Anzahl Assoziationen zu diesem Stichwort (einige Beispiele folgen unten) 263, davon 257 (97,72%) mit einer Bewertung über dem eingestellten Schwellwert (-3) und 92 positiv bewertete (34,98%)
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positiv bewertete Texte
Der erste Text am 21.1. 1999 um 00:38:06 Uhr schrieb
Jörg über Gedicht
Der neuste Text am 19.8. 2026 um 23:45:03 Uhr schrieb
Rufus über Gedicht
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(insgesamt: 67)

am 10.2. 2005 um 18:34:36 Uhr schrieb
ich über Gedicht

am 29.5. 2010 um 14:10:00 Uhr schrieb
Sandra Hambikutani über Gedicht

am 7.6. 2002 um 17:03:52 Uhr schrieb
Max van der Moritz über Gedicht

Einige überdurchschnittlich positiv bewertete

Assoziationen zu »Gedicht«

Aurora schrieb am 3.11. 1999 um 22:32:19 Uhr zu

Gedicht

Bewertung: 4 Punkt(e)

Alles trübe,
Nebel verschleiern meinen Verstand.
Kann nicht mehr denken,
nicht mehr sagen was ich fühle.

Tiefe dunkle Nacht über meiner Seele,
werd niemanden mehr so tief blicken lassen,
werd niemandem mehr so vertrauen.

Gehe auf einem unendlichen Pfad,
unendlich verschlungen.
Ging ihn einst zu zweit,
einst war er unendlich gerade.
Hatte mal ein Ziel,
hatte mal eine Liebe.

Lange gewartet auf den Einen ,
lange geweint um den Einzigen.
Wo sind meine Träume,
wo meine Tränen?
Alles schon geträumt,
alle schon geweint.

Leidenschafft über Verstand gesetzt??
Liebe nur gesehen wo ich es wollte???
Alles ist trübe,
kein Gedanke mehr zu fassen.

Der Geist schwebt,
alles ist gleichgültig,
alles ist wichtiger als ich.

by Aurora

snake schrieb am 20.9. 1999 um 22:24:21 Uhr zu

Gedicht

Bewertung: 2 Punkt(e)

Die Schriftstellerin

In ihrem Zimmer im Giebel des Hauses,
wo Licht sich bricht und die Fenster in den Linden schaukeln,
schreibt meine Tochter eine Geschichte.

Auf der Treppe zögernd höre ich
durch ihre geschlossene Tür einen Aufruhr der Tasten
wie eine Kette, die über die Reling rasselt.

Jung ist sie, und der Rohstoff
ihres Lebens ist wertvolle Ladung, und teilweise schwer:
Ich wünsche ihr glückliche Überfahrt.

Nun aber ist sie es. die zögert,
als wehrte sie sich gegen die Glätte meines Gedankens.
Eine Stille wächst, in der

das ganze Haus zu denken scheint,
und dann ist sie da wieder mit einem gebündelten Lärm
von Anschlägen, und dann wieder Stille.

Ich denke an jenen verirrten Star,
der in dies Zimmer geriet, vor zwei Jahren;
wir schlichen hinein, ein Fenster zu öffnen

und zogen uns zurück, um ihn nicht zu erschrecken;
und eine hilflose Stunde, durch den Türspalt,
schauten wir auf das glatte, rauhe, dunkle

und schillernde Geschöpf,
das gegen die Helligkeit prallte, wie ein Handschuh
auf den harten Boden oder den Schreibtisch stürzte,

und dann wartete, verbeult und blutig,
auf den Mut zum neuen Versuch; und welche Freude
in uns aufstieg, als er plötzlich

von einer Stuhllehne abhob,
geradewegs das rechte Fenster ansteuerte
und glatt das Fensterbrett nahm, die Schwelle zur Welt.

Ich hatte vergessen, mein Liebling,
es geht immer um Leben und Tod.
Ich wünsche Dir
das gleiche wie vorhin, doch heftiger

(Richard Wilbur)

wuzi schrieb am 15.10. 1999 um 22:29:49 Uhr zu

Gedicht

Bewertung: 3 Punkt(e)

Das Stelldichein

Am Marktplatz im Abenddämmerschein
da steht ein Jüngling so ganz allein
und wendet voll Sehnsucht seinen Blick
von dort zum Jakobstor zurück
»wo bleibt sie denn heute so lange«
so seufzt der Jüngling von Herzen bange
vorüber ist schon die bestimmte Zeit
und nichts ist zu sehen weit und breit.
"hat sie mal wieder die Zeit versäumt
steht sie beim Wenzelstor und träumt
dieweil auf dem Marktplatz unbeirrt
sie sehnsuchtsvoll erwartet wird?
So komme doch endlich! Ich stehe hier
mit bangem Herzen am Marktplatz und frier!
Und wenn sie mich treulos lässt im Stich
erreich ich den Anschluß im Leben nicht!
Doch sieh, im rosigen Dämmerschein
biegt sie zum Jakobstor herein!
Jetzt kommt sie, ich seh' sie nah'n!
die heißersehnte Straßenbahn!"

Gronkor schrieb am 22.6. 2000 um 14:35:15 Uhr zu

Gedicht

Bewertung: 3 Punkt(e)

Oh Baby Enzyklopädie
Mit Dir allein in der Pathologie
Wir sitzen beim Brimborium
Ich lad' Dich ein ins Krematorium
Wir schmieren EG-Tatbestände
prophylaktisch an imaginäre Wände
In Deinem langen Damenbart
Klebt hartgekochtes Kaffeesurrogat

Aurian schrieb am 2.6. 2000 um 13:31:38 Uhr zu

Gedicht

Bewertung: 2 Punkt(e)

Beschleunigtes Gedicht
Regen fällt vom Himmelsdom,
Sprudelt aus der Quelle,
Wird zu Bächlein, Fluß und Strom
Und zur Heimat der Forelle.
Diese schwimmt behender Flosse
Mal nach Osten, mal nach Westen.
Schwimmt sie in der Buttersoße,
Schmeckt sie mir am besten.

Extrem beschleunigtes Gedicht
Milliarden Jahre zählt das All,
Doch dauert es nur Stunden
Nach Metzgers Ankunft in dem Stall
Bis uns die Schnitzel munden.

Extremistisch beschleunigtes Gedicht
Morgens kräht der Hahn noch laut,
Abends ist er schon verdaut

http://www.werle.com/homepage/wasserbg/seite5.htm

Concetto, rückfällig schrieb am 3.10. 2002 um 21:41:35 Uhr zu

Gedicht

Bewertung: 1 Punkt(e)

Peter Rühmkorf: Jetzt mitten im Klaren

Also Freund, also ernst, also eh ich endgültig verasche,
und meine Saugkraft verlier,
trink ich noch einmal
Blutsbrüderschaft
mit der Branntweinflasche
und du prüfst das Revier.

Ich nehm die Dickere, du nimmst die Dünnere
die Welt
läßt wieder mal hoffen;
woran, an welche Stunde ich mich erinnere,
ich war immer besoffen.

Schau, dieser stark bewölkt bis bedeckte,
diesige
Tag lichtet langsam die Miene:
leichtere Schnäpse, mittlere, schließlich riesige:
eine flammende Sonnenterrine –

Setzt euch nieder, frostklirrende Elfen;
dies ist hier kein Feuer von Stroh!
Immer zu! wir werden dem Eis schon zum Durchbruch verhelfen
und den Büsten herab vom Niveau.

Grüß dich Theben, hochgebaut, siebentürig,
wie rieselst du plötzlich zusammen
und kuckst so konkav?
Wenn zur Seite neigt sich mein Schiff schieflastig wie Lyrik,
unabwendbar wie Schlaf...

Muß ich etwa allein übern Fluß?
Was mauscheln die stygischen Schilfe?
Herr Charon, zwei Lethe!
eine kleine Übersetzhilfe,
aber Lethe mit Schuß!

Und nicht zu knapp bemessen:
Welt, wie du im Rückblick dich wölbst.
Doch mein Stundenglas,
meine Einweguhr,
meine Smith & Wesson entsichre ich selbst.

Oder was oder wann oder wie?
Nein, lieber jetzt mitten im Klaren.
Und ihr spielt mir nochmal – diese alteda! -
Mistmelodie
von den Leuten, die strudelwärts fahren.

Bolek Muž schrieb am 13.6. 2014 um 07:54:34 Uhr zu

Gedicht

Bewertung: 1 Punkt(e)

Josef Chic Muz
Snídaně na silnici okraji

Nádherně krásné ráno vzduchu slunce silně vtipné Vlastimil
dobrý čerstvý vítr foukat pěkný pruhovaný oblek pan
nakupoval smetany koláč snídaně jemnou chutí.
Tady! Najednou! Silná bouře plná šok moment kravatu
tleská zcela šlehačkový krém oblek: »Bláznivý špína kecy!«

On zůstává v páchnoucí, sluncem vzduchu
ohřát vývar se nečistoty a užijte si to.
Na botách a téměř vysoká na koleno
z nohy trčí tlusté, kapající
Pokovování přírody: »Bláto a prasečí hnůj«

Doposud tak elegantní Vlastimil
Podíval se zděšeně se na sebe, smál se
S rukama šíří zděšení
Vstal a podíval se dolů na sebe.
Nahlas pak zvolal: »Mizerný nečistoty kecy!«

Stál před velkým zrcadlem v salónu
a díval se na bílé goo bídně na jeho,
aby plně stříkaných ušlechtilých oblečení.
Bílý tvaroh bahno, které to pokutu sýr
Kravatu a oblek strčil zapáchal: »Sakra!«

Nepředpokládá se, že byla jiná: co teď Vlastimil
úplně zcvokla a praská znovu, nyní vývar
zejména extra silný paprsek sentimentální kvark
a kaše směs bohatá na středu již zdobená
komoda nemilosti Páně: »Zadek do prdele kecy!«

Modrá, světle modrá a bílá šikmo pruhovaná kravata to
lepí jako polévka hnědé a světle hnědé jako
v nacistických pěkný oblek zničil zcela zlomený,
nešťastný vznešený Pán se směje docela zmatený podívat.
Se Modrá obloha krásné počasí: »Oblek jen, hnůj!«

Vlastimil od hlavy až k patě přilepená nečistota krém
shnilý bahnité chůze způsob, jak legrační pták zpěv,
Pták zpívá píseň dobrá nálada v louži boty plné nečistot.
Nicméně, ne elegantní sluneční světlo a vzdušné cvrlikání
přírody ramenní oblek: »Blbost, nyní i ptačí trus, kecy!«

(Německý překlad / Übersetzung nach deutsch:)

Josef Chic Muz
Zwischenmahlzeit am Straßenrand

Einmalig schöner Morgensonne Luft stark lustig Vlastimil
gute frische Wind weht schönen Nadelstreifenanzug Herr
kauft Sahnetorte Frühstück erlesener Geschmack.
Da! Plötzlich! Starker Sturm voll Schreckmoment Krawatte
und klebt landend ganz Sahne, er schreit: »Doofer Dreck! Mist!«

Er bleibt in einer stinkenden, Sonnenluft
warme Brühe mit Schmutz und genießen er es.
Die Schuhe und fast bis zum Knie hoch Geschäftsanzug
Hosenbeine mit eine dicken tropfig Überzug
der Natur: »Einziger Schlamm und Schweinemist!«

So weit, so elegant junger schick Mann Vlastimil
Er blickte ganz und gar entgeistert auf sich und lachen.
Mit seinen Armen verteilt Bestürzung doch etwas.
Er stand auf und sah an sich herunter laufen üble Soße.
Und rief so laut wie geht: »Armseliges Schmutz! Mist!«

Er stand vor einem großen Spiegel in der Stube
und Blick auf die weiße Schmiere kläglich an seiner
voll gesprüht edle Kleidung jetzt stinkt wie Kuhschiss.
Weiß voll Quark und Schlamm den feinen Käse ist
Krawatte und Anzug stecken riecht streng: »Verdammtes Mist!«

Wie nicht anders zu erwarten gewesen: Was nun Vlastimil
flippte total aus und wieder platzen, jetzt Brühe noch stärker
Plastikbeutel vor allem extra starke Strahl sentimental Quark
und Schlamm-Suhle ist reich gemischt wurde eingerichtet
und wie Kömödie total blamiert Herrn: »Alles Arschkacke! Mist!«

Blau, hellblau und weiß diagonal gestreifte Krawatte jetzt
kleben wie Suppe braun und hellbraun wie peinlich:
so wie nen braun Nazi: schöner Anzug völlig mit öd Schlick,
und so unglücklich edle Lord lacht ziemlich genervt Blick.
Zwar blau Himmel schön Wetter, aber: »Anzug nur noch Mist!«

Armer Vlastimil von Kopf zu Fuß total stecken in Schmutzcreme!
Rotten schlammiger Wegesrand zu Fuß lustige Vogelgesang.
Vöglein zwitschert Lied heiter Stimmung, da tritt in Pfütze
mit schmutzigen Schuhen gefüllt so elegant, leicht und luftig
herab auf Schulter Vogelkot: »Mist, jetzt und Vogelkot, Mist!«

wichtel schrieb am 16.11. 2000 um 16:32:08 Uhr zu

Gedicht

Bewertung: 2 Punkt(e)

Gedichte sind wichtig. Kurz. Inspirierend. Ich lese Gedichte seit ich lesen kann. Gedichte sind wunderbar. Sie machen subjektive Gefühle und Gedanken für den Leser erfahrbar. Ich wünsche mir mehr Gedichte im Alltag. Gedichte in der U-Bahn, Gedichte im Wartezimmer des Zahnarztes, Gedichte neben der Badewanne. Gedichte immer und überall. Gedichte sind wichtig.

Bettina Beispiel schrieb am 12.6. 2003 um 14:24:31 Uhr zu

Gedicht

Bewertung: 1 Punkt(e)

700 Intellektuelle beten einen Öltank an

Bertolt Brecht (1929)

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Ohne Einladung

Sind wir gekommen,

Siebenhundert (und viele sind noch unterwegs),

Überall her,

Wo kein Wind mehr weht,

Von den Mühlen, die langsam mahlen, und

Von den Öfen, hinter denen es heißt,

daß kein Hund mehr vorkommt.

Und haben Dich gesehen

Plötzlich über Nacht,

Öltank.




Gestern warst Du noch nicht da,

Aber heute

Bist nur Du mehr.




Eilet herbei, alle

Die ihr absägt den Ast, auf dem ihr sitzet.

Werktätige!

Gott ist wiedergekommen

In Gestalt eines Öltanks.




Du Häßlicher,

Du bist der Schönste!

Tue uns Gewalt an,

Du Sachlicher!




Lösche aus unser Ich!

Mache uns kollektiv!

Denn nicht wie wir wollen,

Sondern wie Du willst.




Du bist nicht gemacht aus Elfenbein und Ebenholz, sondern aus

Eisen.

Herrlich, herrlich, herrlich!

Du Unscheinbarer!




Du bist kein Unsichtbarer.

Nicht unendlich bist Du!

Sondern sieben Meter hoch.

In Dir ist kein Geheimnis,

Sondern Öl.

Und Du verfährst mit uns

Nicht nach Gutdünken, noch unerforschlich,

Sondern nach Berechnung.




Was ist für Dich ein Gras?

Du sitzest darauf.

Wo ehedem ein Gras war,

Da sitzest jetzt Du, Öltank!

Und vor Dir ist ein Gefühl

Nichts.




Darum erhöre uns,

Und erlöse uns von dem Übel des Geistes

Im Namen der Elektrifizierung,

Der Ratio und der Statistik!

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