Anzahl Assoziationen zu diesem Stichwort (einige Beispiele folgen unten) 153, davon 141 (92,16%) mit einer Bewertung über dem eingestellten Schwellwert (-3) und 99 positiv bewertete (64,71%)
Durchschnittliche Textlänge 820 Zeichen
Durchschnittliche Bewertung 3,882 Punkte, 17 Texte unbewertet.
Siehe auch:
positiv bewertete Texte
Der erste Text am 2.10. 2002 um 23:23:20 Uhr schrieb
Dortessa über Bezirk
Der neuste Text am 13.6. 2026 um 06:22:06 Uhr schrieb
Gerhard über Bezirk
Einige noch nie bewertete Texte
(insgesamt: 17)

am 7.7. 2024 um 06:57:22 Uhr schrieb
gerhard über Bezirk

am 25.11. 2014 um 20:17:39 Uhr schrieb
sx/xs/sx über Bezirk

am 17.10. 2014 um 13:23:18 Uhr schrieb
sx über Bezirk

Einige überdurchschnittlich positiv bewertete

Assoziationen zu »Bezirk«

Geisterhand schrieb am 5.12. 2014 um 14:02:22 Uhr zu

Bezirk

Bewertung: 16 Punkt(e)

Geisterhand vergibt einen seiner sagenhaft umwobenen Geister(+)Punkte an sx Text über den Schwanze, der am Hals traf. Lustiges texte, überraschende Konstruktion, das Auge liest weit offen den Satz bereitwillig bis zum Ende, ohne an Kaffee, an schnell was zum essen holen, zu denken- Man ist ganz bei. Der sx Text, denkt man sich, geht noch rein, so wie auch die letzten 250 Milliliter Inhalt aus der Rotweinflasche von gestern abend. Kippjahaa.

sx schrieb am 5.12. 2014 um 11:16:12 Uhr über Bezirk

Wir waren übereingekommen, dass ich dieses Mal nur der Zuschauer bin indem ich jede Aufregung vermeiden muss. Den Spiegel hat Alexander von seinem Bett weggeräumt. Du musst jetzt alles sehen und alles sagen! (Ich glaube, er liebt meine Worte und Formulierungen ... „so habe ich das noch nie gehört“ ... „wie das klingt wenn du es sagst“ ...). Ja, sage ich alles will ich sehen und alles sagen.
Er sucht sich im zu kurzen Bett eine bequeme Position indem auch das Publikum den schönsten Einblick haben will. Das Publikum hat mit einigem Bedauern festgestellt, dass er das Hemd nicht ausgezogen hat weil die Wohnung nur schwach geheizt ist. Wir bitten dies zu entschuldigen, auch hat er schon Hand angelegt um seinen Großbaum auszumessen.
Kannst du nicht einfach Schwanz sagen?
Zwei Handbreit ist der Schwanz lang und die Hand misst die Handbreiten ab, misst hin, misst her.


Die Hand stößt jetzt gegen die Hoden weil die andere Hand diese nach vorne gedrückt hat was einen nicht unangenehmen Schmerz in den Hoden bewirkt, einen ziehenden Schmerz ist es nicht so? da wandert die Hodenhand fort um in den heute ganz vereinsamten hinteren Bezirk zu gelangen, nein, der ganze Körper muss herumgeworfen werden weil der nördliche Zugang der weitere indes bequemere Weg ist.

Ich muss meinen Bericht unterbrechen wegen T s u n a m i – A l a r m . Ein Tsunami scheint sich zu nähern wenn nicht alle Anzeichen trügen von der umwerfensten Art. Mach langsam!! rufe ich vielleicht kannst du ihn aufhalten, ein wenig wenigstens, wenn auch nicht verhindern!
Der Tsunami ist da, mit dem letzten Rest von Selbstkontrolle wird der Schwanz auf mich gerichtet und da trieft es von meinem Kinn, auch mein Hals ist getroffen.


sx schrieb am 9.12. 2014 um 10:16:06 Uhr zu

Bezirk

Bewertung: 20 Punkt(e)

Auch in den entlegensten Bezirken stelle ich fest, daß, indem Alexander selbst ein feiner, schlanker, mannbarer Bub ist, auch dort alle Glieder ohne Zweifel die Glieder eines feinen, schlanken Buben sind. Untersuche ich die Fünfermannschaften genauer, so ist jeder Einzelne ein feiner Bub, vom kleinsten angefangen, dessen Nachbarsbuben, über die mittleren Buben bis hin zum Großen durchweg und ebenso die andere Mannschaft, in umgekehrter Aufstellung natürlich. Wie bei untereinander Nahestehenden üblich ist das Interesse füreinander nicht groß, aber alle verbindet eine große Erwartung. Nicht des immer wiederkehrenden Beschneidungsfestes.
Wenn der große Alexander sich huldvoll herabbeugt und je vier seiner langen und schlanken Finger zwischen je zwei der kleinen Untertanen steckt und diese nachdenklich reibt; ein Freudenfest, das unmittelbar Erinnerungen ans eigentliche Freudenfest weckt.
Wenn alle zehn sich in Morast drücken dürfen, der eben dort, wo jetzt die gar nicht so arroganten Cousins aus dem hohen Norden verweilen, lustvoll hindurchquellen muss.
Wenn allerklarstes kaltes Wasser allen Schlamm wieder fortspült.
Wenn die ach so selten zu erblickende Sonne jeden Einzelnen bis zur Seligkeit wieder trocknet und wärmt.

sx schrieb am 26.11. 2014 um 10:25:00 Uhr zu

Bezirk

Bewertung: 23 Punkt(e)

Meine nächste Verwandte ist die Menschenfresserin, welche der unvergleichliche Erlbruch dargestellt hat nach der Geschichte einer gewissen Valerie Dayre. Dieses mein Lieblingsbuch habe ich der Thilda, Alexanders Großmutter leihweise versprochen indes ich will es nicht hergeben. Diese Person welche die Leibspeise mit immer vergeblicherer Mühe finden will bis hin zu mörderischer Verzweiflung wird sogar fast mitleidig geduldet von einer Bevölkerung welche ihre Kinder sorgsam unterrichtet und anleitet und bei Annäherung der Unperson behutsam versteckt. Es wird ihr gar ansehnlicher Ersatz geboten welchen sie als gänzlich unähnlich und unannehmbar zurückweisen muss. So irrt sie durch eine ganz und gar von Phantomen und Schatten nur halb noch belebte Welt indem auch der Himmel nichts ist als ein von kaum atembaren Schwaden verhülltes Weltall voll trauriger Monde. Gibt es nicht am Rand jedes von Menschen bevölkerten Bezirks diesen Abhang, wohin menschlicher Abfall wandert und sich sammelt, wo nachts die Hunde heulen, deren Gesang das hoffnungslose Wimmern der dort kauernden Fresserin übertönt, eben dort, wo der Wüstenwind der allgegenwärtigen Traurigkeit und des gnädigen Vergessens im Lauf der Jahre seine wandernden Dünen anhäuft.


Mag. Federer (Mitteilung von Dr. Mögglingen) schrieb am 20.1. 2015 um 16:39:16 Uhr zu

Bezirk

Bewertung: 15 Punkt(e)

Die Gedenkstunde für Hans X. fand auf meine Anregung hin in einem Probesaal der Staatsoper statt. Ben Tiber hatte seinen Aufenthalt in Wien verlängert, nutzte seine aus den USA mitgebrachten Geräte und besorgte zusammen mit seinem Freund und Assistenten eine diskrete Darbietung von Richard Straussens Metamorphosen, einer Lieblingsmusik des Verstorbenen.
Ich musste meinen Chef und Intendanten bewundern, erstens weil er überhaupt Zeit fand für eine Visite, und zweitens, dass er es sogleich verstand, auf diejenigen zuzugehen, die, wenn sie dem Hans auch nicht besonders nahestanden, ihn immerhin am besten gekannt hatten.
Dominique Meyer begrüßte flüchtig den Mag. Federer und mich, auch war ihm Johns Vater als Bühneningenieur bekannt.
Dann aber wandte er sich sofort einem geistlichen Herrn zu – Hansens Beichtvater – der ganz ins Gespräch mit Frau Regine vertieft war, die ein Zimmer ihrer Wohnung an Hans vermietet hatte. Diese Person war die am heftigsten Trauernde, indes, wie es hieß, auch alkoholisierteste.
Es befand sich in Saal nur ein Tisch, auf welchem Sekt und Orangensaft angeboten wurde, überhaupt war der Saal nur von reichlich auf diesem Tisch aufgestellten Kerzen beleuchtet. Diese beschienen auch eine Schale mit sehr schönen Orangen, welche der John von Zeit zu Zeit auspresste, um eine Karaffe aufzufüllen.

Mein Chef meinte die Vermieterin wie ein Witwe fast trösten zu müssen – dann aber ging er auf Alexander zu, der ganz von seiner Großmutter Thilda und Johns Mutter, einer bildschönen Äthiopierin, in Beschlag genommen war.

Ich sah die beiden: meinen Chef und den mit einem Mal sehr erschütterten Alexander, jeder ein Glas Sekt in der Hand haltend, ins Gespräch vertieft den Tisch umrunden. Um dann auf John zuzugehen, der – vieles erfuhr ich erst später - den Ben Tiber und dessen Freund bestürmt hatte, indem er von der Musik ganz überwältigt war und zunächst Ben Tiber für den Kompositeur hielt.
Dann sah ich meinen Chef zusammen mit John und Alexander den Saal verlassen, auch war es still geworden, überhaupt sollte die Feier mit den Metamorphosen beginnen und auch enden.

sx schrieb am 15.12. 2014 um 11:07:21 Uhr zu

Bezirk

Bewertung: 15 Punkt(e)

Ein schöner Abend im Bezirk Alsergrund, in der Porzellangasse, im Gasthaus Wickerl: Thilda und ihr Enkel Alexander und ich. Indem wir auf das Essen warten ist Zeit zum Reden.
Thilda, die uns alle an Liberalität übertrifft, ist jetzt doch verwundert ein bisserl.
Stimmt das, Nana (so nennt sie den Alexander), dass du in der Schule erzählt hast, du hast einen Lover ?!

Jetzt muß ein linguistischer Exkurs eingeblendet werden indem der Wiener das Englische um ein weniges verfälscht oder auch verbessert, je nachdem.
Zum Abschied hört der nicht Eingeweihte immer wieder verblüfft ein „bah bah“, was einfach „bye bye“ bedeutet. Mich erinnert das immer an einen wegen Flüchtigkeit etwas verrutschten Abschiedskuss.
Ganz anders Lover! Die erste Silbe wird nicht wie im Original kurz nur und flüchtig betont, sondern etwas in die Länge gezogen. Eine Geringfügigkeit mag man denken.
Es ist wie beim Dreivierteltakt – dem hier gebürtigen Musikstudenten wird die sozusagen angeborene Art und Weise ausgetrieben, in welcher gern immer das erste der Viertelchen, drei sind es, zu sehr betont wird.
Danach wird es dem Fortschrittenen wieder anerzogen, und das Wort Lover, indem es der Wiener ausspricht, verliert seine Flüchtigkeit, indes, allzu große Bedeutung wird nicht beigemessen.


Auch andere haben einen Lover! Was er aber manchmal bezweifeln will.

Aber lieber Alexander, andere auch? Und bezweifeln?

Er hat da eine Methode indem er einfach fragt: was für ein Auto fährt er denn dein Lover. Einen BMW 5er zum Beispiel ist eine Antwort. Und nach ein paar Tagen fragt er wieder. Wenn es dann ein 7er ist dann hat er einen Zweifel.
Wie schön, dass du kein Auto fährst, sagt Thilda zu mir.
Sei nett zu ihm, sagt Alexander, er ist ein echter Lover.

sx schrieb am 15.12. 2014 um 17:38:33 Uhr zu

Bezirk

Bewertung: 10 Punkt(e)

So hell ein gewisser Bezirk der Bühne beleuchtet ist, im Zuschauerraum Finsternis. Bis auf die Notlampen an den Ausgängen. Hier und dort leuchtet kurz ein Handy. In der Mitte des Parketts stehen ein paar Fernsehkameras, von dort ein Blinken.
Etwas Licht auch im Orchestergraben, wo eine Dame mit Headset am Marimbaphon steht.
Indem ich den Aschenbach aus der Oper von Benjamin Britten spiele. Muss in einem Liegestuhl dahocken, mehr nicht, aber das wenigstens kann ich. Und die Sonnenbrille, die hat mir jemand auf den Scheitel geschoben.
Ich höre einen lustigen Streit zwischen Alexander und John. Den John mag ich auch sehr, er ist ein verschmitzter Bub, mit einer melange-farbenen Haut, lacht immer. Ist sogar lachend zur Welt gekommen, wer weiß.
Also, überredet, Alexander übernimmt die Rolle. Aber einen Strohhut aufsetzen will er nicht! Hier schaltet sich Regieassistent Mögglingen ein indem er sagt: trag ihn einfach in der Hand!
Auch ich schalte mich ein und rufe den Alexander zu mir: du musst wissen, ab sofort bin ich ein impotenter alter Schwuler, und wenn du an mir vorbeischlenderst will ich dich mit den Augen auffressen! Er will antworten: das weiß ich schon vom Mögglingen, kommt aber nicht mehr dazu, denn dieser Mögglingen hat ein Mikrophon ergriffen, es schallt von überall her:

Absolute Ruhe ab sofort für drei Minuten! Die Kamera läuft!

Alexander geht an mir vorbei in Richtung Bühnenrand. Ich schaue gar nicht hin, blinzle nur und sehe, wie er ärgerlich den Strohhut gegen sein Knie schlägt. Dann meldet sich das Marimbaphon - ein wahrer Tadzio dreht sich um zu mir: schaust du jetzt endlich her?
Beifall! Im Zuschauerraum wird es wieder heller. Der Mögglingen ist sehr angetan. Alexander wird mit einem Zirkusdirektor verglichen: Peitschenhieb! träger Löwe, spring! Du hast es doch gesehen, John? Das Hauen mit dem Strohhut übernehmen wir! - Indes ich leise rufe „Alexander, hilf mir“.
Alle beide: Alexander - John ziehen mich aus dem Liegestuhl in die Senkrechte.

sx schrieb am 10.12. 2014 um 09:49:18 Uhr zu

Bezirk

Bewertung: 9 Punkt(e)

Diesmal ging alles viel zu schnell. Alexanders große Augen! Nichts ist eigentlich weiblich aber für einen Moment waren es diese Augen. Und das leise „bitte“.

Und wie schnell er kam. Ein wa r m er Früh lings re g en, S e g en, gan zes Ver mö gen !! !

Dann falle ich tief. Es muss eine Erschöpfung, Ohnmacht, Zeitreise gewesen sein.
Mein nasses Gesicht an seinem nassen Bauch.

((An meiner Mutter halte ich Baby mich fest (wie diese (ungewollt und weggegeben) an ihrer Ziehmutter sich festgehalten haben mag) (auch muss ich mich an die Stimme erinnern von jemand, der mir das Handtuch hinwarf (putz die Schweinerei auch auf, die du angerichtet hast))) und war es eklig, oder etwas ganz sachliches, etwas behutsames, liebevolles gar: mein bekleckertes Mäulchen sauber zu wischen und zu tupfen?)

Von oben kommt das Handtuch für Gesicht und Bauch.

Jetzt wieder auf Augenhöhe, endlich bequem in einer seitlichen Lage. Wie fest er mich hält. Mein Kopf ruht vorsichtig auf seinem. Kopf-an-Kopf-Ruhe. Er flüstert: sorry, ich hab dich nicht gewarnt!

- ° - ° - ° -

Was ist das? Sind das Tränen? Warum denn!
Ich: Freuden - . - Er: fremde geschmeckt hab ich noch nie. Tränen sind nie eklig eigentlich.

sx schrieb am 22.11. 2014 um 14:02:06 Uhr zu

Bezirk

Bewertung: 19 Punkt(e)

Als Kummer- und Freudentränen ineinanderflossen war es mir wie ein weltweiter Allerseelen und Erlösungs - Festtag. Indes waren es nur 2 Seelen in Wien, erster Bezirk, aber der ganze restliche Tag ab ungefähr 16 Uhr 30.
Eine gewisse Eskalation der Freuden begann vier Wochen zuvor indem Alexander zu unserer ersten Verabredung am Schottentor fast pünktlich war und viele Ängste von mir abfielen. Das nächste Mal, eine Woche später, war ich in Vorfreude schon eine Stunde früher am Schottentor und siehe da, auch er! indem die letzte Schulstunde ausgefallen war. Und zuletzt war ich, infolge eines Strassenbahnunfalls, man las davon in der Tagespresse, über eine Stunde verspätet, fast ohne Hoffnung ging ich dennoch zum Schottentor und suchte den Alexander. Ich fand ihn sitzen auf einer Bank, hinter einer Säule etwas versteckt, und sah auf seinem Gesicht die Tränen fließen.

sx schrieb am 11.12. 2014 um 19:57:33 Uhr zu

Bezirk

Bewertung: 9 Punkt(e)

Meine Dame, ich lasse mich nicht mehr von ihnen bevormunden. Ich bin ihnen und ihrem Bankhaus sehr verpflichtet, aber mein Notfall-Depot will ich auflösen, jetzt, und den fälligen Betrag in bar an mich nehmen. Es eilt nicht, ich komme gern nächste Woche wieder, aber dann muss alles abgewickelt sein sein! 100-€-Noten sind mir sehr recht. Wo muss ich unterschreiben.

Ich will nicht bis an mein Lebensende den Bettelmann spielen.

Ich will mit Thilda bei Sacher essen und will gut aussehen.

Ich will mich bei Knize neu einkleiden. Auch das Knize Parfüm verschmähe ich nicht.

Meine Budapester Schuhe sind noch gut.

Vielleicht gibt es den Maresch noch, meinen Friseur in der Währingerstrasse.

Ich will dem Mag. Federer (er hat schon zugestimmt) eine Chauffeurs-Uniform aussuchen und für 24 Stunden ausleihen.

Ich will mit Thilda den Tag vereinbaren, an dem ich Alexanders Traum erfüllen werde und ihn von der Schule abholen, zwar nicht mit dem gewünschten Jaguar, dafür mit einem Bentley, gemietet von Prestige Vienna Cars, ich habe von dort bereits ein Angebot.

sx schrieb am 20.12. 2014 um 15:37:00 Uhr zu

Bezirk

Bewertung: 12 Punkt(e)

Wir haben uns in der Sechsschimmelgasse schon verabschiedet, bis zur Straßenbahn wollte ich nicht mehr mitkommen. In unserer Umarmung fühlte ich Liebe, Vertrauen, auch Unruhe etwas und eine Verwunderung.

Der Mensch vom Internetcafe gibt mir unwillig eins dieser Brieferl aus Metallfolie mit dem Reinigungstuch für Bildschirm und Tastatur.

Der Schwarze Tsunami ist bald da, eine Stunde ist hier noch geöffnet, ich bin der einzige im Laden.

Im verwaisten Ehebett seiner Eltern lagen wir also, indem Alexander auf meinen Anruf hin sich gleich auf den Weg in die Altmüttergasse gemacht hat. Aus reiner Gewohnheit haben wir uns ausgezogen. Als wir umarmt liegen, sage ich es gleich: John liebt dich. So sehr dass ich es kaum begreife.

Erzähl, sagt Alexander. Da ist noch etwas. Heute ist alles anders irgendwie.

Hätte vom Schwarzen Tsunami lieber nichts gesagt, der auf dem (zwar noch sonnenhellen) Meer wie eine Nacht am fernen Horizont näherrückt. Warum nur? Sein steifer, mein halbsteifer Schwanz, da ist Druck und Gegendruck, den geliebtesten Menschen halte in meinen Armen, warum nur?

Hör zu. Ich wollte also den John in der Oper abfangen, gleich am Ende der Ballettstunde, um ihm zu sagen: dass, und wie sehr du ihn liebst.

So wolltest du es doch?

Ich finde den „Locker Room“ - die Leute vom Ballett kommen ja von überall her. Den John kann ich nicht sehen, aber von den Ballettschülern welche haben mich erkannt, ich höre so Bemerkungen wie: John, dein Lover ist hier! dein Aschenbach!
Und da kommt er, noch im schwarzen Trikot, dazu grüne Legwarmers. Er lacht ein wenig, was er eigentlich immer tut.

Immer muss er lachen, findest du nicht?

Aber dem Lachen ist etwas beigemischt; ich ahnte doch nichts. Ob ich mit ihm kommen wolle? Wir gehen zur Bühne, es ist überall die Notbeleuchtung, es war ja Feierabend schon. Wenn ich einem Schönen hinterhergehe setzt mein Verstand aus, glaubte ich doch tatsächlich er will mich verführen, will mir ein Liebesnest zeigen. Wir zwängen uns in einen Aufzug und fahren in den Rollenboden hoch. Er riecht nach Schweiß, etwas harzig wie Fichtenholz finde ich.

Kennst du das? Wirst du kennenlernen.

Dort oben hast du eine unglaubliche Aussicht. Du stehst auf einer Plattform, siehst auf Schienen und Schnüre, an denen Kulissen hängen, schaust tief hinab ins Dunkel der Bühne, wo Lichter sind wie gefallene Sterne.

Vorsichtig beuge ich mich über eine gespannte Kette, halte mich fest an einem Metallrahmen, auch der John will mich halten.
Da will er mich hinunterstoßen!

Ich kann mich festklammern, er aber stößt immer wieder und ruft: „ICH liebe ihn! ICH liebe ihn! ICH! ICH! ICH! ICH!“

Hat seine Kraft nachgelassen? Er hätte es geschafft. Wurde auch seine Stimme leiser? Ich muss ohnmächtig auf den Boden der Plattform gesunken sein.

Alexander schüttelt mich: schwöre! dass du dir das nicht ausgedacht hast!

Eine halbe Stunde mag ich gelegen haben. Werde dann wach - und fühle mich richtig erholt. Das Herz schlägt ruhig. Langsam erinnere ich mich: wer da hockt, mit dem Rücken zur Wand, das ist der John und schaut mich an, er hat gezittert, richtig gezittert.
Jetzt war die Gelegenheit, zu erzählen. Alles von dir zu erzählen.

Umbringen hat er mich gewollt! das kam mir erst hinterher.

Was hätte ich jetzt sagen sollen? Da hocke ich, da hockt er; wir sind zusammengerückt ein bisserl. Er hatte sich umgezogen in der Zwischenzeit. Hat nicht geduscht, das rieche ich. Seine Tasche steht neben ihm.

Die grüne mit dem Fußball drauf?
Ja, die.

Wenn der John einen Lover hätte, ich würde den auch umbringen!
Und wenn ich ... ?
Komisch, jeden, sofort, dich nicht.

Wir fahren im Aufzug hinunter, gehen zum Ausgang.
Willst du nicht noch duschen? Gleich geht er den anderen Weg zum Probesaal. Kann ich dort auch? Jeder von der Oper kann dort duschen, also auch Sie. Er lacht schon wieder ein wenig.
Umkleideraum, Dusche, alles fast dunkel und niemand mehr da.

Weißt du, ohne Worte ist oft besser. Als viel erklären, vorwerfen, verzeihen. Habe ihn überall berührt und geküsst. Es hat ihm gefallen, doch, es hat ihm gefallen. Ein schöner Bub, schön wie du! Ganz anders aber, er ist halt älter etwas. Eigentlich gewesen ist nichts. Haben uns angezogen. Kein Wort geredet. Oder nur: kannst mein Handtuch haben.

Ich drücke den Knopf bei der Pförtnerloge, damit wir hinaus können. Da will er nochmal zurück. Er hat beim Sanitätsbereich einen Zettel an die Tür gemacht, den will er fortnehmen.

Abschied. Gleich werde ich anrufen, sage ich ihm noch, weil, ich muss dir alles erzählen. Umarmt hat er mich auch.

Ist jetzt nicht alles gut? Meine Hände wandern den Rücken entlang zu seinem Po.

Ich hab Angst vor morgen. Wenn ich in der Schule bin. Wenn ich den John sehe.

So ging es mir früher auch! Wurde es zu perfekt, gleich war da eine Angst. Überlass alles dem John. Er ist der Ältere. Morgen, wenn du gerade gar nicht an ihn denkst, da wird er auf einmal bei dir sein.

Bitte der Herr, wir schließen!

Da ist er, der Tsunami. Wenn ich jetzt gehen werde, die Stufen hoch, hinaus, schwarz wird alles um mich sein, sechs irre Schimmel werden mich umreiten, den Alexander werde ich verlieren










sx schrieb am 20.11. 2014 um 18:59:22 Uhr zu

Bezirk

Bewertung: 9 Punkt(e)

Sind wir beliebt gar geliebt ist es wie ein Guthaben auf einem Konto, verzinslich indem es weiter wächst ohne großes Zutun. Sind wir indes im abgründigen Bezirk des Ungeliebtsein, der Missachtung, des Gehasstwerdens am Ende sind die Überziehungszinsen so groß, daß alles Zutun sprich Bitten und Betteln um Liebe nicht nützt. Wir würden sogar einen Teil des ohnehin gekränkten, gar kranken Körpers opfern, aber was hilft das wenn man uns ganz weg haben will.
Im allgemeinen und zum Glück bewegen wir Bubisten in Wien uns mehr oder weniger um die Null herum indem es eine Verklärung bedeutet wenn auch nur die Farbe vom Rot ins Schwarz wechselt, gar weitere schwarze Zahlen uns anlächeln. Wir sind hier auf einer Bank welche wie andere BadBanks Reklame weder braucht noch will.

The BUBISTAN BAD BANK of VIENNA

Mag. Federer schrieb am 12.1. 2015 um 14:56:24 Uhr zu

Bezirk

Bewertung: 13 Punkt(e)

Staatsoper Wien
Regieassistenz
Dr. Mögglingen
Lieber Mag. Federer,
ich erfülle eine traurige Pflicht und will meine eigene Bewegtheit ein Zeitlang hintanstellen indem ich Deiner Bitte nachkommen und nüchtern berichten will.
Wie Du schon weißt verlief die kurze Darbietung ohne Zwischenfall. Der Alexander bewältigte die paar Schritte als Tadzio zwar bleich vor Lampenfieber, blieb aber trotzdem der robuste Bengel und war kein engelsgleicher Todesbote, ganz wie es in meiner Absicht lag. Durch einen Fehler in der Beleuchtung blieb unser Hans Xaver kaum erkennbar im Schatten, die Schminkerei, zu der ich ihn habe überreden müssen, war also ganz vergeblich gewesen. Die Komposition von Brian Eno (oder Ben Tiber?) kam offenbar bei der Jury gut an – ich selber konnte die akustische Darbietung von der Bühne aus nicht sehr gut wahrnehmen.
Hinterher war ein kleines Büfett im Schwind-Foyer aufgebaut, ich erlebte meinen Intendanten in sehr aufgeräumter Stimmung. Der Alexander sprach ganz übermütig und auf englisch auf den Ben Tiber ein und wurde dabei, wie ich mit einer gewissen Rührung beobachtet habe, von seinem Freund John angehimmelt.
Als dann der Herr von der Bühnentechnik auftauchte und zunächst nur mir allein mitteilte, dass Hans Xaver momentan sich in der Notaufnahme des AKH befinde, indes auf dem Weg dorthin einer Herzattacke erlegen sei - mein lieber Federer, wie soll ich den Satz zu Ende bringen? Wir haben alle gefeiert und auf unseren Hans ganz vergessen ...
Lass mich hier schließen,
Dein
M.

sx schrieb am 4.10. 2014 um 15:26:18 Uhr zu

Bezirk

Bewertung: 14 Punkt(e)

Eine Dame also hat sich zu mir in die Nische gesetzt im Cafe am Schottenring. Ja was hab ich gleich den goldnen Taler weggesteckt mit welchem ich unbedacht gespielt habe. Darauf ist die Dame in keiner Weise eingegangen was auch ein Gebot der Höflichkeit ist. Vielmehr hat sie gesagt gewiß bin ich ein Chirurg oder Gynäkologe gar? Meine Gnädigste mit wem verwechselt sie mich! Es waren aber meine Hände welche sie als zart und sensitiv oder war es sinnlich bezeichnet hat. Wozu ich aber dann mich habe hinreissen lassen ich verstehe es immer noch nicht. Wie könnte ein armer Mensch wie ich da eingreifen. Ich ein Gynäkologe ein Geburtshelfer am Ende.
Ja, manche puerile Eichel hat vielleicht dank meiner Einwirkung das Licht der Welt erblickt allenfalls sagte ich dannn wieder leise. Ja schau an ein Mohel sind sie am Ende, ja sehen sie! Nein liebe Frau, es war mir aber ein Vergnügen ihnen zu begegnen.

Einige zufällige Stichwörter

tussenschuhe
Erstellt am 27.3. 2004 um 14:15:13 Uhr von sumpi, enthält 10 Texte

Unterwasserpflug
Erstellt am 7.2. 2006 um 21:49:37 Uhr von Elvira Flatterich, enthält 6 Texte

Lieblingsblume
Erstellt am 23.1. 2008 um 00:22:08 Uhr von Roja, enthält 18 Texte

Geistigeonanie
Erstellt am 3.3. 2003 um 21:27:21 Uhr von Roswitha, enthält 6 Texte

Erweckungsprediger
Erstellt am 7.1. 2006 um 00:55:11 Uhr von Höflich, enthält 4 Texte


Der Assoziations-Blaster ist ein Projekt vom Assoziations-Blaster-Team (Alvar C.H. Freude und Dragan Espenschied) | 0,0914 Sek.