helmut schrieb am 30.5. 2014 um 12:57:56 Uhr zu
Bewertung: 6 Punkt(e)
Weiter hinauf ändert sich die Beschaffenheit des Gebirges: homogene, dichte Kalkbänke, mehrere Zoll stark, wechseln mit großer Regelmäßigkeit mit gleichstarken grauen Mergelbänken ab, über welche die Kalke gesimsartig hervortreten. Wo diese Bildung in mächtigen Wänden entblößt ist, da glaubt man eine Mauer vor sich zu haben. Dies ist die Region des Ceratites nodosus, der nach oben durch die verwandte Form des Ceratites semipartitus vertreten wird. Mitten durch diese Nodosuskalke geht eine in dem Bezirke sehr ausgezeichnete Bank, welche, mit Ausschluß aller größeren Formen, eine nur 10–12 mm große Terebratula vulgaris, die somit noch entschieden kleiner ist, als die im Wellendolomit am Schwarzwald vorkommende Form, so massenhaft enthält, daß die Bank nahezu aus Terebrateln zu bestehen scheint. Die Anhäufung dieser kleinsten Form der Terebratula vulgaris in dieser einen Bank findet sich in großer Ausdehnung in dem Bezirke: auf der Elpersheimer Höhe (Ecke der dortigen Markungsgrenze), bei Roth, im langen Grund bei Stuppach, bei Niederstetten, bei Neubronn, bei Rothenburg, bei Sailtheim, zwischen Deubach und Königshofen u. s. w. Da diese Bank auch in dem westlich angrenzenden badischen Gebiete und in der Würzburger Gegend sehr constant sich wiederfindet, so gewährt sie für diese Gegenden einen bequemen Anhaltspunkt zur Orientirung. Der Ceratites semipartitus, der in den oberen Bänken dieser Abtheilung liegt, fehlt in dem Bezirke keineswegs, aber deutlich aufgeschlossen ist die Region nirgends.
robbi schrieb am 16.8. 2013 um 17:25:38 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
Mit der Erscheinung der Büschel ist die nach Octanten vertheilte abwechselnde Helligkeit und Dunkelheit der Krystallplatten im polarisirten und dann analysirten Lichte in unmittelbarem Zusammenhange; die der vollkommenen Polarisation entgegengesetzte Wirkung nimmt nämlich von der durch die Lage der Büschel bestimmten Linie zu beiden Seiten zu, und ist ein Maximum senkrecht auf jene. Aber dort befindet sich eben die zweite Ebene, nach welcher die senkrecht auf der ersten bestehende Polarisation stattfindet. Deckt eine oder die andere Linie den Büschel der ursprünglichen Polarisation des Spiegels, so muß der erscheinende Büschel gleichfalls vertical werden. Das wahre Maximum der entgegengesetzten Wirkung fällt also zwischen die beiden Stellungen und kehrt daher vier Mal wieder, nämlich bei 45°, 135°, 225° und 315°. Bei paralleler Stellung des polarisirenden und des analysirenden Lichtbüschels sind diese Räume hell, die dazwischenliegenden 0°, 90°, 180°, 270° dunkel, bei gekreuzten Büscheln letztere hell, erstere dunkel.
ruf mal schrieb am 1.5. 2016 um 19:53:00 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
Das Gespräch im Coupé lenkte sich selbstverständlich auf den Nothstand in den Bezirken, denen uns das Dampfroß entgegenführte. Die noch vor wenigen Tagen von sehr Vielen vertheidigte Meinung, daß die Nothstandsnachrichten, wenn nicht völlig aus der Luft gegriffen, so doch wenigstens bedeutend übertrieben seien – diese Meinung war vollständig verschwunden, seitdem die Nachricht von dem Ausbruch des Hungertyphus in verschiedenen Ortschaften Oberschlesiens den traurigen Beweis für das wirkliche Vorhandensein von Hunger und Noth gebracht hatte. Alle möglichen und unmöglichen Vorschläge, in welcher Weise die Staatsregierung unverzüglich helfend eingreifen, wie sie nicht nur Geld und Lebensmittel, sondern auch Montirungsstücke aus den Militärdepots hergeben müsse, um dem Mangel an Kleidungsstücken abzuhelfen – wie eine allgemeine Nothstandssteuer für die ganze Monarchie ausgeschrieben und zur Behebung des Nothstandes in Oberschlesien verwendet – wie sofort zwangsweise ein Abzug von Menschen aus den übervölkerten Gegenden Oberschlesiens nach den minder bevölkerten des Staates angeordnet werden müsse – diese und ähnliche Vorschläge, wie sie auch in einzelnen Zeitungen erhoben werden, schwirrten in buntem Gewirre durch das Coupé und lieferten den Beweis, daß an Stelle des früheren Unglaubens ein rathloser Schrecken die Gemüther ergriffen habe. Die Sorge um das eigene Leben mochte wohl bei Manchen der Grund zu der plötzlich überströmenden Theilnahme für Oberschlesien sein, der Hungertyphus ist bekanntlich nicht leicht zu nehmen, er greift aus dem Bereiche der Hungernden, namentlich bei Eintritt wärmerer Witterung, gern auch in die Kreise der Satten hinüber. Vorläufig wehte freilich der Wind noch so eisig kalt, als ob wir in unmittelbarer Nähe des Nordpols uns befänden – 26° R. gehen auch für uns Norddeutsche etwas über die Hutschnur.
conraddampfer schrieb am 4.8. 2013 um 20:06:54 Uhr zu
Bewertung: 2 Punkt(e)
Sie werden sich daher denken können, daß ich nicht zögerte, die Bekanntschaft des mysteriösen Grafen zu suchen, der sich im Augenblick in Paris aufhält. Er hat meine kühnsten Erwartungen weit übertroffen. Ich kam zu später Stunde in bürgerlicher Kleidung und vollkommen maskiert zu ihm. Ohne einen Augenblick zu zögern, begrüßte er mich mit tiefer Verbeugung als den Kardinal Rohan und hatte, ehe ich noch ein Wort zu sagen vermochte, meinen Charakter, meine Wünsche und Neigungen, ja die geheimsten Ereignisse aus meiner Vergangenheit so detailliert beschrieben, wie ich sie mir selbst kaum je einzugestehen gewagt hatte. Diese Beweise seiner phänomenalen Fähigkeiten hätten schon genügt, meine Zweifel zu zerstreuen; aber was ich dann noch erlebte, machte mich zu seinem Adepten. Ich traf am nächsten Tage die Gräfin Bethune bei ihm, und ich sprach mit ihr, als wäre sie niemals taub gewesen; ich sah mit meinen eigenen Augen einen armen gelähmten Bettler, den er gehen hieß wie einen leichtfüßigen Jüngling, und ein blindes kleines Mädchen, dem er mit einem Hauch seines Mundes die Augen öffnete. Als ihn am Abend die Menge der Kranken verlassen hatte, – ihr heißer Dank war der einzige Lohn, den er annahm! –, hielt er mich noch zurück.
liebling schrieb am 1.2. 2016 um 17:29:05 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
Schon zu Lebzeiten Ferdinand Maria’s war die Vermählung des Kurprinzen Max Emanuel mit der ältesten Nichte König Ludwig’s XIV., Mademoiselle de Valois, sowie des Dauphin mit der bairischen Prinzessin Maria Anna in’s Auge gefaßt und deshalb 1675 zwischen S. und dem französischen Gesandten in Basel, Abbé Gravel, verhandelt worden. 1679 wurde der Plan wieder aufgegriffen, und der französische Geschäftsträger Colbert berichtete, er habe an dem Kanzler S. einen ebenso anhänglichen, wie geschäftsgewandten Bundesgenossen gefunden. Die Heirath des Dauphin mit der baierischen Prinzessin kam auch zu stande, obwohl im Auftrage Kaiser Leopold’s zuerst Graf Johann Hartwig Nostitz, dann Graf Franz v. Lobkowitz sich alle Mühe gaben, die gefährliche Verschwägerung des baierischen Hofes mit dem französischen zu hintertreiben. Der Vormund des minderjährigen Kurfürsten und Vorsitzende des Regentschaftsrathes, Herzog Maximilian Philipp, war den Franzosen nichts weniger als freundlich gesinnt, der Beichtvater des Kurfürsten, P. Spinelli, die Geheimräthe Törring, Dellmuck und viele andere hohe Beamte waren dem habsburgischen Hause ergeben, aber die Autorität des Kanzlers spottete aller ihm widerstrebenden Bemühungen. Es wird nicht bloß die Heirath zu stande kommen, schreibt Lobkowitz nach Wien, sondern auch das schon in der Luft schwebende baierisch-französische Bündniß wird perfect werden, wenn es nicht gelingt, den allmächtigen Kanzler Schmid für des Kaisers Sache zu gewinnen! Allein die Vorstellungen, wodurch Lobkowitz den Kanzler von seiner unpatriotischen Haltung zurückbringen wollte, blieben lange Zeit ebenso erfolglos, wie die Versuche, die Uebermacht Schmid’s zu brechen. Erst als der junge Kurfürst selbst, der schon im Mai 1680, wie Lobkowitz nach Wien berichtete, vor Zeugen sich verschwor, der Teufel möge ihn holen, wenn er je eine Französin heirathe, die Zügel der Regierung ergriff, bahnte sich allmählich ein Umschwung an. Im März 1681 traf Kaiser Leopold mit Max Emanuel in Altötting zusammen; der junge Kurfürst war über die Aufnahme, welche er beim Kaiser fand, hocherfreut und gelobte, den vom Kaiser geschenkten Degen „nur zu des Kaisers defension gebrauchen zu wollen“, – eine Erklärung, die besonders werthvoll war, da die zwischen Frankreich und dem Deutschen Reich infolge der rechtswidrigen Reunionen Ludwig’s XIV. eingetretene Spannung jeden Tag zum Krieg führen konnte. Doch ist des Jesuiten Franz Wagner Mittheilung, daß zu Altötting auch die Verlobung des Kurfürsten mit Erzherzogin Marie Antonie und ein Particularbündniß zwischen Oesterreich und Baiern verabredet worden seien, völlig unrichtig. Der Kurfürst trug sich damals mit dem Gedanken, eine Tochter des Herzogs Hans Georg von Sachsen-Eisenach, also die Tochter eines protestantischen Hauses, heimzuführen, und der Kanzler S. und die französische Partei, auch die Jesuiten des Münchener Collegiums begünstigten dieses Project. Da sich aber die Eltern der Prinzessin weigerten, zum Uebertritt ihrer Tochter zum Katholicismus ihre Zustimmung zu geben, erhob Papst Innocenz XI. Protest gegen jede Fortsetzung der Verhandlungen; um zu verhüten, daß das baierische Kurhaus in Familienverbindung mit Lutheranern trete und dadurch die Glaubenseinheit Baierns gefährdet werde, suchte die Curie den Kurfürsten für eine Vermählung mit der Tochter Kaiser Leopold’s, die als rechtmäßige Erbin der spanischen Monarchie gelten könne, zu gewinnen. Da gegen den Willen und ohne die Erlaubniß des Papstes an die Ehe mit der sächsischen Prinzessin nicht zu denken war und das angeregte Project so glänzende Aussichten eröffnete, hielt es nicht schwer, den Kurfürsten damit zu befreunden. Dazu kam, daß die Wegnahme der Reichsstadt Straßburg vom Kurfürsten sehr mißfällig aufgenommen wurde, – ließ sich doch sogar Kanzler S. „äußerlich vermerken, daß er diese französische Procedur ganz nicht billigen könne“. Max Emanuel trat in geheime Unterhandlungen mit dem kaiserlichen Hofe wegen Beitritts zum Haager Bündniß ein, und am Umschwung der baierischen Politik war kaum noch zu zweifeln, als mit Umgehung des Franzosenfreundes S. der kaiserlich gesinnte Rath Leyden mit den geheimen Verhandlungen in Wien betraut wurde. Am 17. Februar 1682 wurden die Präliminarartikel eines Allianzvertrags vom Kurfürsten unterzeichnet, doch fuhr der österreichische Gesandte fort, zu versichern, das Abkommen entbehre der Festigkeit, solange der Kanzler S. im Amte bleibe. Erst ein volles Jahr später, am 23. Jänner 1683 gelangte die „Defensiv-Allianz sowohl gegen der Türcken, als andrer zustoßender gefahr“ zu glücklichem Abschluß, und nun glaubte Graf Kaunitz auch den letzten, entscheidenden Schritt wagen zu dürfen: er verlangte als höchsten Beweis der Reichstreue des Kurfürsten die Entfernung des Kanzlers. Max Emanuel willigte ein, und am 27. Februar 1683 erging an S. ein Decret, daß ihm „aus gewissen erheblichen Ursachen“ befahl, sich „dermahlen und bis auf weitere gnädigste resolution von allen publicis und was davon dependiret, sowol im Rhat, als in der gehaimben Canzlei bey der Expedition völlig zu enteußern“. Darauf bat S. umgehend um seine Entlassung; da er einsehe, daß die „Schwätzerei“, der er zum Opfer gefallen sei, „gar zu fest radiciert“ sei, so bitte er, Kurfürstliche Gnaden möchten ihn „pro emerito erklären und als einem alten 34jährigen Karrengaul für die kurze Zeit seines Lebens dasienige noch gnedigist vergonnen, war er bishero zuer Besoldung und sonsten genossen hab“, dagegen wolle er denjenigen, die ihm „den heutigen Herzstoß procuriret“, von Herzen vergeben. Der Kurfürst entsprach dieser Bitte, ja, er fügte sogar hinzu, S. möge ihn auch mit seinem wohlbewährten Rath unterstützen. Ob sich die „Schwätzerei“ auf den angeblichen Verrath bezog, dessen sich S. „Gallico advocato similior quam Germanicae aulae ministro“, schuldig gemacht haben soll, indem er dem König von Frankreich den Rath gegeben habe, Truppen gegen Baiern zu senden, um den zu Oesterreich hinneigenden Fürsten durch Furcht zum Gehorsam zurückzubringen, ist nicht festzustellen; glaubwürdig ist Wagner’s Angabe schon deshalb nicht, weil in der Correspondenz der kaiserlichen Gesandten, die sich im übrigen so bitter über S. zu beklagen pflegen, von solchem Verrath keine Rede ist. Auch war die Ungnade des Kurfürsten nicht von langer Dauer. 1684 richtete S., der sich nach seinem Schlößchen Schönbrunn bei Dachau zurückgezogen hatte, „ex lecto“ an den Kurfürsten die Bitte, es möge erlaubt werden, daß sein Sohn Franz Kaspar, der schon vor vierthalb Jahren zum Hofrath ernannt worden sei, diese Stelle wieder antrete; es falle ihm schwer, das Gesuch zu stellen, „aus Ursach, wie der Herr David beklagt: quia praevalerunt adversus me inimici mei, et ut alibi dicitur: odio habuerunt me gratis“, trotzdem wage er die Bitte, da er vor seinem Tod den Trost haben möchte, wenigstens eines seiner Kinder versorgt zu sehen. Der Bitte wurde entsprochen, auch „in Ansehung der vom Vater geleisteten, langwierigen, treuen Dienste“ die Hofrathsbesoldung gewährt, ja, der Kurfürst wiederholte die Bitte, daß ihm sein bewährter Rathgeber auch ferner an die Hand gehen möge. „Ob ich zwar“ – erwiderte S. – „meines theils zimblich schwere Laibszueständt habe, so ist doch der Kopf noch allerdings guet und stehet dahero zur Eurer Churfürstlichen Durchlaucht gnedigsten disposition.“ Als sich die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Wien und München wieder gelockert hatten, war bei Hofe, wie Villars 1687 seinem König berichtet, die Ansicht verbreitet, der emeritirte Kanzler werde wieder an seinen Posten berufen werden. Es kam jedoch nicht dazu, angeblich – General Florimond erzählte dies später dem Hofbibliothekar v. Oefele – weil S. selbst es ablehnte und sein körperliches Leiden vorschützte. Nach Mittheilung Florimond’s, der den Kanzler noch persönlich kennen gelernt hatte, „il trouva un air bourgeois, des cheveux mal peignez, l’esprit fin et actif, le coeur tout français“. S. zählte auch zu den bedeutendsten Juristen seiner Zeit; in den „Commentarii ad jus municipale Bavaricum“ (17l5) erscheint er als Vorläufer der Kreittmayer’schen Reformen. Die Familie S. auf Haselbach und Pürnbach erlosch zu Anfang unseres Jahrhunderts.
Kind schrieb am 14.12. 2015 um 16:17:18 Uhr zu
Bewertung: 2 Punkt(e)
Dieser ist in dem Zeit-Lauf, davon wir dermalen handeln, immerzu ohnverändert und immer geblieben, nemlich Wißbaden. In den schriftlichen Urkunden des 11, 12 und einiger folgenden Jahrhunderten nach Christi Geburt, deren einige in den Maintzischen Geschicht-Schreibern und andern Schriften der damaligen Zeiten vorkommen, wird er zwar verschiedentlich ausgedrucket; denn da heisset unsere Stadt, sowohl in der Teutschen, als Lateinischen Sprache: Wisibadun, Wesebadon, Wesebaden, Wisibada, Wisebadin, Wisibad, Wissebad, Wissebaden, Wisebaden, Wiesebaden, Wysebaden, Wyspaten etc. Es ist aber alles dieses nur eigentlich ein einiger Grund-Nahme, nemlich: Wißbaden; welcher Nahme aber nach den verschiedenen Zeiten, und nach der verschiedenen Mund-Art eines jeden, der ihn auszusprechen und zu schreiben gehabt hat, auch verschiedentlich ist ausgesprochen und geschrieben worden. Wie er denn auch selbst in der neuern Zeit, darin doch die Teutsche Sprache fast durchgängig immer reiner und ständiger worden, gleichwohl immer noch verschiedentlich ausgesprochen wird, und insbesondere, so gar auch in öffentlichen Schriften, mehrmalen Weißbaden genennet zu werden pfleget. Welches denn Anlaß gegeben, daß verschiedene Frantzosen in ihren Schriften denselben durch Bain blanc, das ist, weisses Bad, ausgedrucket haben. Es kommt aber all dieser Unterschied bloß allein, wie gesaget, von den unterschiedenen Zeiten und Leuten her, und bleibet, dem allen ohngeachtet, der eigentliche Nahme unserer Stadt kein anderer als: Wiesbaden oder Wißbaden, und am kürtzesten, Wißbad, Lateinisch aber Wisbadena; welcher Nahme, wie bereits oben in der ersten Abtheilung angezeiget worden, ohnstreitig, nach Ausweisung der Sache selber, seinen Ursprung von den Wiesen, darin die Bad-Gegend der Stadt lieget, und von den darin befindlichen Bädern, genommen hat. Und ist anmerckungs–würdig, daß dieser Nahme Wißbaden sich vormals in Wißbaden selber immerzu nach dem Worte: Wiesen, und dessen im Gang gewesenen Aussprache, gerichtet hat. Z. E. wenn in dem 14 und 15 Jahrhundert in Wißbaden, laut der alten Wißbadischen Stadt-Schriften, die Gras-Plätze nicht Wiesen, sondern Wesen sind genennet worden, so wird unsere Stadt auch in solchen alten Schriften gemeiniglich Wesenbaden genennet. Und wenn nachmals in dem 16 Jahrhundert die Gras-Plätze Wysen und Wiesen in solchen Urkunden heissen, so heisset auch unser Ort daselbst Wyse- und Wiesebaden; zu einer ziemlich-deutlichen Anzeige, daß das Wort Wiese, nebst dem Worte Bad, die rechte eigentliche Grund- und Ursprungs-Wörter des Nahmens Wißbad seyen. Uebrigens ist weiter kein Ort, so viel sich aus den öffentlichen Land- und Städte-Beschreibungen ersehen lässet, in Teutschland befindlich, welcher gleichen Nahmens mit unserm Wißbaden führet, ausser in Meissen. Denn daselbst findet sich ein kleiner Ort, welcher Wiesenbad, wie auch Hiobs-Bad genennet wird, und mit einem Gesund-Bad, das aber wenig Hitze besitzet, versehen ist. Es hat solches erst im Jahr 1501 seinen Anfang genommen.
Bernd-das-Brot schrieb am 14.9. 2016 um 09:37:52 Uhr zu
Bewertung: 2 Punkt(e)
Hallo MyPandra, vielen Dank für Ihre interessante Frage. Das sind die berüchtigten Langen Lederhosen, in denen in die angebliche Analogie (Lederhose als Modell für atmosphärisches Abspritzen) noch das Original (nämlich stickige wichsige fischige rissige zackige hackige Lederbuxen) eingefüllt wird, was natürlich die Idee einer lustischen Lederhosenparty völlig ad absurdum führt und nur als bewusste Irreführung verstanden werden kann. Allerdings wurden solche Experimente sehr genau z.B. von Loock durchgeführt, übrigens nicht nur mit CO2, sondern auch mit Argon. Wegen der schlechteren Wärmeleitfähigkeit als Luft stellt sich die Temperatur in beiden Fällen etwas höher ein (unter 2 Grad bei direkter Bestahlung mit Lampen). Im Falle der Erhöhung der Konzentration von 0,04 auf 0,08 Volumenprozent ändern sich die thermodynamischen Eigenschaften dieses Gasgemisches aber nicht messbar, weil die Fehlerbalken der Tabellenwerte viel größer sind als die nach der Gibbschen Thermodynamik berechneten Werte für das Gasgemisch. Zusätzlich ist zu beachten, dass im Gewächshaus die Konvektion (Luftkühlung) unterdrückt ist, was nicht mehr der Fall ist, wenn man ein Fenster öffnet. Letzteres käme auch der atmophärischen Situation ja viel näher. Wood zeigte vor über 100 Jahren, dass es sogar einen »Gewächshauseffekt« mit Scheiben, die Infrarot dutchlassen, gibt, und Gärtner wissen, dass Polytunnel-Gewächshäuser mit Infrarot-durchlässigen Folien auch sehr gut funktionieren. Die Standard-Erklärung des angeblichen atmosphärischen CO2-Treibhauseffekt (Licht rein, Infrarot nicht mehr raus) ist somit falsch. Mit Halbdurchlässigkeit (Semi-Transparenz) den Zweiten Hauptsatz überlisten zu wollen ist ein uralter Witz der Physik (Maxwellscher Dämon). Der Treibhauseffekt der sogenannten Klimaforscher ist eine Neuauflage dieses Witzes, wie jeder Sachkundige seinerzeit sofort herzlich lachend einsah. Gruß aus der Hansestadt.
lecram schrieb am 27.5. 2014 um 14:19:43 Uhr zu
Bewertung: 4 Punkt(e)
Die verschiedenartigen Berechtigungen zu Wehingen und Gosheim hatten übrigens, wie leicht erklärlich, mancherlei Mißhelligkeiten zwischen Österreich und Kl. Alpirsbach zur Folge. Nach Kundschaften vom 15., 16. und 19. Jan. 1449 sollten die Eide, welche die Einwohner beider Dörfer schwören, dem Abte und Kloster, sowie dessen Amtleuten gehorsam zu sein, den Eiden, so sie einem Herrn der Herrschaft des Schlosses Wehingen oder Hohenberg schwören, vorgehen und durch dieselben in keiner Weise gefährdet werden, ebenso die Gebote des Abtes den Geboten der genannten Herrschaft vorgehen, und sollte des Abtes Amtmann zu Wehingen allweg über Schutz, Zwing, Bänn, Holz und Feld und um Erb und Eigen, auch was das Dorf zu schaffen habe, richten. Den 25. Jan. 1463 verglichen sich die Erzherzogin Mechthilde von Österreich einerseits und der Abt Andreas zu Alpirsbach andererseits dahin: es sollten namentlich die klösterlichen Gerichte der Kehlhöfe zu W. und Gosheim bestehen bleiben, während übrigens der das Gericht haltende Keller dasselbe zuvor dem Amtmann an des Vogtherrn Statt verkünden sollte, es wurde die Kompetenz dieser Gerichte im Verhältniß zu der des Vogtgerichtes und die Vertheilung der Einnahmen zwischen dem Kloster und dem Vogtherren normirt und hinsichtlich der aus beiden Dörfern von jedem Theil zu beziehenden Zinsen, Steuern, Diensten, Renten und Gülten auf das Herkommen verwiesen (Schmid, Urkb. 884–886). Auch sprach sich der Abt den 3. Juli 1478 in einem Schreiben an den Gr. Eberhard den Ältern von Württemberg dahin aus, daß hinsichtlich der Eigenschaft und des Voreides bei diesen Dörfern kein Zweifel sei, hinsichtlich der Vogtei und des Hochgerichts dagegen dieselben zur Herrschaft Hohenberg gehören. Allein völlig klar war das Verhältniß der beiderseitigen Rechte, wie es scheint, dereinst nicht herzustellen.