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Der erste Text am 23.10. 1999 um 20:58:25 Uhr schrieb
Liamara über Mittelalter
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Antje über Mittelalter
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am 20.10. 2012 um 20:33:55 Uhr schrieb
Ovid über Mittelalter

am 29.6. 2003 um 22:44:57 Uhr schrieb
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am 26.3. 2008 um 01:17:14 Uhr schrieb
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Assoziationen zu »Mittelalter«

Charch schrieb am 3.9. 2000 um 02:26:20 Uhr zu

Mittelalter

Bewertung: 10 Punkt(e)

Hygiene im Mittelalter?

Na, das ist sehr differenziert zu betrachten, sowohl chronologisch als auch räumlich.
In den meisten Dörfern gab es öffentliche Bäder, gesiedelt wurde ohnehin weitgehend in der Nähe von Gewässern. In den Burgen sind in aller Regel Badeeinrichtungen verbürgt.
Gleiches gilt für die Klöster. Hier sind sogar Baderegeln überliefert (im Rahmen von Constitudines, die zum Teil noch aussagekräftiger und eingehender sind als die der benediktinischen Ordensregel).

In epidemischem Sinne verbreiteten sich die meisten der bekannten Krankheiten (es waren insgesamt nur fünf Seuchenzüge,) erst relativ spät.

Ab dem vierten Jahrhundert gab es allerdings Fälle von AUSSATZ (Lepra), in Nord-, Ost- und Mitteldeutschland aber erst seit dem 13. Jahrhundert!

Pesteinbrüche gab es im 6. Jahrhundert, die sogannte PEST DES JUSTINIAN,
die aber nur (von Süden) bis nach Trier vordrang und im

14. Jahrhundert den SCHWARZEN TOD, eine seiner möglichen Verlaufsformen war di Bubonenpest (Beulenpest).

Sehr spät im Mittelalter, nämlich 1485 trat, zunächst in England, der »Englische Schweiß« auf. Erst in der Frührenaissance (1529) erreichte diese Krankheit den deutschen Sprachraum.

Als kaum noch mittelalterlich, nämlich weil erst um 1493 nach Europa und 1495 nach Deutschland eingeschleppt, kann man die »«Mal Franzoso" - die französische Krankheit, auch auch oletum (Gestank) oder BLATTERN genannt, bezeichnen.



Das Mittelalter war keinesfalls »golden«, romantisch und schön, aber es gab nicht nur Seuchen, (das 20. Jahrhundert definieren wir ja auch nicht nur über AIDS, Polio und Krebs), sondern viele, viele, viele andere Aspekte des Lebens, wie zum Beispiel der soziale Aufstieg vorher rechtlich abhängiger Schichten (Ministeriale), die Entwicklung weiterer freier Stände, im Hochmittelalter, eine relative rechtliche und soziale Aufwertung der Frau (ebenfalls im Hochmittelalter), eine Verbesserung des Klimas, einhergehend mit agrarischen Revolutionen, wie der Einführung von Dreschflegel und Radpflug und der Dreifelder-Wirtschaft, im Hochmittelalter (12./13. Jahrhundert), etc.!













Charch schrieb am 18.10. 2000 um 06:10:27 Uhr zu

Mittelalter

Bewertung: 9 Punkt(e)

Es sollte noch etwas über die Sauberkeit der mittelalterlichen Menschen gesagt werden. Anders als zu Zeiten Ludwigs XIV., in denen man Dreck und Gerüche mit Parfümen und Pülverchen zu überdecken versuchte, legten die Menschen im Mittelalter großen Wert auf die Körperpflege. Nur die Ärmsten der Armen konnten sich kein tägliches Bad leisten. Für die Adligen dagegen war häufiges Baden eine Selbstverständlichkeit. Und nach dem Waschen schminkten die Herren und Damen ihre Wangen und Lippen z.B. mit dem roten Farbstoff der Schildlaus, gaben ihren Augenbrauen den gewünschten Schwung, kräuselten, bleichten oder färbten ihr Haar und parfümierten sich mit Rosen- und Lavendelöl. Besonders gepflegt wurden auch die Hände und die Fingernägel. Vornehme Spanierinnen trugen im 14. Jh. ungefähr 20 cm lange Fingernägel, die - um besonders zu beeindrucken - »extra poliert« wurden. Zudem galt blasser Teint als Zeichen höchster Eleganz. Um ihn zu bewahren, nahm man Gesichtsdampfbäder und trug anschließend in Rosenwasser gelöste weiße Schminke auf der Basis von Weizenschrot oder Bleiweiß auf.

Charch schrieb am 31.8. 2000 um 19:34:16 Uhr zu

Mittelalter

Bewertung: 9 Punkt(e)

Das Pferd im Mittelalter



Die Pferde im Hochmittelalter sind vergleichbar mit leichten oder mittelschweren Jagdpferden. Sie hatten ein Stockmaß bis ca. 1,50m, waren also verhältnismäßig klein. Man unterscheidet zwischen dem gewöhnlichen Reitpferd, dem Palafridus und dem Dexstrarius, das als Streitross bei Kampfhandlungen geritten wurde. Der Dexstrarius war so agressiv, daß er beißend und tretend in die Schlachtreihe einbrach, er hatte jedoch den Nachteil, daß er schnell ermüdete.
In der Schlacht wurden Hengste geritten. Diese wurden auf Menschenmassen, Fahnen, Lärm und Anrempelungen geschult.
Für Sendboten standen schnelle Pferde (curriles equi) zu Verfügung.
Der Zelter, der im Paß gehen konnte, wurde besonders von den adligen Frauen geschätzt.
Die Pferde des Ritters: l Palafridus als Reitpferd
l Dexstrarius als Streitross bei Kampfhandlungen
l Ein Packpferd (roncinus) oder Maultier und
l ein bis zwei berittene Knappen.



Die Pferdeausrüstung
Das Zaumzeug wurde aus Leder hergestellt. Hebelstangentrensen (Kandaren) waren gebräuchlich.
Der Krippensattel ist aus Holz mit Leder überzogen. Der hintere Sattelbogen ist nach vorne gebogen und umschließt die Hüfte des Reiters um den Ritter einen festen Sitz zu geben. Der vordere Sattelbogen ist kleiner als der Hintere. Er kann gerade oder nach hinten gebogen sein.
Besonders wichtig war der Brustriemen, der verhinderte, das der Sattel beim Aufprall nach hinten rutschte.
Steigbügel hatten einen geraden oder halbrunden Steg. Der Bügel ist rund oder leicht geschweift.
Die Pferdedecke (Kuvertüre) ist zweiteilig und wird am dazwischen liegenden Sattel befestigt. Sie reicht bis zu den Fesselgelenken und ist heraldisch geschmückt.
Die Pferdepanzerung (isine kovertiure) ist seit 1187 bezeugt.







Die Geschichte der Reitkunst - (Mittelalter).
HISTORIE - Die Schlachtrosse der Könige.
Ein Lichtstrahl im »dunklen Zeitalter«.
Höfische Kultur - Joachim Bumke
Josef Fleckenstein - Der Ritter in der Stauferzeit




Charch schrieb am 18.10. 2000 um 06:18:49 Uhr zu

Mittelalter

Bewertung: 9 Punkt(e)

Die Mode im Hochmittelalter

Seit dem 10. Jh. war die Schicht der »Herrschenden« durch die Kleidung leicht von der Schicht der »Dienenden« zu unterscheiden.

So trugen die weltlichen Herrscher zu Beginn des Hochmittelalters wie z.B. Kaiser Otto III. (+ 1002)(Abb. 5) wie die adligen und geistlichen Herren bevorzugt byzantinische Gewänder. Über ein bis zu den Knöcheln reichendes, hemdartiges Untergewand zog man ein etwas kürzeres Obergewand. Für die Beine gab es lange, enganliegende Strümpfe und für die Füße Schlupfschuhe. In den kälteren Jahreszeiten wurde zudem noch ein langer, viereckiger Mantel benötigt, der wie üblich mit einer Fibel auf der rechten Schulter zusammengehalten wurde. Unter dem Untergewand befand sich bei den vornehmen Herren außerdem noch ein Leinenhemd und unter den Strümpfen eine Leinenunterhose.

Die langen Strümpfe oder Beinlinge wurden durch viele kleine Bändchen, die man in der Modefachsprache »Nesteln« bezeichnet, an einem Gurt, der um die Hüfte gelegt wurde, befestigt (Abb. 6). Nebenbei erwähnt, galt es bis ins 16. Jh. hinein als schick und äußerst modern, ein verschiedenfarbiges oder ein unterschiedlich verarbeitetes Paar Strümpfe zu tragen.

Dem byzantinischen Modevorbild entsprach auch das deutsche Königs- bzw. Kaiserornat, das vom 12. Jh. bis zum Jahre 1806 bei den Krönungsfeierlichkeiten angelegt wurde und aus folgenden Hauptkleidungsstücken bestand: der Dalmatika, der Alba, der Stola und dem Pluviale.

Bei der Dalmatika handelte es sich um ein kostbares violettes Unterkleid, das die Knie bedeckte und am Halsausschnitt mit einer Borte versehen war. Die langen und sich vorn verengenden Ärmel wiesen auf rotem Grund blätterartige Zierate aus Goldfäden und Perlen auf.

Die Alba wurde über die Dalmatika gezogen, war aus weißer Seide und besaß ebenfalls kostbare Säume.

Die Stola war ein langer, schmaler Stoffstreifen aus violetter Seide, der reich mit Perlen und Edelsteinen besetzt war. An ihren beiden Enden befanden sich je drei lange goldene Quasten. Die Stola wurde um den Hals gelegt, auf der Brust gekreuzt und dann unter einem Gürtel befestigt.

Das Pluviale stellte einen halbkreisförmigen, offenen Mantel aus rotem Seidenstoff dar, der mit Taft gefüttert war und bis zu den Füßen reichte. Oben wurde es durch eine goldene Spange und eine Schleife zusammengehalten. Auf der äußeren Rückenseite befand sich in der Mitte - mit Goldfäden eingestickt - ein Lebensbaum, der links bzw. rechts von einem Löwen bzw. einem Kamel flankiert wurde.

Zum Königsornat gehörten zudem noch Handschuhe, Strümpfe, Schuhe und zwei Gürtel.

Die Handschuhe aus Purpurseide waren mit Perlen und Edelsteinen bestickt. Die roten Seidenstrümpfe wiesen am oberen Rand eine Goldborte auf und wurden mittels zweier roter Schnüre am Rutschen gehindert. Die mit Gold und Perlen bestickten Schuhe wurden aus glanzlosem karmesinrotem Atlas hergestellt, und einer der beiden Gürtel war aus mit Goldfäden bestickter Seide, der andere aus vergoldeten Silberfäden gefertigt worden.

Wie die Kaiser oder Könige waren auch die hohen geistlichen Würdenträger byzantinisch gekleidet. Aber im Gegensatz zu den weltlichen Herrschern sind die Bischöfe, Erzbischöfe und Päpste noch heute in dieser mittelalterlichen Tracht zu bewundern. In der folgenden Abbildung (7) wurde der heilige Erasmus (links), der der Legende nach Bischof von Antiochia in Syrien war, in den typischen Gewändern eines Bischofs dargestellt. So befindet sich über seiner bis zum Boden reichenden, weißen Alba die kürzere, rote Dalmatika, über die die goldene Casula gelegt wurde. Auch das Schulter- oder Halstuch wie die Handschuhe, die Manipel und die Mitra fehlen nicht. In seiner rechten Hand hält er, der zu Beginn des 4. Jhs. als Märtyrer starb, die Winde, mit der seine Eingeweide herausgerissen wurden. Mit ihm unterhält sich der heilige Mauritius (rechts), der als Anführer der Thebäischen Legion im Jahre 302 bei einer großen Säuberungsaktion des Heeres in Agaunum enthauptet wurde, weil er sich wie seine Soldaten geweigert hatte, Christen zu töten. Er trägt hier die typische Ritterrüstung des Spätmittelalters, die aus dem Plattenharnisch und dem darunterliegenden Kettenhemd bestand. Nur die weißen Handschuhe passen nicht zum mittelalterlichen Ritter. Und statt der vorhandenen Märtyrerkrone schützte normalerweise der Topfhelm oder die Beckenhaube das ritterliche Haupt.

Die Alba des hohen Geistlichen stellt ein bis zu den Füßen reichendes Unterkleid aus weißem Leinen- oder Seidenstoff dar. Um die Hüfte wird ein bestickter Gürtel, der an seinen beiden Enden kleine Schellen oder Glöckchen aus Gold aufweist, und um den Hals die Stola, ein schmales, oft mit Kreuzen reich geschmücktes Band aus Wolle oder Seide, gelegt. Letzteres reicht bis zu den Füßen und wird vor der Brust gekreuzt und unter den Albagürtel geführt. Unter der Alba befindet sich noch ein rechteckiges Tuch, das sogenannte Hals- oder Schultertuch, das die Schultern bedeckt.

Über der Alba und der Stola werden ein oder zwei hemdartige Überziehkleider getragen, die Dalmatika und die Tunicella. Gewöhnlich ist die rote Dalmatika länger als die weiße Tunicella. Wenn beide Gewänder getragen werden, liegt die Dalmatika über der Tunicella.

Die Casula, ein ringsum geschlossener, glockenförmiger Umhang, ist ein ausschließliches Meßgewand und wird zusammen mit dem Pallium getragen, einer mit Kreuzeszeichen geschmückten Binde, die über die Casula gelegt wird.

Das Pluviale, der vorne offene, ursprünglich mit Kapuze versehene Umhang, wird nur auf Prozessionen getragen.

Und dann gibt es noch den Chorrock, der der Alba gleicht, aber meistens nur bis zu den Knien reicht.

Zusätzlich gehören zur Kleidung des hohen Geistlichen noch lange Strümpfe aus violetter Seide oder Samt, die durch spezielle Bänder an den Knien vor dem Rutschen gehindert werden, und ein Paar geschlossene Lederhalbschuhe, die mit Goldstickereien, Edelsteinen und Perlen versehen sind.

Außerdem wird noch die Manipel, ein schmales Band, als bloßes Ornament über dem Arm getragen. Sie soll sich aus dem antiken Schweißtuch oder Handtuch entwickelt haben, das die Priester benutzen mußten, um liturgische Gefäße, die mit bloßen Fingern nicht berührt werden durften, anzufassen.

Die Hände verschwinden unter Handschuhen, die laut einer kirchlichen Verordnung keine Naht aufweisen dürfen. Sie werden deshalb im allgemeinen in einem Stück aus purpurfarbener Seide angefertigt und besitzen auf der Oberseite häufig ein eingesticktes Kreuz.

Auch der Kopf muß bedeckt werden. Im Frühmittelalter trugen die hohen Geistlichen eine einfache Rundkappe. Erst in der zweiten Hälfte des 12. Jhs. führte man die noch heute übliche Bischofs- und Erzbischofsmütze, die Mitra, ein. Von dieser Mützenform, die im Scheitelpunkt tief eingesunken ist, hängen zwei gleichlange Bänder herab. Gewöhnlich ist die Mitra schlicht weiß. Nur bei höheren Kirchenfesten wird eine perlen- und goldbestickte Variante aufgesetzt.

Die Priester, die »weihe-rangmäßig« unter den Bischöfen stehen, dürfen von diesen genannten Kleidungsstücken das Pluviale nicht tragen; den Diakonen, die sich »weihe-rangmäßig« noch unter den Priestern befinden, ist außerdem das Tragen der Casula verboten.

Die geistlichen »Herrscher«, auch Päpste genannt, waren - wie den vorherigen Beschreibungen zu entnehmen ist - nicht nur wie die weltlichen Herrscher gekleidet, sondern besaßen wie diese ebenfalls eine Krone: die Tiara (Abb. 8), die über die Mitra mit ihren herabhängenden Bändern gesetzt wird.

Die mittelalterliche Kleidung der Mönche und Nonnen hat sich wie die der Kleriker ebenfalls nicht geändert und ist auch noch heute bei ihren verschiedenen Vertretern anzutreffen.

Die Gewänder der Mönche sind die Kutte, das Skapulier und die Kukulle.

Die bis zu den Füßen reichende Kutte gleicht einer römischen Tunika mit langen schmalen Ärmeln. Um sie wird im Bereich der Hüfte ein Ledergürtel gebunden. Das ebenfalls bis zu den Füßen reichende, weite Skapulier besteht aus zwei Stoffstreifen, die brust- und rückwärts herabfallen, und einer angenähten Kapuze. Die Kukulle, der große Ausgehmantel mit Kapuze, ist ringsum geschlossen und besitzt sehr weite Ärmel.

Die Kutte und das Skapulier stellten die gewöhnliche Haus- und Arbeitskleidung der Mönche dar. Nur wer das Kloster im Auftrag des Abtes verließ, erhielt die Kukulle.

Jeder Mönch bekam zwei Kutten, zwei Skapuliere und zwei Kukullen ausgehändigt, damit er, wenn er eines dieser Kleidungsstücke an den entsprechenden Waschtagen reinigen wollte, noch ein zweites zum Anziehen besaß. Im Sommer bot sich diese Waschgelegenheit alle drei, im Winter alle vier Wochen. Die Kutten, Skapuliere und Kukullen wurden für den Sommer aus leichten, für den Winter aus dicken, wolligen Stoffen gefertigt.

Je nach der Jahreszeit erhielten die Mönche zudem Sandalen oder geschlossenes Schuhzeug.

Die einzelnen Mönchsorden ließen und lassen sich kleidungsmäßig hauptsächlich auf Grund ihrer gewählten Farben unterscheiden. So trugen die Benediktiner die schwarze, die Zisterzienser, die Dominikaner, die Kartäuser die weiße, die Franziskaner die braune Ordenstracht. Zusätzlich gaben bzw. geben die Größe der Kapuze, die Weite des Skapuliers u.ä. noch nähere Auskünfte. So waren die weißgekleideten Kartäuser z.B. durch ihre übergroße Kapuze von anderen weißgekleideten Ordensbrüdern leicht zu unterscheiden.

Grundsätzlich besaßen alle Mönche die Tonsur. Im Abendland trug man die »Petrus-Tonsur«, bei der ein Kranz von Haaren übrig blieb. Im Morgenland gab es die Totalrasur, und die iroschottischen Brüder waren an ihrer »Jakobs-Tonsur« zu erkennen, bei der nur der vordere Teil des Kopfhaares wegrasiert wurde.

Die Nonnen - nehmen wir hier als Beispiel die Zisterzienserinnen - trugen einen weißen Ärmelrock, der bis eine Handbreit über dem Boden reichte, darüber das etwas kürzere schwarze Skapulier, das schürzenartig über Brust und Rücken lag und die obligatorische Kapuze besaß, und die weiße Kukulle, die glockenartig bis zu den Knöcheln fiel und mit überlangen und überweiten Ärmeln und einer Kapuze versehen war. Über das Haar wurde ein weißes Kopftuch gelegt, und schließlich verhüllte man noch den gesamten Kopf- und Halsbereich mit einem schwarzen Schleier.

Und wie sah es bei den adligen Damen im 10. und 11. Jh. modemäßig aus?

Hier bestimmte die Gattin des deutschen Kaisers Otto II., die byzantinische Prinzessin Theophanu (+ 991), was »in« war.

So wurde das Oberkleid kürzer, und dessen bisher enganliegenden, glatten Ärmel entwickelten sich zu weiten Hängeärmeln, die zuweilen bis zum Boden reichten.

Außerdem trug man nun in den gehobenen Kreisen sowohl bei den Damen wie auch bei den Herren die Kleider und die Schuhe in leuchtenden Farben. Wenn man sich als besonders vornehm geben wollte, empfahl es sich, seine Gewänder in Rot oder Dunkelviolett zu wählen. Auch der kostbare Schmuck mußte bunt sein. Edelsteine und Perlen schmückten den Hals und die Finger. Außerdem wurden sie noch reichlich auf die Gewänder genäht bzw. gestickt.

Und was trug die »dienende« Bevölkerungsschicht?

Der Mann aus dem Volk war stolz, wenn er sich lange erdfarbene Hosen leisten konnte. Normalerweise hatte er sich mit einem meist erdfarbenen hemdartigen Leibrock zu begnügen, während sich die Frauen erdfarbene hemdartige Kleider anfertigten.

Im 11. Jh. wurde die adlige Mode wiederum durch eine Frau besonders stark beeinflußt. Es handelte sich diesmal um die Gemahlin Heinrichs III., die Französin Agnes von Poitou (+ 1077). Durch sie verloren die bisher immer noch sackartig wirkenden Gewänder völlig an Attraktion. Statt dessen wurden ihre den Körperbau betonenden Kleider sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern sehr gefragt.

Über einem leinenen Unterhemd trugen die adligen Damen ihre farbigen Unterkleider, deren Ärmel wie bisher eng zugeschnitten waren und bis zum Handgelenk reichten. Diese Unterkleiderärmel wurden wie die Oberkleiderärmel mittels kleiner Bänder im Bereich der Armhöhlen mit den Unter- bzw. Oberkleidern verbunden. So konnten sie leicht ausgewechselt, separat vom Kleid gewaschen oder verschenkt werden. Denn als Liebespfand in den Turnieren waren sie heißbegehrte Souvenirs!

Angefertigt wurden die Unterkleider der adligen Damen im allgemeinen aus kostbarer Seide. Die Kleider der Bäuerinnen waren dagegen stets aus Wolle oder Leinen.

Mit den Oberkleidern, die über den Unterkleidern getragen wurden, betrieben die reichen Damen noch mehr Aufwand und Luxus. Sie wurden im 12. Jh. so eng zugeschnitten, daß man bei den Frauen die Brüste - beliebt waren kleine feste Brüste - nicht übersehen konnte. Von der ebenfalls enggefaßten Taille sollte das meist sehr bunte Obergewand in weiten Falten bis zu den Füßen herabfallen. Als Stoffe wurden für diese kostbaren Gewänder Atlas, Barchent, Brokat, Damast, Purpur, Samt oder Scharlach gewählt.

Atlas ist ein glatter Seidenstoff - Barchent, ein auf einer Seite aufgerauhter Baumwollstoff - Brokat, ein schwerer, reich gemusterter Seidenstoff, der Gold- und Silberfäden enthält, - Damast, ein kostbarer Stoff mit eingewebten Bildern - Purpur, ein in allen Farben zu erstehendes, kostbares Seidengewebe - Samt, ein kostbares Seiden-, Woll-, Baumwoll- oder Leinengewebe, das im Mittelalter nicht, wie wir es heute kennen, eine angerauhte Oberfläche aufwies, sondern wie Atlas glatt und schwerfallend war, - Scharlach, ein kostbarer Schafswollstoff, der in den Farben Rot, Weiß, Braun, Blaugrün und gestreift zu erstehen war.

Unter- und Oberkleider wurden grundsätzlich immer in verschiedenen Farben getragen. Zudem fielen die Oberkleider oft recht bunt aus oder waren in zwei Farbbereiche geteilt. So konnte die linke Seite des Gewandes grün und die rechte rot sein. Apropos Farben! Im Mittelalter hatte jede Farbe ihre ganz spezielle Bedeutung. Die rote Farbe war, wie schon erwähnt, besonders beliebt. Bereits bei den Germanen galt sie als Farbe des Rechtes.

Jede Farbe besaß auch in der »Liebesskala« ihren ganz besonderen Wert. So konnte der verliebte Ritter anhand der Kleiderfarben seiner Angebeteten deutlich erkennen, wie groß seine Chancen waren. Rot bedeutete Freude, Ehre und »brennende Liebe«, Grün »der Liebe Anfang« oder Verliebtheit, Blau »der Liebe Stetigkeit« oder die Treue, Grau »der Liebe Trauer«, Schwarz »der Liebe Ende« oder »des Leides Anfang und der Freude Ende«.

Weiß war die Farbe der Jungfrauen, der Unschuld und der Reinheit des Herzens. Gelb, das ursprünglich mit »erfüllter Liebe« gleichzusetzen war, wurde im Hochmittelalter zur Farbe der Prostituierten und Juden. Grün wurde im Spätmittelalter sogar zur Teufels- und Hexenfarbe abgewertet.

Auch Farbkominbationen »sprachen Bände«! Grün-Blau war gleichzusetzen mit »Anfang in der Stetigkeit«, Weiß-Blau mit »stets gutes Gedenken«, Grün-Schwarz mit »das Leiden folgt unverhofft auf erwartungsvollen Beginn« und Schwarz-Rot mit »der grausame Mord der schönsten Liebe«.

Unter den Kleidern trugen die Damen wie die Herren Strümpfe, die unterhalb des Knies mit Bändern gehalten wurden.

Während für die Bauern mittlerweile schwarzes und graublaues »Zeug« vorgeschrieben war, durften sich außer den Adligen auch die Geistlichen an den farbenprächtigen Gewändern erfreuen, bis - ja bis ihnen im 13. Jh. dies strikt untersagt wurde. So ordnete ein Kölner Konzil im Jahre 1281 an, daß es für Kirchenangehörige nicht erlaubt sein sollte, rote und grüne Stoffe, Schmuckärmel und Schnürschuhe zu tragen. Aber was bewirkten im Mittelalter schon Verbote! Die hohen Geistlichen jedenfalls ließen sich nicht einschüchtern.

Die Adligen fütterten ihre farbigen Obergewänder und Mäntel schließlich innen noch mit Pelzen vom Eichhörnchen, Fuchs, Iltis, Kaninchen, Lamm oder Schaf, Marder, Wasserwiesel, Fischotter oder mit gefärbten Stoffen.

Den fürstlichen Herrschaften blieben die Zobel- und Hermelinpelze und das »Schwanenfell« vorbehalten. Beim letzteren handelt es sich um die abgezogene, nach einem bestimmten Verfahren bearbeitete Haut einer Schwanenart, die sich durch besonders weiche Flaumfedern auszeichnete. Diese so präparierte Schwanenhaut wurde als kostbarer Besatz oder als Innenfutter verwendet.

Die langen Mäntel von halbrunder Form wurden im 12. und 13. Jh. nicht mehr wie bisher auf der rechten Schulter gefibelt, sondern durch eine Schnur oder eine kleine Kette vorne am Hals zusammengehalten. Die Schnüre oder Ketten führten zu zwei Schmuckstücken am Mantel, die großen Broschen glichen und Tasseln genannt wurden. Nach ihnen erhielt dieser Mantel die Bezeichnung Tasselmantel. Die Spange des Mantels war - nebenbei erwähnt - eine Art Abzeichen der Ehrbarkeit. In Marseille z.B. war es leichten Frauenzimmern verboten, mit Spangen besetzte Mäntel zu tragen.

Sehr oft sieht man bei Statuen des 12. und 13. Jhs., wie die vornehme Dame zwei Finger in die Schnur dieses Tasselmantels legt. Neben dem Aufraffen des Mantels galt diese Geste als »Haltung höchsten Schicks« (Abb. 9)!

Apropos Mantel! Im Mittelalter besaß der Mantel gerade im Rechtsbereich eine besondere, symbolische Bedeutung. So war es seit dem 13. Jh. in Deutschland üblich, voreheliche Kinder während des Trauungsaktes unter den Mantel oder den Schleier der Mutter treten zu lassen, damit sie zu ehelichen Kindern wurden (Mantelkinder).

Bis weit ins 12. Jh. hinein wurden die oben beschriebenen Kleidungsstücke von den Frauen zu Hause angefertigt. Auch die adligen Damen stellten zumindest ihre Unterkleider selbst her. Erst als die Modelle zu kompliziert wurden, waren Spezialisten, die Schneider, gefragt.

Die Gewänder der adligen Herren waren im 12. und 13. Jh. ebenso kostbar, bunt und raffiniert wie die der Damen. Auch sie trugen Oberkleider, die im oberen Teil eng zugeschnitten waren und unten in Falten zum Boden herabfielen. Lange Hängeärmel und Schnürbänder an den Seiten des Oberteiles waren bei ihnen und selbst bei den Mönchen sehr begehrt! Festkleider wurden z.T. noch zusätzlich mit Tausenden von Perlen und kostbaren Steinen besetzt. Kostbare Hüte und Hauben wurden mit Rubinen, Smaragden, Diamanten und Perlen verziert. Karl der Kühne (+ 1477), Herzog von Burgund, überraschte 1471 seine Frau mit einem Hut, der aus 600 großen und kleinen Perlen und unzähligen kleinsten Steinchen zusammengestellt worden war. Auch der Gürtel, den Männer und Frauen trugen, wurde oft reichlichst mit Edelsteinen und Perlen verziert. Dabei waren echte Perlen, die damals am Persischen Golf von Perlenfischern gewonnen wurden, selbst für viele Adlige unerschwinglich. Als Ersatz dienten ihnen Glasperlen aus Venedig, die von Glasmachern hergestellt wurden.

Wie der Mantel besaß auch der Gürtel im Mittelalter im Rechtsbereich seine symbolische Bedeutung. Wenn ein Verurteilter z.B. des Landes verwiesen wurde, hatte er seine Schuhe und seinen Gürtel abzulegen. Zum Zeichen ihrer Unterwerfung mußten Besiegte ihre Gürtel dem Sieger übergeben. Der Brautgürtel wurde der Ehefrau am Hochzeitstag von ihrem Gatten abgenommen, der seine Gattin durch diesen Akt völlig in seinen Besitz nahm. Eine Witwe konnte sich der Schulden ihres toten Mannes entledigen, indem sie ihren Gürtel oder ihren Mantel auf die Bahre oder das Grab des Ehemannes legte.

Neben dem Aussuchen kostbarer Stoffe und dem Anfertigenlassen prächtiger Gewänder wandten die adligen Herren und Damen viel Zeit für ihr Haar auf. Im 12. Jh. waren bei den Männern wieder längere Frisuren gefragt, die aber nicht über die Schultern reichen sollten. Mit Eiweiß und Brenneisen versuchte man auch die Haarsträhnen an der Stirn in künstliche Locken zu legen. Für kahlköpfige Herren wurden Perücken hergestellt. Besonders begehrt war dabei die blonde Haarfarbe mit einem Stich ins Rötliche. Wer zu dünnes Haar besaß, konnte eine größere Fülle vortäuschen, indem er zusätzlich gelbe Seide oder Goldfäden ins eigene Haar hineinflocht. Männer mit besonders dicken und langen Haaren ließen sich sogar Zöpfe flechten.

Die Barttracht der Herren war vom Alter abhängig. Junge Adlige waren in der Regel bartlos. Erst die Männer mittleren Alters zeigten sich mit dem vornehm gestutzten Kinn- oder dem Schnurrbart. Die älteren Herren bevorzugten den Vollbart, der zuweilen in Zöpfe geflochten oder mit Goldfäden versetzt wurde.

Für die Männer aus dem Volk war dagegen kurzes Haar vorgeschrieben.

Die adligen Frauen bedienten sich ebenfalls des Brenneisens, um ihre Haare in Locken fallen zu lassen. Junge Mädchen durften ihr Haar offen tragen. Sie schmückten es mit Blumenkränzen, Krönchen und Metallreifen oder zogen bunte Bänder durch die Haarsträhnen.

Die verheiratete Frau hatte dagegen auf Anordnung der Kirche hin in der Öffentlichkeit ihre Haare unter einem Schleier zu verbergen. Im karolingischen (8. - 10. Jh.) und ottonischen Zeitalter (10. - 11. Jh.) trugen die Ehefrauen lange, faltenreiche Schleier aus durchsichtigen Stoffen, so daß das Haar darunter immerhin noch zu erkennen war. Im 12. Jh. wurde eine neue Kopfbedeckung, das Gebende, modern. Da dessen schmale Tuchbänder fest um die Wangen und das Kinn gebunden wurden, fiel den Frauen von nun an das Sprechen, Lachen, Essen und Küssen recht schwer (Abb. 10).

Neben dem Gebende gab es noch den Wimpel (Abb. 11). Beide Kopfbedeckungen wurden vorzugsweise aus weißem Leinen hergestellt.

Auch das Haar hatte im Mittelalter Rechtssymbolkraft. Das Weiterwachsen der Haare noch gewisse Zeit über den Tod hinaus, ließ es zu etwas Geheimnisvollen werden, zu einem Sitz magischer Kräfte. So verstärkten friesische Männer ihre Schwüre, indem sie z.B. die linke Hand auf ihr Haar legten.

Nach bayerischem und schwäbischem Recht leistete eine Frau den Eid, indem sie mit den Fingern der rechten Hand den über der Brust herabhängenden Haarzopf berührte. Das Abschneiden und die Übergabe von Haar wurden als Zeichen der Unterwerfung betrachtet. Gefangenen Feinden schor man deshalb das Haupthaar. Die Tonsur der Mönche symbolisierte ihre Unterwerfung unter die Regeln des gewählten Ordens.

Die adligen Herren - ob verheiratet oder nicht - schmückten ihre Haare wie die unverheirateten Mädchen mit Blumenkränzen und Metallreifen. Besonders geschätzt wurde als Kopfbedeckung jedoch der Pfauenhut. Hierbei handelte es sich um ein Tuchgestell, das ganz mit Pfauenfedern bedeckt wurde.

Auf die Wahl der »richtigen« Schuhe legten sowohl die adligen Herren als auch die Damen großen Wert, obwohl es beim weiblichen Geschlecht für unschicklich und ordinär galt, Fuß zu zeigen.

Die Halbschuhe oder kurzen Halbstiefel, die im 12. und 13. Jh. getragen wurden, waren aus schwarzem oder farbigem Leder oder aus Stoffen wie Brokat gefertigt worden. An ihren Innenseiten befanden sich Spangen- oder Schnürverschlüsse, und vorne endeten sie mehr oder minder spitz.

Die Hände verschwanden unter kostbaren, oft weißen Handschuhen. Natürlich besaßen auch die Handschuhe im Mittelalter eine symbolische Bedeutung und zwar ganz speziell im Lehnswesen und im Marktrecht. So kann man aus dem Sachsenspiegel, dem bedeutendsten Rechtsbuch des Mittelalters, das um 1220 geschrieben wurde, folgendes erfahren:
»Kein Ort dürfe einen Markt errichten, es sei denn, der König sende seinen rechten Handschuh als Zeichen des Rechtsbannes und seines Schutzes.«

Schließlich darf im Hochmittelalter auf keinen Fall die Ritterrüstung unerwähnt bleiben.

Im 12. Jh. begnügten sich die adligen Krieger noch mit einem Ringpanzer, der aus einem mehrschichtigen Geflecht von zusammengenieteten, zusammengeschweißten und ausgestanzten Ringen bestand. Dieser Panzer reichte etwa bis zu den Knien und war mit Ärmeln und oft auch mit Fäustlingen versehen. Letztere wurden, um ein Wundscheuern der Finger zu verhindern, innen mit Leder überzogen. Aus dem gleichen Grund trug man unter den Ringpanzern zusätzlich noch einen gesteppten Wams. Für die noch ungeschützten Körperteile wie den Kopf, den Hals, die Unterschenkel und die Füße gab es noch weitere Panzerteile. So wurde der Hals z.B. durch einen dicken, gepolsterten Stehkragen geschützt.

Für den Kopf stand anfänglich der Rund- oder Spitzhelm zur Verfügung. Erst im 13. Jh. kamen die schweren Topfhelme (Abb. 12) mit ihren Sehschlitzen in Mode, unter denen die Männer - um Verletzungen allein schon vom bloßen Tragen zu entgehen - noch gesteppte Kappen aufsetzen mußten. Die Hauptwaffen des Ritters waren die Lanze und das zweischneidige, ungefähr 80 - 90 cm lange Schwert. Letztere Waffe konnte schreckliche Verletzungen verursachen und Männer mit einem Schlag von der Schulter bis zum Oberschenkelknochen zerfetzen. Da die Ritter aus Schutzgründen immer mehr unter ihren Rüstungen verschwanden, und es im Kriegsfall schwierig wurde, Freund und Feind zu unterscheiden, gelangte die Wappenkunde zur Blüte. Anhand der Wappen konnte man nun erkennen, um welchen Herrn es sich unter der Ritterrüstung handelte. Angebracht wurden diese Abzeichen auf den Waffenröcken, die über die Rüstungen angelegt wurden, auf dem Schild, auf der Schabracke (Decke des Pferdes) und manchmal auf dem Helm als Helmzier (Abb. 13).

Diese Helmzier, die außer dem Familienwappen auch Tiere, Tierkörperteile, Pflanzen, sogar Frauen (Abb. 14) darstellen konnte, wurde aus Holz, Leder, Leinen oder Pergament angefertigt und war z.T. sehr bunt bemalt oder sogar vergoldet.

Die Kleidung der Bauern und der ersten Bürger bestand im 12. und 13. Jh. im Gegensatz zu den adligen Herrschaften immer noch aus den kurzen Hemdröcken und den engen oder weiten Hosen. Einige von ihnen konnten sich noch einen Umhang, der »Glocke« genannt wurde und oft mit einer Kapuze versehen war, leisten. Die meisten Bauern und Bürger begnügten sich jedoch mit der Gugel (Abb. 15), einer an einem breiten Schulterkragen befestigten Kapuze. Ihre Frauen gaben sich wie bisher mit ihren Hemdkleidern zufrieden. Als Schuhe standen den Bauern und Handwerkern - wenn diese sich überhaupt welche leisten konnten - geknöpfte oder geschnürte Halbstiefel zur Auswahl. Viele von ihnen hatten jedoch barfüßig ihrer Arbeit nachzugehen.

Bei den Adligen dagegen wurde im 12. Jh. eine neue Schuhform »hochmodern«: der Schnabelschuh (Abb. 16).

Angeblich soll ein gewisser Graf Fulko IV. von Anjou (+ 1109) diese Schuhform erfunden haben, um seine deformierten Füße in ihnen verbergen zu können.

Eine absolut neue Erfindung war der Schnabelschuh jedoch nicht. Diese Schuhform wurde schon seit langem im Orient getragen. Wahrscheinlich gelangte er mit anderen morgenländischen Kulturgütern durch die Kreuzzüge nach Europa. Neu an den »abendländischen« Schnabelschuhen war nur, das zum erstenmal ein rechter und ein linker Schuh unterschieden werden konnte. Diese Unterscheidung gab es bei den mittelalterlichen Schuhen bisher noch nicht!

Die im Laufe der Jahrzehnte immer länger werdende Spitze des Schnabelschuhs wurde mit Werg, also mit den Zubereitungsabfällen von Flachs, Hanf usw., ausgestopft. Gefertigt wurden sie in den Materialien Leder oder Samt. Kostbare Schnabelschuhe wurden zusätzlich noch mit Perlen oder Goldstücken verziert. Als besonders »schick« hielt man ein unterschiedlich gefärbtes Paar. Vielleicht am linken Fuß ein blauer, am rechten Fuß ein roter Schuh?

Selbst die Ritter konnten auf ihre eisernen Schnabelschuhe nicht verzichten. Die eisernen Spitzen, die erst nach dem Aufsitzen zu Pferde angesteckt wurden, mußten beim Gehen oder Kämpfen jedoch entfernt werden, da man mit ihnen kaum vorwärts kam, geschweige denn fliehen konnte. Ja das Gehen mit Schnabelschuhen hatte so seine Tücken! Auch die Zivilbevölkerung konnte davon ein Lied singen! Um beim etwas schnelleren Vorwärtsschreiten nicht ständig über die eigenen Füße zu fallen, halfen sich pfiffige Leute, indem sie die Spitzen ihrer Schuhe mittels eines Kettchens am Knie »hochbanden«.

Um die teuren Schuhe vor dem Dreck und Schlamm der mittelalterlichen Straßen zu schützen, gab es zusätzlich noch die Trippen (Abb. 17), aus Holz gefertigte Unterschuhe, die unter ihrer Sohle häufig zwei absatzartige Verstärkungen aufwiesen. Die Trippen, die unter den eigentlichen Schuhen getragen wurden, konnten durch Lederriemen am Fuß befestigt werden. Schnabelschuhe und Trippen ließen bei ihren Trägern oder Trägerinnen jedoch nur einen trippelnden Gang - wie bei den Chinesinnen bis zu Beginn des 20. Jhs. oder traditionsbewußten Japanerinnen - zu. Zunächst war der Schnabelschuh nur dem Adel vorbehalten, aber schon bald wurde er auch von Patriziern, von Geistlichen, sogar von Handwerkern, Knechten und Bauern getragen. Im 14. Jh. sah sich die Obrigkeit deshalb gezwungen, in Kleiderordnungen wiederholt gegen die Auswüchse und vor allem gegen die Länge der Schnäbel vorzugehen. Es wurden sogar für einige Stände Beschränkungen und Kaufverbote angeordnet, die jedoch nichts änderten.

Charch schrieb am 31.8. 2000 um 19:36:59 Uhr zu

Mittelalter

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Die Entwicklung des ritterlichen Turniers vom Kriegsspiel zum höfischen Fest

In Deutschland begann man sich seit der 1. Hälfte des 12. Jhs. an dem in Frankreich aufgekommenen Turnier (torneamentum) zu orientieren, dessen Übernahme jedoch eine Weile dauerte, da es auf ältere Formen des Kampfspiels traf, die es zum Teil ersetzte und zum Teil in sich aufnahm, um sie schließlich abzulösen. Bei den frühesten Erwähnungen des Turniers in deutschen Quellen von 1127 und 1148 dürfte es sich um ältere Formen von Waffenspielen handeln, da beiden Ereignissen bestimmte Merkmale fehlen, welche die Besonderheit des Turniers gegenüber der älteren Art der Waffenspiele kennzeichnen. Das Turnier sucht im Gegensatz zur Fehde -- der Feindschaft schlechthin, die mit dem Gegner auch alle seine Freunde, Helfer, Leute und das Land betrifft -- nicht den Schaden des Gegners, sondern allein den Sieg und durch ihn die Vermehrung des eigenen Ruhms. Das Turnier setzt grundsätzlich Frieden voraus; es gehört als Kampfspiel in die Sphäre der Freundschaft, die nur den begrenzten Kampf erlaubt. Es bezieht nur diejenigen ein, die dazu eingeladen oder aufgefordert sind und endet immer mit dem Sieg. Bezeichnend ist, daß der Sieger den Gefangenen ihre Freiheit zurückgibt. Dieser Kampf vereint Spiel und Ernst, läßt die Geschicklichkeit und Tapferkeit des einzelnen zur Geltung kommen und ist auf jeden Fall klar begrenzt, denn sein Ziel ist die Demonstration von reiterlicher und kriegerischer, d.h. ritterlicher Bravour und Tapferkeit zur Erlangung von Ehre und Ruhm. Der Austragungsort für die Grundform des Turniers ist ein Treffpunkt zwischen zwei Burgen oder Städten, wodurch die Beschränkung des Teilnehmerkreises gegeben ist.
Das Turnier war offenbar gefährlicher, schärfer, anspruchsvoller und damit reizvoller als das ältere Waffenspiel und seine trotz wiederholter Verbote (kirchliche Verbote seit 1130) unaufhaltsame Ausbreitung verrät seine Anziehungskraft auf Adel und Ritterschaft und zeigt, daß es gegenüber dem älteren Waffenspiel eine neue Bedeutung gewonnen haben muß. Die neue Verheißung des Turniers, der Weg zu Sieg und Ruhm, ermöglichte diesem die Einbeziehung in das höfische Fest (erstes Beispiel von 1175). Seit der Mitte des 12. Jhs. nehmen die Bezeugungen der nun meistens Turnier (torneamentum oder hastiludium) genannten Spiele außerordentlich zu.
Der Mainzer Hoftag von 1184 kann als Zwischenglied gelten, das den Rahmen des Turniers mit neuen Möglichkeiten erweiterte, die fortan Gestalt und Bedeutung des Turniers bestimmten. Das Waffenspiel zu Mainz erfolgte vor dem versammelten Hof und bezog seine Mitglieder als Teilnehmer sowie Zuschauer mit ein. War das Turnier bisher ausschließlich eine Sache des Adels, nicht des Königtums, trat auf diesem Hoffest der Kaiser selbst als Propagator von Waffenspiel und Turnier auf. In Deutschland setzten von jetzt die Turniere an den Fürstenhöfen ein und bald beteiligten sich auch in den übrigen Ländern die Könige am Turnier. In der Gemeinsamkeit des Spiels manifestierte sich über alle rechtlichen Unterschiede zwischen principes, nobiles und ministeriales hinweg ihre Gemeinsamkeit als milites: die Gemeinsamkeit des Rittertums.
Ein Charakteristikum des Turniers (turneis) im 12. Jh. -- unterschieden von Tjost und Buhurt -- ist seine Nähe zum wirklichen Kampf; es stellt die spielerische Form einer auf freiem Feld stattfindenden Reiterschlacht dar. Aus dem Spiel entwickelte sich nicht selten blutiger Ernst, da man die Gelegenheit benutzte, alte Rechnungen zu begleichen und teilweise mit scharfen Waffen kämpfte. Dichtungen des 12. u. 13. Jhs. beschreiben eine befriedete Zone für jede Seite, in der sich die Teilnehmer ohne Gefahr der Verfolgung ausruhen können. Ferner wird oft betont, daß beide Heere zahlenmäßig gleich stark sein müssen. In den französischen Turnieren des 12. Jhs. war diese Gleichteilung nicht immer die Regel, und es wurden zuweilen Hilfstruppen eingesetzt.
Auch in deutschen Turnierschilderungen erscheinen neben den Rittern leichtgerüstete Knappen (kipper), die mit Keulen oder Kolben bewaffnet sind, und deren Hauptaufgabe das Einfangen herrenloser Pferde als Beute war sowie auf Ritter einzuschlagen, die ihre Herren gefangennehmen wollten. In der Dichtung um 1200 finden sich kaum Klagen über den Einsatz von Hilfstruppen, während sie ein halbes Jahrhundert später deutlich ablehnende Stimmen aufweist. In den Kriegen des Mittelalters richtete sich die Höhe des Lösegeldes bei der Freilassung von Gefangenen in der Regel nach deren Zahlungsfähigkeit. In den Turnierschilderungen des 12. u. 13. Jhs. ist es der häufigste Fall, daß ein Gefangener Panzer und Roß verliert, bzw. deren Gegenwert als Lösesumme zahlen muß, die zuweilen im Voraus festgelegt wurde.
Das Turnier des 12. Jhs. muß ferner in seiner militärischen Bedeutung voll erkannt werden: es stellte eine wichtige und notwendige Form des kollektiven Trainings der Panzerreiter dar, die bei größeren kriegerischen Begegnungen keine Einzelkämpfer waren, sondern im Verband kämpften. Die Attacken der schweren Panzerreiterei, durch welche die feindliche Front durchstoßen wurde, setzten eine sorgsame Schulung im Verband voraus; die einzelnen Panzerreiter mußten lernen, in einer Linie und im gleichen Tempo vorzustoßen. Den Turnieren -- bei welchen man Reiterschlachten möglichst realistisch imitierte -- fiel nun die Aufgabe zu, die teuer ausgerüsteten und sorgfältig geschulten ritterlichen Berufskrieger im Formationskampf zu trainieren.
Neben dem Turnier steht der Buhurt als weiteres Waffenspiel, bei dem es weder um Gefangenschaft noch Beute geht und das ohne kriegsähnliche Vorbereitungen rein zur Übung, als Ausdruck spontanen kriegerischen Eifers oder als Paradestück zu Ehren einer hohen Persönlichkeit unternommen wird. Turnier und Buhurt sind zwei verschiedene Formen des Ritterspiels. Das Turnier verlangte volle Rüstung, bûhudieren konnte man ohne Harnisch. Die Kirche nahm eindeutig Stellung gegen das Turnier, aber der Buhurt war eine notwendige Übung für den berittenen Krieger und wird sogar in der Templerregel erlaubt. Der Buhurt wird oft mit Tanz und anderen höfischen Unterhaltungen verbunden und erscheint häufig als Teil eines Hoffestes, z.B. bei Schilderungen von Schwertleiten und Hochzeiten.
Im Unterschied zum Turnier des 12. Jhs., das den wirklichen Kämpfen der Ritter sehr nahe kam, entwickelte sich das Turnier im Laufe des 13. Jhs. immer mehr zu einer gesellschaftlichen Veranstaltung, zu einem höfischen Fest, das der Selbstdarstellung der ritterlich-höfischen Gesellschaft diente. Die Turniere wurden aufwendiger und farbenprächtiger gestaltet und verloren an Gefährlichkeit, wenngleich immer noch eine beachtliche Zahl von tödlichen Verletzungen zu verzeichnen war. Das Element der Schaustellung tritt in den bunten Bannern, den bemalten Lanzen und Schildzeichen der Beteiligten hervor. Die Wappenkunde wurde im Laufe des 13. Jhs. strenger geregelt, und Wappenbeschreibungen traten in poetischen Turnierdarstellungen immer stärker hervor (Vorläufer der berufsmäßigen Herolddichtung des späteren Mittelalters). Die Turniere wurden seit der Mitte des 13. Jhs. besser organisiert und von Rittern immer weniger allein um des Gewinns willen aufgesucht. Der ritterliche Zweikampf, der Tjost, rückte immer stärker in den Vordergrund und drängte das Kernstück des alten Turniers, die Reiterschlacht, zurück. Das hatte zur Folge, daß man die Turniere nicht mehr wie früher auf freiem Feld, sondern auf abgegrenzten Turnierplätzen abhielt. Dadurch rückte das Publikum näher an das Spielgeschehen heran und konnte von Schaubühnen aus die Kämpfe aus nächster Entfernung verfolgen. In der mittelalterlichen Dichtung ist êre eng mit der Anerkennung von seiten der Öffentlichkeit verbunden, oft mit ihr identisch. Das Turnier wird in der weltlichen Epik vorwiegend positiv dargestellt, da diese Dichtung meistens für ein Publikum an Höfen geschrieben wurde. Das gleiche Publikum, für das die höfische Dichtung bestimmt war, spielt auch in der Geschichte des Turniers eine wichtige Rolle als Zuschauerschaft, deren Gegenwart zur ethischen Verfeinerung beiträgt, indem sie dem Gedanken Vorschub leistet, daß es im Turnier wichtiger ist, Tapferkeit, Geschick und Großmut zu zeigen, als Beute einzutreiben. Erst durch die Teilnahme der Zuschauer erfuhr das Turnier die Steigerung in den gesellschaftlichen Rang.
Für Tjoste und Turnier bildete sich ein strengeres Reglement heraus, über dessen Einhaltung turniererfahrene Ritter und Herolde wachten. In England wurde das Turnier gegen Ende des 13. Jhs. im »Statutum Armorum« durch königliches Gesetz geregelt (es bestimmt die im Turnier zugelassenen -- stumpfen -- Waffen, Ausrüstungen und Personen, die einzuhaltenden Regeln und die Strafmaßnahmen für Verstöße). Der vermehrte Festcharakter des Turniers, die gesteigerte Prachtentfaltung und der hohe Anstieg der Kosten für Organisation, Gästebeherbergung, Verpflegung und Festgestaltung führten dazu, daß fast nur noch reiche Herren und mächtige Fürsten Turniere veranstalten und die Ritterschaft aus einem weiten Umkreis dazu einladen konnten. So dienten die Turniere in erster Linie der Selbstdarstellung von Fürsten und Herren, um deren Ansehen innerhalb der Ritterschaft zu steigern und ihre Macht und Großzügigkeit weithin zur Schau zu stellen.
Die während des 13. Jhs. in großer Zahl stattfindenden Turniere werden in den Chroniken und Annalen in der Regel nicht eigens erwähnt. Erst herausragende Ereignisse wie Todesfälle prominenter Personen, außergewöhnlich großartige Turniere und ritterliche Kampfspiele mit besonderen Extravaganzen finden ihren Niederschlag in der schriftlichen Überlieferung.
Das Ruhmbedürfnis der Ritter machte ihnen das Turnier unentbehrlich, das ihnen die wesentliche Möglichkeit bot, sich durch Mut und Tapferkeit hervorzutun, sich vor den anderen auszuzeichnen und aus dem Wettkampf, der durch seine Gefährlichkeit nur höheren Wert erhielt, möglichst als Sieger hervorzugehen. Das paradoxe Ideal des Rittertums suchte im Turnier eine friedliche Form des Krieges. Am Hof verlor das Turnier -- seit seinen Anfängen ein zweckbestimmtes, der Einübung in das Kriegshandwerk dienendes Waffenspiel -- seinen rein militärischen Charakter. Die großen Höfe boten als ideale Schauplätze ein sachkundiges, anspornendes Publikum, verhießen und gewährten Anerkennung und Ruhm und schenkten obendrein Teilhabe am höfischen Glanz (z.B. bezogen sie die Ritter in die höfische Mode mit ein).
Die Entwicklung des Turniers tritt, seit es vom Hof in seine Obhut genommen wird, auf doppelte Weise in unseren Blick: in Historiographie und Dichtung, und es verdient Beachtung, daß beide unterschiedliche Schilderungen bieten, d.h. das Turnier gewinnt eine neue Dimension -- die Dichtung -- hinzu. In der Dichtung tritt ein Idealbild des Turniers in Erscheinung, das auch die höfische Liebe einbezieht. Aus der Ritterdichtung, die Gesellschaftsdichtung ist, spricht das Selbstverständnis des Standes in seiner eigentümlichen Doppelheit, der Spannung zwischen Ideal und Wirklichkeit. Durch die Tatsache, daß der ritterliche Dichter in einer Person Ritter und Dichter ist, korrespondieren Ideal und Wirklichkeit durch seine Vermittlung miteinander, d.h. das Idealbild des Turniers ist auf dessen konkrete Gestalt nicht ohne Einfluß geblieben; man denke an die Tafelrunden-Turniere, die auf dem Hintergrund der Artussage basieren.
Die frühesten literarischen Turnierschilderungen nahmen ihren Ausgangspunkt von den wirklichen Turnieren des 12. Jhs.. Im 13. Jh. ist der umgekehrte Prozeß festzustellen, daß Waffenspiele in der Wirklichkeit sich nach literarischen Mustern, vornehmlich nach der Artusdichtung richten. Die Tjost, das Stechen mit eingelegtem Speer, war von Anfang an ein wichtiges Eröffnungsmanöver im Massenturnier und tritt seit dem 12. Jh. auch als Einzelkampf auf. In der Dichtung des 13. Jhs. tritt das Einzelstechen -- als dritte Hauptart des Waffenspiels neben turnei und bûhurt -- überaus häufig hervor. Einzelstechen und Nachahmung der Literatur fallen zusammen im Waffenspiel der 'Tafelrunde' (tabula rotunda, table rëonde, runttâfel), das von der 1. Hälfte des 13. Jhs. an bezeugt ist. Es besteht aus einer Reihe von Einzelkämpfen mit stumpfer Lanze. Diese noch stärker von spielerischen Zügen geprägte und von literarischen Vorbildern beeinflußte Sonderform des ritterlichen Turniers scheint weniger gefährlich gewesen zu sein als die herkömmliche Art. In diesem Spiel führten die Ritter die alten Namen aus dem Artuskreis und das festliche Gastmahl und die Anwesenheit der Damen nahmen schon früh eine hervorragende Bedeutung ein. Auch im deutschen Bereich war dieses Spiel offenbar sehr beliebt (Tafelrundenturniere in Deutschland: Mitte 13. Jh. in Braunschweig, 1281 in Magdeburg).
Die frühesten turnei-Belege erscheinen in Bearbeitungen der französischen höfischen Epik. In Deutschland wie in Frankreich wurde die höfische Epik in ihren Anfängen wohl hauptsächlich an den nicht königlichen Fürstenhöfen gepflegt. Die vermutlich früheste Darstellung eines Turniers in der deutschen Dichtung bietet der »Erec« Hartmanns von Aue (wahrscheinliche Entstehungszeit zwischen 1180 und 1190).
Das Turnier im »Erec« wird von Gawein, dem ersten Ritter am Artushof, und vier anderen Rittern unternommen und drei Wochen im Voraus auf einen Monat festgelegt. Erecs Ausrüstung wird ausführlich geschildert und das fröhliche Treiben der Ritter in ihren Herbergen am Sonnabend vor dem Turnier erwähnt. Am Sonntag finden Einzeltjoste und eine vespereide (eine Art formlosen Turnierens zum Einüben) statt. Vor dem Turnier am Montag besuchen die Ritter eine Messe und nach weiteren Einzeltjosten beginnt das eigentliche Turnier. Es handelt sich dabei um einen Massenkampf der beiden Heere mit Speer und Schwert, wobei die Ritter voll geharnischt sind. Erec wird von fünfzehn Knappen zum Turnier begleitet, die eine leichte Rüstung tragen und mit Keulen bewaffnet sind. Erec geht es nur um die eigene Ehre, nicht um materiellen Gewinn. Diesen erhalten Erecs Gesellen, die von seinem Erfolg profitieren. Am Schluß des Turniers fordert Erec einen Gegner zu einem Speerkampf zu Ehren seiner Dame heraus. Am Ende des Turniers hat Erec faustgroße Löcher in seinem Schild.
Hartmanns Werke markieren den Aufstieg des Wortes ritter in der Dichtung, das hierdurch im 12. Jh. eine Aufwertung erfährt. Die Verbindung von Rittertum und Turnier (welches Kriegerisches und Höfisches vereint) ist von Hartmanns Werken an durch die mittelalterliche Dichtung hindurch zu verfolgen. Es scheint, daß das Turnier einen ebenso wichtigen Einfluß auf den Rittergedanken ausgeübt hat wie der Kreuzzug. Im Laufe des 13. Jhs. dringt das Turnier in die verschiedensten Dichtungsgattungen ein und entspricht im allgemeinen dem Grundmuster des Massenkampfes wie im »Erec«. Weitgehend wird der Turnierkampf von fünf Motiven bestimmt: aus lauter Lust (durch hôhen muot), aus Hoffnung auf materiellen Gewinn (umb daz guot), im Dienst der Damen (durch diu wîp), um sich militärisch zu üben (durch lernen) und um Ehre zu gewinnen (durch prîs).
Eine Möglichkeit für unbemittelte Ritter, sich zusätzliche Einkünfte zu verschaffen, stellte die Teilnahme an Turnieren dar. Die hohen Aufwendungen vieler großer Herren für die Turniere -- sie konnten durch reiche Turniergewinne keineswegs kompensiert werden -- resultierten aus der Tatsache, daß sie in Begleitung vieler Ritter und mit großem Troß zu den Turnieren reisten, da sie sich mit einer Schar turniererfahrener Ritter umgaben, die bei den Turnieren, an welchen sie teilnahmen, in ihrer Mannschaft kämpften. Diese beinahe professionellen Turnierritter wurden systematisch angeworben und mit beachtlichen Honoraren entlohnt. Etliche Beispiele zeigen, daß die reichen Herren bei Turnierbesuchen bereitwillig die Gelegenheit wahrnahmen durch Taten die von ihnen geforderte Freigebigkeit unter Beweis zu stellen, um so ihren Ruhm zu steigern.
Die Lebensbeschreibung des Guillaume le Maréchal (des vierten Sohnes eines kleinen Ritters) -- keineswegs ein Ausnahmefall in der damaligen Feudalgesellschaft -- schildert die Welt der Turniere aus der Sicht eines armen Ritters, der durch seine persönliche Tapferkeit und seine erfolgreiche Karriere als bekannter Turnierritter zu Ansehen und Reichtum gelangt und schließlich Earl of Pembroke und Regent von England wird. Er zieht als unbelehnter Ritter durch die Lande und wird ein geschätzter Begleiter des jungen englischen Königs Heinrich, mit dem zusammen er jahrelang viele Turniere in Frankreich besucht. Als er sich zeitweise mit Heinrich überwirft und sich nach einem anderen Partner umsieht, erhält er vom Grafen von Flandern das glänzende Angebot auf 500 Pfund Jahresgehalt. Zeitweise macht er Roger de Gaugi, einen flämischen Ritter, zu seinem Kompagnon, mit dem zusammen er noch größere Erfolge erzielt: binnen zehn Monaten geling es diesem eingespielten Turniergespann allein 103 Ritter gefangenzunehmen. Wie Guillaume le Maréchal zogen viele junge Ritter, die entweder ihr väterliches Erbe noch nicht antreten konnten oder auch keine Aussicht auf Erbgut hatten, von Turnier zu Turnier, ständig auf der Suche nach Turniergewinnen, lukrativen Stellungen oder reichen Erbtöchtern.
Die jungen unverheirateten Ritter (iuvenes milites) -- außer armen Rittern besuchten auch viele Ritter in der Lebensspanne zwischen ihrer Schwertleite und der Übernahme ihres väterlichen Erbes, was meistens mit einer standesgemäßen Verheiratung zusammenfiel, die Turniere -- stellten offenbar das Gros der aktiven Turnierteilnehmer. Entweder schlossen sie sich einem reichen Herrn an oder vereinigten sich in einer Rittergesellschaft, die als solche in Turnieren und Fehden auftrat und für ein gemeinsames wirtschaftliches Auskommen sorgte.
Das Turnier war hinsichtlich der Beherbergung der Ritter und ihrer Begleiter und des Verschleißes an Rüstung und Waffen mit hohen Kosten verbunden. Die Praxis des Lösegeldes erhöhte das finanzielle Risiko, ermöglichte aber auch Gewinn, und in der Dichtung treten Ritter auf, für die das Turnier eine wichtige Einnahmequelle ist, und solche, die aufgrund von Turnierverlusten dem Ruin nahestehen. Lösegeld und Beute sind ein empfindlicher Punkt im Ethos des Turniers in der Dichtung und waren es wohl auch in der realen Praxis. Sie stellen einerseits die Möglichkeiten eines ehrenhaften Erwerbs dar, drohen das Turnier aber andererseits in die Nähe zur Fehdeführung, sogar zum Raubrittertum zu rücken. Eine ethische Lösung des Problems des Lösegelds bietet sich in der Dichtung darin, daß der siegreiche Ritter auf Beute und Gefangennahme verzichtet, Gefangene ohne Lösegeld freiläßt und erbeutete Pferde an ärmere Ritter und Knappen verteilt. In der Dichtung wird somit das Turnieren um materiellen Gewinn für ärmere Ritter gutgeheißen, während wohlhabendere Ritter -- und der jeweilige Held -- Ehre gewinnen, indem sie ihren Großmut zeigen und eher darauf bedacht sind, möglichst viele Lanzen zu brechen als Beute zu machen. Das immer wiederkehrende Motiv der Freigebigkeit des Siegers ist ein literarischer Ausdruck des Ideals der Gruppensolidarität zwischen den verschiedenen Schichten des Rittertums und des Adels und nimmt besonders im Artusroman extreme Formen an, wo es unter die Kontrolle eines idealen ritterlichen Herrschers fällt, durch dessen Freigebigkeit und Hofsitte es sich in das harmonische, freudige Leben des Hofes einfügt.
Der zunehmende Festcharakter des Turniers wirkte als Magnet für ein Publikum von vornehmen Zuschauern und vor allem von adeligen Frauen, die für die Turniere ein reges Interesse entwickelten. Von den Tribünen schauten letztere mit gespannter Aufmerksamkeit zu, verteilten Preise und Gunstbezeugungen an die besten Turnierkämpfer und standen im Mittelpunkt von Festmahl und Bankett. Sie haben die Streiter häufig angespornt, sich an Tapferkeit und Kühnheit selbst zu überbieten, so daß in diesem Wechselspiel ein starker erotischer Reiz wirksam war. Dieser scheint bei vielen Beispielen nicht unbedingt den Regeln 'höfischer' Liebe (regulae amoris) entsprochen zu haben. Turnier und höfische Liebe sind ihrer Herkunft nach unterschiedliche Dinge, die nichts miteinander zu tun haben. Gleichwohl weisen sie eine innere Verwandtschaft auf: beide zeigen den gleichen Sinn für die hochstilisierte Form, beide verlangen die Einhaltung fester, geradezu künstlich ausgestalteter Regeln, und die höfische Liebe konnte -- wenn auch auf andere Weise als das Turnier -- gleichwohl gefährlich sein. Um 1300 gewannen die Begleitveranstaltungen des Turniers wie Festmähler, Tanzdarbietungen und Umzüge eine große Bedeutung und drängten die eigentlichen Kampfspiele in den Hintergrund.
Anfang des 13. Jhs. wurden die Turniere zum Treffpunkt von Kaufleuten, Geldverleihern und mancherlei Volk, die alle aus diesen Zusammenkünften der Ritter einen Gewinn zu ziehen hofften. Die Hauptgeldgeber für die Turniere waren mächtige Herren und Fürsten, die sich unter großem Aufwand mit glänzenden Turniermannschaften umgaben. Durch die Turniere wurde insoweit das Geld, das sich reiche Feudalherren angehäuft hatten, ausgleichend unter die Ritterschaft verteilt. Wie im Krieg und bei wirklichen Kämpfen wollten die Ritter beim Turnier vor allem gewinnen und sich Beute in Gestalt von Pferden, Rüstungen und Lösegeld sichern. Geschäftstüchtige Kaufleute schafften Nahrungsmittel und Konsumgüter des gehobenen Bedarfs herbei, kauften und verkauften Pferde und ritterliches Ausrüstungsmaterial, gewährten Rittern, die in Geldbedrängnis geraten waren, Darlehen oder vermittelten Lösegelder zum Freikauf von Gefangenen. Im Umfeld des Turniers findet man außer dem Adel auch das stadtbürgerliche und bäuerliche Element vertreten, das durch solche Glanzpunkte der ritterlichen Oberschicht angezogen wurde und in großer Zahl zusammenströmte. Neben den Kaufleuten und Krämern mit ihren Verkaufsständen verstärkte die Anwesenheit von zahlreichen Sängern, Dichtern, Musikanten, Jongleuren und fahrenden Leuten, die hier ihr Glück versuchten, das bunte jahrmarktähnliche Treiben. Zu erwähnen sind noch die Krogierer (»Turnierrufer«), die Vorläufer der Herolde, landfahrende Personen, die über große Erfahrung in Turnierdingen verfügten, von Turnier zu Turnier reisten und die ankommenden Ritter durch Zuruf begrüßten. Für große Herren und professionelle Turnierritter erwies es sich als nützlich, sich gerade den Krogierern und Spielleuten gegenüber spendabel zu zeigen, da diese den Ruhm ihrer Gönner im ganzen Land verbreiten halfen.
Die Ausrüstung des einzelnen Turnierritters in Gestalt von teuren Turnierpferden, ausgesuchten Turnierwaffen, kostbarem Helm -, Wappen- und Pferdeschmuck und prachtvollen Übergewändern wurde ebenfalls aufwendiger und kostspieliger. Diese hohen Ausgaben dürften in den meisten Fällen nicht mehr durch lohnende Turnierbeute ausgeglichen worden sein, obwohl ein geschickter Turnierritter auch jetzt noch seinen materiellen Gewinn aus erbeuteten Pferden und Rüstungen und aus gewonnenen Turnierpreisen ziehen konnte. Unbemittelten Glücksrittern bot sich bei diesen exklusiven Treffen der vornehmen Adelswelt allerdings die Chance, Lehen und Ämter im Dienst reicher Herren zu erhalten, vorteilhafte Beziehungen zu einflußreichen Personen zu knüpfen oder reiche Erbtöchter für eine Heirat zu gewinnen. Das Turnier war demnach nicht nur ein Austragungsort für einen exklusiven Kampfsport, sondern zugleich Kommunikationszentrum, Heiratsmarkt und gesellschaftlicher Treffpunkt der adeligen Oberschicht.



Zusammengestellt von Edeltraud C. Beckers aus:
»Das ritterlicher Turnier im Mittelalter«, Beiträge zu einer vergleichenden Formen - und Verhaltensgeschichte des Rittertums
herausgegeben von Josef Fleckenstein, Vandenhoeck & Ruprecht in Göttingen, 1985, Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte 80, ISBN 3-525-35396-0

--- 'Das Turnier als höfisches Fest im hochmittelalterlichen Deutschland',
Josef Fleckenstein, S.229-256
--- 'Das Turnier in der deutschen Dichtung des Mittelalters',
William Henry Jackson, S.257-295
--- 'Ritterliche Wirtschaftsverhältnisse und Turnier im sozialen Wandel des Hochmittelalters',
Werner Rösener, S.296-338

Charch schrieb am 4.1. 2001 um 19:05:00 Uhr zu

Mittelalter

Bewertung: 7 Punkt(e)

HERALDIK

Wappenkunde

Das Wort Wappen leitet sich von Waffen ab, sein Ursprung ist der Kampf in Rüstungen, die Freund und Feind unkenntlich machten.
Seit dem Anfang des 12.Jhs. begannen die Ritter im Kampf und Turnier unterschiedliche Farben und Abzeichen zu führen, damit Freund und Feind sie weithin sichtbar, erkennen und unterscheiden konnten. Daraus entwickelte sich am Ende des 12. Jhs. die Wappen.

Bei einer Wappenbeschreibung (Blasonierung) wird ein Wappen immer aus der Sicht des Schildträgers beschrieben. (Rechts - lat. dexter - links - lat. senestre).

Die Heraldik kennt nur bestimmte Farben. Diese teilen sich in Metalle und Tinkturen auf.

Tinkturen: Metalle: In der Buchmalerei golden oder silbern dargestellt.
rot (frz. gules) gold (frz. or)
blau (frz. azure) gelb dargestellt.
grün vert) (silber (frz argent)
schwarz (sable) weiß dargestellt.

Andere Farbtöne durften nicht verwendet werden.

Die wichtigste Regel der Heraldik besagt, daß nie Tinktur auf Tinktur oder Metall auf Metall gesetzt werden durfte. Das Nebeneinander der Tinkturen und Metalle ist nicht zu vermeiden, wenn etwa drei Felder aneinanderstoßen wie z.B. beim Deichselschnitt oder bei halbgespalten und geteilt oder bei gespalten und halbgeteilt.

Da es sich für den Erben anbot, das Wappen des Vaters, daß durch lebenslangen Gebrauch schon mit dem Geschlecht in Verbindung gebracht wurde beizubehalten, entstanden erbliche Familienwappen.

Da immer nur das derzeitige Familienoberhaupt das Stammwappen führen durfte, änderten alle anderen männlichen Familienmitglieder das Wappen ab. Sie »brachen« es (frz. - briser). Eine der häufigsten Form der Brisüre war der Farbwechsel unter Beibehaltung des Wappenmotives. Sehr beliebt waren auch drei - oder fünflätzige Turnierkragen. Diese wurden im oberen Drittel über das Stammwappen gelegt. Jedes Familienmitglied brach das Stammwappen durch ein eigenes Beizeichen oder eigene Farbgebung, so das jeder sein eigenes nur ihm zuzuordnende Wappen führte. Nach dem Tod des Familienoberhauptes legte sein Nachfolger, meist der älteste Sohn, seine Brisüre ab und führte von diesem Zeitpunkt an das Stammwappen.

Auch Querstäbe oder Schrägfäden wurden als Brisierung über das Stammwappen gelegt. Fanden diese Wappenbeibeizeichen ab dem 15. Jh. eine häufige Verwendung für illegitim geborene Nachkommen, ist im 13. Jh. diese Bedeutung noch nicht üblich. Vielmehr trifft man diese Beigaben bei sich von der Hauptlinie abspaltende jüngere Familienzweigen an, die diese Beizeichen zum festen Bestandteil ihres neuen Stammwappens machten.

Auch Vasallen und Ministerialen, nahmen ähnliche Wappen an, wie sie ihre Herren führten.

Ein Beispiel, um dem Wappen seines Herrn, ein eigenes Wappen hinzufügen besteht in der Anwendung eines gevierten Wappens. In den Feldern 1 und 4 ist das Wappen des Herren angebracht, während in den Felder 2 und 3 das eigene Wappen dargestellt wird.









Heraldische Kreuzformen:


Weckenkreuz Antoniuskreuz Krückkreuz Kugelkreuz geschweiftes Prankenkreuz



Wiederkreuz Lilienkreuz Kalvarienkreuz Kleeblattkreuz



Fußspitzkreuz Andreaskreuz Balkenkreuz Ankerkreuz



Patriarchenkreuz oder Lothringer Kreuz



Pelzwerksymbole traten nie als Einzelzeichen in Wappen auf. Vielmehr waren Wappenflächen mit ihnen bestückt. (Heraldisch - besät)


Pelzwerksymbole:



Hermelin Eisenhutfeh Wolkenfeh

Auf Bannern, Waffenröcken und Kuvertüren zeigen unsymmetrische Wappenzeichen wie z.B. Löwen, Adler und Greifen immer nach vorne.

Die Trennung der Farben und Metalle geschieht durch Schnitte. Das Ergebnis sind Heroldsbilder oder Heroldsstücke. Die Verdoppelung einer Teilung oder Spaltung ergibt bei zwei Farben einen Balken bzw. einen Pfahl (Heroldsbild) Kommen aber drei Farben vor bleibt es eine einfache Teilung (Heroldsstück).
Beispiel: Ein Wappen mit zwei Pfählen = Heroldsbild
Ein Wappen drei, oder fünfmal gespalten = Heroldsstück.


Wappenbilder enthalten auf einer ungeteilten Grundfarbe eine oder mehrere Figuren.



Hohlwein, Jakob schrieb am 27.4. 2001 um 21:55:27 Uhr zu

Mittelalter

Bewertung: 4 Punkt(e)

Die Ritterorden im Hochmittelalter

Einführung:

Die Ritterorden des Hochmittelalters stellen für den heutigen Menschen ein oft schwer verständliches Phänomen dar. Im Ansehen des mittelalterlichen Menschen standen sie aber über andere religiöse Gruppen; sie galten oft als die Verkörperung des ritterlichen Ideals schlechthin.
Die Ritterorden waren Bruderschaften von Rittern. Zusammen mit den Priestern und dienenden Brüdern des Ordens lebten sie in Konventen, Ordenshäusern und Ordensburgen. Wie die Mönche lebten sie streng nach ihrer jeweiligen Ordensregel. Und ebenso verpflichteten sie sich zu den drei klassischen Gelübden: zu Armut (Verzicht auf Eigentum), Keuschheit (Ehelosigkeit) und Gehorsam (gegenüber den Ordensoberen und dem Papst.
Ihre Ziele und Aufgaben waren immer auch karitativer Natur, sie pflegten im heiligen Land in eigenen Hospitälern kranke Pilger und fungierten auch als Schutz reisender Pilger. Nach und nach traten diese Funktionen aber oft in den Hintergrund und die Ordensritter verstanden sich immer mehr als die »Gottesstreiter« schlechthin; ihre Aufgabe war der Dienst für Gott in der Befreiung des Heiligen Landes. Dieser Dienst drückte sich in der Sicherung des Königreiches Jerusalem und im permanenten Kampf gegen die Heiden - die Muslime - aus.




Die Ritter vom Hospital des heiligen Johannes des Täufer
Die Johanniter

Wappen: Weißes Balkenkreuz auf schwarzem Grund.
Ordenstracht: Schwarze Mäntel mit weißem Kreuz auf der linken Schulter
und
als Kriegskleid ein roter Wappenrock auf dem ein weißes Kreuz mit acht Zungen aufgenäht oder aufgemalt ist.

Ordensbanner: Rot mit weißem Balkenkreuz.

Der Orden wurde 1022 von Kaufleuten in Amalfi gegründet. Seine Mitglieder widmeten sich zunächst der Krankenpflege; die Johanniter bauten musterhafte Spitäler nahe dem heiligen Grab in Jerusalem, in Akkon und später auf Zypern, Rhodos und Malta. Bald aber nahmen die Kämpfe gegen die Ungläubigen die Ritter so in Anspruch, daß 1118 die Spitalarbeit ganz den dienenden Brüdern überlassen wurde. In der Struktur ähnelte dieser Orden dem der Templer.
Nach dem endgültigen Verlust des Heiligen Landes zogen sich die Johanniter zuerst nach Zypern zurück und später nach Rhodos zurück.. Von dort aus führte der Orden mit einer eigenen Flotte Angriffe gegen türkische Schiffe und Häfen.








Die armen Ritter Christi
Die Templer oder Tempelritter


Wappen: Ein rotes Ankerkreuz auf weißen Grund.
Ordenstracht: Weißer Mantel mit rotem Kreuz.
Ordensbanner: Ein geteiltes Banner, oben schwarz und unten weiß.

1118 gründete ein französischer Ritter, Hugo de Payns zusammen mit einigen Gefährten eine Bruderschaft zur Sicherung der Pilgerstraßen nach Jerusalem. König Balduin II gab der noch kleinen Gemeinschaft ein Gebäude auf dem Boden des alten Salomonischen Tempels in Jerusalem. Aufgrund dieses Ortes wurde die Gemeinschaft »militia templi« (Ritterschaft des Tempels) genannt, woraus sich der Name »Templer« entwickelte. Die Ritter selbst bezeichneten sich lieber als »pauperi milites Christie«, als die "armen Ritter Christi.
Bedeutung erlangten die Templer erst durch die Unterstützung von Bernhard von Clairvaux, dem Begründer des Zisterzienserordens. Unter dem Eindruck von zwei Mitgliedern der Templer im Jahre 1126 hatte er eine Schrift »de laude novac militiae« (vom Lob der neuen Ritterschaft) verfaßt, in der er im Gegensatz zu den »weltlichen« Rittern das Ideal einer »geistlichen Ritterschaft« verherrlichte.
Bernhard von Clairvaux wirkte auch maßgeblich bei der Gestaltung der neuen Ordensregel mit: unter seinem Einfluß wurde sie eng an die der Benediktiner angelehnt; letztendlich war sie eher von mönchischen und weniger von ritterlichen Grundsätzen geprägt. In ihr spiegelte sich der Charakter des neuen Ordens wieder: wesentlich ist der Gedanke der Disziplin und der einfachen Lebensführung. Die Regel warnt die Ordensbrüder vor übertriebenen Ehrbegriffen. Sie verbietet u.a. das Schach- und Würfelspiel, die Jagd und Falkenzucht. In den Ordenskonventen durften keine Gaukler und Schauspieler anwesend sein; zusätzlich war den Brüdern selbst das Singen von lustigen oder gar anzüglichen Liedern verboten.
Hugo de Payns selbst fügte der Regel ausführliche Bestimmungen über die Bewaffnung, Pferde und die Art und Weise des Kampfes bei.
Festzuhalten bleibt, daß die Templer kein Mönchsorden waren, der sich den Idealen des kreuzfahrenden Rittertums verschrieben hatte, sondern ein Ritterorden, der seine Lebensformen aus der Regel der Mönchsorden begründete. Die Kraft, aus der die Templer lebten, war das Bewußtsein der wahren Streiter Christi und nicht die Frömmigkeit der Mönche. Dies galt im Übrigen auch in ähnlicher Weise für andere Ritterorden, so wie auch die Regeln anderer Ritterorden, so wie auch die Regeln der anderen Orden in Fragen der Zucht, der Lebensweise etc. der Templerregel ähnelten.
Dem Orden traten hauptsächlich französische und normannische Ritter bei. An der Spitze stand der Großmeister. Die Ritter lebten in sog. Konventen, die mehr Burgen als Klöster waren; hier genügten schon 13 Ritter um ein Konvent zu bilden.
Aufgrund des roten Kreuzes, nannte man sie auch die »roten Mönche«. Bei den Sarazenen waren sie wegen ihrer Tapferkeit gefürchtet. Im Gegensatz zu weltlichen Heerführern war der Orden nicht bereit Gefangene gegen Lösegeld freizukaufen. Auch machte der Orden im Kampf selbst keine Gefangenen. Als Beispiel für die Tapferkeit der Ordensritter sei die Schlacht von Banjas im Jahre 1156 angeführt: hier fielen über 300 Ritter im Kampf und nur 27 kehrten zurück. Von den 22 Großmeistern des Ordens fielen 5 in der Schlacht, 5 weitere starben an ihren Verletzungen; einer starb in muslimischer Gefangenschaft und der letzte Großmeister des Ordens starb 1314 auf dem Scheiterhaufen.




Die Schwertbrüder - Der Livlandorden



Wappen: Zwei nach unten zeigende gekreuzte, rote, Schwerter auf weißem Grund.
Ordenstracht: Weißer Mantel mit zwei nach unten zeigenden, gekreuzten roten Schwertern.
Banner: ?

Der 1202 gegründete Orden eroberte 1237 Livland und Kurland. Im Jahr 1230 verbündeten sie sich mit dem Deutschen Ritterorden und wurden 1237 mit diesem zusammengeschlossen.



Der Deutsche Ritterorden



Wappen: Schwarzes Balkenkreuz auf weißem Gewand.
Ordenstracht: Weißer Mantel mit schwarzem Kreuz auf der linken Schulter.
Banner: Schwarzes Balkenkreuz auf weißem Banner.
Knappen trugen ein schwarzes T-Kreuz auf dem weißen Gewand aber einen grauen Mantel.
Sergeanten trugen das schwarze T-Kreuz auf einem grauen Gewand und grauen Mantel.
Die Laienbrüder trugen das T-Kreuz während die Brüder, die das Gelübde abgelegt hatten, ein Vollkreuz trugen.

Der Orden wurde während des dritten Kreuzzuges 1190 in Akkon gegründet.
Auch hier stand am Beginn der karitative Gedanke: es wurde ein Spital für die Kranken und Siechen errichtet. Zusätzlich entstand bald ein zweites Hospital in Jerusalem und man nannte sich nun »Hospitale sancte Marie domus Theutonice in Jherusalem« = Spital St. Marien des Deutschen Hauses zu Jerusalem; hieraus wurde der spätere Name "Orden der Ritter des Hospitals
Sankt Marien der Deutschen in Jerusalem".
Der Aufschwung des Ordens begann aber erst mit Hermann von Salza einem Berater des Königs Friedrich von Sizilien, des späteren Kaisers FriedrichII. Hermann von Salza wird 1196 Hochmeister des Ordens und es gelang ihm nach und nach Privilegien für den Orden bei Kaiser und Papst zu erlangen. 1221 wurde der Deutsche Ritterorden rechtlich den Orden der Johanniter und Templer gleichgestellt. So heißt es in den Statuten des Ordens, daß man ihnen gewährte Kranke zu pflegen wie die »Johanniter« und ritterlich zu leben wie der Orden der »Templer«.
Die deutschen Ordensritter lebten nach ihren Ordensstatuten in strenger Zucht. Auch hier wurden zuerst die drei klassischen Gelübde angeführt: »die Keuschheit ewiglich; der Verzicht auf eigenen Willen, das ist der Gehorsam bis in den Tod; das Gelöbnis der Armut, daß der ohne Eigentum lebe, der diesen Orden empfängt«. Nur als ganzes durfte der Orden Ländereien, Burgen, Kapellen usw. besitzen.
Hinsichtlich der Lebensweise der Brüder heißt es weiter: »Es ist dieser Orden zur Ritterschaft gegen die Feinde des Kreuzes und Glaubens besonders bestimmt. Daher sind Dinge, die zur Ritterschaft gehören...gestattet. Doch soll am Sattel oder Zaum wie am Schilde kein Gold oder Silber oder andere weltliche Farbe sein... Der Meister verleiht den Brüdern Roß und Waffen und kann sie anderen geben, ohne daß die Brüder widersprechen dürfen, denn sie haben kein Eigentum daran
Im deutschen Ritterorden gab es außer Rittern und Geistlichen auch noch dienende Brüder in grauen Mänteln, die auf dem Acker oder in der Werkstatt die gröberen Arbeiten verrichteten.
An der Spitze des Ordens stand der auf Lebenszeit gewählte Hochmeister. Fünf Großgebietige standen ihm zur Seite; ein jeder von ihnen hatte für einen bestimmten Teil der Verwaltung zu sorgen. Jede bedeutende Ordensburg und das sie umgebende Gebiet wurde einer Komtur anvertraut.
Mehrere Komtureien bildeten eine Ballei.
Bis 1230 kämpfte der Orden im heiligen Land. Dann erhielt Hermann von Salza von Kaiser Friedrich II den Auftrag »in das Preußenland mit den Kräften des Ordenshauses und mit allen Mitteln einzudringen«. Diese Ostkolonialisierung wurde von dem Orden auch als Kreuzzug betrachtet; man kämpfte ja gegen die heidnischen Preußen. Alles eroberte Land wurde dem Orden als Lehen unterstellt - es entstand ein eigener Ordensstaat, der Hochmeister wurde Reichsfürst und der schwarze Reichsadler sein Wappen. 1309 wurde die Marienburg die Residenz des Hochmeisters und damit Zentrum des Deutschordensstaates.
Dieser entstand etappenweise: 1237 beherrschte der Deutsche Orden durch den Zusammenschluß mit dem Schwertbrüder- oder Livlandorden bereits Livland und Kurland. 1309 eroberte er das Gebiet um Danzig, besiegte 1346 die Esten und kämpfte erfolgreich gegen die Litauer.
Der entscheidende Niedergang des Ordens begann 1410, als sein Heer bei Tannenberg vernichtend geschlagen wurde. Von dieser Niederlage konnte sich der Deutsche Ritterorden nie mehr erholen.




Die Ritter des heiligen Grabes

Wappen: Rotes geschweiftes Prankenkreuz auf einem weißem Gewand.
Gründung im 13. Jahrhundert. Geistliche und militärische Institution.
Die Ritter dieses Ordens bemühten sich um die Rückeroberung Jerusalems und dessen Verteidigung. Nach dem Verlust Palästinas zogen sie sich nach Italien zurück.



Der Lazarus Orden Die Lazarener

Wappen: Grünes Kreuz auf weißem Grund.
Der Lazarus Orden ist ursprünglich eine religiöse Gemeinschaft, die das vor 1142 gegr. Leprosenspital in Jerusalem unterhielt. Der Orden lebte nach der Augustinerregel. Vor der Mitte des 13. Jh. konstituierte er sich in Akkon als geistlicher Ritterorden.



Compagnia della buona morte

Wappen: Weißer Totenkopf vor zwei gekreuzten, weißen Knochen auf schwarzen Grund.

Diese Bruderschaft ist mit den vorher genannten Orden nicht zu vergleichen. Sie wurde 1176 in Italien gegründet und bekämpfte die Anhänger der staufischen Könige in Italien. Unter der Führung von Alberto da Giussano zeichneten sie sich auch durch einige Erfolge aus.




Schlußbemerkungen


Wie lassen sich nun diese eng miteinander verknüpften Phänomene »Kreuzzüge« und »Ritterorden« erklären und deuten?
Warum begann 1096/97 der erste Kreuzzug und nicht schon lange vorher - Jerusalem war 638 von den Muslimen erobert worden. Seit Jahrhunderten waren Pilger nach Jerusalem gekommen, ohne wesentlich von den Arabern gestört zu werden und auch die orientalischen Christen im Heiligen Land waren zwar nicht gleichgestellt mit Muslimen, lebten aber vom Gesetz geschützt und in Frieden.
Um der Kreuzzugsbewegung in ihren Ursprüngen gerecht zu werden, muß man die geistliche Erneuerungsbewegung begreifen; hier hatte der mittelalterliche Mensch die Möglichkeit, sich mit seiner ganzen Kraft für Gott einzusetzen und sicher das ewige Heil zu erlangen; er konnte seinem Leben einen ganz neuen Sinn und eine neue Wendung geben. Das dieses Ideal sehr bald und immer wieder von der Kirche und weltlichen Machthabern mißbraucht wurde, muß ebenso festgestellt werden.
Auch die Ritterorden sollte man unter dem Gesichtspunkt der christlichen Erneuerungsbewegung sehen. Ein Ritter war sich durchaus bewußt, daß sein Leben ein Widerspruch in sich selbst trug; als christlicher Ritter war er verpflichtet Barmherzigkeit zu üben und letztlich sogar seine Feinde zu lieben. Als Ritter an sich, als Gefolgsmann seines Lehnsherren, als Berufskrieger mußte er dagegen immer wieder kämpfen und töten.
Hier mochte ein Leben in einem Ritterorden eine Art seelisches Regulativ darstellen: der Ritter konnte der erlernten »Beschäftigung« nachgehen und war zusätzlich seines Seelenheils sicher. Als eine Art »wahrer Ritter« kämpfte er in einem »Heiligen Krieg« für den höchsten Kriegsherrn, für Gott selbst.























Die Farben der Kreuze die von den Kreuzfahrern getragen wurden




Bis zum dritten Kreuzzug trugen alle Kreuzfahrer ein rotes Kreuz als Feldzeichen. Mit dem Beginn des dritten Kreuzzuges 1189 trugen die Kreuzfahrer die Kreuzfarbe ihres Herkunftslandes.



Herkunft: Kreuzfarbe:

Deutschland schwarz

England weiß

Frankreich rot

Italien gelb

Belgien grün



Die Kreuzzüge


1. Kreuzzug 1095 - 1099 Eroberung Jerusalems

2. Kreuzzug 1146 - 1148

3. Kreuzzug 1189 - 1192 Kreuzzug der Könige

4. Kreuzzug 1199 - 1204

Kinderkreuzzüge 1212

Kreuzzug nach Damiette 1217 - 1221

5. Kreuzzug 1228 - 1229

6. Kreuzzug 1249 - 1254

7. Kreuzzug 1270



Charch schrieb am 27.12. 2000 um 21:05:58 Uhr zu

Mittelalter

Bewertung: 5 Punkt(e)

DIE ORDENSTRACHT




a. Kutte b. Pilcolus c. Kapuze d. Strick

e. Skapulier f. Fußbekleidung g. Wimpel h. Weihel

Habit (lat. habitus) = Kutte (mlat. colobium) Untergewand
Bezeichnet ein bis zu den Knöcheln reichendes, gegürtetes langärmeliges Gewand, das zumeist mit einer Kapuze versehen ist. Die Kutte wird von Mönchen und Nonnen getragen und ist je nach Ordensregel von unterschiedlicher Farbe.
Benediktiner: Schwarz Franziskaner: Grau
Kamaldulenser: Weiß Minoriten: Schwarz
Kartäuser: Weiß Prämonstratenser: Weiß
Zisterzienser: Grau

Kukulle (mlat. cuculla)
Ursprünglich eine Wetterhaube, entwickelt sich zu einer zur Tracht einiger Orden gehörenden tütenförmiger Kapuze mit Schulterkragen.

Skapulier (mlat. scapularium)
Ein über Brust und Rücken getragener, ursprünglich seitlich durch mehrere Knöpfe oder Laschen geschlossener, später offener Überwurf der weiblichen und männlichen Ordenstracht, z.B. bei den Benediktinern und Dominikanern.



Harry Kühnel
Bildwörterbuch der Kleidung und Rüstung
Kröner

Charch schrieb am 18.10. 2000 um 06:15:54 Uhr zu

Mittelalter

Bewertung: 11 Punkt(e)

Tischsitten

Im 12. Jh. hat sich zuerst in Frankreich, an großen weltlichen Höfen, ein neuer Gesellschaftsstil herausgebildet, der durch eine bis dahin unbekannte materielle Aufwendung und durch eine Verfeinerung der Umgangsformen gekennzeichnet war. Als neue Sitte kam das paarweise Speisen und das Trinken aus einem Becher auf. Der Reichtum der Tafel zeichnete sich auch durch kostbares Tafelgeschirr aus.

Für die Organisation eines höfischen Festes waren die klassischen Hofämter, Truchseß, Kämmerer und Schenk zuständig.

Das festliche Mahl am Hof unterlag einem reich ausgestaltetem Zeremoniell, das eine große Dienerschaft erforderte.



Der Truchseß überwachte mit seinem Stab die Einhaltung des Hofprotokolls und war für die Sitzordnung zuständig. Bei vielen hochgestellten Gästen erforderte diese Aufgabe viel diplomatisches Geschick.



Vor dem Festmahl erfolgte eine Handwaschung, bei der Aquamanilen, Schalen und Handtücher benötigt wurden.



Schenken brachten die Weinkannen während die Truchsessen in langer Reihe das Essen heran trugen. Vorschneider und Speisemeister zerlegten das Essen in mundgerechte Stücke.



Zur höfischen Mahl gehörte Musik und getanzt wurde zu Harfenmusik.

Neue Gänge wurden mit Trompeten und Trommeln angekündigt.



Es wurde mit den Fingern gegessen. Die Gabel war zwar bekannt, wurde aber nur zum Vorlegen benutzt. Messer und Löffel dienten zum Tranchieren und zum Austeilen.



Als Teller diente eine Scheibe Brot. Oft wurde gemeinsam aus einer Schüssel gegessen und der Becher mit dem Nachbarn geteilt.



























Tischzuchten:







nicht das Brot bevor der erste Gang auf den Tisch kommt sonst wirst du für unbeherrscht gehalten. Breche das Brot!



Stecke nicht ein zu großes Stück in den Mund das die Krumen links und rechts aus dem Mund fallen.



Schlucke das was du im Mund hast nicht herunter bevor es gut gekaut ist damit du dich nicht verschluckst.



Trinke erst wenn dein Mund leer ist sonst hält man dich für einen Säufer.



Sprich nicht solange du etwas im Mund hast.



Ihr sollt nicht zu eng an die Dame heranrücken und sollt alles Derbe und Unziemliche in ihrer Gegenwart unterlassen.



Trinkt nicht zu viel und klagt nicht über das Essen.



Macht beim Speisen keinen Lärm.



Legt die abgegessenen Knochen nicht wieder in die Schale zurück.



Kratzt euch nicht mit der bloßen Hand an der Kehle und schneuzt nicht in die Hand.



Greift nicht mit den Fingern in Senf oder Saucen.



Schneuzt nicht in das Tischtuch.



Blast nicht in das heiße Getränk.



Legt euch beim Essen nicht über den Tisch.



Trinke nicht mit fettigem Mund.




Einige zufällige Stichwörter

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Erstellt am 14.6. 2001 um 19:40:26 Uhr von milch, enthält 55 Texte

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