Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Blasterkrimi«
Der Autor schrieb am 20.8. 2003 um 23:13:42 Uhr zu
Bewertung: 4 Punkt(e)
XIV Villa Wenkmann
Kommissar Mcnep pulte Essenreste aus den Zwischenräumen seiner Zähne, als er in Dr. Wenkmanns Praxishaus eintrat. Es handelte sich um eine geräumige Villa in einer der feinsten Gegenden des Blasters. In diese Straße mündete die Schloßallee und in der Nähe gab es das Stadttheater, das Städtische - Museum, verschiedene Kunstgalerien, feine Boutiquen, manches feine Nobelrestaurant und - so stellte Mcnep mit Interesse fest - das Vereinshaus der HÖFLICHKEITSLIGA.
‚Ganz schön nobel!' dachte der Kommissar bei sich, als er die marmorgetäfelte Vorhalle im Erdgeschoss betrat.
Er ging auf die große, zweigeteilte Eichentür zu, neben der ein großes Schild prangte: PRAXIS DR. WENKMANN.
Die Tür ging auf, kurz bevor er sie erreicht hatte und eine junge, hübsche Angestellte, gekleidet in gediegenste und knappe Garderobe, strahlte ihn mit blendend weißem Lächeln an.
»Kommen Sie herein, Herr Kommissar! Der Doktor erwartet Sie!«
Kurz darauf saß Mcnep in einem tiefen, teuren Ledersessel und fragte sich, ob wohl alle Psychiater zartrosafarbene Anzüge tragen würden.
Der Doktor hatte ihm eine teure Zigarre angeboten, die Mcnep aber ausschlug. Stattdessen zündete er sich eine Pfeife an.
»Ich selbst bin ja Nichtraucher!« erklärte Wenkmann. »Aber wir haben doch alle so unsere kleinen Schwächen!« und er hantierte mit kleinen Wattebäuschchen herum, die in mehreren Häufchen auf seinem Eichenholzschreibtisch lagen.
»Leider habe ich nur eine halbe Stunde Zeit!« teilte Dr. Wenkmann mit. Um 15.30 Uhr habe ich einen wichtigen Termin mit einem Patienten.
‚Ob wohl alle Psychiater wasserstoffblond gefärbtes Haar haben?' fragte Mcnep sich träge.
Nach dem Essen fühlte er sich immer etwas schwerfällig und müde.
Und dann riß er sich zusammen und begann.
»Dr. Wenkmann, ich weiß um Ihren guten Ruf in der Blastergemeinde!« log er, aber ich muß Ihnen ein paar Fragen stellen!"
»Kommissar Mcnep, ich helfe der Polizei immer gerne!« antwortete der Psychiater mit breitem Lächeln.
»Gut! Was wissen Sie über Hase?«
»Äh, Hase? Über Patienten darf ich keine Auskunft geben,« Dr. Wenkmanns Lächeln wurde noch breiter, »das verstehen Sie sicher!«
»Ja, klar!« lächelte Mcnep breit zurück. »Hase war also Ihr Patient!«
»Das habe ich nicht gesagt!« Wenkmanns Lächeln wurde noch breiter und er warf mit einer lockeren Handbewegung einen Wattebausch auf den Kommissar, »Sie Schelm Sie!«
»Gut, Doktor! Wir reden jetzt über einen toten Patienten!«
»ACH?« Wenkmann schien erschrocken zu sein.
»Ja, Hase wurde in der vorletzten Nacht ermordet!«
»Oh Gott! Ermordet?«
»Ja!«
»Wie schrecklich!«
Kommissar Mcnep teilte dem Psychiater die wichtigsten Sachverhalte mit.
Dann fragte er ihn nach DexterEM.
»Naja, der Name erinnert mich an ... nein, keine Ahnung! Von DexterEM ich nie gehört!« erklärte der Doktor und jonglierte mit drei Wattebäuschen.
»Und Diso? Was sagt Ihnen Diso?«
»Kenne ich nicht!« erklärte der Psychiater und sah auf die Uhr, »Und wenn, dann würde ich es Ihnen nicht sagen!«
‚Aha, er will nicht zugeben, daß Diso sein Patient ist!', dachte Kommissar Mcnep: ‚Er hat gelernt!'.
»Und außerdem muß ich Sie bitten, jetzt zu gehen!« Dr. Wenkmann stand auf, »Ich habe jetzt gleich meinen nächsten Termin! Wenn Sie weitere Fragen haben - machen Sie einen Termin!«
Mcnep erhob sich ebenfalls. »Herzlichen dank für Ihre Kooperation! Sie haben mir sehr geholfen, Dr. Wenkmann!«
»Ach ja?«, Wenkmann wirkte nervös, als ob er sich fragte, wie er geholfen haben könnte.
‚Ich kriege dich, Doc!' dachte Mcnep und ging in die marmorgetäfelte Halle hinaus.
Die Eichentür schloß sich und im selben Moment schoß eine große, hagere Gestalt zur Eingangstür herein.
»Verdammt! Insubordinierte Scheißekacker! Alles unverifizierte Speichelkonsumenten!«
schimpfte er vor sich hin und lief auf die Praxistür zu.
»Kommen sie rein und machen Sie nicht so einen Lärm, Diso!« hörte Mcnep den Psychiater zischen, als er dem Patienten öffnete.
Mit dem allerbreitesten Grinsen verließ Mcnep das Haus.
Der Autor schrieb am 23.8. 2003 um 16:27:39 Uhr zu
Bewertung: 4 Punkt(e)
XVI Biggi
Mcnep traf die »alte Freundin« am Abend, gegen 19.00 Uhr im Blastercafe.
Er war mehr als erfreut, sie wieder zu treffen. Sie auch. Nach all der Zeit.
Was alles war geschehen? Was hatte er nicht alles erlebt, was mochte ihr widerfahren sein?
‚Die Zeit verrinnt und uns bleibt eine Ahnung von der Ewigkeit!', dachte der Kommissar, als er Biggi an einem Zweiertisch im Blastercafe gegenübersaß.
Das Licht im Café war schummerig, sie konnten kaum die Gesichter des jeweils anderen sehen.
»Du bist noch genauso schön wie damals!« sagte einer von ihnen.
»Du auch!«
»Nein, ich bin älter geworden!«
»Ja, du auch!«
»Stimmt!«
Beide seufzten.
»Was ist damals nur passiert?«
»Du weißt es!«
»Ich auch!«
»Ja!«
»Es mußte so sein!«
»Denkst du?«
»Ja, du nicht?«
»Doch! Du auch?!«
»Es mußte sein!«
»Das denke ich!«
»Es hätte anders kommen können!«
»Stimmt!«
»Ist es aber nicht!«
»Nein, ist es nicht! - Hätte es aber!«
»Ja!«
»Was meinst du heute?«
»Immer noch dasselbe. Und du?«
»Ich auch!«
»Ach so?!«
»Ja, genau!«
»Gut!«
»Ja?«
»Ja!«.
Sie sahen sich noch eine Weile an und irgendwann faßten sie sich freundschaftlich an den Händen.
Der Autor schrieb am 23.8. 2003 um 16:26:45 Uhr zu
Bewertung: 2 Punkt(e)
XV Anweisungen
In bester Laune traf Kommissar Mcnep wieder in seinem Büro ein. Seine beiden Assistenten erwarteten ihn bereits. Rita saß an einem runden Gesprächstisch und las in einem Aktenordner. KIA lümmelte sich in Mcneps Schreibtisch und feierte mit einem großen Glas lauwarmer Buttermilch seinen Ermittlungserfolg.
Als Mcnep eintrat, sprang er hastig auf und räumte den Schreibtischstuhl.
Der Kommissar ließ sich zufrieden in seinem Sessel nieder.
»Ich habe heute Abend einen Termin mit dieser Susi!« informierte ihn Rita Ratlos. »Sehr gut!« lobte der »Und was macht Johnny?«. »Der wird auf jeden Fall heute Abend nicht zuhause sein. - Über den konnte ich aber noch nicht viel herausfinden! Er scheint irgendwelche Geschäfte zu machen!«
»Das geht in Ordnung! Sorge bitte dafür, daß Johnny ab dem Zeitpunkt beobachtet wird, wenn er das Haus verläßt!« wies Mcnep sie an und fügte hinzu: »Für heute Abend: Viel Glück!«
Dann wandte er sich mit ausdruckslosen Gesicht an KIA. »Und, was gibt es neues von DISO?« »Nichts, Cheffilein! Der ist immer noch verschwunden!«
»Gut!« knurrte der Kommissar, ohne ein leises Glucksen unterdrücken zu können, »Dann will ich dir mal folgendes erklären:« , setzte er mit ruhigem, freundlichen Tonfall an, »Während du dich den ganzen Nachmittag auf deinen Lorbeeren ausgeruht hat, hat dein Cheffilein zwei brandheiße Spuren entdeckt. Und jetzt sorge bitte dafür, daß Dr. Wenkmann ab sofort observiert wird! Und, mein liebes Assilein, setzte dann bitte sofort seinen zuckersüßen Arsch in Bewegung und setze dich auf disos Spur! Du findest ihn in Wenkmanns Praxis! Und beeile dich bitte, du süßer kleiner Versager, denn eine therapeutische Stunde dauert nur 45 Minuten!«
»Ja, Chef!« KIA war aufgesprungen und rannte hinaus.
Mcnep ließ sich zufrieden in seinen Sessel sinken.
Rita staunte: »Unnachahmlich, Herr Kommissar, Ihre Art und Weise, jemandem auf wertschätzendste Art, den Arsch aufzureißen!«
Der Autor schrieb am 31.8. 2003 um 19:49:06 Uhr zu
Bewertung: 2 Punkt(e)
XXIX Zurück aus dem afrikanischen Blaster - Es muß weiter gehen!
»Okay,« Kommissar Mcnep ging in seinem Büro auf und ab, die Hände auf dem Rücken verschränkt, seine beiden Assistenten rutschten schuldbewußt auf ihren Stühlen hin und her. »Okay,« fuhr Mcnep fort: "Wir haben hier so zirka die dümmste Verkettung unmöglicher Umstände, die die Polizei von Blastercity je erlebt hat: KIA hat sich wie der dümmste Anfänger benommen und eine Beschattung zu einem Undercovereinsatz umfunktioniert. Der ist dann gründlich fehlgeschlagen. Und vermutlich zur Ermordung zweier weiterer Opfer geführt. Dummer KIA! Am selben Tag geht Rita mit einer Zeugin oder Verdächtigen ins Bett. Dumme, dumme Rita! Am selben Abend stirbt diso, ermordet mit einem Messer! Gut, oder nicht gut!
Kurz danach wird - das wissen wir inzwischen definitiv von Doc Voyager - Dr. Wenkmann, ein ‚hochgeschätzter Psychiater und Therapeut' (ich zitiere aus der Blasterpresse), direkt unter ‚den Augen der ermittelnden BlasterPolizei' (ich zitierte wieder aus der BlasterZeitung) vergiftet! - Dummer, dummer, dummer Kommissar Mcnep!» Er seufzte schwer und fügte hinzu: «Gut, sei's drum! Ist so, dumm gelaufen! SCHWAMM D'RÜBER! Wir müssen jetzt weitermachen, Vorwürfe helfen nicht weiter!"
»UFFF!« KIA und Rita sanken beide erleichtert in ihren Stühlen zusammen.
»ABER: KIA, keine weiteren Eigenmächtigkeiten, und Rita, keine weiteren Vögeleien mit Verdächtigen oder Zeugen - egal welchen Geschlechts!«
»Und gilt das auch für Tiere?« fragte KIA leichtfertig.
»RAAAUS!« brüllte der Kommissar.
Der Autor schrieb am 19.9. 2003 um 22:50:53 Uhr zu
Bewertung: 2 Punkt(e)
XXXXVIII Doppelgänger?
‚Sag mir lieber, wo du gestern Nachmittag so gegen dreizehn Uhr warst!' hatte Mcnep seinen Assistenten gefragt.
‚Äh...da war ich mit laica in der Sauna!' hatte der unsicher geantwortet.
‚Aha!' hatte der Kommissar zurückgegeben, ‚Das dachte ich mir!'
»Und was meinen Sie damit, Cheffilein?« fragte KIA ängstlich, »Habe ich etwas falsch gemacht?«
Rita prustete los und Mcnep enthielt sich einer direkten Antwort: »Nein, du diesmal nicht! Aber mir ist die letzten Tage bei dir mehrmals aufgefallen, daß du so ... gewisse lichte Momente hattest!«
»Na und?« fragte KIA erstaunt, »Die habe ich doch dauernd!«
Diesmal lachten auch die anderen, aber Mcnep fuhr fort: "Ich habe nämlich zur selben Zeit mit dir, KIA geredet! Und jetzt ist mir klar geworden, KIA, das warst nicht du! Zu letzt ist es mir aufgefallen, als du im Auto so schlau über radon - das Gas, geredet hast! -
Und als dann der Polizeichef in Kapitel 45 und 46 von den merkwürdigen Fotos erzählte war es mir klar: Es gibt hier Doppelgänger - und zwar mindestens einen! - Und dann wurde mir klar, was Rufus der Weise im Blasterorakel meinte, als er sagte: ‚Bedenke die Natur des Blasters!'.
Oh, Mann!» er schlug sich mit der flachen Hand vor den Kopf: «Daß mir das nicht vorher klar geworden ist!"
Die anderen sahen ihn erstaunt an.
In diesem Moment kam Biggi zur Tür herein und rief: »Mcnep, ich will wilden Sex! Jetzt und sofort!«
»Na bitte!« triumphierte der Kommissar, »Da haben wir doch den Mörder!«
»Wie bitte?« fragte Biggi.
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