Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Deutschland«
LostFriendsClub schrieb am 28.12. 2000 um 00:07:42 Uhr zu
Bewertung: 8 Punkt(e)
Ein Land, in dem es den Leuten so gut geht, daß sie unzufrieden sind.
Ein Land, in dem Neid eine größere Tugend ist als der Stolz.
Ein Land, daß sich selbst ständig mißtraut.
Ein Land, in dem man die Gegenwart und Zukunft lieber aus der Vergangenheit betrachtet.
Ein Land, in dem Hysterie ein Volkssport ist.
Ein Land, daß lieber spaltet als vereint.
Ein Land, in dem das schlechte Gewissen 50 Jahre Tradition hat.
Ein Land, daß zerstören oft mit aufbauen verwechselt.
Ein Land, daß sich bis heute über seine größten Verbrechen/Verbrecher definiert.
Ein Land, in dem Konsens und Dikatur enge Verbindung haben.
Ein Land, in dem Angst mehr verbreitet ist als in manchen Diktaturen der Welt.
Ein Land, in dem Visionen immer verdächtig sind.
Ein schönes Land
Ein trauriges Land
Ein vergewaltigtes Land
Ein traumatisiertes Land
Mein Land - daran kann ich nichts ändern.
Liebe darf kein Wort für Deutschland sein, sagen die Linken.
Schwäche darf kein Wort für Deutschland sein, sagen die Rechten.
Kommunismus darf kein Wort für Deutschland sein, sagen die Liberalen.
Mein Wort dafür ist Leben und ich hoffe, daß es mehr Menschen geben wird, die wirklich in Deutschland LEBEN wollen.
Die Prinzen schrieb am 3.1. 2010 um 07:59:15 Uhr zu
Bewertung: 33 Punkt(e)
Natürlich hat ein Deutscher »Wetten, daß...?« erfunden
Vielen Dank für die schönen Stunden
Wir sind die freundlichsten Kunden auf dieser Welt
Wir sind bescheiden, wir haben Geld
Die Allerbesten in jedem Sport
Die Steuern hier sind Weltrekord
Bereisen Sie Deutschland und bleiben Sie hier
Auf diese Art von Besuchern warten wir
Es kann jeder hier wohnen, dem es gefällt
Wir sind das freundlichste Volk auf dieser Welt
Deutsch, deutsch, deutsch, deutsch
Nur eine Kleinigkeit ist hier verkehrt
Und zwar, daß Schumacher keinen Mercedes fährt
Das alles ist Deutschland
Das alles sind wir
Das gibt es nirgendwo anders
Nur hier, nur hier
Das alles ist Deutschland
Das sind alles wir
Wir leben und wir sterben hier
Deutsch, deutsch, deutsch, deutsch
Deutsch, deutsch, deutsch, deutsch
Es bilden sich viele was auf Deutschland ein
Und Mancher findet es geil, ein Arschloch zu sein
Es gibt Manchen, der sich gern über Kanaken beschwert
Und zum Ficken jedes Jahr nach Thailand fährt
Wir leben unsere Autos mehr als unsere Frauen
Den deutschen Autos können wir vertrauen
Gott hat die Erde nur einmal geküßt
Genau an dieser Stelle, wo jetzt Deutschland ist
Wir sind überall die Besten
Natürlich auch im Bett
Und zu Hunden und Katzen
Besonders nett
Das alles ist Deutschland
Das alles sind wir
Das gibt es nirgendwo anders
Nur hier, nur hier (zwo, drei, vier)
Das alles ist Deutschland
Das sind alles wir
Wir leben und wir sterben hier
Wir sind besonders gut in auf die Fresse haun
Auch im Feuerregen kann man uns vertrauen
Wir stehen auf Ordnung und Sauberkeit
Wir sind jederzeit fürn Krieg bereit
Schönen Gruß an die Welt, seht es endlich ein
Wir können stolz auf Deutschland sein
Schwein, Schwein, Schwein, Schwein
Schwein, Schwein, Schwein, Schwein
Das alles ist Deutschland
Das alles sind wir
Das gibt es nirgendwo anders
Nur hier, nur hier
Das alles ist Deutschland
Das sind alles wir
Wir leben und wir sterben hier
Das alles ist Deutschland
Das alles sind wir
Das gibt es nirgendwo anders
Nur hier, nur hier (zwo, drei, vier)
Das alles ist Deutschland
Das sind alles wir
Wir leben und wir sterben hier
Allanon schrieb am 13.9. 2000 um 00:46:39 Uhr zu
Bewertung: 11 Punkt(e)
Wir haben das Recht, Deutschland zu hassen - weil wir es lieben.
Man hat uns zu berücksichtigen, wenn man von Deutschland spricht, uns:
Kommunisten, junge Sozialisten, Pazifisten, Freiheitsliebende aller Grade;
Man hat uns mitzudenken, wenn »Deutschland« gedacht wird ....
wie einfach so zu tun, als bestehe Deutschland nur aus nationalen Verbänden.
Deutschland ist ein gespaltenes Land.
Ein Teil von ihm sind wir.
Und in allen Gegensätzen steht -
unerschütterlich,
ohne Leierkasten,
ohne Sentimentalität
und ohne gezücktes Schwert
- die stille Liebe zu unserer Heimat.
Im Patriotismus lassen wir uns
von jedem übertreffen -
wir fühlen international.
In der Heimatliebe von niemand
nicht einmal von jenen,
auf deren Namen
das Land grundbuchamtlich eingetragen ist.
Unser ist es.
Der Staat schere sich fort,
wenn wir unsere Heimat lieben.
Kurt Tucholsky, 1929
basti2@t-online.de schrieb am 8.8. 2001 um 00:31:12 Uhr zu
Bewertung: 4 Punkt(e)
Dieses Wort »Deutschland« kling hart und spießig. Brutal. Viele Konsonanten, wenig Klang, dafür militärische strenge. DEUTSCH - das läßt kein Lächeln zu, keine kindliche Freude.
Kinderlied
Wer lacht hier, hat gelacht?
Hier hat sich's ausgelacht.
Wer hier lacht, macht Verdacht,
daß er aus Gründen lacht.
Wer weint hier, hat geweint?
Hier wird nicht mehr geweint.
Wer hier weint, der auch meint,
daß er aus Gründen weint.
Wer spricht hier, spricht und schweigt?
Wer schweigt, wird angezeigt.
Wer hier spricht, hat verschwiegen,
wo seine Gründe liegen.
Wer spielt hier, spielt im Sand?
Wer spielt, muß an die Wand,
hat sich beim Spiel die Hand
gründlich verspielt, verbrannt.
Wer stirbt hier, ist gestorben?
Wer stirbt, ist abgeworben.
Wer hier stirbt, unverdorben
ist ohne Grund verstorben.
Günter Grass
Dieses Gedicht zeigt doch allzu deutlich das deutsche Wesen.
Peter K. schrieb am 10.11. 2007 um 22:32:00 Uhr zu
Bewertung: 3 Punkt(e)
Ich komme von der Grenze, aus dem Saarland. Vier mal im 20. Jahrhundert haben wir die Staatsangehörigkeit gewechselt, und aus unserer Sicht war es eher Zufall, daß wir dann doch bei Deutschland gelandet sind - dem »Reich«, wie wir heute noch gerne sagen. Die Hälfte meiner Verwandten sind Franzosen. Unsere Familie hat enorme Tradition im Lebensmittelschmuggel. Je nach politischer Großwetterlage wanderten die Kaffeebohnen, die Würste und Speckseiten in unterschiedlicher Richtung über die grüne Grenze, die niemals wirklich eine Grenze war für uns. Der größte Held unserer Familie war ein französischer Soldat, der sich 1940 als einer der ersten der freifranzösischen Armee von de Gaulle anschloß. Er war Offizier der Ehrenlegion, ein offizieller Held, der seit 1946 einen gigantischen Ehrensold erhielt, nie mehr arbeitete, und in seinem Alpenstädtchen, in dem er sich zur Ruhe gesetzt hatte, der absolute King war. Übrigens war er gebürtiger Pole, und sein ebenso polnischer Bruder war mein Taufpate, den ich sehr liebte. Auch er war Franzose.
Vaterland ? Nation ? Staat ? - »Geh fort mit dem Zeuch!« sagte man bei uns. Zu oft hat man uns zwingen wollen, auf unsere Verwandten zu schiessen, oder von ihnen erschossen zu werden, als daß noch so ein Popanz Anspruch hätte, ernst genommen zu werden.
korwel schrieb am 22.6. 2000 um 07:48:35 Uhr zu
Bewertung: 4 Punkt(e)
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Mit spätestens 50 lege ich meinen Arsch an die Sonne!
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