| Anzahl Assoziationen zu diesem Stichwort (einige Beispiele folgen unten) |
729, davon 293 (40,19%)
mit einer Bewertung über dem eingestellten Schwellwert (-3) und 220 positiv bewertete (30,18%) |
| Durchschnittliche Textlänge |
652 Zeichen |
| Durchschnittliche Bewertung |
-0,494 Punkte, 8 Texte unbewertet.
Siehe auch: positiv bewertete Texte
|
| Der erste Text |
am 12.5. 1999 um 00:20:03 Uhr schrieb Pee
über Punk |
| Der neuste Text |
am 5.9. 2015 um 00:56:57 Uhr schrieb assoziierter Spieletester
über Punk |
Einige noch nie bewertete Texte (insgesamt: 8) |
am 27.11. 2014 um 19:02:35 Uhr schrieb haraldchristiankrallitsch über Punk
am 3.11. 2009 um 03:10:09 Uhr schrieb Nampina über Punk
am 11.4. 2013 um 22:13:12 Uhr schrieb urgs über Punk
|
Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Punk«
enjoythechaos@hotmail.de schrieb am 19.11. 2006 um 14:13:20 Uhr zu
Bewertung: 34 Punkt(e)
ich finds teilweise sehr traurig, dass die viele menschen, die sich PUNK nennen, darunter nur saufen und anarchie verstehen...das gleiche ist es, wenn die sich dann auch noch das recht nehmen, zu entscheiden, wer punk ist und wer nicht...jeder ist das, als was er sich fühlt, und nicht das, wozu andere ihn machen...punk ist man nicht nur, weil man was weiß ich für patches auf der jacke hat und man ist auch nicht punk, weil man die meisten löcher in der hose hat...klar ich hab auch hosen mit löchern,ich hab auch genügend aufnäher und bunte haare...geb ich alles zu...nur das macht mich noch lang nicht zum punk...punk ist für mich ein lebensgefühl,ne einstellung...das kommt nicht von heut auf morgen, das entwickelt sich...ich bin punk, weil ich einfach verdammt unzufrieden bin, weil ich erkannt hab,dass es so wie es momemtan ist nicht weitergehen kann...ich will der beschissenen masse einfach zeigen, dass ich dagegen bin,ich will denen klar machen, dass ich nicht dazugehöre und es irgendwie auch gar nicht will,ich will denen einfach nur zeigen, dass ich anders bin und dass ich nicht einfach nur dasitzen werde und zusehe, wie alles den bach runtergeht...ich will verdammt nochmal was verändern...ich will ne welt in der man glücklich und zufrieden leben kann, in der einer dem anderen hilft, eine welt, in der man sich geborgen fühlen kann...ich will einfach ne welt in der echte werte existieren,ne welt wo gerechtigkeit und akzeptanz keine fremdwörter sind...ich will ne welt OHNE hunger,rassismus,kriege,kommerz und kapitalismus,ohne george w. bush, npd,dvu,...na ja...punk sein ist für mich einfach gegen etwas sein, was einen selbst kaputt macht..ein system oder eben die welt wie sie ist...aber es heißt für mich auch etwas dagegen zu unternehmen und seinen teil dazu beitragen die gesamtsituation zu verbessern...und das fängt in deutschland an und hört beim rest der welt auf...ich könnte jetzt noch in stück so weiter machen...aber nee...das ist halt das, was mich als punk fühlen lässt...hm...zum schluss noch...bleibt euch selber treu und verliert nich eure ideale, ich glaub das ist ziemlich wichtig in so nem land und in so ner welt in der wir leben...
wer von mir noch mehr hörn will oder diskutieren will, whatever, mail me...add steht oben
und: »es kommt die zeit in der die menschen wieder glücklich sind, los steh auf, warum bist du nur so blind, eines tages werden deine träume wahr, was heute ist, ist morgen schon egal«(contienda libertad)
schmarotza schrieb am 28.4. 2005 um 20:02:33 Uhr zu
Bewertung: 37 Punkt(e)
punk steckt, glabe ich , in jedem.wer hatte nich schonmal das bedürfnis, auf die anderen zu scheißen und sein eigenes ding zu machen?punk lebt. aber nich durch avril, good charlotte und co sondern durch winzkonzerte in alternativen clubs oder in besetzten häusern, auf Demos, bei der BunteRepublikNeustadt, den Chaostagen undundund. viele, die sich punk nenn begreifen nich, dass du mit der entscheidung, echt punk zu werden mitunter ganz schön einstecken musst. kumpelz könn sich von dir abwenden, deine ellis reden nich mehr mit dir, die prolls an der bushaltestelle verprügeln dich, und nazis hetzen dich durch die ganze stadt.und wenn du das durchhast, und nochma drüber nachdenkst und bei deiner entscheidung bleibst: dann bist du echt kein mitläufer, dann bist du punker.
rotezecke schrieb am 27.4. 2000 um 13:33:48 Uhr zu
Bewertung: 12 Punkt(e)
ich glaube punk wird sehr oft falsch verstanden. punk ist nicht jemand der
besoffen in der ecke rumliegt und einen iro hat. für mich sind punker menschen, die begriffen haben das die gesellschaft, ihr land oder gar die ganze welt den bach runtergeht. sie sehen, dass man ausbeutung, faschismus, kapitalismus und das spießbürgertum nicht einfach so hinnehmen darf. diese leute formen leider zum größten teil unsere gesellschaft oder machen diejenigen die nicht so sind wie sie selber klein und schwach. punker wollen nicht teil dieser gesellschaft sein und heben sich durch kleidung und ihre einstellung von den anderen ab.
viele punker sind für anarchie. auch das wird oft falsch verstanden. anarchie heißt nicht chaos. dieser gedanke besagt nur, dass die menschen ohne regeln leben können. und es wäre doch sehr schön, wenn wir keine gesetze für morde bräuchten, weil niemand mordet. dieser gedanke ist friedlicher als alles andere. nur durch die ignoranz vieler menschen wird er falsch verstanden. natürlich kann man nicht abstreiten, dass punks auch gewalttätig sind. aber manchmal muss man halt gewalt einsetzen um gewalt zu verhindern.
auch che guevara hat viele menschen getötet und trotzdem hatte er nur vor gehabt den menschen zu helfen.
ich glaube, wenn 1000 punks auf einer Insel zusammen leben würden, gäbe es dort fast keine gewalt.
was mich an der szene stört, sind bands wie die popperklopper. die haben die wohlstandskinder mal als teeniepunkband bezeichnet. die PK glauben also sie könnten bestimmen wer punk ist und wer nicht. das kann man nicht. punk heißt nicht einen iro zu haben. wenn sich herr müller von neben an einen iro schneiden lässt, aber nicht mal weiß was dieses komische A denn bedeutet, ist er kein punk. wenn aber jemand ganz unauffällig gekleidet ist, aber sich mit den texten von bands auseinandergestzt hat und eine wirklich gefestigte meinung hat, die punk ist, dann ist er sehr wohl ein punk. auch ohne loch in der Hose.
ich selber sehe mich wirklich als punk und definiere mit diesem begriff einen teil meines lebens.
ich habe ganz normale halblange haare(es sollen mal dreadlocks werden) und trage batikhosen oder zerrissene jeans.
ich bin ein punk obwohl ich nicht gerne unkontrolliert saufe. ich bin ein punk obwohl ich bei den grünen bin. ich bin ein punk.
und mir kann niemand sagen, dass ich´es nicht bin, vor allem nicht die Popperklopper.
anoubi schrieb am 24.5. 2006 um 17:41:24 Uhr zu
Bewertung: 16 Punkt(e)
Ich hatte dich in mein Herz genommen.
Und habe dir Boten und Boten gesandt.
In vielen Gestalten bin ich gekommen.
Du aber hast mich in keiner erkannt.
Ich klopfte bei Nacht, als Asylant,
war Flüchtling, gejagt, mit zerrissenen Schuh'n.
Du riefst deinen Herrn, der hat mich verbrannt
und glaubte noch, Gott einen Dienst zu tun.
Ich kam zitternd, und geistig geschwächt,
war ein Kind, hatte Angst, keinen Mut.
Du aber sprachst vom Zukunftsgeschlecht,
und sagtest, ich sei Gift im Blut.
O edler Knabe, hochwohlgeboren,
ich fiel dir zu Füßen und flehte um Brot.
Du aber sagtest, ich hätte verloren,
hast mich gefoltert und gabst mir den Tod.
Ich kam als Rebell, meine Haare bunt,
dann gefangen, die Haut von der Peitsche zerfetzt.
So war ich dein Sklave, ein geschlagener Hund.
Nun komm ich als Sieger. Erkennst du mich jetzt?
Werner Bergengruen
ele schrieb am 14.11. 2006 um 19:02:31 Uhr zu
Bewertung: 36 Punkt(e)
Für mich persönlich zählt bei Punks der zusammenhalt,der Spaß und einfach die Freude daran mit gleichgesinnten zusammen zu sein,gegen die falschheit,den staat,das ausbeuten und unterdrücken zu kämpfen.
Ich (damals war ich 13) war auf einem A-camp,es war schön vorallem der zusammenhalt und die selbstorganisation. Aber das heißt nicht das ich finde das Anarchy eine tolle Idee ist, sie in die Realität umzusetzten. Schon gleich zweimal nicht wenn viele den eigentlichen Sinn nicht erkennen. So etwa finde ich das die Appd,appb und die POP das ganze in den dreck ziehen,viele junge einsteiger nehmen das dann falsch auf und schwafelln den selben mist.Viele dich ich kenne sagen wenn anarchy herrschen würde dann wäre alles besser,aber sollen dann plötzlich alle rechten, alles spießer und hopper dann punks oder skins werden?
Zum eigentlichen finde ich es doof das irgendwelche schwachköpfe sich so etwas wie »punkregeln« ausdenken so von wegen: der hat ganz normale sachen an,keine bunten haare,trinkt nicht, ist kein echter punker.
Ich selbst habe bunte haare, habe nichts gegen normale denn auch normal aussehende Menschen können so genannte anarchisten sein ,was gegen den staat haben usw.
So richtig daneben finde ich sind: die leute die nur labern von nichts eine ahnung haben, leute die durch scheißdrecks aktionen unseren kult dermaßen in den dreck ziehen und schnorrer die genug geld haben und anderen menschen die es nötiger hätten den letzten cent aus der tasche rauben!
Punk sein ist für mich wie in einer GROßEN familie zu leben, ich komme in eine andere stadt und werde lieb aufgenommen man unterhält sich,hat manchmal sogar die gleiche meinung bei mir hat sich eine tolle freundschaft draus gebildet.
Achja zum thema kommunismus, keine schlechte idee,den gedanken find ich gut. Aber es gibt eigentlich keinen staat der dabei nicht unterdrücken würde.
anoubi schrieb am 17.1. 2007 um 21:22:37 Uhr zu
Bewertung: 17 Punkt(e)
Gewaltige Kräfte der Verneinung und Zersetzung sind überall in Europa am Werk: Materialismus, Nihilismus, Mammonsdienst, Genußgier, Spötterei.
Heinrich von Treitschke 1882 in den »Preußischen Jahrbüchern«
Vor hundert Jahren war Königin Luise, strahlend in ihrer Mütterlichkeit, das Vorbild der Frau, heute ist es die kinderlose Filmdiva mit dem seelenlosen Puppengesicht. Anstelle einer echten Erotik tobt die entfesselte Sexualität.
Edgar Jung: »Die Herrschaft der Minderwertigen«, Berlin 1929
Ein sehr großer Teil der Jugend beiderlei Geschlechts ist einer Vorstellung von Freiheit verfallen, die ihr Zügellosigkeit und Unmoral als ihr gutes Recht erscheinen läßt.
Aus der nationalsozialistischen Zeitschrift »Der Weltkampf«, Oktober 1931
»Zu Hitlers Regierungszeit hat Ordnung geherrscht, es gab nicht so viele Verbrechen. Das habe ich schon oft von Erwachsenen gehört.« ... »Mein Opa sagt: Es gab keien langen Haare, keine Hippies, man konnte nachts auf die Straßen gehen, ohne Angst zu haben.«
»Was ich über Adolf Hitler gehört habe«. Auszüge aus Schüler-Aufsätzen. Fischer-Taschenbuch 1977
Auf einer Pressekonferenz in Bonn erklärte Bayerns Kultusminister Hans Maier, die Politik der SPD/FDP habe zu Orientierungslosigkeit und Verunsicherung der Jugend geführt. Er sprach sich dafür aus, daß die Schulen künftig wieder »alte soziale Tugenden wie Fleiß, Verantwortungsgefühl, Ordnung und Disziplin« weitergeben müßten. Die Jugend solle in den Unterrichtsanstalten eine Erziehung zur Gemeinschaft und nicht zur »Selbstverwirklichung als einem Egoismus der Selbstentfaltung« erhalten.
»Nürnberger Nachrichten«, 19. August 1980
Das ganze Elend begann mit der sogenannten sexuellen Befreiung in den späten sechsziger und frühen siebziger Jahren. Das Ergebnis sehen wir heute, den Egoismus und die Perversion einer Gesellschaft, die dem Genuß ohne Verantwortungsbewußtsein huldigt. ... Mit der Pille hat der Mensch sich zum Herren darüber gemacht, ob Leben entstehen soll oder nicht. Das hat zur Enthemmung geführt.
»Der Republikaner« Nr. 11/1987
Man verkündet die Emanzipation des Fleisches. Eine gierig gewordene Sexualität sprengt alle Grenzen. Unter dem Terror des Sexus ist der Mensch ein Geschlechtstier geworden, das nur noch aus Körperlichkeit und Begierde besteht.
Erzbischof Joachim Meisner, Predigt im Kölner Dom, in der Silvesternacht 1997/98
Die Jugend fällt Nikotin, Alkohol, Drogen und dämonischer Musik anheim. Zum Sex wird sie geradezu genötigt. Diskotheken-Orgien unter Ecstasy zerstören ihre geistige und körperliche Gesundheit.
Christa Meves in der »Welt am Sonntag«, 14. November 1999
Weihnachten vor 100 Jahren. Da standen Ruhe, Besinnlichkeit und das für alle verbindliche Religiös-Philosophische im Vordergrund. Heute sind Ich-Bezogenheit und Gewinnstreben das Wichtigste. ... Gewiss, Korruption, Mörder, Diebe, Einbrecher gab es auch früher - aber es war eine andere Kriminalität, nicht so brutal und hemmungslos wie heute.
Marion Gräfin Dönhof auf der »Zeit«-Titelseite, 22. Dezember 1999
Was 1968 geschah, hat mit den heutigen Unruhen nichts zu tun. ... Die 68er formulierten Ziele, die Heutigen sind gegen alles.
Michael Stürmer über Jugendunruhen in Frankreich, in der Tageszeitung »Die Welt«, 8. November 2005
Die Exzesse dieser dummen und kriminellen Akteure haben nichts vom Steinewerfen zwar verblendeter, aber doch politisierter und gebildeter Hausbesetzer oder Punks früherer Zeiten.
Matthias Kamann, »Die Welt«, 7. November 2005
anoubi schrieb am 3.2. 2007 um 09:06:34 Uhr zu
Bewertung: 13 Punkt(e)
ele schrieb am 14.11.2006 "zum Thema Kommunismus:
Keine schlechte Idee. Den Gedanken finde ich gut. Aber es gibt keinen Staat, der dabei nicht unterdrücken würde."
Dazu aus einem Buch:
»An den sozialen Verfall in der Risikogesellschaft kann man sich gewöhnen wie der Pinguin an die Eiswüste, der Landser an den Schützengraben und der Atlantikschwimmer an den Atlantik. ... Wenn trotz galoppierender Massenarmut und trotz eines aufgeladenen Angstpotentials radikale Kapitalismuskritik keine Konjunktur hat, dann ist die massenhafte Abstumpfung keineswegs der einzige Grund dafür. Das kritische Bewußtsein selber kann der Krise nicht standhalten, weil es Bestandteil jener Geschichte ist, die zu Ende geht. Übriggebliebene Irrläufer des Arbeiterbewegungs-Marxismus und marktwirtschaftsfromme Realos sind gleichermaßen Dinosaurier einer untergehenden Zeitspanne. ... Der vorlaute Trendkaspar Matthias Horx hat das Stichwort «Medienkompetenz» wenn nicht erfunden, so doch emsig unter die Leute gebracht, um sich einen Teil des postmodernen Elitebewußtsein kaufen zu können. Horx: «Belesene Leute, die nicht mit dem Computer umgehen können, sind im nächsten Jahrhundert die Analphabeten.» - Eine reine Technikertätigkeit, die Arbeit an Computern mit Kompetenzllusion verknüpfen, so wird man, meint Horx, ein Teil der «Elite». - Horx: «Medienkompetenz - die Fähigkeit aus den Medien das Wichtige herauszufiltern und in die eigene Persönlichkeit zu integrieren - ist nicht mehr an die Schriftkultur gebunden. ... Das hat auch einen demokratischen Charakter; wer sich früher in der Schriftsprache nicht artikulieren konnte, vermag sich in der Welt der Bilder und Töne vielleicht viel besser auszudrücken.» (Horx 1993, 116 f.). - Es ist nur allzu verständlich, dass Leute mit notorischer Rechtschreib- und Grammatikschwäche es den Dichtern und Denkern, mit denen sie in der Schule und im Studium mältretiert wurden, endlich einmal den Stinkefinger zeigen wollen. Aber zu mehr als zu einem pennälerhaften Krakeelen reicht es nicht. Das sogenannte Bildungsbürgertum, das zuletzt im ersten Weltkrieg unterging, muß nochmal, als Gespenst, zu Scheingefechten erscheinen. ... Dabei wird das eigene Analphabetentum, statt es aus eigener Kraft und systemkritisch zu überwinden, systematisch zu einer elitären Kompetenz in der Zukunft verklärt, während «belesen» zu sein (offenbar für Leute wie Horx eine Horrorvorstellung) als der neue «analphabetische» Paria-Zustand« (Paria=Unterdog) »erscheinen soll. ... Die postmodernen Dumpfbacken höhnen (wie ihre Glatzenbrüder) über die «Schriftgelehrten», die sich vor ihren Autoritätsverlusten fürchten würden. - Horx: «In der telematischen Gesellschaft verlieren die klassisch gebildeten Kasten die Definitionshoheit und damit die Interpretationsgewalt.» - Da spricht eine Gesellschaft, deren «klassisch gebildete Kasten» vor mehr als achtzig Jahren in den Heldentod gerannt sind. ... Die gemeinsame Wurzel dieser wütenden Abwehr finden wir schon im Denken des späten 19. Jahrhunderts, als Bourgeoisie und Adel nicht mehr auf Vernunft und Geschichte, sondern nur noch auf eine Technologie setzen wollten, durch die sie dann ja auch in der Form von Gasangriffen und Trommelfeuer zerstört wurden. ... Der technokratische Geist im Kapitalismus und die faschistische Anbetung der Maschine als Effekt gegen den 'intellektuellen Elitarismus' haben noch nie dazu geführt, den gesellschaftlichen Intellekt von seinem Kastendasein zu emanzipieren und so zu verallgemeinern: sondern immer nur einer geistigen Entwaffnung des kritischen Intellekts gedient. ... Konstruktions- und Programmiertätigkeiten allein können die Vervielfachung von «Wert» nicht tragen, weil sie ihr Datenmaterial weitgehend ohne menschliche Arbeitskraft erzeugen. Die Vorstellung von einer Wertschöpfung durch bloße Datenquanta muß sich nicht nur wissens- und intellligenztheoretisch, sondern auch als Theorie der Wertanhäufung blamieren. Was bleibt, ist die übliche Dienstleistungsillusion. Der Kapitalismus soll funktionieren, indem wir alle uns Geschichten erzählen, Buletten verkaufen, die Schuhe putzen oder die Haare schneiden. ... «Richtig zufrieden bin ich nur, wenn ich mich frei und niemandem verpflichtet fühle», lobte jüngst eine Fahrradbotin in der taz die Vorzüge ihres Jobs. ... Kündigungsschutz und geregelte Arbeitszeiten sind in ihren Augen der Inbegriff der monotonen Arbeitswelt ihrer Eltern. ... Ausdruck und Ziel ihrer Identifikation ist nicht länger der gemeinsame Kampf für Lohnsteigerung und bessere Arbeitsbedingungen, oder der Stolz funktionierender Teil einer Maschine zu sein, sondern persönliche (!) Freiheit, der Kult um den eigenen Körper und der Wille, etwas schneller zu sein als die anderen (!). ... Ganz offensichtlich kommen diese sozial atomisierten Individuen nicht über die alte Arbeiterbewegung hinaus. Sie fallen sogar dahinter zurück. Ihre Wertorientierung besteht ganz banal darin, für einen Hungerlohn zu malochen, solang die imaginäre «Bezahlung» für den «lebensästhetischen» Halluzinationshaushalt stimmt. ... Auch die Medienkompetenzler sind die erste kapitalistische «Elite», die für das Salär von Tellerwäschern, Kellnerinnen und Fensterputzern ihre sogenannte «Kreativität» entfaltet. Sich billig verkaufen zu müssen, wäre natürlich kein Grund für einen Vorwurf, wenn dies im Bewußtsein des Zwangs geschähe. Doch diese Youngsters akzeptieren Dumpinglöhne, weil für sie Dabeisein alles ist. ... Verfehlt wird auf diese Weise auch jeder praktische Impuls von Gegenkultur, der natürlich niemals aus einem notorischen Mitmacherdiskurs hervorgehen kann. ... Statt die früheren Ansätze von Gegenkultur kritisch aufzuarbeiten, hat sich die postmoderne Kulturlinke von diesem Impuls ganz losgesagt. ... Der fanatische Arbeitsspießer, die asketische K-Grüpplerin, die «lustfeindlichen Altlinken», der Alternativ-Waldschrat, der nur saufende und kiffende Punk und andere Fabelgestalten bevölkern die Vorstellungswelt der kulturlinken Ideologen eines enthemmten Warenkonsums. ... Ganz so, als würden sie ihre eigenen Eltern und Großeltern gar nicht kennen. Arbeitszwang, 'Arbeitsethik und Warenkonsum haben doch schon die auf den Gardasee-Urlaub, die erotische Pflege des Automobils, den Fernsehidiotismus und den landschaftszerstörenden Eigenheim-Dumpfsinn verlagert. Das ignorante Konsumspießertum der Adenauer-Ära war ja, und völlig zu Recht, das Feindbild der antiautoritären 68er-Bewegung gewesen. Die Begriffe «Fachidiot» und «Konsumidiot» bezeichneten und bezeichnen eaxt den Menschen, der jede Selbstbestimmung aufgegeben und sich dem warenproduzierenden System in allen Lebenslagen (unterwirft) unterworfen hatte. Aber die 68er-Kritik blieb stehen, weil sie nicht bis zur Kritik der abstrakten «Arbeit» durchdrang und sich daher in den linksbürgerlichen Illusionen der «Demokratisierung» erschöpfte. Zielten die früheren Ideen von «Freiräumen» wenigstens noch auf soziale und materielle Territorien, so verschwand dieser Begriff in der Postmodernität vollständig in der Virtualität« (virtuell: nur als Möglichkeit vorhanden). ... »Mit der Vereinsamung und mehr Konkurrenz steigt die Bedeutung der sogenannten «positionellen» Güter. Das sind Waren, deren «Gebrauchswert» nur noch darin besteht, dass «die anderen» sie nicht haben. ... Einerseits wächst der Grad der Funktionsteilung und wechselseitigen Abhängigkeit, andererseits aber werden die Menschen in «abstrakte Individuen», in «vereinzelte Einzelne» verwandelt. ... Die von der kapitalistischen Verpackungskultur aufgestylten Dinge bieten sich dar, ohne dass der Billiglohn, die Menschenschinderei und die Naturzerstörung erkannt werden kann, weil der Konsument diese Momente nicht schmeckt und nicht fühlt. Es zeigen sich die fatalen Kosequenzen der kapitalistischen Aufspaltung in Produktion (für anonyme Märkte) und Konsumtion (der abstrakten Individuen). ... Die Fachidioten sind immer auch Konsumidioten und umgekehrt. ... Da sie produzieren, was sie nicht konsumieren, und konsumieren, was sie nicht produzieren (und sei es nur im Sinn einer gemeinschaftlichen Bestimmung über den Inhalt der Produktion), liegt ihnen nichts so fern wie ihre menschliche Selbstverwirklichung. ... Was historisch veraltet, ist der Arbeitsmarkt und damit die gesellschaftliche Marktbeziehung als solche. ... Dabei ist der Begriff «lebende Ware» durchaus wörtlich zu nehmen. ... Als Gesamtkunstwerk oder als Teil eines solchen (diese Kapitalismuskritik wird Ihnen präsentiert von Abankor, der Firma mit dem besten Kif aus Ketama) kann sogar der Kritiker der Warenform sich als harmloser Inhalt einer Warenform enthüllen und dabei rundum wohlfühlen. ... Die kritische Theorie kann sich dieser formellen Selbstbedrohung nur entziehen, wenn sie durch soziale Emanzipationsbewegungen vermittelt wird, die sich direkt gegen die Warenform richten, und mit dieser Zielsetzung auch reale «Freiräume» besetzen, in denen warenförmige Übergaben und Entgegennahmen bewußt möglichst weitgehend ausgehebelt werden. ... Das bedeutet keineswegs, dass jede/jeder alles unmittelbar können und machen muß. ... Wesentlich wird eine direkte Selbstverständigung der Gesellschaftsmitglieder jenseits von Markt und Staat (etwa in Form von Räten oder Punkerhauptquartieren), in der nach stofflich-sinnlichen Kriterien und nach Bedürfnissen über den Einsatz der gemeinsamen Resourcen entschieden wird, statt Mensch und Natur einer staatlichen Menschenverwaltung und den blinden Fetischgesetzen von Wert, Geld und Markt zu unterwerfen.«
Robert Kurz: »Die Welt als Wille und Design. Postmoderne, Lifstyle-Linke und die Ästhetisierung der Krise.« Edition Diamat, Berlin 1999
schwachkopf schrieb am 20.12. 1999 um 21:13:21 Uhr zu
Bewertung: 17 Punkt(e)
PUNK?
Wer weiß? Gibt ja ne Menge zu lesen, darüber was Punk ist und erst Recht, was Punk nich ist. Also, keine Religion, not dead usw. Punx also sind irre, die was verpeilt haben, leben in der Vergangenheit, wollen sich von der Masse abheben, zutiefst aufschlussreich. Bleibt nur die Frage: Hab ich als Punk ne Meinung zum Thema? Natürlich will ich mich von der Masse abheben, auch wenn mir das nich immer gelingt, als Tot fühl ich mich noch lange nicht, finds nur wichtig, meine Energien darein zu stecken, ein wenixtens ETWAS anderes Leben zu führen.
Bedeutet, für Konzerte keine 50 Mark zu bezahlen, auch keine 30. Bedeutet, wenixtens zu versuchen, sich über diese Gesellschaft, ihre Funktion und die HERRschenden Verhältnisse klar zu werden, etwas dagegen zu tun und sich nicht von Parteien und Institutionen verinnahmen zu lassen, bedeutet das eigene Leben und das eigene Umfeld selbst zu gestalten, bedeutet Kreativer zu sein, als es auf manche wirkt.
Bedeutet auch mal zu provozieren und auch mal gemein zu sein.
Bedeutet einfach was anderes als stumpfer Teil einer noch stumpferen Masse zu sein, auch wenn manche das natürlich nicht ganz kapieren.
Bedeutet aber nicht zwangsläufig, mit nem Iro oder bunten Haaren und kaputten Klamotten pöbelnd durch die Gegend zu ziehen und eimerweise Bier zu saufen und dabei irgendwelche Leute anzuschnorren, auch wenns wohl das is is, was die meisten über Punx denken.
Punk is für mich ne Sache, die sich nich nur nach außen ausdrückt, sondern vor allen Dingen im Kopf stattfindet, eine Form von Leben ---> »Punk is not a fashion, but an attitude of life«.
Von daher is Punk vielleicht als Bewegung tot, wird aber so lange nicht wirklich sterben, wie es noch Punx gibt, so lange es noch Bands gibt, die ehrlichen Punk machen und nich so ne Tote-Hosen-Bierzelt-Scheiße, auf die sich jeder Mallorca-Proll einen abwichst, so lange es noch Menschen gibt, die in ihrer Szene, mit ihrer Szene und für ihr gottverdammtes, beficktes Leben leben und was drauß machen.
Punk ist also auch, sich aktiv gegen den Mainstream zu wenden, auch wenn viele Punx gleich aussehen, da gibts mehr Freiheit und Eigenständigkeit drin, als so mancher denkt...
Bis denn -;-)))
Kaunis schrieb am 29.1. 2007 um 17:58:14 Uhr zu
Bewertung: 23 Punkt(e)
Punk... eine definition darüber zu machen ist, denke ich mal, schwer. ich selber bin auch punk, und kenne auch viele andere, man lernt irgendwann auseinander zuhalten, wer punk ist und wer punk ist, weil er denkt es sei cool. ich mag jene menschen, die nach dem äusseren gehen generell nicht und menschen die dieses typische »schubladen-denken« haben mag ich erst recht nicht, aber es werden alle, die bunte haare, zerissene klamotten, lederjacke mit patches haben, in die Schublade für asozial, dumm, alkoholiker und punk gesteckt. damit will ich sagen, dass punks halt als säufer, assis und dumm abgestempelt werden, aber geh mal über den schulhof eines gymnasiums, man findet dort recht viele punks, weit mehr, als hopper...
unter punk verstehe ich,...
...zu sein wie man will, man kann weiß net wie eingebildet aussehen, das ist net schlimm, solange die einstellung passt.
... zu machen was man will, was nicht heißen soll, dass man ständig scheiße baut (das sind dann nämlich die sachen, die das image der punx verschlechtert).
... seine einstellung zu leben, und sich dabei nicht nach den anderen zu richten (»der hat grüne haare, also hab ich auch grüne haare...^^« (achtung ironie^^))
| Einige zufällige Stichwörter |
sexistisch
Erstellt am 26.10. 2001 um 22:00:30 Uhr von Spatzi, enthält 31 Texte
Kothäppchen
Erstellt am 8.3. 2000 um 20:24:24 Uhr von Floz, enthält 33 Texte
Kruppstahldildo
Erstellt am 21.12. 2000 um 01:18:53 Uhr von Nils, enthält 62 Texte
Schlachterin
Erstellt am 5.4. 2015 um 19:07:27 Uhr von Tanja, enthält 3 Texte
laufen
Erstellt am 14.3. 2001 um 13:49:15 Uhr von Andrea, enthält 60 Texte
|