Anzahl Assoziationen zu diesem Stichwort (einige Beispiele folgen unten) 226, davon 225 (99,56%) mit einer Bewertung über dem eingestellten Schwellwert (-3) und 154 positiv bewertete (68,14%)
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Siehe auch:
positiv bewertete Texte
Der erste Text am 2.5. 2011 um 17:59:13 Uhr schrieb
Yadgar über Schömberg
Der neuste Text am 18.6. 2012 um 12:40:43 Uhr schrieb
Die Leiche über Schömberg
Einige noch nie bewertete Texte
(insgesamt: 64)

am 18.6. 2011 um 10:17:49 Uhr schrieb
Die Leiche über Schömberg

am 16.6. 2011 um 10:49:39 Uhr schrieb
Die Leiche über Schömberg

am 19.6. 2011 um 15:45:21 Uhr schrieb
Die Leiche über Schömberg

Einige überdurchschnittlich positiv bewertete

Assoziationen zu »Schömberg«

Die Leiche schrieb am 12.5. 2011 um 17:05:57 Uhr zu

Schömberg

Bewertung: 4 Punkt(e)

Schömberg saß mit Berresheim wieder im Mykonos-Grill. Auch Berresheimdiesmal das Gyros-komplett mit Pommes. Das mehr als doppelt so teure Rumpsteak hatte nicht halb so gut geschmeckt, wie Schömbergs Gyros, als sie zum ersten Mal zusammen hier gegessen hatten. Es sei alles ganz einfach gewesen. Berresheim hatte ganz offen erklärt, daß Schömberg als ehemaliger hochgeschätzter Mitarbeiter des Hauses darauf angewiesen sei, wieder zu ein wenig Geld zu kommen. Schömbergs Depotentwicklung war über anderthalb Jahrzehnte nachvollziehbar - er hatte satte Gewinne gemacht. Nur bräuchte er jetzt ein wenig mehr Masse, da durch seine Krankheit sein Vermögen natürlich arg strapaziert worden war. Selbst Reimann war sofort einverstanden gewesen, und so bekam Schömberg einen Kontokorrentkredit von 100.000 Euro eingeräumt. Berresheim hatte die notwendigen Papiere dafür ebenso mitgebracht, wie seine eigene Bürgschaft und die der anderen Kollegen. Auch den Treuhandvertrag unterschrieben sie auf dem Wachstischtuch des Mykonos-Grills. »Jetzt sind wir Partnersagte Berresheim. Schömberg entschuldigte sich auf die Toilette und schluckte zwei seiner Tabletten. Die Schmerzen in der Brustgegend hatten wieder angefangen.

ruecker42 schrieb am 15.5. 2011 um 23:56:59 Uhr zu

Schömberg

Bewertung: 4 Punkt(e)

Am Sonntagmorgen beschloß Peters, an die frische Luft zu gehen. Er hatte nun seit über 48 Stunden nicht geschlafen und er kannte diesen Zustand zur Genüge - auf dem Boden sitzen und Löcher in die Luft starren. Das ziellose Schlendern durch die Straßen und Gassen, so hoffte er, würde seine rasenden Gedanken zur Raison bringen. Ein Teil seines Kopfes war unbeteiligter Beobachter, der sich das Theater im anderen Teil ansah, dort ging es (wieder einmal) um die Entstehung und das Vergehen der Welt, und nichts geringeres. Bevor er die Wohnung verließ, schaute er sich im Spiegel an. »Geben sie Gedankenfreiheit, Sire« murmelte er seinem Gegenüber zu und brach auf.
Sein Weg führte ihn diesmal schließlich ans Flußufer, er setzte sich auf eine der Bänke an der Promenade. Ein Mann durchsuchte die Papierkörbe, die neben den Bänken aufgestellt waren. Peters staunte über die Routine, die der Mann, er mochte Mitte 50 sein, dabei an den Tag legte. Als er an seiner Bank ankam, nickte er Peters kurz zu, warf einen kurzen Blick in das leere Behältnis und ging weiter. Peters schaute ihm lange hinterher, dabei nickte er schließlich ein.

Die Leiche schrieb am 17.5. 2011 um 10:48:38 Uhr zu

Schömberg

Bewertung: 3 Punkt(e)

Schömberg erbot seinem Sohn Lars, die Kosten seines Verteidigers »zu regulieren«. Lars lehnte zunächst ab - er wußte um die äusserst beschränkten Mittel seines Vaters, der von seiner Familie getrennt in einer kleinen »Sozialwohnung« hausend darauf wartete, daß ihm endlich Erwerbsunfähigkeitsrente bewilligt werde. Er kannte die Entscheidung des Familiengerichts, daß Schömberg »mangels Leistungsfähigkeit« keinen Unterhalt zu zahlen brauchte. Dieses Opfer wollte er seinem Vater nicht zumuten. Er könne das selbst bezahlen. »Und wovon- »Na - ich hab doch gedealt !« Doch da fiel bei Lars Schömberg der Groschen. Wenn er, ohne daß ihm Pflichtverteidigung bewilligt worden wäre, mit einem renomierten Strafverteidiger an seiner Seite zum Jugendschöffengericht gehen würde, dann schwebte das »Handeltreiben mit Betäubungsmitteln« über ihm, auch ohne daß man dieses aussprechen würde. »Hey Dad ! Du bist richtig cool draufSchömberg spürte, wie er in den Augen seines Sohnes an Achtung und Wohlwollen gewann.

Die Leiche schrieb am 5.5. 2011 um 18:50:32 Uhr zu

Schömberg

Bewertung: 3 Punkt(e)

Wenn Briefe vom Gericht kamen, oder von seinem Anwalt - dann blieben sie oft tage- oder gar wochenlang ungeöffnet liegen. Schömberg hatte keine Kraft mehr für das ewige Bestreiten, die Beantragung und Anordnung von Begutachtungen, die Einlegung von Rechtsmitteln, Terminsverlegungen und Fristverlängerungen. Seit zwei Jahren schleppten sich die Verfahren hin. Das Sozialgericht sollte über seine Erwerbsunfähigkeitsrente befinden, das Landgericht über seine private Berufsunfähigkeitsversicherung, aus der er laut Vertrag eine Rente von 2.500beziehen sollte. Man hatte ihm einen Vergleich angeboten: erst 10.000, dann 15.000 €. Da hätte er jetzt etwas davon, sagte man ihm unverblümt. Ob er den Ausgang eines Rechtsstreits bis zum bitteren Ende noch erleben werde, sei dagegen unsicher. Der Gutachter, den das Sozialgericht beauftragt hatte, teilte unterdessen - nach über einem Jahr Stillschweigen - mit, daß er in Anbetracht seiner Überlastung vor Ablauf von 12 - 15 Monaten keine Bearbeitung, erst recht keine Untersuchung Schömbergs vornehmen könne. Einen anderen Gutachter zu beauftragen, hatte das Gericht abgelehnt. Die übrigen infrage kommenden Gutachter, so schrieb das Sozialgericht, seien mindestens ebenso überlastet.

Die Leiche schrieb am 31.5. 2011 um 10:38:03 Uhr zu

Schömberg

Bewertung: 2 Punkt(e)

Schömbergs Sohn Lars erklärte bei Gyrosteller »komplett« und Beck's Bier seinem Vater die Grundlagen des erfolgreichen camens für Geld. Man mußte freundlich sein, auf die Kunden persönlich zugehen können, Interesse am Kunden bekunden können. »Livetreff« sollte man offiziell grundsätzlich ablehnen, aber doch durch gezielte Zweideutigkeiten andeuten, daß er bei großer Sympathie doch nicht vollkommen ausgeschlossen wäre. Dabei müsse man aber mit Bedacht vorgehen, damit sich der Kunde nicht verarscht vorkomme. Ziel sei es, den Kunden möglichst lange auf der cam zu halten - pro Minute zahlt der Kunde ja 1,99, von denen 99 cent für den camboy sind. Pünktlich jeden Ersten war sie auf Lars Schömbergs Konto. Schömberg nickte leise bei diesen Ausführungen. Lars Schömberg, 18 Jahre, 2x sitzengeblieben, hatte die Grundzüge des Marketings schon voll verinnerlicht und setzte sie offenbar auch konsequent als camboy um. Und genauso, fuhr Lars Schömberg fort, machen wir es als »Dad & Son«. Sie sollten sich nur leicht berühren, kein Sex, höchstens mal ein Küsschen »oder so«, oder mit dem Finger über den Schniedel des anderen fahren - aber, wie beim livetreff: die Kunden sollten das Gefühl haben, es könnte, trotz aller gegenteiliger Bekundungen im Chat, jederzeit rattenscharf inzestuös abgehen ! Im Chat sollten sie - die Kunden - versuchen, Schömberg und seinen Sohn Lars auf gefühlvolle Weise zum Live-Inzest zu überreden, und für eine gefühlvolle überredung braucht man eben Zeit und Geduld, und die Minute kostet 1,99 ! Und Schömberg müsse unbedingt einen eigenen account einrichten, bei dem dann auch Lars Schömberg »zu Besuch« käme. Lars' Begeisterung war kaum zu bremsen. Er überschlug hunderter, gar tausender, die man so zusätzlich »absaugen« könne, ja sogar der Erwerb eines eigenen Kfz erschien auf einmal für Lars Schömberg in realisierbarer Nähe. Schömberg unterbrach den Redefluß seines vor Begeisterung glühenden Sohnes nur durch seltene Zwischenbemerkungen, konzentrierte sich auf seinen Gyrosteller (»komplett«) und registrierte auch, daß die hüpsche junge Griechin hinter der Theke, die gerade den ouzo »aufs Haus« als Absacker für ihre letzten Kunden fertigmachte, äusserst lange Ohren bekommen hatte. Obschon Schömberg und sein Sohn seit mindestens einer halben Stunde die letzten Gäste waren, traf sie nicht die geringsten Anstalten, Feierabend machen zu wollen.

Die Leiche schrieb am 30.5. 2011 um 07:13:40 Uhr zu

Schömberg

Bewertung: 2 Punkt(e)

Schömberg betrat den Sitzungssaal mit Herzklopfen. Über zwei Stunden hatte er auf dem beängstigenden Flur des Justizzentrums warten müssen. Zu gerne wäre er mal vor die Tür gegangen, eine Zigarette rauchen - aber er hatte sich nicht getraut. Als er aufgerufen wurde, war er einerseits erleichtert, daß es endlich losgehen würde, andererseits verspürte er einen Kloß im Hals und wie seine Handflächen feucht wurden. Links saß Berresheim mit seinem Verteidiger, daneben eine elegante, sonnenbanksgebräunte Frau Anfang Dreissig, rechts der Staatsanwalt, den Schömberg schon von seiner ersten Vernehmung her kannte. Der Vorsitzende, ein älterer, distinguiert wirkender Herr, hieß ihn Platz nehmen, und begann, ihn zu befragen. Sehr ausführlich widmete er sich Schömbergs Krankheit, seinen Lebensumständen. Das verwirrte Schömberg - das Ziel, den Zeugen »aufzulockern« wurde jedenfalls in diesem Falle verfehlt. Schömberg sah dem Vorsitzenden fest in die Augen. Er hatte sich dagegen vorgenommen, Berresheim nicht in die Augen zu sehen. Er war, das hatte Schömberg zu Beginn der Verhandlung mitbekommen, in Handschellen aus der Untersuchungshaft vorgeführt worden. Berresheim war so blöd gewesen, nach der Hausdurchsuchung bei ihm in die Schweiz zu fahren, und das Ticket von Zürich nach Sidney von seinem Reisebüro um die Ecke zu buchen.

Die Leiche schrieb am 10.6. 2011 um 09:59:26 Uhr zu

Schömberg

Bewertung: 2 Punkt(e)

Ein großer Trumpf, wenn es um den Stauraum im VW-Campingbus ging, war für Schömberg die Nasszelle. Er nutzte sie als Schrank, stapelte Plastikboxen darin, den Campingstuhl und -tisch. Er brauchte sie nicht. Seit zwei Jahren schon wusch sich Schömberg nur noch kalt, badete tagtäglich in Flüssen, Bächen und Seen. War das Wetter ungünstig, so duschte er, in dem er sich einen Eimer kaltes Wasser aus dem Frischwassertank übergoß. Und die Chemietoilette brauchte Schömberg auch nicht. Frühmorgens, gleich nach dem Aufstehen, nach einer ersten Zigarette und einer Tasse löslichen Kaffees ging Schömberg kurzbehost, mit Klopapierrolle und Klappspaten ins Freie, in irgendwelche Büsche. Er hob mit dem Spaten sorgsam ein Stück Boden aus, hockte sich darüber, und protzte ab. Arsch abwischen, den ausgehobenen Boden wieder drübersetzen, festtreten - fertig. Als Schömberg seinem Sohn Lars von dieser Art der Defäkation berichtete, empfand er eine Art von juvenilem Stolz darüber, daß sein Sohn Lars altklug den Kopf schüttelte. »Alter, manchmal spinnst Du einfach

Die Leiche schrieb am 4.5. 2011 um 19:34:47 Uhr zu

Schömberg

Bewertung: 2 Punkt(e)

Das Telefon klingelte - und das alleine versetzte Schömberg in Aufregung. Es war sehr selten geworden, daß sein Telefon klingelte. Und wenn es klingelte, war es meist ein Call-Center-Agent der Telefongesellschaft, der ihn von den Vorteilen eines neuen Tarifes überzeugen wollte. Doch heute war es Berresheim, mit dem er über 10 Jahre lang gut zusammengearbeitet hatte. Er wäre zufällig in der Gegend, ob man nicht zusammen abendessen könnte ? Schömberg kam sich vor, als hätte er einen elektrischen Schlag bekommen. Sein Puls ging schneller, und stundenlang überlegte er, was er anziehen sollte. Schließlich entschied er sich, das anzuziehen, was er in letzter Zeit immer anzog, wenn er zum Mykonos-Grill ging: jeans und sweatshirt, die Goretex-Jacke darüber. Lange hatte er vor dem Bügel mit dem Blazer gestanden, hatte sich sogar hinsetzen müssen. Die Kniee waren ihm schwach geworden, und er mußte eine Tablette nehmen. Doch dann war er sich seiner sicher geworden: Berresheim sollte ihn so sehen, wie er nunmehr lebte. Sogar auf die Rasur verzichtete er, obschon man seine Stoppeln schon lange nicht mehr als modischen Dreitagebart bezeichnen konnte. Aber die Haare würde er waschen - soviel war er sich schuldig, wenn er mit Berresheim zum Mykonos gehen würde.

Die Leiche schrieb am 4.6. 2011 um 08:21:56 Uhr zu

Schömberg

Bewertung: 3 Punkt(e)

Schömberg stand vor dem großen Spiegel im Flur - das Licht war gedämpft, es war mitten in der Nacht. Wieder besah er seinen immer intensiver gebräunten Körper. Sein Bauch war weg - selbst von einem Bäuchelchen konnte man nicht mehr reden. Da war es flach - eine sanfte, weiche Wölbung, mehr nicht. Und ein Sixpack-Typ war er eh nicht. Zufrieden fuhr er sich über seine Brust, seine Flanken, seinen Po, und fasste seinen Schwanz an. Da trat aus dem Badezimmer seines Sohnes Lars' Freundin Jasmin zu ihm. Ein hüpsches, zierliches Mädchen, dessen Sektschalenbrüste Schömberg schon seit ihrem ersten Anblick faszinierten. Auch sie war nackt. »Na sneakersSie gab ihm einen damenhaften Klaps auf den nackten Po. Jetzt erschien auch Lars Schömberg im Flur - alle drei waren nackt, und drängelten sich vor dem Spiegel. »Gut schaun wir ausJasmin sah sich von Schömbergs in die Mitte genommen. »Wir sollten mal Fotos machenUnd dann, sehr unvermittelt, wandte sich Jasmin an Schömberg: »Sag mal sneakers, warum bist Du eigentlich schwulSchömberg, eben noch geschmeichelt und leicht angegeilt durch das hüpsche - nackte - junge Mädchen an seiner nackten Brust, fühlte ein leichtes Zucken, einen peinlichen kleinen Schmerz in derselben. Das junge Mädchen streichelte Schömbergs Hüfte, sah ihn mit großen Augen an: »Ich mein das ernst ! Warum bist Du eigentlich schwul ? Du könn'st doch jede kriegen ! (sie begann zu kichern) Und mich auch, wenn ... Du ... willstSchömbergs Sohn Lars begann aus Verlegenheit zu lachen. Machte sich doch seine Freundin Jasmin, mit der er gerade einen Abend lang gebumst hatte, an seinen schwulen Vater heran ! »Hey, wollen wir was zusammen trinkenJasmin blieb unerbittlich, schickte Lars Schömberg zum Bierholen in die Küche. »Gehn wir zu mirschlug Schömberg vor - sein Zimmer war fast doppelt so groß, wie das seines Sohnes Lars.

Die Leiche schrieb am 3.6. 2011 um 07:37:52 Uhr zu

Schömberg

Bewertung: 2 Punkt(e)

Schömberg hatte sich seine cam-position inzwischen sehr überlegt arrangiert. Er saß auf seinem verstellbaren Bürostuhl, die Funktastatur auf dem Schreibtisch. Seine Füsse stützte er an dessen Kante und an einem Sessel ab, um seinen Kunden opitmalen Blick auf die regelmässig interessierenden Körperteile zu gewähren. Bevor er online ging, legte er einen Schwanzring an, um eine längere Zeit lang zuverlässig in Form bleiben zu können, stellte den Dildo und das Gleitgel in Griffweite - weil: das wollten sie ja immer wieder sehen. Nicht, daß er etwas dagegen hätte, er mochte diese Behandlung sogar ganz gerne - aber nicht in dem Maße, wie es gefordert war, damit er auf einen Tageschnitt von 30kam. Das hört sich nicht sehr viel an - statistisch gesehen waren das nur 30 Minuten für einen einzelnen Kunden. Aber erstens war Schömberg Ende Vierzig - seine Zielgruppe war von vorneherein beschränkt. Sein Sohn Lars mit seinem schmalen, schlanken Körper, »boy« von Kopf bis Fuß stand sich da wesentlich leichter, erzielte weitaus höhere Beträge. Schömberg war regelrecht ein bischen neidisch auf seinen Sohn. Und so gab es Tage, an denen er die 30einfach nicht erreichte. Hinzu kam, daß er durchaus nicht jeden Tag dazu in der Lage war, sich vor der cam zu zeigen. Dazu mußte man Lust haben, sonst wurde es nichts. Seine besten Tage waren diejenigen, wenn er mit der cam nach draussen ging - mit Laptop und Surfstick, dem Campingbus als Basisstation. »Baggersee-cam« und »Parkplatz-cam« kamen sehr gut an. Indem Schömberg sich schließlich auch entschloß, Natursektspiele anzubieten, konnte er sich weitere Kundenkreise erschliessen. In der Sprache seines alten Berufes in der Bank war dies alles jedoch das »Butter & Brot - Geschäft« im Vergleich zu den enormen Beträgen, die er gemeinsam mit seinem Sohn Lars vor der Cam erzielen konnte: Inzest - das zog, zumal die allermeisten fest davon überzeugt waren, daß es illegal sei. Schömberg hatte es überprüft, das war es durchaus nicht. Gegen den Inzestparagraphen verstieß nur heterosexueller Verkehr, und in Ansehung der Volljährigkeit von Lars viel auch der Mißbrauchstatbestand zuverlässig weg. Obschon Schömberg da manchmal ins Grübeln kam - was, wenn es ernsthaften Streit zwischen ihm und seinem Sohn Lars geben würde ? Doch die 200-300 Euro, die so eine »Dad & Son - session« manchmal binnen weniger als einer Stunde einbrachte, überwanden Schömbergs Bedenken immer wieder, und auch bei Schömbergs Sohn Lars blinkten die Dollarzeichen in den Augen grell und hektisch, wenn er zwischendurch auf den amount klickte. Das Problem war nur: diese sessions konnte man auch nicht allzu oft anbieten, höchstens 1x wöchentlich, um ihren Reiz des Seltenen zu erhaltn. Die Möglichkeiten der Einkommenssteigerung auf diesem Wege waren also begrenzt - zumindest für Schömberg.

Die Leiche schrieb am 12.5. 2011 um 08:25:59 Uhr zu

Schömberg

Bewertung: 4 Punkt(e)

Vor ihm lag ein Buch von Friedrich-August von Hayek. Ein Begründer der neoliberalen Schule der Volkswirtschaft. Schömberg hatte es vor Jahren mal in einem Antiquariat entdeckt, gekauft und ins Regal gestellt. Als er noch bei der Bank war, kam er ja kaum zu anspruchsvoller Lektüre. Schließlich gab es da noch die Familie, das Haus, den Garten. Doch jetzt, ganz alleine in seiner 65-qm-Wohnung, dauernd arbeitsunfähig und auf seine Rente wartend, hatte er es sich wieder vorgenommen. Zeit hatte er ja genug, und der Schreibtisch am Fenster war ein schöner Platz zum lesen. Schömberg hatte immer im Sitzen, am Tisch gelesen - nur sehr wenig im Bett oder auf dem Sofa. Nun las er einige Seiten, legte das Buch auf den Tisch und sah auf den Aldi-Parkplatz vor seinem Fenster. Am Imbißstand hielten schon die ersten Männer Bierflaschen in der Hand, obschon es noch nicht Mittag war. Und Schömberg konnte sich schon nach wenigen Augenblicken nicht mehr daran erinnern, was der Inhalt der fünf, sechs Seiten gewesen war, die er gerade gelesen hatte. Er stützte den Kopf in beide Hände, und seufzte schwer. Er hätte gerne geweint - wenn er noch gewußt hätte, wie soetwas geht.

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