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wuming schrieb am 20.3. 2010 um 00:25:10 Uhr über

Maler


Uwe Lausen (* 15. Januar 1941 in Stuttgart; † 15. September 1970 in Beilstein bei Stuttgart) war ein deutscher Maler.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Leben und Werk
2 Ausstellungen (Auswahl)
3 Literatur und Quellen (Auswahl)
4 Zitat
5 Weblinks


Leben und Werk [Bearbeiten]
Der Sohn des Bundestagsabgeordneten Willi Lausen begann 1961 in München im Umfeld der Künstlergruppe SPUR zu malen, nachdem er zunächst zusammen mit seinem Schulfreund Frank Böckelmann die Literaturzeitschrift ludus ins Leben gerufen hatte.

Über die SPUR fand der Autodidakt Kontakt zur Situationistischen Internationale, einer kulturrevolutionären Bewegung um Guy Debord und Asger Jorn, der er bis 1965 angehörte.

Die frühen Werke von 1961/62, die im Sommer 1962 in der Galerie Springer in Berlin erstmals präsentiert wurden, zeugen von diesem kulturellen Umfeld: Sie zeigen einen stark an CoBrA und SPUR orientierten gestisch-figurativen Ansatz. Kurz zuvor war Lausen wegen gotteslästerlicher und pornographischer Äußerungen in der Zeitschrift SPUR 6 zu zwei Wochen Jugendarrest verurteilt worden.

1963, inzwischen mit der Fotografin Heide Stolz verheiratet und Vater einer Tochter, löste sich Lausen von seinen Vorbildern, nachdem bereits im Jahr zuvor mit dem Ausschluss der SPUR aus der Situationistischen Internationale der persönliche Kontakt zu den Münchner Künstlerfreunden nachgelassen hatte. In einer stark experimentellen Phase fand Lausen nunauch unter Zuhilfenahme der Collage und Assemblage – über eine an Hundertwasser orientierte ornamentale Linie hin zu Körpernahsichten, ein Thema, das ihn auch im weiteren Werk immer wieder beschäftigte. Seit 1964 lebte Lausen mit seiner Familie auf einem Bauernhof in Aschhofen, ca. 50 km südöstlich von München.

Über Franz Dahlem, den der Künstler bereits Anfang der 60er Jahre in München kennen gelernt hatte, stand er in engem Kontakt zur Galerie Friedrich & Dahlem, die 1963 in München ihre ersten Räume eröffnete. Lausen zeigte dort nicht nur 1964 und 1966 in zwei Ausstellungen seine jeweils aktuellen Werke, sondern hatte auch Gelegenheit, Arbeiten von Künstlern wie Francis Bacon, Cy Twombly, Allen Jones, Gerhard Richter und vielen Anderen im Original zu sehen. In seinen Arbeiten bis 1965 sind diese Einflüsse stark spürbar, wobei der junge Maler sie sehr frei und ungezwungen miteinander kombinierte, so dass dabei durchaus eine sehr eigenständige Handschrift entstand.

1966, im Geburtsjahr seiner zweiten Tochter, entwickelte Lausen vor dem Hintergrund der nun auch in Deutschland stark präsenten Pop-Art seine, von vielen als Hauptphase bezeichneten realistischen Ausdrucksweise. Verbunden ist dies mit einer zunehmenden Radikalisierung der Bildinhalte hin zu einer offen ausgelebten Brutalität.

Zusammen mit den Kindern zogen Uwe und Heide Lausen 1968 wieder nach München. Lausens stetig gesteigerter Drogenkonsum sowie die spätestens für 1969 dokumentierte Trennung von seiner Frau führten ihn immer tiefer in die Vereinsamung. Im Werk Lausens zeichnete sich dies in einer deutlichen Reduktion ab, innerhalb derer er verloren wirkende Einzel-Motive wie Waschbecken, Stühle, Tuben innerhalb großer Farbflächen plakativ auf die Leinwand setzte.

1969 schließlich endete seine künstlerische Produktion, nachdem er den Auftrag zu einem Bühnenbild für Peter Steins Inszenierung von Edward Bonds Early Morning am Schauspielhaus Zürich nicht zu Ende geführt hat.

Am 14. September 1970 nach einem rastlosen Jahr ohne festen Wohnsitz beendete er sein Leben im Haus seiner Eltern in Beilstein bei Stuttgart.

Ausstellungen (Auswahl) [Bearbeiten]
1962 Galerie Rudolf Springer, Berlin
1963 Galerie Märcklin, Stuttgart; Galerie Casa, München (Katalog)
1964 Galerie Friedrich & Dahlem, München
1965 Galerie Margarete Lauter, Mannheim
1966 Galerie Friedrich & Dahlem, München (Katalog, Reprint 2006 in: »Uwe Lausen, Daniel Richter«, Contemporary Fine Arts, Berlin, Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln); Galerie Strecker, Berlin
1968 Galerie Gmurzynska, Köln (Katalog); Galerie Stangl, München (Katalog
1971 Galerie Ruth Berner, Stuttgart
1972 Galerie Franzius, München
1973 Galerie Gunzenhauser, München (Katalog)
1984 Kunstraum München (Katalog); Städtische Galerie im Lenbachhaus, München (Katalog)
1986 Galerie Lore Saußele, Bietigheim-Bissingen (Katalog)
1992 Galerie Gunzenhauser, München (Katalog)
1994 Galerie Klewan, München
1996 Kunstverein Augsburg
2000 Galerie Markt Bruckmühl, Oberbayern
2005 Galerie Schlichtenmayer, Stuttgart, Schloss Dätzingen
2006 Contemporary Fine Arts, Berlin (Katalog); Galerie Marie-José van de Loo, München
2007 Akademie der bildenden Künste, Wien
2008 Uwe Lausen-Raum im Rahmen der ständigen Sammlung, Pinakothek der Moderne, München; Galerie Gunzenhauser, München
2010 Ende schön, alles schön, Ausstellung: Schirn Kunsthalle Frankfurt
Literatur und Quellen (Auswahl) [Bearbeiten]
Contemporary Fine Arts: Uwe Lausen – Daniel Richter, Ausst.-Kat. Berlin 2006 (CFA), Berlin 2006
Galerie Gunzenhauser: Uwe Lausen. Ölbilder und Zeichnungen 1962-1969, Ausst.-Kat. München 1992 (Galerie Gunzenhauser), München 1992
Städtische Galerie im Lenbachhaus (Hrsg.): Uwe Lausen. Bilder, Zeichnungen, Texte, Ausst.-Kat. München 1984 (Städtische Galerie im Lenbachhaus), München 1984
Uwe Lausen: The comic strip. Rosamund geht spazieren, erschienen anlässlich der Ausstellung Uwe Lausen im Kunstraum München, München 1984
Axel Hinrich Murken: »Zwischen Himmel und Hölle am Rande der Wahrnehmung. Das ungewöhnliche Leben und Werk des Künstlers Uwe Lausen (1941-1970)«, in: Kunst-Nachrichten 16 Heft 5, Zürich 1980, S. 113-123, wiederabgd. in: Kunstraum München: Uwe Lausen 1941-70, Ausst.-Kat. München 1984
Zitat [Bearbeiten]
Das alltägliche Leben ist die einzige Möglichkeit für die zukünftige Kunst. Wir müssen nach radikalen Freunden suchen - solche gibt es ja. Die Alten sagen: 'In unserer Jugend waren wir radikal' Das stimmt. In ihrer Jugend lebten sie noch. Man hat dann vergessen, was man wollte. Man schläft. Man ist tot. Wir müssen diejenigen aufrufen, die wach sind, die Schläfrigen aus dem Schlaf rütteln und die Toten begraben. Das heisst: wir müssen anfangen.
Weblinks [Bearbeiten]
Literatur von und über Uwe Lausen im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek (Datensatz zu Uwe Lausen • PICA-Datensatz • Apper-Personensuche)
http://www.uwe-lausen.de/ Art Directory
Lausen bei Contemporary Fine Arts Berlin
Lausen bei Galerie van de Loo München
Personendaten
NAME Lausen, Uwe
KURZBESCHREIBUNG deutscher Maler
GEBURTSDATUM 15. Januar 1941
GEBURTSORT Stuttgart
STERBEDATUM 15. September 1970
STERBEORT Beilstein

Vonhttp://de.wikipedia.org/wiki/Uwe_Lausen“
Kategorien: Deutscher Maler | Geboren 1941 | Gestorben 1970 | Mann


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