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ich habe unsere Mama ja als sie so ein bißchen störrisch und ein wenig durcheinander war sehr geliebt, sie hatte plötzlich gerne Besuch und wollte den auch so lange wie möglich halten. Es gab dann eine Zeit wo ich sehr regelmäßig immer wieder bei ihr vorbeikam gegen nachmittag oder frühen Abend, wenn ich zu Fuß in Schierstein auf dem Flohmarkt war und den Rucksack voller Krempel hatte bis ich zuerst bei ihr vorbei, habe alles ausgepackt vor ihr, das hat sie immer sehr interessiert was so in meinem Rucksack war, dann habe ich noch was eingekauft und Abendessen gemacht. Manmal war ich an drei vier Tagen die Woche jeden Abend da bis sie sagte, ich will jetzt schlafen. Und du brauchst nicht abspülen. Ich spülte dann trotzdem. Jedenfalls habe ich sie da auch manchmal dann etwas gequält weil ich eben fragen hatte zu damals, aber das hat sie regelmäßig nur wütend gemacht, alles was du zu damals und dem warum war das so, wer hat dir das erzählt das man das so machen soll, was war papas Meinung dazu, wann war folgendes Ereignis eigentlich damit ich das zeitlich einordnen kann, daß ich weiß wie alt ich da war, alle diese Fragen da regte sie sich auf, du hast doch keine Ahnung wie das damals war, das machten alle so, das war völlig normal, das ging irgendwann soweit daß sie eine große Glas oder Porzellanschüssel in der Küche nahm und mit Schmackes auf die Küchenkacheln schmiss. ich war dann still und habe dann jeden einzelnen Splitter aufgelesen und bis dann gegangen. Als ich am naächten tag wiederkam tat sie so als ob nix gewesen sei und begrüßte mich freudig wie immer. es war einfach nichts aus ihr herauszubekommen. ich glaube vielleicht hat sie sich einfach sehr geschämt für vieles und die Athmosphäre zum gespräch war nicht die richtige und sie hat innerlich mit sich gekämpft das zu erzählen oder nicht, eben weil sie ihre große Scham dann vielleicht nicht mehr verbergen kann. Ich hätte sie damals nicht so quälen sollen mit meinen Nachfragen und mir sagen, sie ist deine Mama, hab die zeit die noch bleibt eine gute zeit.
mich würden auch ein paar Daten interessieren, zum Beispiel wie lange, also von wann bis wann ihr wo gewohnt habt um meine eigenen erinnerungen die ja auch an diese orte geknüpft sind besser zeitlich einzuordnen, also zum Beispiel auch wie alt waren da zum Beispiel die Kinder. Also, in Mainz, bei Hoffmanns, in der Mühlstraße bei Volker, in Oberwalluf, in Herxheim, Hayna, München. Und wann ihr in Lybien wart. Hab ich einen Ort vergessen? nicht, oder? Ihr habt euch k
-jja auch lange um Mutter gesorgt und gekümmert. Ich war damals ziemlkich wütend auf den marcel weil der immer kam als ich bei Mutter dann längere Stunden war und ein oder zweimal zweimal glaube ich die woche seine Klavierstunden gab. Weil der immer nur kam, keinen groß begrüßte auch gleich vorgab gar keine zeit zu haben immer nur seine Stunden abhielt und gleich danach wieder ging. ich war sauer weil er einfach nicht mal auch da blieb und wir dann da zu dritt saßen. das hat sich niemals so ergeben. ich war richtig sauer deshalb.
-wahrscheinlich waren da seine Kinder ganz klein und er wollte einfach schnell nach hause. Und wir beide, Mutter und ich, wir waren ja auch völlig unergiebig, wir wollten einfach ihn. nur da behalten. ich habe wohl sehr oft auch die andere Position nicht richtig wahrgenommen, daß andere auch einfach ein Leben haben und ihre Sorgen und größeren Sorgen. alles drehte sich immer nur in meinem Kopf um meine Welt und aber auch um die Unmöglichkeit diese Mitzuteilen. Was hab ich zu diesen Zeiten wohl viele viele hunderte Blätter handschriftlich vollgeschrieben mit völlig wirrem zeug durchsetzt mit Erinnerungen und fernseh und radiozitaten und allem was ich gerade hörte, was an mein Ohr drang. Schreiben als Rückzug, rettung, weisnichtwas, solange ich schreibe existiere ich, meine erste Freundin gewann ich nur durch schreiben, der Briefträger bestimmte in manchen Semestern ab wann ich in die Uni fuhr, wenn er durch war, weil ich auf ein Antwortschreiben von ihr nicht bis zum Abend warten wollte, ich wollte so schnell es nur geht aus diesem mutterdiktatorischen Elternhaus raus und hab keine Sekunde dabei an meine kleinen Brüder gedacht die ich allesamt verlasse mit diesem Umzug. Als mir das so richtig bewußt wurde, viel viel später, so lange noch gar nicht her, und diese unsägliche Szene mit Dir in dem Zwisvchenzimmer gegenüber vom bad saßest du an den Hausaufgaben, ich kam wohl von der Bundeswehr am Wochenende nach Hause, schlief in dem kleinen Raum vom großen Zimmer auf einer Matratze die zuvor ein Franzose der Verschwisterung vollgepinkelt hatte (echt wahr) und weil der Marcel nun in meinem Zimmer wohnte, wurde von Mama zu Dir hochgerufen, du könntest eine Aufgabe aus dem rechenunterricht nicht. da war ein Arbeitsblatt mikt irgendwelchen bunten kreisen Vierecken und Dreiecken und irgendwelche Verknüpfungszeichen ein Schrägstrich zum beispiel. ich sage gleich,, mengenlehre hatte ich nie, wo ist denn das Erläuterungsblatt oder das Buch. Aber du hattest weder irgendein weiteres Blatt noch etwas darüber im Buch stehen. Und sowas wie schnell mal informieren im Internet gab es ja auch nicht. Und aus dem Blatt alleine wurde man nicht schlau. Und dann Mama, Du hast doch Abitur, du mußt doch eine Aufgabe aus der vierten oder fünften Klasse (weis nicht) lösen können, und ich so, mir war das einerseits etwas peinlich, sehr peinlich um genau zu sein, ich hatte Mama früher immer aufgezogen sie verstände ja gar nix von Mathematik, jedenfalls mindestens einmal wo ich über dreisatz redne wollte mir ihr und sie gleich heftig dagegen anging und ich dachte, das kann ich ihr doch mal erklären und sie nur abwehrte und ich mir nur dachte warum will sie gar nix können oder lernen, ich kanns so gut erklären und sie dann nur ach wie gerne sie doch damals auch in die höhere schule gegangen wäre und daß sie stattdessen bei ihrer Mutter Kartoffel schälen mußte und daß sie sich meinen Besuch des Gymnasiums vom Munde abgespart hätten wie auch die Klavierstunde und daß ich gar nicht wisse du kennst ihren sermon sicher auch, jedenfalls ich war bei, diese Situation daß ich einmal gefragt wurde Dir zu helfen und es nicht konnte war schon schmerzlich, sicher dachten beide, du und Mama, der muß das doch wissen oder können.
—und die riesenscheiße ist ja auch wenn ich immer diese nachtphasen habe und nachts wach bin kann ich gar kein Klavier spielen und mich damit etwas ablenken, da rauch ich immer eine Zigarette mehr als Tagsüber, und das merk ich auch schon den unterschied das das schlechter ist als tagwach. aber ich muß immer abwarten bis sich von alleine wieder der Tagwach einstellt und ich nachts schlafen kann. da mit druck oder gewaltsam wachbleiben zu arbeiten führt zu nichts außer Kopfweh das hab ich allzuoft probiert. es geht wirklich nur wenn es von alleine sich umstellt, und auch nur dann hält es auch manchmal sogar wochenlang. im Prinzip kann mich jedes kleine ereignis oder Aufregung dann aber auch umkippen lassen und ich bleibe dann die ganze nacht wach. das ist ziemlich blöde.
—-Oh (o)(O), war lange der Gruß unter uns Buben im Tulpenweg und ich bilde mir ein dieses O (Oh) (ich habe weiter oben einen kleinen Oh-Text geschrieben) habe ich vom Unterdorf ins Oberdorf mitgebracht, dann wäre dieses Oh quasi wie der einzige Laut den ich von meinem alten Leben ins neue Leben hinübergerettet habe, Kinder haben ja immer ihre eigene Art der Begrüßung. wir sagten, wenn wir uns am tag zum ersten Mal draußen trafen immer nur Oh zueinander. das weis ich wie wenn es gestern gewesen war. Oh.
—Wir drückten unsere Achtung voreinander aus mit diesem Oh. wenn wir beide einander mit oh begrüßt hatten, dann war das so etwas wie ein Nichtangriffspakt. Den Veilchenweglern gegenüber sagten wir niemals Oh.
—ich weiß daß das Micha war mit der Kirche. und so hab ich das nicht gemeint. ich habe gesagt ich habe euch oft verspottet. micha wegen seiner rectschriebung. das erinnere ich bei dir gar nicht wegen rechtschriebung zumindets micht nicht. bin mdeüde. dich habe ich ständig veräppelt mit irgendwelchen blöden doppelten bedeutungen oder so, da hast du damals einiges zitiert aber weis nicht was, jedenfalls hab ich mich daran erinnert.
—immer wenn ich euch wiedersehe dann bin ich innerlich irgennwie gedanklich völlig blockiert und kann überhaupt nicht denken. und wenn ihr dann aber weg seid, und irgendwie reden tun wir dann trotzdem immer egal was ich grad von mir gebe, dann sind meine erinnerungen aber wieder gewachsen und ich erinnere mich dann an ganz viele Sachen auch von ganz früher. und dann kommt ein haufen gescriebens dabei raus. jedenfalls ist das die beschreibung der vergangenen Begegnung.
—und mama hat mich vor allem micha immer eine lange zeit als leuchtendes beispiel hingestellt, das hatte mit dir gar nichts zu tun, und das hat mich tierisch generft, denn es hat mich von ihm entzweit wo wir sowieso immer leicht auf konfrontation gegeneinander gebüprstet waren als Kinder, später dann lange gar nicht, dann wieder, dann wurde er milde leicht bemüht, mich zu verstehen fällt sicher nicht leicht, der war halt nicht so gut in der Schule, hatte mit dieser Englischlehrerin Geldner Probleme und die Eltern waren wie immer nicht auf seiner seite, die mobbte ihn wohl vor der versammelten Klasse. ich kannte das Gleiche von der Hartmann Englisch Gutenberg (Rheingauenglisch, die gesamte Klasse lachte, die lachte sowie so öfter über mich, der einzige mit diesem reihngaudialekt, das waren alles etwas feinere Stadtkinder und zudem war ich der Jüngste und der zweitschwächste, nur an den Schwächsten der hieß Schäfer mit Nachnamen, ein Pummelchen hab ich mich in der pause rangemacht und ihn einfach so zu Boden geschmissen. Das machte man damals unter Junge so. Das nennt sich weiß nicht irgendwie. In der Johannisbrunnentsraße wurden alle flachgelegt. da wußte man genau wer gegenüber wem stäörker ist und hat ihn dann gemieden oder sich befreundet. es gab freinde die nur immer dich auf holtour schickten und um andere zu verprügeln die mochte ich nicht und andere die eher wie ein großer Kumpel waren, die mochte ich. Wir sind dann auch zusammen aus EIS ALS DER TEICH HINTER DEM FUßBALLFELD BEI Hochwasser zugefroren war, weil das eis ja dünn war und einer sich vortasten mußte und der andere hintendran falls man einbricht daß man zu zweit ist. so war ich als Kind. Nachdem ich den schäfer zu Boden hatte läßt man auch sofort ab der ist dann aufgestenden, und hat mir die Hand hingestreckt und hat gesagt Freunde. Ich hab das zwar nicht begriffen aber gesagt Freunde. Dann wollte er neben mir sitzen. Dann saßen wir aber nicht zusammen weil wir irgendwie von einem Lehrer eingeteilt wurden. Danach hatte ich nichts mehr außer kurze Geplänkel mit dem Schäfer der wohl einem Kumpel suchte mir aber zu dick war, ich befreundete mich mit dem Look der ein arrogantes Arschloch war aber auch ein heimliches Labor zu hause und er wohnte einen Steinsprung von der Schule weg und ging mkt mir nach hause da die eltern weg waren und zeigte mir sein labor.aber mit dem blieb ich nicht befreundet, das war so einer der ständig dich befehlen will, später war ich mkt dem ebelhäuser zusammen, der ist auch so einer der ständig dich befehlen will aber der hat das viel geschickter verborgen und auch viel seltener verwendet, einmal sollte ich dem einen Brief an die Marita lewening, die ist jetzt ein hohes Tier beim ZDF schreiben, die war eine der drei Mädchen in unserer Abiklasse, da er in sie verliebt war und er nicht wolle daß sie seine Schrift erkenne, ich hab das zum Beispiel gemacht. Ein anderes mal, man muß in drei verschiedenen Oragnische Chemie praktika wo man ein halbes jahr lang nach allem mist stinkend in allen Poren in allen socken und Kleidern steckt dieser scharfe gemischte Laborgeruch, unerträglich da stehst du den ganzen tag drin rum in diesem Mief der ist richtig scharf damals gewesen und den rägst du auch nach Hause, jedenfalls da muß man erst Analysen, dann synthesen machen. und die Synthesen haben verschiedene schwierigkeitsstufen und überhaupt auch Stufen, also man stellt eine substanz her. daraus eine zweite, daraus eine dritte. bis zu fünf Stufen ging immer eine der Synthesen und bei jedem schritt hat man natürlich Ausbeuteverluste oder es kann etwas in einer höheren Stufe kaputt gehen und fängst immer wieder ganz unten an. Mir ist bei einer fünfstufigen Synthese immer die Umwandlung von der vierten in die fünfte Stufe schief gegangen. Also ich habe vier Wochen lang gearbeitet täglich in dem Stinkelabor ganztags um die vierte Stufe herzustellen und bei der fünften ging alles kaputt, dimerisierte in einer Sekunde konnste zukucken. aus einer roten Lösung wachsen plötzlich gelbe nadelige Kristalle. Alles kaputt. das Gleiche nochmal von vorne. Nochmal vier wochen Arbeit bis zur vierten Stufe. In organik im Praktiikum was das ja so, wenn diú nicht fertig wurdest mußten die Semester ferien drangehöngt werden. das wollte ich unbedingt vermeiden. jedenfalls zweites mal vierte stufe fertig gehabt, dieses Mal war ich ganz ganz vorsichtig, der Trick ist daß kein einziges Molekül Luft, bzw. Sauerstoff da dran darf und man muß zwei Flüssigkeiten einfach nur ineinander schütten. Die fünfte stufe ging also sehr einfach chemisch gesehen aber erforderte hoche dichtigkeiten beim Umfüllen. Ich jedenfalls habe dann. nur die Hälfte der vierten Stufe verwendet und trotz aller vorsicht ging es wieder schief. acht wochen arbeit. ich hatte noch die zweite Häfte der vierten Stufe und traute mich damit gar nichts mehr zu machen. ein Assistent (einer der zu denen zählte die wirklich was können) hat das irgend wie bemerkt und ich hab das erzählt, hat zweimal nicht geklappt, ist sehr empfindlich gegen sauerstoff, und da hat er es selbst gemacht und mir vorgeführt, aber der hatte dazu auch sich von oben neue Gläser mit bestimmten Schaubdeckeln geholt die wir im Praktikum gar nicht hatten und die reaktion dadrin stattfinden lassen, da konnte man wohl das schutzgas, wir hatten immer argon, gut einleiten und auch richtig alle luft bis aufs letzte vertreiben wegen der guten geometrie des behältnisses, man sieht so einer art großeres reagenzglas ja nicht an ob das seit einer zeit eingeleitete Gas nun vollständig alles andere verdrängt hat, da hat wohl die geometrie des anderen Glases oder der deckel den ich als speziell erinnere ihn aber nicht beschrieben könnte, end vom lied, der hat besseres werkzeug, macht es mir vor, eine kleine menge fünfte stufe ist entstanden, ein wenig triumphiert er, aber nicht viel, geht, mit, so macht man das, na, so doll viel hab ich da nicht gelernt. ich hatte immer im Hinterkopf diese anderen Pläne deren Grundstock ich schon seit dem zweiten Semester im Anorganikpraktikum gelegt hatte. da konnt man in der <chemikalienausgabe auf eigene rechnung jeden grundstoff zur Synthese kaufen und ich hab mir fünfzig Gramm eines Grundstoffes bestellt weil ich vorhatte den wenn ich einmal Diplom hätte zur
—dbett bett bett, drauße werds grad scheener. um den abgerochenen text noch kurz zu enden vorläufig, ich bestellte im Zweiten semester einen grundstoff aus dem ich dann nach dem Diplom das mescalin machte. ich habe also mein damaliges verbrechen schon jahre im voraus geplant. außerdem dachte ich wenn ich den grundstoff habe, und es geschieht mir jahrelang nichts wegen der bestellung, dann kann ich ihn mit besserem gefühl auch verwenden als wenn ich dauernd in der angst lebe da hat jemad was gemerkt, erst kürzlich wurde irgendwo ein grundstoff bestellt bei unserer firmenanfrage, ich bildete. mir schon damals irgend wie verfolung ein, jedenfalls rechnete ich damit,
—ich hatte beim wiederlesen einen bruch im text entdeckt, ich beschreibe ausführlich eine fünfstufige Synthese und verliere mich dann aber das war nur um das zweite zu erklären was ebelhäuser noch von mir wollte damals, einmal diesen Brief schreiben an Marita lewening, und das zweite war, der hatte auch diese Organikpraktika und kam mit einer mehrstufigen Synthese nicht zurecht. Und da sollte ich für ihn in Schierstein neben dem hafen bei dieser Chemikalienfirma, die gibts heute noch, eben diese Substanz kaufen. ich war da eh öfter schon Kunde gewesen und hatte mir Kleinigkeiten gekauft und die waren nett und haben mir als kind auch alles verkauft. da würden sie wohl auch einem Studenten etwas verkaufen. das taten sie auch. Später hatte ich mit Ebelhäuser nix mehr am Hut. Und wenn wir uns auf dem Institutsflur trafen haben wir uns höchstens ganz kurz gegrüßt. ebelhäuser ist immer mehr zu so etwas geworden was man heute nerd oder asperger oder irgendwie so nennt. so völliger Tunnelblick und immer nur wenn überhaupt von seiner arbeit redet. ich hab den noch ein einziges Mal später zufällig auf dem weg nach Schierstein getroffen, dann Jahre später nochmal im Bus in Wiesbaden und hab jedesmal versucht einen anknüpfungspunkt zu suchen an damals oder einen Kontakt herzustellen, aber das war nicht möglich. einmal sagt er, das ist ja alles so lange her, ein anderes mal fängt er wieder mit irgendwelchem Nonsens an, was er für ein wichtiger mann geworden sei, aber nix weiteres dazu erzählt. ein sehr seltsamer verschlossener typ den ich gar nicht durchschaue.
—der hatte einen jüngeren Bruder und der war total anders als er selbst, der war ein körperlich trainierter großer rotbäckiger so ein richtiger Anpacker und Macher, auch Handwerk erlernt und irgendwie auch ein wenig einfach im geiste was ich nicht abwertend meine was aber so war. den konnte man auf keinen Fall mit komplizierten Aufträgen wo hin schicken. Mit mir ging das schon.
—ich versuche eine pause zu machen. ich kann nicht versprechen das ich das einhalte.
—(mir hat der Ebelhäuser niemals irgendeinen Gefallen getan. Ich habe an ihm nur seine große Fachkenntnis in chemischen Dingen geschätzt und mich an ihm weitergebildet, er wußte auf manche chemischen Fragen Antworten die ich nicht hatte. Und er hatte schon mit siebzehn jahren in einem winzigen Kellerraum in der Sundgaustraße neun in Wiesbaden Schierstein ein komplett eingerichtetes Labor zur wasseranalyse auf alle Mineralien und Spurenstoffe sowie die nötigen Flaschen mit allen möglichen Normallösungen die man dafür zur Titration benötigt. ) ich bin mit dem auch als Schüler schon in die mainzer Uni gefahren und wir haben den Stopra (so hieß der Mann an der Chemikalienausgabe im keller des organischen Instituts, da liefen den ganzen tag irgendwelche Studenten und holten sich Chemikalien, meist mit Abholzettel), aber wir sind da frech hin, und ich mußte da wieder der Wortführer sein für ihn, der Ebelhäuser hat drei Päckchen Zigaretten gekauft und ich mußte die überreichen, wortlos hinschieben und dann fragen, wir wollen nur eine Kleine menge Bromkresolgrün zur Titration, das war nun kein Sprengstoff, auch kein offensichtliches Gift mit dem man sich vergiftet, und wirklich zur titration, und der Stopra nahm die Zigaretten und füllte etwas in ein kleines Schraubfläschchen ab. Das ist auch mindestens zweimal vorgekommen. ich glaube einmal haben wir sogar zwei Kästen Bier da hingetragen und zwei Schachteln Zigaretten.
—ich hab da immer ganz genau nachgefragt, was, wenn der Stopra mich fragt für was ich das brauche, da sagt der ebelhäuser, du sagst einfach nur zur Titration, der Stopra der weiß das nämlich selber nicht,
—insgesamt waren es wohl drei mal daß wir uns irgendwie zufällig in wiesbaden noch mal begegnet sind, einmal fuhr er im gleichen bus und stieg in schierstein aus, nicht mal neben mich hat er sich gesetzt. ich bin dann auch raus in schierstein, ich war da noch gut zu fuß und ihm hinterher. ich wollte irgendwie mal lachen mit dem über diese lange vergangenen kleinen geschichten von damals. Aber der hat alles total übergangen, hat darauf gar nicht geantwortet, er war ja wohl ein wichtiger mann. da sind erinnerungen an Jugendsünden manchmal nicht so erwünscht. Er ist dann an das grab seiner Mutter gelaufen wohin ich auch mit bin. Danach sind wir auseinander gegangen. ich bin aus ihm nie richtig schlau geworden.
—In der Uni hat er sich später dann auch auf den standpunkt gestellt er sei der einzige der hier wirkliche wissenschaft betreibt, und ich habe ihn auch dazu ausgefragt, oft sagte er aber auch nur, ich würde das sowieso nicht verstehen. ich habe aber dann seine Publikationen gelesen und sehr wohl verstanden. Der hat wirklich komplizierte Sachen erforscht, also Detailwissen, absolute Einzelheit-Grundlagen, beispiel: die bewegungen eines einzelnen Molekülärmchens eines komplizierten Moleküls im festkörper (kristall) und in Lösung. Das kann man ja nicht im Mikroskop sehen. Auch nicht im besten, Dynamik. Aber wenn man ein wasserstoffatom (die allermeisten organischen Moleküle enthalten an vielen Stellen Wasserstoff), ein bestimmtes wasserstoffatom in einem sagen wir Molekülärmchen (am besten weiter außen) durch ein chemisch sehr Ähnliches Deuterium ersetzt (schwerer wasserstoff), dann wird dieses Ärmchen sich wegen leicht veränderter Schwere sich irgendwie nur ein ganz klein wenig anders bewegen aber immer im vorgegebenen Rahmen seiner Bewegungsmöglichkeit welche durch die molekulare Umgebung einfach gesetzt ist bleiben. Das macht eine Veränderung in den aufgenommenen NMR-Spektren in denen die Schwingungen der Wasserstoffatome durch sogenannte peaks auf einer Magnetstärkenresonanzskala abgebildet werden. Aus dieser Verschiebung der Peaks welche immer einen berechenbaren Energieunterschied ergeben kann auf die erfolgte Bewegung zurückgerechnet werden. Ich hab das sofort verstanden auch wenn ich natürlich die exakten Einzelheiten dazu nicht kennen und vielleicht nicht verstehen würde. Der Ebelhäuser war aber nicht fähig seine Erkenntnisse irgendwie zu vermarkten, da hat er dann einen noch viel Schlaueren gefunden den ich Ebelhäusers älteren Bruder nennen will, das war der mit Abstand beste Student des Jahrgangs Antonietti der ebenfalls in der Nähe Ebelhäusers arbeitete und bei Professoren der physikalischen Chemie promoviert hatten, das war das allerarroganteste Atschloch das man sich nur vorstellen kann, und der konnte reden und überzeugen wie kein anderer, von dem bist du sofort abgewatscht worden das du eine null bist, der hat dann mkt ebelhäusers ergebnissen und sicher auch eigenen nun das größte chemische Institut in Potzdam und streicht mit den allerunsinnigsten Anträgen Millionen von Fördergeldern für neue technologien ein. ich habe einige seiner beantragten Projekte gelesen und es ist pure sehr wohl formulierte absolute Schaumschlägerei mit der er Millionen macht, einen haufen Angestellte hat, darinter immer sehr viele auch gutaussehende junge Frauen und er ist der große Chef der in der ganzen Welt herumreist und Vorträge und zahreiche Auszeichnungen und Ehrendoktortitel hat.
——wir haben als sehr junge studenten auch einmal in einem arbeitskreis zusammengesessen, ich war da nur weil da eine ganz besonders hübsche junge frau mit dabei war die hat aber den antonietti angehimmelt oder den Schumacher aus Columbien der dort in die deutsche Schule gegangen war und ein Diplomatensöhnchen, ganz ganz feine leute, sehr reserviert, wenn du weißt was ich meine, jedenfalls ging es da um ziele und in einer sache waren wir uns einig, daß viele Menschen nicht wissen wie sie sich beschäftigen können und wie sie nützlich sein können für die gesellschaft und das es mehr kleine Läden überall geben sollte. Und dann kam diese idee mit der Virtuellen beschäftigung, man müßte etwas virtuelles schaffen das aber die erwünschten inhalte hinaus in alle welt trägt, grüne technologie, verständnis und interesse in der bevölkerung für die vielfältigen Möglichkeiten welche die Chemie bietet (ich sah mich ja sehr diskriminiert durch meine ganze Familie damals die alle auf die dreckige Chemie schimpften und ich studiere sowas dann auch noch), und ich weiß nur daß ich wegen virtuell dann nachfragte und dann Stirnrunzeln erntete aus diesem so hoch gebildeten kleinen Kreis und da nicht mehr hin bin. Die haben das einfach übergangen.
—ich meinte, ich hab mir auch echt konkrete projekte von dem antonietti dann angekuckt, das ist ja nur symbolisch virtuell, also es ist schon konkret was der macht aber eben nicht skalierbar. der zeigt dann in irgendeinem Kristall da kann man was einleiten und dann erfolgen durch Platzwechsel und austausch Umordnungen die man dann deuten kann als reduktion eines schadgases und dann macht man einen reisserischen Artikel, Nanomaterialien mit neuen Eigenschaften entdeckt, kann das die Zukunft retten, hat gar nicht im Sinn die zukunft zu retten sondern bloß neue Studenten zu gewinnen oder interesse der medien oder eben fördergeldanträge zu begründen. denn immer hin kann man ja sagen, wir haben gefunden das, da passiert molekular das Folgende, das könnte zu neuen technologieen in der Zukunft taugen, gut das wir das erforscht haben, nun wissen wir mehr, das Geld hat sich gelont hineinzustecken, die gesellschaft kann froh sein daß sie so leute wie uns hat, wir sind die eigentlichen arbeiter an der zukunft, die meisten verstehen das bloß nich nicht, auch und vor allem nicht die leute welche Fördergeldanträge bewilligen.
—der antonietti ist vor allem ein riesengroßer Polemiker, ein unerhörtes Showtalent und dazu hat er beneidenswerte und sehr schnell abrufbare kenntnisse von physikalischen gesetzen. also gut in der Schule war er auch noch.
—Ich hab irgendwann mal als ich in berichten der Uni oder zeitung über ihn herumsuchte den bemerkenswerten satz gelesen, da war er noch sehr jung, „er scheut sich nicht auch viel älteren Kollegen scharf die meinung zu sagen“ was in dem bericht sozusagen wie ein großes lob dargestellt wurde.
—wenn man das was ich dir und marc über den antonietti und weniger beteiligte andere zusammennimmt, dann kann man sagen, der antonietti und der Ringsdorf die haben mir den Glauben an die Kollegialität und die Ehrlichkeit in der Wissenschaft zumindest ein großes Stück genommen.
an marc 22/23 febr.2026 teile davon auch an Marcel
euer feindbild wär der auch geworden. der war der Oberarroganz. außerdem hat der kurz nachdem ich meine mikrokopischen Photographien auf einer Glasplatte eingetrockneter dünner Filme meines wasserlöslichen Polymers in meiner Diplomarbeit veröffentlicht habe (die ähnelten transparenten Farnen) unter seinem Namen und ohne die Erwähnung des meinen genau die gleichen Bilder nur schöner aufgenommen als Titelseite des neuen vierteljährlichen oder monatlichen Polymerjournals veröffentlicht. ich hab ihn sofort darauf angesprochen, ich verstand damals und heute nicht wie diese Strukturen zustande kommen und habe nur verschiedene Spekulationen darüber angeboten die auch als Spekulation gekennzeichnet waren, und der fährt mich echt nur an und sagt, das verstehst du eh nicht. Und haut ab in irgendein Zimmer an einen großen Meßapparat. Ich hab nur gedacht Blödmann. Hab mich einmal beim Ringsdorf beschwert, ob das üpblich sei daß einem hier Teilergebnisse einfach von anderen abgegriffen würden und publiziert und ohne Namensnennung, und der sagt nur, ich müsse Verständnis haben, das sei alles sehr kompliziert, und ich habe doch nur einen winzigen Beitrag geleistet wie auch ganz viele andere die nicht erwähnt seien,
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