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Der erste Text am 2.10. 2002 um 23:23:20 Uhr schrieb
Dortessa über Bezirk
Der neuste Text am 12.8. 2019 um 20:46:42 Uhr schrieb
Freno über Bezirk
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am 29.12. 2014 um 08:01:37 Uhr schrieb
sx über Bezirk

am 1.9. 2014 um 20:44:26 Uhr schrieb
sx über Bezirk

am 28.9. 2014 um 12:03:19 Uhr schrieb
sx über Bezirk

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Assoziationen zu »Bezirk«

sx schrieb am 20.12. 2014 um 15:37:00 Uhr zu

Bezirk

Bewertung: 6 Punkt(e)

Wir haben uns in der Sechsschimmelgasse schon verabschiedet, bis zur Straßenbahn wollte ich nicht mehr mitkommen. In unserer Umarmung fühlte ich Liebe, Vertrauen, auch Unruhe etwas und eine Verwunderung.

Der Mensch vom Internetcafe gibt mir unwillig eins dieser Brieferl aus Metallfolie mit dem Reinigungstuch für Bildschirm und Tastatur.

Der Schwarze Tsunami ist bald da, eine Stunde ist hier noch geöffnet, ich bin der einzige im Laden.

Im verwaisten Ehebett seiner Eltern lagen wir also, indem Alexander auf meinen Anruf hin sich gleich auf den Weg in die Altmüttergasse gemacht hat. Aus reiner Gewohnheit haben wir uns ausgezogen. Als wir umarmt liegen, sage ich es gleich: John liebt dich. So sehr dass ich es kaum begreife.

Erzähl, sagt Alexander. Da ist noch etwas. Heute ist alles anders irgendwie.

Hätte vom Schwarzen Tsunami lieber nichts gesagt, der auf dem (zwar noch sonnenhellen) Meer wie eine Nacht am fernen Horizont näherrückt. Warum nur? Sein steifer, mein halbsteifer Schwanz, da ist Druck und Gegendruck, den geliebtesten Menschen halte in meinen Armen, warum nur?

Hör zu. Ich wollte also den John in der Oper abfangen, gleich am Ende der Ballettstunde, um ihm zu sagen: dass, und wie sehr du ihn liebst.

So wolltest du es doch?

Ich finde denLocker Room“ - die Leute vom Ballett kommen ja von überall her. Den John kann ich nicht sehen, aber von den Ballettschülern welche haben mich erkannt, ich höre so Bemerkungen wie: John, dein Lover ist hier! dein Aschenbach!
Und da kommt er, noch im schwarzen Trikot, dazu grüne Legwarmers. Er lacht ein wenig, was er eigentlich immer tut.

Immer muss er lachen, findest du nicht?

Aber dem Lachen ist etwas beigemischt; ich ahnte doch nichts. Ob ich mit ihm kommen wolle? Wir gehen zur Bühne, es ist überall die Notbeleuchtung, es war ja Feierabend schon. Wenn ich einem Schönen hinterhergehe setzt mein Verstand aus, glaubte ich doch tatsächlich er will mich verführen, will mir ein Liebesnest zeigen. Wir zwängen uns in einen Aufzug und fahren in den Rollenboden hoch. Er riecht nach Schweiß, etwas harzig wie Fichtenholz finde ich.

Kennst du das? Wirst du kennenlernen.

Dort oben hast du eine unglaubliche Aussicht. Du stehst auf einer Plattform, siehst auf Schienen und Schnüre, an denen Kulissen hängen, schaust tief hinab ins Dunkel der Bühne, wo Lichter sind wie gefallene Sterne.

Vorsichtig beuge ich mich über eine gespannte Kette, halte mich fest an einem Metallrahmen, auch der John will mich halten.
Da will er mich hinunterstoßen!

Ich kann mich festklammern, er aber stößt immer wieder und ruft: „ICH liebe ihn! ICH liebe ihn! ICH! ICH! ICH! ICH!“

Hat seine Kraft nachgelassen? Er hätte es geschafft. Wurde auch seine Stimme leiser? Ich muss ohnmächtig auf den Boden der Plattform gesunken sein.

Alexander schüttelt mich: schwöre! dass du dir das nicht ausgedacht hast!

Eine halbe Stunde mag ich gelegen haben. Werde dann wach - und fühle mich richtig erholt. Das Herz schlägt ruhig. Langsam erinnere ich mich: wer da hockt, mit dem Rücken zur Wand, das ist der John und schaut mich an, er hat gezittert, richtig gezittert.
Jetzt war die Gelegenheit, zu erzählen. Alles von dir zu erzählen.

Umbringen hat er mich gewollt! das kam mir erst hinterher.

Was hätte ich jetzt sagen sollen? Da hocke ich, da hockt er; wir sind zusammengerückt ein bisserl. Er hatte sich umgezogen in der Zwischenzeit. Hat nicht geduscht, das rieche ich. Seine Tasche steht neben ihm.

Die grüne mit dem Fußball drauf?
Ja, die.

Wenn der John einen Lover hätte, ich würde den auch umbringen!
Und wenn ich ... ?
Komisch, jeden, sofort, dich nicht.

Wir fahren im Aufzug hinunter, gehen zum Ausgang.
Willst du nicht noch duschen? Gleich geht er den anderen Weg zum Probesaal. Kann ich dort auch? Jeder von der Oper kann dort duschen, also auch Sie. Er lacht schon wieder ein wenig.
Umkleideraum, Dusche, alles fast dunkel und niemand mehr da.

Weißt du, ohne Worte ist oft besser. Als viel erklären, vorwerfen, verzeihen. Habe ihn überall berührt und geküsst. Es hat ihm gefallen, doch, es hat ihm gefallen. Ein schöner Bub, schön wie du! Ganz anders aber, er ist halt älter etwas. Eigentlich gewesen ist nichts. Haben uns angezogen. Kein Wort geredet. Oder nur: kannst mein Handtuch haben.

Ich drücke den Knopf bei der Pförtnerloge, damit wir hinaus können. Da will er nochmal zurück. Er hat beim Sanitätsbereich einen Zettel an die Tür gemacht, den will er fortnehmen.

Abschied. Gleich werde ich anrufen, sage ich ihm noch, weil, ich muss dir alles erzählen. Umarmt hat er mich auch.

Ist jetzt nicht alles gut? Meine Hände wandern den Rücken entlang zu seinem Po.

Ich hab Angst vor morgen. Wenn ich in der Schule bin. Wenn ich den John sehe.

So ging es mir früher auch! Wurde es zu perfekt, gleich war da eine Angst. Überlass alles dem John. Er ist der Ältere. Morgen, wenn du gerade gar nicht an ihn denkst, da wird er auf einmal bei dir sein.

Bitte der Herr, wir schließen!

Da ist er, der Tsunami. Wenn ich jetzt gehen werde, die Stufen hoch, hinaus, schwarz wird alles um mich sein, sechs irre Schimmel werden mich umreiten, den Alexander werde ich verlieren










sx schrieb am 26.11. 2014 um 10:25:00 Uhr zu

Bezirk

Bewertung: 8 Punkt(e)

Meine nächste Verwandte ist die Menschenfresserin, welche der unvergleichliche Erlbruch dargestellt hat nach der Geschichte einer gewissen Valerie Dayre. Dieses mein Lieblingsbuch habe ich der Thilda, Alexanders Großmutter leihweise versprochen indes ich will es nicht hergeben. Diese Person welche die Leibspeise mit immer vergeblicherer Mühe finden will bis hin zu mörderischer Verzweiflung wird sogar fast mitleidig geduldet von einer Bevölkerung welche ihre Kinder sorgsam unterrichtet und anleitet und bei Annäherung der Unperson behutsam versteckt. Es wird ihr gar ansehnlicher Ersatz geboten welchen sie als gänzlich unähnlich und unannehmbar zurückweisen muss. So irrt sie durch eine ganz und gar von Phantomen und Schatten nur halb noch belebte Welt indem auch der Himmel nichts ist als ein von kaum atembaren Schwaden verhülltes Weltall voll trauriger Monde. Gibt es nicht am Rand jedes von Menschen bevölkerten Bezirks diesen Abhang, wohin menschlicher Abfall wandert und sich sammelt, wo nachts die Hunde heulen, deren Gesang das hoffnungslose Wimmern der dort kauernden Fresserin übertönt, eben dort, wo der Wüstenwind der allgegenwärtigen Traurigkeit und des gnädigen Vergessens im Lauf der Jahre seine wandernden Dünen anhäuft.


Mag. Federer schrieb am 12.1. 2015 um 14:56:24 Uhr zu

Bezirk

Bewertung: 5 Punkt(e)

Staatsoper Wien
Regieassistenz
Dr. Mögglingen
Lieber Mag. Federer,
ich erfülle eine traurige Pflicht und will meine eigene Bewegtheit ein Zeitlang hintanstellen indem ich Deiner Bitte nachkommen und nüchtern berichten will.
Wie Du schon weißt verlief die kurze Darbietung ohne Zwischenfall. Der Alexander bewältigte die paar Schritte als Tadzio zwar bleich vor Lampenfieber, blieb aber trotzdem der robuste Bengel und war kein engelsgleicher Todesbote, ganz wie es in meiner Absicht lag. Durch einen Fehler in der Beleuchtung blieb unser Hans Xaver kaum erkennbar im Schatten, die Schminkerei, zu der ich ihn habe überreden müssen, war also ganz vergeblich gewesen. Die Komposition von Brian Eno (oder Ben Tiber?) kam offenbar bei der Jury gut anich selber konnte die akustische Darbietung von der Bühne aus nicht sehr gut wahrnehmen.
Hinterher war ein kleines Büfett im Schwind-Foyer aufgebaut, ich erlebte meinen Intendanten in sehr aufgeräumter Stimmung. Der Alexander sprach ganz übermütig und auf englisch auf den Ben Tiber ein und wurde dabei, wie ich mit einer gewissen Rührung beobachtet habe, von seinem Freund John angehimmelt.
Als dann der Herr von der Bühnentechnik auftauchte und zunächst nur mir allein mitteilte, dass Hans Xaver momentan sich in der Notaufnahme des AKH befinde, indes auf dem Weg dorthin einer Herzattacke erlegen sei - mein lieber Federer, wie soll ich den Satz zu Ende bringen? Wir haben alle gefeiert und auf unseren Hans ganz vergessen ...
Lass mich hier schließen,
Dein
M.

sx schrieb am 7.12. 2014 um 10:41:42 Uhr zu

Bezirk

Bewertung: 6 Punkt(e)

GENOSSEN!
Ich meine, Zeitgenossen des Computerzeitalters, der allerersten Frühzeit, die noch lange andauern wird.
Indes bereits überwunden ist die Zeit der sog. DUMPs .
Indem wir Androiden, die wir fast schon sind, gelegentlich unser Herz ausschütten wollen, besinnungs- und bedingungslos, so auch die ersten EDV-Maschinen.
Anlass konnte sein:
(1) Der Bezirk, der auszudruckene Daten aufzunehmen hatte lief über in den angrenzenden Bezirk, der sensible Daten zur Selbst-Steuerung enthielt, welche wegen Überschreibung sofort ganz ausser Kontrolle geraten musste, siehe (4).
(2) Dem Computer wurde zugemutet, statt Zahlen Buchstaben zu addieren, oder
(3) eine Zahl durch eine0zu dividieren.
(4) Ganz fassungslos wurde der Computer, wenn er einen ihm ganz unbekannten Befehl erhielt.
(etc)

Dann wurde unaufhörlich Bezirk um Bezirk ausgedruckt. Es waren die Schnelldrucker mit ihren hell/dunkelgrün linierten Papierbahnen.
Der bereits alarmierte Programmierer wartete am Drucker aufs Ende seines Rasens. Oder er kam zu spät indem das Papier sich schon gesträubt hatte den DUMP, d.h. Müll weiter aufzunehmen und zerknittert aus dem Ablagefach quoll. Der ohnehin gestrafte Programmierer kniete dann am Boden und versuchte ungeschickt alles zu glätten und wieder zu falten.
Mit dem kiloschweren Dump im Arm eilte er durch eventuell nachtdunkle Flure (er war mitten im der Nacht gerufen worden und im Grunde noch nicht richtig wach) zu seinem Arbeitsplatz.
Hatte er Glück, war es während der Arbeitszeit.
Mit noch mehr Glück erreichte er diesen geradezu koprophilen Kollegen, der Meister in der DUMP-Analyse war.
Und welch ein merkwürdiges Glück war es, wenn er den DUMP gleich in den nächsten Abfallcontainer werfen konnte indem ihm der Fehlerim Dump nur 1 Zeile des von ihm selbst gestern erst eingefügten Codes - Knall und Fall plötzlich bewußt wurde.

Um ein Beispiel anzuführen: Ob im Bezirk für das Auszudruckende noch Platz für 1 Zeile mehr zur Verfügung stand, das wurde gar nicht richtig abgefragt. Siehe (1).

Und heute ? Der Computer enthält mehr Instruktionen zur Selbst-Analyse und Selbst-Korrektur als je zuvor. Wenn sich eine prekäre Situation auch nur anbahnt, wird der Zuständige (jeder Bezirk hat seinen eigenen Zuständigen) per SMS alarmiert. Ohne Zutun eines eventuell überforderten Androiden. Ausserdem scheinen alle Bezirke aller Programme aller Computer der Welt durch geheime Wurmlöcher miteinander verbunden zu sein (Internet).

Mag. Federer (Mitteilung von Dr. Mögglingen) schrieb am 20.1. 2015 um 16:39:16 Uhr zu

Bezirk

Bewertung: 6 Punkt(e)

Die Gedenkstunde für Hans X. fand auf meine Anregung hin in einem Probesaal der Staatsoper statt. Ben Tiber hatte seinen Aufenthalt in Wien verlängert, nutzte seine aus den USA mitgebrachten Geräte und besorgte zusammen mit seinem Freund und Assistenten eine diskrete Darbietung von Richard Straussens Metamorphosen, einer Lieblingsmusik des Verstorbenen.
Ich musste meinen Chef und Intendanten bewundern, erstens weil er überhaupt Zeit fand für eine Visite, und zweitens, dass er es sogleich verstand, auf diejenigen zuzugehen, die, wenn sie dem Hans auch nicht besonders nahestanden, ihn immerhin am besten gekannt hatten.
Dominique Meyer begrüßte flüchtig den Mag. Federer und mich, auch war ihm Johns Vater als Bühneningenieur bekannt.
Dann aber wandte er sich sofort einem geistlichen Herrn zu – Hansens Beichtvaterder ganz ins Gespräch mit Frau Regine vertieft war, die ein Zimmer ihrer Wohnung an Hans vermietet hatte. Diese Person war die am heftigsten Trauernde, indes, wie es hieß, auch alkoholisierteste.
Es befand sich in Saal nur ein Tisch, auf welchem Sekt und Orangensaft angeboten wurde, überhaupt war der Saal nur von reichlich auf diesem Tisch aufgestellten Kerzen beleuchtet. Diese beschienen auch eine Schale mit sehr schönen Orangen, welche der John von Zeit zu Zeit auspresste, um eine Karaffe aufzufüllen.

Mein Chef meinte die Vermieterin wie ein Witwe fast trösten zu müssendann aber ging er auf Alexander zu, der ganz von seiner Großmutter Thilda und Johns Mutter, einer bildschönen Äthiopierin, in Beschlag genommen war.

Ich sah die beiden: meinen Chef und den mit einem Mal sehr erschütterten Alexander, jeder ein Glas Sekt in der Hand haltend, ins Gespräch vertieft den Tisch umrunden. Um dann auf John zuzugehen, dervieles erfuhr ich erst später - den Ben Tiber und dessen Freund bestürmt hatte, indem er von der Musik ganz überwältigt war und zunächst Ben Tiber für den Kompositeur hielt.
Dann sah ich meinen Chef zusammen mit John und Alexander den Saal verlassen, auch war es still geworden, überhaupt sollte die Feier mit den Metamorphosen beginnen und auch enden.

Geisterhand schrieb am 5.12. 2014 um 14:02:22 Uhr zu

Bezirk

Bewertung: 7 Punkt(e)

Geisterhand vergibt einen seiner sagenhaft umwobenen Geister(+)Punkte an sx Text über den Schwanze, der am Hals traf. Lustiges texte, überraschende Konstruktion, das Auge liest weit offen den Satz bereitwillig bis zum Ende, ohne an Kaffee, an schnell was zum essen holen, zu denken- Man ist ganz bei. Der sx Text, denkt man sich, geht noch rein, so wie auch die letzten 250 Milliliter Inhalt aus der Rotweinflasche von gestern abend. Kippjahaa.

sx schrieb am 5.12. 2014 um 11:16:12 Uhr über Bezirk

Wir waren übereingekommen, dass ich dieses Mal nur der Zuschauer bin indem ich jede Aufregung vermeiden muss. Den Spiegel hat Alexander von seinem Bett weggeräumt. Du musst jetzt alles sehen und alles sagen! (Ich glaube, er liebt meine Worte und Formulierungen ... „so habe ich das noch nie gehört“ ... „wie das klingt wenn du es sagst“ ...). Ja, sage ich alles will ich sehen und alles sagen.
Er sucht sich im zu kurzen Bett eine bequeme Position indem auch das Publikum den schönsten Einblick haben will. Das Publikum hat mit einigem Bedauern festgestellt, dass er das Hemd nicht ausgezogen hat weil die Wohnung nur schwach geheizt ist. Wir bitten dies zu entschuldigen, auch hat er schon Hand angelegt um seinen Großbaum auszumessen.
Kannst du nicht einfach Schwanz sagen?
Zwei Handbreit ist der Schwanz lang und die Hand misst die Handbreiten ab, misst hin, misst her.


Die Hand stößt jetzt gegen die Hoden weil die andere Hand diese nach vorne gedrückt hat was einen nicht unangenehmen Schmerz in den Hoden bewirkt, einen ziehenden Schmerz ist es nicht so? da wandert die Hodenhand fort um in den heute ganz vereinsamten hinteren Bezirk zu gelangen, nein, der ganze Körper muss herumgeworfen werden weil der nördliche Zugang der weitere indes bequemere Weg ist.

Ich muss meinen Bericht unterbrechen wegen T s u n a m iA l a r m . Ein Tsunami scheint sich zu nähern wenn nicht alle Anzeichen trügen von der umwerfensten Art. Mach langsam!! rufe ich vielleicht kannst du ihn aufhalten, ein wenig wenigstens, wenn auch nicht verhindern!
Der Tsunami ist da, mit dem letzten Rest von Selbstkontrolle wird der Schwanz auf mich gerichtet und da trieft es von meinem Kinn, auch mein Hals ist getroffen.


sx schrieb am 10.12. 2014 um 09:49:18 Uhr zu

Bezirk

Bewertung: 4 Punkt(e)

Diesmal ging alles viel zu schnell. Alexanders große Augen! Nichts ist eigentlich weiblich aber für einen Moment waren es diese Augen. Und das leisebitte“.

Und wie schnell er kam. Ein wa r m er Früh lings re g en, S e g en, gan zes Vergen !! !

Dann falle ich tief. Es muss eine Erschöpfung, Ohnmacht, Zeitreise gewesen sein.
Mein nasses Gesicht an seinem nassen Bauch.

((An meiner Mutter halte ich Baby mich fest (wie diese (ungewollt und weggegeben) an ihrer Ziehmutter sich festgehalten haben mag) (auch muss ich mich an die Stimme erinnern von jemand, der mir das Handtuch hinwarf (putz die Schweinerei auch auf, die du angerichtet hast))) und war es eklig, oder etwas ganz sachliches, etwas behutsames, liebevolles gar: mein bekleckertes Mäulchen sauber zu wischen und zu tupfen?)

Von oben kommt das Handtuch für Gesicht und Bauch.

Jetzt wieder auf Augenhöhe, endlich bequem in einer seitlichen Lage. Wie fest er mich hält. Mein Kopf ruht vorsichtig auf seinem. Kopf-an-Kopf-Ruhe. Er flüstert: sorry, ich hab dich nicht gewarnt!

- ° - ° - ° -

Was ist das? Sind das Tränen? Warum denn!
Ich: Freuden - . - Er: fremde geschmeckt hab ich noch nie. Tränen sind nie eklig eigentlich.

sx schrieb am 28.11. 2014 um 19:42:19 Uhr zu

Bezirk

Bewertung: 3 Punkt(e)

Um mich von allerlei Ärger abzulenken drang ich wieder in den geheimnisvollen Bezirk der Staatsoper ein, geheimnisvoll weil durch den Künstlereingang und in die vor dem Publikum verborgenen Gänge, vorbei an Garderoben, Werkstätten, Probesälen, einer Kantine, um schließlich von der Bühne selbst ins Obere, Untere, Seitliche und Hintere zu blicken. Und gar der Blick über den Orchestergraben hinweg in den halb dunklen Zuschauerraum mit Gruppen von stehenden, gehenden und sitzenden Personen - Technikern, Regieassistenten, Putzfrauen, auch Einzelpersonen, zeitunglesend, prominente Kritiker möglicherweise, die nur selten und dann gelangweilt über den Rand ihrer Lesebrille hinweg irgendein Vorkommnis wahrzunehmen geruhen. Auch oben in den Logen ständiges aber meist leises Kommen und Gehen.
Einer von denen Regieassistenten ist mir gut bekannt und hat mir heute zugeflüstert, dass noch 2014 eine vorerst geheimzuhaltende Probe stattfinden wird, nämlich gewisse Szenen oder Kapitel ausTod in Venedigvon Benjamin Britten. Bei dieser und eventuell noch folgenden Proben bat er mich sehr herzlich anwesend zu sein, im Zuschauerraum oder auf der Bühne, ganz wie ich wolle.

sx schrieb am 9.12. 2014 um 17:14:34 Uhr zu

Bezirk

Bewertung: 5 Punkt(e)

Im Gedränge des Weihnachtsmarkts verlor ich Alexander immer wieder. Eine kleine Ablenkung: der Stand mit Spieluhren etwa, es klimpert die Internationale; im Gedränge weitergeschoben, Alexander schon wieder verloren. Genau wie einst, wenn ich hinter einem reizvollen Buben her war und mir eine Aus- und Anrede zurechtlegte, „junger Mann, ich suche den Stephansdom, er ist ganz nah ich weiß, mir fehlt die Orientierung momentan“. Dass eben dieser Schöne, ich sehe ihn wieder, mir angehört, das muss ein Traum sein, ein Traum weil, jetzt ist er schon wieder verloren, und zwar für immer. Macht der Dunst von Schmalzgebackenem mir eine Atemnot? Das Herz schlägt wild, ein Schwindel auch, mittendrin im Trubel muss ich stehen, stehen und nicht weitergehen und die Augen schließen. Ich hörte noch einen Vater den entlaufenen und soeben wiedergefundenen Sohn schelten, dann höre ich nichts mehr sondern fühle den Sog der Ohnmacht.
Indes, es packt mich eine Hand am Arm, der Alexander führt mich. Mag er mich führen. Wie schön ist es geführt zu werden! dabei vor aller Welt die Augen zu verschließen!

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