Pennälerzeit - doch nach einer Viertelstunde brach ihm der kalte Schweiss aus. Panik jagdte durch sein Hirn, sein Kreislauf fuhr mit Lichtgeschwindigkeit Achterbahn. Obwohl sich Schömberg an den Wänden festhielt, schlug er noch im Flur hin - zum Bett oder Sofa kam er ebensowenig wie zur Toilette, so daß Schömberg in bzw. neben seinem eigenen Erbrochenen zu liegen kam. Gerne hätte er den Notarzt gerufen - doch selbst zum Telefon konnte er sich nicht mehr schleppen. Sein Überleben, so war sich Schömberg sicher, war reine Glückssache gewesen.

Die Leiche schrieb am 16.5. 2011 um 16:52:53 Uhr zu

Schömberg

Bewertung: 3 Punkt(e)

Als Schömbergs Provisionskonto aus den Insidergeschäften mit Berresheim die 70.000 Euro überschritten hatte, bekam er Besuch von seinem Sohn Lars, der kurz vor seinem 18. Geburtstag stand. Er druckste ein wenig herum, entschuldigte sich vielmals, daß er seinen Vater solange nicht besucht hätte, versprach öfters zu kommen, beim Einkaufen und Saubermachen zu helfen. Schömberg erinnerte sich mit gelindem Ekel an den Besuch seiner Tochter und schwieg dazu. Er bemerkte aber, daß dem Jungen etwas auf dem Herzen lag. »Na Lars, was ist los?« Wortlos nahm Lars aus seiner Lederjacke einen gelben Briefumschlag. Die »Öffentliche Zustellung« enthielt eine Anklageschrift der Staatsanwaltschaft zum Jugendschöffengericht - wegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht unerheblichen Mengen. »Soso.« sagte Schömberg und kämpfte mit seiner sozialethischen Verpflichtung zu Schuldvorwürfen einerseits, und seinem Bewußtsein von dem von ihm betriebenen Insidergeschäften andererseits. »Du brauchst wohl einen guten Anwalt ?« Lars hob den Kopf und sah Schömberg lange und warmherzig an. »Hilfst Du mir ?« Schömberg griff zu seinem Adressbuch. Er liebte diese altmodischen Fächerhäfte, und schlug ganz vorne beim ersten Buchstaben auf - »A« wie Anwälte. »Mal schaun, ob bei Dr. Brinkmann noch jemand im Büro ist ... was sagt eigentlich Mama dazu?« - Lars drehte den Kopf zur Seite. »Ach!« sagte er, mehr nicht. Das Büro von Dr. Brinkrmann & Kollegen war noch besetzt, und Lars Schömberg bekam auch gleich einen Termin.

Die Leiche schrieb am 5.5. 2011 um 18:50:32 Uhr zu

Schömberg

Bewertung: 3 Punkt(e)

Wenn Briefe vom Gericht kamen, oder von seinem Anwalt - dann blieben sie oft tage- oder gar wochenlang ungeöffnet liegen. Schömberg hatte keine Kraft mehr für das ewige Bestreiten, die Beantragung und Anordnung von Begutachtungen, die Einlegung von Rechtsmitteln, Terminsverlegungen und Fristverlängerungen. Seit zwei Jahren schleppten sich die Verfahren hin. Das Sozialgericht sollte über seine Erwerbsunfähigkeitsrente befinden, das Landgericht über seine private Berufsunfähigkeitsversicherung, aus der er laut Vertrag eine Rente von 2.500 € beziehen sollte. Man hatte ihm einen Vergleich angeboten: erst 10.000, dann 15.000 €. Da hätte er jetzt etwas davon, sagte man ihm unverblümt. Ob er den Ausgang eines Rechtsstreits bis zum bitteren Ende noch erleben werde, sei dagegen unsicher. Der Gutachter, den das Sozialgericht beauftragt hatte, teilte unterdessen - nach über einem Jahr Stillschweigen - mit, daß er in Anbetracht seiner Überlastung vor Ablauf von 12 - 15 Monaten keine Bearbeitung, erst recht keine Untersuchung Schömbergs vornehmen könne. Einen anderen Gutachter zu beauftragen, hatte das Gericht abgelehnt. Die übrigen infrage kommenden Gutachter, so schrieb das Sozialgericht, seien mindestens ebenso überlastet.

Die Leiche schrieb am 17.5. 2011 um 10:23:26 Uhr zu

Schömberg

Bewertung: 3 Punkt(e)

Auf einmal war es wieder da - morgens, beim Aufwachen. Jahrelange war da nichts mehr gewesen. Er konnte sich noch nicht einmal mehr daran erinnern, wann er zuletzt mit seiner Frau »geschlafen« hatte. Und nun, nachdem er ein halbes Jahr lang kaltes Wasser über sich gegossen, barfuß über Wiesen und nackt über stille Waldwege gelaufen war - da war sie auf einmal wieder da - »die Lust«. Schömberg war sogar aus dem Bett regelrecht gesprungen, vor den hohen, schmalen Spiegel im Flur getreten, um sich selbst dabei zuzusehen. Er mußte sich danach erst einmal am Türstock der Wohnzimmertür festhalten und verschnaufen, bevor er sich der Frage widmen konnte, wie das Ergebnis seiner glückhaften Bemühungen zu beseitigen wäre.

Die Leiche schrieb am 31.5. 2011 um 09:39:50 Uhr zu

Schömberg

Bewertung: 2 Punkt(e)

Schömberg lebte also nun mit seinem Sohn Lars in der kleinen Zweiraumwohnung zusammen. Schömberg bewohnte das größere Zimmer, Lars das kleinere, das ehedem Schömbergs Schlafzimmer gewesen war. Schömberg fühlte sich an seine Studentenzeit erinnert, die WG in Regensburg, wohin ihn die ZVS verschlagen hatte. Frühmorgens fuhr Lars Schömberg mit dem Zug in die benachbarte Kreisstadt zum Gymnasium, am Spätnachmittag kam er nachhause, manchmal auch erst mit dem letzten Zug, manchmal garnicht, auch für mehrere Tage. Schömberg fragte nie, wo er war, wann er wiederkommen würde - es sei denn, wenn sie sich verabredten, etwa zum gemeinsamen Kochen oder einem Besuch im »Mykonos-Grill«. Diese unaufgeregte Gleichgültigkeit erregte in Schömbergs Sohn Lars weitaus größere Sympathien für seinen Vater, als Schömberg vermutet hätte. Er konnte gehen, wohin er wollte, und wenn er wiederkam, fühlte er sich herzlich willkommen. Daß Vater und Sohn Schömberg gerade ihre ersten Vorstrafen abgefasst hatten - Schömberg wegen Insidergeschäften, sein Sohn als Schulhofdealer - trug ebenso zur familiären Solidarität bei, wie ihrer beider Affinität zum rumschwulen; gleichwohl war diese bei Schömberg ausgeprägter, als bei seinem Sohn, der öfters seine Freundin Jasmin mitbrachte. Schömberg zog sich dann regelmässig am frühen Abend mit seinem Campingbus aus der 65-qm-Wohnung zurück.

Die Leiche schrieb am 4.5. 2011 um 21:26:50 Uhr zu

Schömberg

Bewertung: 3 Punkt(e)

Zum Arzt mußte Schömberg nur noch alle 6 Wochen. Zunächst zur Blutentnahme, und dann ein paar Tage später zur Besprechung des Ergebnisses. Schömberg sah diesen Praxisbesuchen inzwischen mit einer fatalistischen Gelassenheit entgegen. Das einzige, vor dem er sich wirklich noch fürchtete, war die Offenbarung, daß er wieder einmal zum »Einstellen« in die Klink müsste. Manchmal ging es gut, und Schömberg war nach ein paar Tagen wieder zuhause - doch es konnten auch Wochen sein, die Schömberg in einem Mehrbettzimmer und dieser ekelhaften Kanüle im Handgelenk verbringen mußte, während sie an ihm mit ihren Wirkstoffen herumexperimentierten.

Die Leiche schrieb am 21.5. 2011 um 00:25:19 Uhr zu

Schömberg

Bewertung: 2 Punkt(e)

Schömberg ging einen Kellergang entlang. Es war der Gang der Tiefgarage. Schömberg wunderte sich - er hatte diesen Gang kürzer in Erinnerung, aber jetzt war er unglaublich lang und düster. Die Beleuchtung war wohl im Arsch wieder mal. Er ging und ging, und kam an eine blaue Stahltür. Er blieb unwillkürlich stehen. Die Stahltür ging auf, und da stand Reimann, sein oberster Chef, mit seiner - Schömbergs - Tochter Angela im Arm. Und da bemerkte Schömberg, daß er nackt war. Seine Tochter Angela sagte »Hallo Dad !« und lachte. Reimann grinste. Schömberg fühlte das Blut ins Gesicht schiessen, und wollte weglaufen. Aber er kam nicht vom Fleck. Reimann lachte, Angela lachte, und Schömberg war nackt, und kam einfach nicht weg ! Er war schweissgebadet, als er aufwachte. Auch eine Flasche Bier, die Schömberg in der Küche trank und eine Zigarette halfen nicht - er würde eine Tablette nehmen müssen. Es war kurz vor vier morgens.

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