Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Oberhausen-Buschhausen«
XI schrieb am 10.8. 2022 um 11:47:57 Uhr zu
Bewertung: 14 Punkt(e)
Wann René rot wird. Meistens, wenn er eine Sache nicht recht verstanden hat, denn er ist von Natur aus Schnellversteher. Aus Beschämung wird rasch Ärger, denn er ist von Natur aus etwas cholerisch: ein kurzes verärgertes Kopfschütteln. Das bedeutet: »bitte klare Ansage, dann versteh ich auch!«
Rot, für einen flüchtigen Augenblick, wurde er bei der Werksbesichtigung in der Maschinenfabrik. Nicht der nette Herr Scheufele führte sie, es war ein allzu sachlicher anderer.
In einer Materialkiste waren Zapfen lageweise gestapelt, durch Noppenfolie getrennt. Um im Rohr Strömung zu regulieren, Rücklauf zu verhindern, so die Auskunft. René beugt sich zu so einer Kiste hinab, nimmt einen dieser länglichen Zapfen in die Hand und betrachtet ihn. Legt ihn zurück und schaut gleich zu Hannes hoch und sieht, wie Hannes lächelt und weiß, dass Hannes versteht.
Hannes legt den Arm um René, schüttelt ihn ein wenig; jetzt stehen sie vor einer Glasscheibe, durch die kaum etwas zu sehen ist. Es soll drin irgendwas computergesteuert gefräst werden, man sieht nur, wie Wasser gegen die Scheibe spritzt, vermischt mit silbrigen Metallspänen.
XI schrieb am 29.4. 2022 um 11:31:37 Uhr zu
Bewertung: 11 Punkt(e)
So einen Spiegel hat René zuhause nicht. Soweit Hannes weiß, ist da einer im Badezimmer, wie üblich über dem Waschbecken, und ein ganz schmaler im Flur.
Hannes hat den Spiegel von Freund Björn, dem Billardspieler. Zwei Meter hoch, auf einem fahrbaren Untersatz: Profispieler stellen so einen Spiegel beim Training hin, um die Haltung zu kontrollieren.
Gern beobachtet Hannes, aus einiger Ferne, wie René vor dem Spiegel posiert, sich dreht und wendet. Entdeckt er seinen Körper, findet er sich schön? (Er glaubt den Schwärmereien von Hannes nicht recht).
Die grün glänzende Turnhose (Hannes hat eine ganze Sammlung) ist Renés Lieblingsstück. Ist weit geschnitten (er liebt die allzu engen nicht).
René lässt sie herab, zieht sie hoch, ganz hoch, verdreht sich, so gut es geht, um zu sehen, wie der dünne Stoff in der Potiefe verschwindet.
Der Wunsch, René möge vollkommen verstehen, dass er, Hannes, ihn, René begehrt.
Mehr, es nachvollziehen. Hat nicht René neulich den eigenen molligen Bizeps voll Wonne geküsst?
Beneidet er gar Hannes, weil der an Stellen kommt, die ihm unerreichbar sind?
XI schrieb am 20.5. 2022 um 16:42:18 Uhr zu
Bewertung: 19 Punkt(e)
Bei Gino. Sie haben gegessen, getrunken, Hannes wartet auf Espresso und Rechnung.
René und Erdan, der junge Kellner, reden und reden.
Diesem schnellen Reden konnte oder wollte Hannes nie recht folgen. Manches versteht er, das meiste nicht. Das ist René im Alltag! Ganz auf Erdan eingestellt, der ist seinesgleichen, Hannes ist vergessen.
Hannes schaut verträumt in die Ferne, wo blühende Kastanienbäume sich im Wind wiegen. Der Redeschwall - ein Naturereignis wie Wasserfall. Hat René nicht eben gesagt »aber gefickt werden find ich auch geil«. War das gehört oder geträumt? Oder: »er ist meine Nummer eins«. Gehört oder geträumt? Ist René ein stadtbekannter Lustknabe? War eine Justizreform und alles ist längst legal, nur er ängstigt sich noch?
Wach auf, Hannes. Hier ist der Espresso, hier die Rechnung.
XI schrieb am 17.11. 2022 um 16:32:40 Uhr zu
Bewertung: 11 Punkt(e)
Renés Hausaufgabe ist: mit Power-Point sich selbst darstellen. Kann mit Handy erledigt werden. Also auch gemeinsam mit Hannes im Bett.
Der Pofick sollte eigentlich zuerst sein; René hat alles schon vorbereitet.
René will erst nur vorführen, was alles schon fertig ist.
Dann findet Hannes Korrekturbedürftiges; er liest, dass René sich für 'arrangiert' hält - »du meinst bestimmt 'engagiert'!«
René verbessert; vergrößert nebenbei noch das eine Bild, verkleinert ein anderes.
Hannes schiebt vorsichtig erst einen, dann zwei Finger (Mittel-, Ring-) in Renés Po.
René seufzt, speichert, beendet alles sorgfältig, legt das Handy beiseite.
Hannes spürt, wie der kräftige Schließmuskel seine Finger umklammert. Und wieder loslässt.
Wie sich sich das Poloch einwärts, auswärts, nach allen Seiten leicht mitbewegt!
René will an den fettigen Fingern schnüffeln: »ist OK!«.
Greift nach hinten, fühlt, ob Hannes überhaupt...
Hilft dann bei der Einbringung. Ruckelt noch minimal hin und her. Schiebt die Hand von Hannes fort - will selbst sich wichsen.
Es kann dauern, bis eine Harmonie erreicht ist. Und bis - was René so schätzt - Hannes stöhnend zu reden beginnt, keine ganzen, aber immerhin halbe Sätze, oder auch nur Worte ...
An manches erinnert sich René später noch. »Hast gerufen, ich bin ne Sexbombe !!! das hab ich ja noch nie gehört!«
XI schrieb am 22.12. 2022 um 17:15:38 Uhr zu
Bewertung: 13 Punkt(e)
Sie sitzen beide am Schreibtisch. Hannes verfasst am Laptop »Jahresprognosen 2023« für eine astrologische Zeitschrift. Gegenüber sitzt René, und entwirft mit Bleistift den Grundriss für ein Traumhaus.
Die astrologischen Texte von Hannes sind gefragt, weil phantasievoll, dabei realistisch und zugleich - so muss es sein - nicht zu konkret.
Von Zeit zu Zeit streicht René alles aus und bittet um ein weiteres Blatt Papier. Und einen Rotstift.
Dem Skorpion etwa wird prophezeit, dass jemand, der ihm bislang feindlich gesonnen war, im kommenden Jahr ein allerdings verstecktes Friedensangebot machen wird.
Dann begutachtet Hannes - »ist jetzt fertig!« - Renés Skizze.
Das Haus, in dem sie wohnen werden.
Aha, dafür war der Rotstift: im Schlafzimmer ein großes Bett, und das Bett ziert ein rotes Herz.
Geräumige Küche - »Soll eine gemütliche Wohnküche sein«.
Ein »Studio« für Hannes, ein anderes für René.
Ringsum ein Garten mit einem Teich und einem Gartenhaus. »Kein Gartenhaus!« - »Sauna?« - »Nein. Nur zum Ficken!« - »Unsere Liebeslaube?« - »Schau her. Das ist wie 'Scotts Büro'. Erinnerst du dich? Das ist das Ledersofa, das der Ledersessel. Können wir uns doch besorgen?! Und dort der Schrank mit den ganzen Sachen. Lederriemen und so. Ich glaub ich zeichne das nochmal, bisschen größer alles.«
Hannes hat sich auch schon Gedanken gemacht: wenn in ein paar Jahren Renés Ausbildung beginnt, in dieser Maschinenfabrik in der Nähe von Stuttgart , werden sie umziehen müssen. Werden gemeinsam wohnen!
XI schrieb am 20.6. 2022 um 16:23:06 Uhr zu
Bewertung: 15 Punkt(e)
Hannes holt ihn von der Schule ab, heute mit dem Auto. René kommt an, mit ihm noch ein ganzer Schwarm von Jungen.
»Du willst immer im Mittelpunkt stehen!« hatte Hannes einmal etwas vorwurfsvoll bemerkt, und René: »die kommen einfach, stehen um mich herum, soll ich die fortjagen?«
Hannes ist immer wieder verwundert, wie albern René sein kann, wenn er unter seinesgleichen ist. Ganz anders heute, wo er sich geradezu lehrerhaft gibt.
».. das würde im Umkehrschluss ja heißen, dass du...« hört Hannes ihn sagen.
Umkehrschluss. Umkehrschluss. So läuft das - erst tut man erwachsen, dann wird man es.
Im übrigen hatte Hannes nicht verstanden, worum es ging. Als René im Auto sitzt, fragt Hannes nach. »Keine Ahnung, weiß nicht mehr« behauptet René und fotografiert Hannes unauffällig. Es gibt für Handys eine App, die Gesichter verzerrt.
»Da, schau mal!« René lacht ausgelassen.
Hannes: »Ach, was bist du kindisch!«
XI schrieb am 4.8. 2022 um 12:22:11 Uhr zu
Bewertung: 11 Punkt(e)
»Spielt da nicht auch etwas Erotisches mit?«
Wird Hannes von Jacqueline gefragt.
Jacqueline führt ein Bistro, nicht weit weg von wo Hannes und René wohnen.
Ihr Bistro ist eine Gerüchteküche. Jaqueline hört gerne zu. Über Melissa, die Geliebte von Fred, dem Vater vor René, ist allerlei im Umlauf. Jacqueline hört zu. Nachreden aller Art trägt sie nicht weiter, tut vielmehr, als ob sie derlei zum ersten Mal hörte. Findet alles grundsätzlich sehr zweifelhaft, zumindest übertrieben. Sie führt das Bistro ganz allein, ist oft sehr beschäftigt, niemand erwartet, dass sie alles abhört.
Sie kennt auch René; findet ihn sympathisch, fand ihn auch »etwas üppig«.
»Ja«, sagt Hannes. »Es ist jedenfalls eine sehr ernsthafte Beziehung.«
Das »ja« sollte klingen wie ein »da hast du nicht ganz unrecht.«
XI schrieb am 16.12. 2022 um 14:30:24 Uhr zu
Bewertung: 17 Punkt(e)
Hatte nicht René einmal gesagt, und wie freute sich Hannes: »deswegen mag ich dich so sehr!«
René, der bekennende Nicht-Leser, und Hannes, mit hunderten von Büchern umgeben, mit einem schönen Wortschatz also ausgerüstet.
Andrerseits, »Liebesschmerz« hatte René schon einmal gehört, es aber ganz anders verstanden, und so seinerseits Hannes erleuchtet.
Manchmal, wenn René die Worte fehlen, springt Hannes mit einem Wort ein, das René, obwohl noch nie gehört, gleich versteht und dankbar dem eigenen Wortschatz hinzufügt. Und wie er einmal sogar seine Dankbarkeit in Worte fasste.
So bot - es war erst gestern - René Hannes den nackten Po an, Liebesschmerz erwartend.
Und sagte: »Los! Sei nicht so zögerlich!«
Vor »zögerlich« war eine ganz kleine Pause, die bedeutet: »das Wort kannte ich noch nicht ... hast du mir neulich erst beigebracht ... ist mir noch etwas ungewohnt...«
XI schrieb am 3.7. 2022 um 16:45:00 Uhr zu
Bewertung: 9 Punkt(e)
Nur einen Moment lang war Hannes bedenklich. Dann der rettende Gedanke: wäre er einer, der Sträfliches tut, würde er niemals mit zwei hübschen Jungen, einer sogar eine richtige Schönheit, sich in der Öffentlichkeit zeigen wollen, vor allem dann, wenn beider Lippen knallrot geschminkt sind.
Als sie bei »Gino« ankamen, waren draußen alle Tische besetzt. »Dann müssen wir halt drinnen« meint Hannes (dort gähnende Leere). René, Florian protestieren: »da! da! da wird gleich ein Tisch frei!«
Hannes tut, als ob irgendwelches Aufsehen wegen der geschminkten Knaben ihn nicht im geringsten interessierte - zugleich würde er zu gern irgendein Aufsehen wahrnehmen.
Das muss auch der Wunsch der beiden gewesen sein. Sie studieren aber die Speisekarte, haben alles andere vergessen. »Was, das kennst du nicht?« - »Vor dem kann ich dich nur warnen!« - »Wenn ich das nur sehe, muss ich kotzen!«
Ihn wollten sie verblüffen, ihn, Hannes. Das war gelungen. Ganz fassungslos war Hannes, als sie ihn abholten. Pure Freude war es, pures Wohlgefallen.
Zwang sich dann zu Nüchternheit und entfernte mit einem Papiertaschentuch einen Ausrutscher an Renés Oberlippe. (»Küsspölsterchen« nennt er insgeheim Renés Lippen).
»Richtige Profis seid ihr!«
René: »Hat alles Florian gemacht.«
Florian: »Emilia hat es mir gezeigt.«
(Emilia ist Florians ältere Schwester.)
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